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Manteltarifvertrag für Arzthelferinnen

Durch die Unterzeichnung eines "Tarifvertrages zur betrieblichen Alterversorgung durch Entgeltumwandlung" und eines "Ergänzungstarifvertrages zum Manteltarifvertrag und zum Gehaltstarifvertrag" für Arzthelferinnen zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen (AAA), dem Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen (BdA) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wurde für alle tariflich orientierten Arbeitsverhältnisse von Arzthelferinnen formalrechtlich der Weg für die betriebliche Altersvorsorge freigemacht. Die Tarifwerke gelten rückwirkend zum 01.01.2002.

Zurzeit findet das Auswahlverfahren für einen geeigneten Dienstleister statt, der Träger der von den Tarifpartnern vereinbarten Pensionskasse sein soll, welche im Tarifvertrag als einheitlicher Durchführungsweg festgeschrieben wurde.

29.07.2002

Zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen, Herbert-Lewin-Straße 1, 50931 Köln und dem Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen e.V., Bissenkamp 12-16, 44135 Dortmund, der Vereinten Dienstleitungsgewerkschaft, Theodor-Heuss-Straße 2, 70174 Stuttgart, und dem Verband der weiblichen Arbeitnehmer e.V., Konstantinstraße 33, 53179 Bonn, wird folgender Manteltarifvertrag abgeschlossen:

 

Manteltarifvertrag für Arzthelferinnen

 

§ 1 Geltungsbereich 

(1) Dieser Tarifvertrag gilt für Arzthelferinnen*), die im Bundesgebiet in den Praxen niedergelassener Ärzte tätig sind.

(2) Arzthelferinnen im Sinne dieses Tarifvertrages sind die Angestellten, deren Tätigkeit dem Berufsbild der Arzthelferin entspricht und die die entsprechende Prüfung vor der Ärztekammer bestanden haben.

Sprechstundenschwestern und Sprechstundenhelferinnen sowie staatlich geprüfte Kranken- und Kinderkrankenschwestern sind den Arzthelferinnen im Sinne dieses Tarifvertrages gleichgestellt, sofern sie eine Tätigkeit als Arzthelferin ausüben.

(3) Dieser Tarifvertrag gilt entsprechend auch für Auszubildende. Im übrigen finden die Regelungen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) Anwendung.

§ 2 Anwendungsbereich

(1) Dieser Manteltarifvertrag bestimmt unmittelbar und zwingend den Inhalt allerArbeitsverträge zwischen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen und Mitgliedem der tarifvertragschließenden Arbeitnehmerorganisationen.

(2) Sind nicht beide Parteien des Arbeitsvertrages Mitglied der Tarifvertragspartner, so gelten die tariflichen Bestimmungen, wenn im Arbeitsvertrag auf diesen Manteltarifvertrag oder auf den Manteltarifvertrag in der jeweils gültigen Fassung ausdrücklich Bezug genommen wird.

 

§ 3 Arbeitsvertrag 

(1) Der Arbeitsvertrag wird schriftlich abgeschlossen; der Arzthelferin ist eine Ausfertigung auszuhändigen. Nebenabreden sind nur wirksam, wenn sie schriftlich vereinbart werden. Vereinbarungen im Arbeitsvertrag, die Bestimmungen dieses Tarifvertrages einschränken, sind unwirksam.

(2) Im Arbeitsvertrag ist mindestens aufzunehmen:

- der Name und die Anschrift der Vertragsparteien

- der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses

- bei befristeten Arbeitsverhältnissen die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses

- der Arbeitsort

- die Bezeichnung der zu leistenden Tätigkeit

- die Zusammensetzung und die Höhe des Gehalts lt. Eingruppierung einschließlich eventuellerZulagen sowie andere Bestandteile des Gehaltes und deren Fälligkeit

- die vereinbarte Arbeitszeit**)

- die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubes

- die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses

- ein allgemeiner Hinweis auf die Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen, die auf dasArbeitsverhältnis anzuwenden sind.

**) Das heißt, daß Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit festgelegt werden müssen

 

§ 4 Probezeit 

(1) Die ersten drei Monate der Tätigkeit gelten als Probezeit. Diese kann einvernehmlich bis zu weiteren drei Monaten verlängert werden. Eine Verlängerung für Auszubildende ist ausgeschlossen.

(2) Die Probezeit entfällt wenn die Arzthelferin in unmittelbarem Anschluß an ein erfolgreich abgschlossenes Ausbildungsverhältnis in derselben Praxis weiterhin tätig ist.

 

§ 5 Schweigepflicht 

Die Arzthelferin ist in die Schweigepflicht des Arztes (§ 203 StGB) eingebunden. Sie hat insbesondere alle Praxisvorgänge sowie den Personenkreis der Patienten geheimzuhalten. Dies gilt auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

 

§ 6 Arbeitszeit 

(1) Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt ausschließlich der Pausen durchschnittlich 38,5 Stunden wöchentlich.

(2) Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit richten sich nach den Erfordernissen der Praxis. Änderungen der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit gelten als Vertragsänderung.

(3) Die wöchentliche Arbeitszeit ist so zu verteilen daß in jeder Woche ein ganzer Tag oder zwei halbe Tage arbeitsfrei bleiben. Dabei muß gewährleistet sein, daß die Nachmittage an Samstagen (ab 12:00 Uhr) arbeitsfrei sind. Samstagsarbeit innerhalb der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ist mit einem Zuschlag zu vergüten: Die Nachmittage am 24. und 31. Dezember (ab 12:00 Uhr) sind arbeitsfrei unter Fortzahlung des Gehaltes.

(4) Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Arzthelferin an den Tagen, an denen er selbst zum Notfalldienst eingeteilt ist, auch außerhalb der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit zu beschäftigen.

(5) Für Jugendliche gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Gemäß § 21 a Abs. 1 JArbSchG kann abweichend von §§ 8, 11 Abs. 2, 12 und 15

- die maximale Arbeitszeit auf bis zu 9 Stunden täglich verlängert werden

- die erste Pause spätestens nach 5 Stunden gewährt werden

- die Schichtzeit. (tägliche Arbeitszeit unter Hinzurechnung der Ruhepausen) bis auf 11 Stunden täglich verlängert werden

- die Arbeitszeit auf bis zu 5 1/2 Tage verteilt werden; Abs. 3 bleibt unberührt.

Dabei darf die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 40 Stunden nach dem JArbSchG nicht überschritten werden.

 

§ 7 Überstunden, Samstags-, Sonntags- , Feiertags- und Nachtarbeit, Arbeit am 24. und 31. Dezember, Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst 

(1) Als Überstunden gelten die über die regelmäßige wöchentliche tarifliche Arbeitszeit hinaus geleisteten Arbeitsstunden, soweit innerhalb eines Zeitraumes von 4, längstens 12 Wochen keine entsprechende Freizeit für diese Arbeitsstunden gewährt wird. Freizeitausgleich bei Mehrarbeit hat mit dem entsprechenden Zeitzuschlag zu erfolgen. Samstags- und Sonntagsarbeit bzw. Arbeit an gesetzlichen Feiertagen ist die an diesen Tagen geleistete Arbeit in der Zeit von 0:00 bis 24:00 Uhr. Als Nachtarbeit gilt die Arbeit, die in der Zeit von 20:00 Uhr - 7:00 Uhr geleistet wird. Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst innerhalb der wöchentlichen Arbeitszeit gelten nicht als Überstunden.

(2) Zum Zwecke der Vergütungsberechnung eines Bereitschaftsdienstes oder einer Rufbereitschaft wird die Zeit. eines Bereitschaftsdienstes oder einer Rufbereitschaft wie folgt als Arbeitszeit gewertet: 

- Bereitschaftsdienst Bewertung als Arbeitszeit 60% 

- Rufbereitschaft Bewertung als Arbeitszeit 30% 

Liegt der Bereitschaftsdienst oder die Rufbereitschaft außerhalb der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit, so ist der entsprechende Vergütungssatz für Überstunden anzurechnen.

(3) Unter Bereitschaftsdienst wird die Verpflichtung der Arzthelferin verstanden, sich auf Anforderung des Arztes außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit an einem vorm Arzt bestimmten Ort aufzuhalten, um im Bedarfsfall bei der Patientenversorgung die Arbeit aufnehmen zu können Bereitschaftsdienst liegt nicht mehr vor, wenn die Tätigkeit der Arzthelferin über den Notfalldienst hinausgeht. Rufbereitschaft ist die Zeit, in der die Arzthelferin sich entsprechend der Anordnung des Arztes außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit an einer dem Arzt anzuzeigenden Stelle aufhält um auf Abruf die Arbeit aufzunehmen.

(4) Der Arzt darf Bereitschaftsdienst nur anordnen, wenn zu erwarten ist, daß zwar Arbeit anfällt, erfahrungsgemäß aber die Zeit ohne Arbeitsleistung überwiegt Rufbereitschaft ist vom Arzt nur dann anzuordnen, wenn erfahrungsgemäß lediglich in Ausnahmefällen Arbeit anfällt.

(5) Die Höhe der Zuschläge für Überstunden-, Samstags-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie für Arbeit am 24. und 31. Dezember ab 12:00 Uhr wird im Gehaltstarifvertrag festgelegt.

 

§ 8 Arbeitsversäumnis 

Die Arzthelferin darf grundsätzlich nur mit vorheriger Zustimmung des Arbeitgebers der Arbeit fernbleiben. Bei nicht genehmigtem Fernbleiben hat die Arzthelferin insoweit keinen Anspruch auf die Fortzahlung des Gehaltes. Arzthelferinnen, die am letzten Arbeitstag vor oder am ersten Arbeitstag nach Feiertagen unentschuldigt der Arbeit fernbleiben, haben keinen Anspruch auf Bezahlung für diese Feiertage.

 

§ 9 Arbeitsunfähigkeit 

Die Arbeitsunfähigkeit ist ohne schuldhaften Verzug anzuzeigen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen hat die Arzthelferin spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.

 

§ 10 Entgeltfortzahlung 

Die Arzthelferin hat bei unverschuldetem Arbeitsversäumnis infolge eines in ihrer Person liegenden Grundes sowie bei durch Unfall verursachter Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Fortzahlung des Gehaltes in Höhe von 100% bis zum Ende der sechsten Woche.

 

§ 11 Gehalt 

(1) Die Arzthelferin erhält ein Gehalt nach Maßgabe des jeweils geltenden Gehaltstarifvertrages.

(2) Die Berufsjahre zählen vom Ersten des Monats an, in dem die Prüfung zur Arzthelferin bestanden wurde. Die Berufsjahre der Sprechstundenschwestern, Sprechstundenhelferinnen und Krankenschwestern in den neuen Bundesländern werden anerkannt. Unterbricht die Arzthelferin ihre berufliche Tätigkeit wegen Erziehungsurlaubs, so ist diese Zeit zur Hälfte auf die Berufsjahre anzurechnen. Hat die Arzthelferin vor ihrer Prüfung (§ 1 Abs. 2) eine berufsnahe Tätigkeit ausgeübt, so ist diese Zeit der Tätigkeit zur Hälfte auf die Berufsjahre nach Satz 1 anzurechnen.

(3) Die Bezüge werden monatlich und zwar am 25. des laufenden Kalendermonates gezahlt. Der Arzthelferin ist eine schriftliche Gehaltsabrechnung zur Verfügung zu stellen, aus welcher sich die Zusammensetzung des Gehaltes und die einzelnen Abzüge ergeben.

 

§ 12 13. Gehalt, vermögenswirksame Leistungen *

(1) Die Arzthelferin erhält spätestens zum 1. Dezember eines jeden Kalenderjahres ein 13. Monatsgehalt in Höhe des letzten vollen Monatsgehaltes. Unregelmäßige Zahlungen (für Mehr-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie für Arbeit am 24. und 31. Dezember gem. § 7 oder unregelmäßige Abzüge (z.B. wegen unbezahlten Urlaubs oder Krankheit) werden bei der Bemessung nicht berücksichtigt. Bei der Berechnung werden nur solche Monate gerechnet, in denen die Arzthelferin Entgelt oder wöhrend der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz Mutterschaftsgeld oder bei weiterbestehendem Arbeitsverhältnis Krankengeld erhalten hat. Für Zeiten des Erziehungsurlaubs besteht kein Anspruch; dies gilt nicht, wenn Teilzeitarbeit nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz geleistet wird.

(2) Hat das Arbeitsverhältnis nicht während des gesamten Kalenderjahres bestanden, so ermäßigt sich das 13. Gehalt; für jeden Monat des Arbeitsverhältnisses zu diesem Arbeitgeber oder dessen Rechtsvorgänger ist ein Zwölftel des 13. Gehaltes zu zahlen.

(3) Beginnt oder endet ein Arbeitsverhältnis im Laufe eines Kalendermonats, so ist der angefangene Monat bei der Berechnung des 13. Gehaltes voll einzubeziehen, wenn das Arbeitsverhältnis in diesem Monat mindestens 15 Kalendertage bestanden hat. Hat das Arbeitsverhältnis in einem Monat weniger als 15 Kalendertage bestanden, ist dieser anteilig zu berücksichtigen (1/30 pro Kalendertag).

(4) Bei der Berechnung des 13. Gehaltes für Zeiten der Mutterschutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz ist der Monat, in dem die Mutterschutzfrist endet, in die Berechnung voll einzubeziehen, wenn die Arzthelferin für mindestens 15 Kalendertage Mutterschaftsgeld bezogen hat. Hat die Arzthelferin in diesem Monat weniger als 15 Kalendertage Mutterschaftsgeld erhalten, erfolgt die Berechnung anteilig (1/30 pro Kalendertag).

(5) Bei Änderung der Vergütungshöhe während des Kalenderjahres aufgrund einer Änderung des Beschäftigungsumfanges oder Übernahme einer Auszubildenden in ein Arbeitsverhältnis ist aus den Bezügen für das gesamte Kalenderjahr das durchschnittliche Monatsgehalt zu ermitteln und bei der Berechung des 13. Gehaltes zugrunde zu legen.

(6) Endet das Arbeitsverhältnis innerhalb der dreimonatigen Probezeit gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1, so entfällt der Anspruch auf Zahlung eines anteiligen 13. Gehaltes. Endet das Arbeitsverhältnis jedoch innerhalb der verlängerten Probezeit gemäß § 4 Abs. 1 Satz 2, so ist das anteilige 13. Gehalt für den gesamten Beschäftigungszeitraum zu zahlen.

(7) Die Arzthelferin erhält nach Ablauf der Probezeit eine vermögenswirksame Leistung von 30 € monatlich. Teilzeitbeschäfigte mit einer geringeren als einer regelmäßigen durchschnittlichen Arbeitszeit von 18 Stunden wöchentlich haben nach der Probezeit Anspruch auf 15 € vermögenswirksame Leistungen monatlich. Auszubildende ab dem zweiten Ausbildungsjahr haben ebenfalIs Anspruch auf 15 € vermögenswirksame Leistungen monatlich.

 

§ 12 a Alterversorgung, Entgeltumwandlung 

Die Altersversorgung wird in einem gesonderten Tarifvertrag geregelt. Die Arzthelferin hat die Möglichkeit zur Entgeltumwandlung nach Maßgabe dieses Tarifvertrages zur betrieblichen Alterversorgung.

 

§ 13 Teilzeitarbeit 

(1) Nicht voll beschäftigte Arzthelferinnen erhalten von dem Gehalt, das für vollberufstätige Arzthelferinnen festgelegt ist, den Teil, der dem Maß der mit ihnen vereinbarten Teilzeit entspricht, und zwar pro Stunde 1/167 des jeweiligen Monatsgehaltes.

(2) Die übliche tägliche Arbeitszeit ist in den schriftlichen Arbeitsvertrag aufzunehmen**).

(3) Gegen den WilIen der Betroffenen darf keine Umwandlung von Vollzeit- auf Teilzeitarbeit oder Teilzeit- auf VolIzeitarbeit erfolgen.

(4) Die von Teilzeitkräften geleistete Mehrarbeit ist zu vergüten. Ein Überstundenzuschlag fällt erst dann an, wenn sie über die tarifvertraglich vereinbarte Arbeitszeit für Vollzeitkräfte hinausgeht.

(5) Teilzeitbeschäfigte haben Anspruch auf Urlaub wie Vollzeitbeschäftigte. Ist die Arbeitszeit nicht gleichmäßig auf alle Arbeitstage der Woche verteilt, so sind sämtliche Arbeitstage der Woche auf den Urlaubsanspruch anzurechnen.

 

**) Das heißt, daß Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit festgelegt werden müssen.

 

§ 14 Schutz- und Berufskleidung 

Der Arbeitgeber stellt der Arzthelferin die notwendige Schutz- und Berufskleidung, mindestens jedoch 2 Berufskittel pro Jahr, unentgeltlich zur Verfügung. Ebenso trägt der Arbeitgeber die Kosten der Reinigung der Schutz- und Berufskleidung.

 

§ 15 Urlaub 

(1) Die Arzthelferin hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Urlaub. Der Urlaub soll unter Berücksichtigung der Belange der Praxis und der Wünsche der Arzthelferin nach Möglichkeit zusammenhängend gewährt und rechtzeitig (mindestens vier Monate vorher) festgelegt, werden.

(2) Die Arzthelferin erwirbt mit jedem Beschäftigungsmonat einen Urlaubsanspruch in Höhe von 1/ 12tel des Jahresurlaubs. Der volle Jahresurlaubsanspruch kann erst nach Ablauf von 6 Monaten Tätigkeit in derselben Praxis geltend gemacht werden.

(3) Der Urlaub beträgt jährlich 26 Arbeitstage bzw. 31 Werktage. In dem Kalenderjahr, in dem die Arzthelferin das 30. Lebensjahr vollendet, erhöht sich der Jahresurlaub auf 28 Arbeitstage bzw. 34 Werktage. In dem Kalenderjahr, in dem sie das 40. Lebensjahr vollendet, erhöht sich der Urlaub auf 30 Arbeitstage bzw. 36 Werktage.

(4) Die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes gelten, wenn sie günstiger als die tariflichen Regelungen sind.

(5) Für die Berechnung des Urlaubsanspruches gelten als Arbeitstage alle Kalendertage mit Ausnahme der Samstage, Sonntage und gesetzlichen Feiertage. Als Werktage gelten alle Kalendertage mit Ausnahme der Sonntage und gesetzlichen Feiertage. Auszubildenden ist der Urlaub so zu gewähren, daß der Berufsschulunterricht nicht beeinträchtigt wird.

(6) Zwei Wochen des zustehenden Erholungsurlaubes müssen der Arzthelferin nach Absprache mit Arbeitgeber und Mitarbeiterinnen nach eigenen zeitlichen Wünschen gewährt werden.

(7) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat die Arzthelferin, die im laufenden Kalenderjahr in die Praxis eintritt oder ausscheidet; der angefangene Monat wird bei der Bemessung des Urlaubsanspruchs, voll einbezogen, wenn die Arzthelferin in diesem Monat mindestens 15 Kalendertage im Arbeitsverhältnis stand. Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden. Bei Ausscheiden nach erfüllter Wartezeit (6 Monate) in der 2. Hälfte des Kalenderjahres hat die Arzthelferin Anspruch auf mindestens 20 Arbeitstage bzw. 24 Werktage Urlaub nach dem

Bundesurlaubsgesetz oder auf Mindesturlaub nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz bzw. Schwerbehindertengesetz.

(8) Bei verschuldeter fristloser Entlassung reduziert. sich der Urlaubsanspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub.

(9) Erkrankt die Arzthelferin während des Urlaubs, so hat sie ihrem Arbeitgeber unter Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung unverzüglich Mitteilung über die Arbeitsunfähigkeit zu machen. Der Urlaub ist dann für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit unterbrochen. Nach Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ist der Rest des Urlaubs - je nach Vereinbarung – sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt zu gewähren.

(10) Konnte der Urlaub wegen Arbeitsunfähigkeit oder aus betrieblichen Gründen bis Ende des Kalenderjahres nicht angetreten werden, so ist er innerhalb der nächsten drei Monate zu gewähren und zu nehmen.

(11) Ist im Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses der Urlaubsanspruch noch nicht erfüllt, ist der Urlaub, soweit dies betrieblich möglich ist, während der Kündigungsfrist zu gewähren und zu nehmen. Soweit der Urlaub nicht gewährt werden kann oder die Kündigungsfrist nicht ausreicht, ist der Urlaub abzugelten.

(12) Der Arbeitgeber kann den Erholungsurlaub, der der Arzthelferin für das Urlaubsjahr aus dem Arbeitsverhältnis zusteht, für jeden vollen Kalendermonat, für den die Arzthelferin Erziehungsurlaub nimmt, um ein Zwölftel kürzen. Satz 1 gilt nicht, wenn die Arzthelferin während des Erziehungsurlaubs bei ihrem Arbeitgeber Teilzeitarbeit nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz leistet.

(13) Scheidet die Arzthelferin aus der Praxis aus, ist ihr eine Bescheinigung darüber auszustellen, ob und wie lange im Laufe des Kalenderjahres Urlaub gewährt wurde. Die Arzthelferin ist verpflichtet, diese Bescheinigung bei der folgenden Einstellung vorzulegen.

 

§ 16 Arbeitsbefreiung

(1) In der nachstehenden. Fallen wird der Arzthelferin auf Antrag Arbeitsbefreiung unter Fortzahlung des Gehaltes gewährt:

a) Eheschließung der Arzthelferin 2 Arbeitstage
b) Tod des Ehegatten oder Lebensgefährten,eines Kindes oder Elternteils 2 Arbeitstage
c) Niederkunft, der Ehefrau eines Arzthelfers 1 Arbeitstag
d) Wohnungswechsel bei eigenem Hausstand und ungekündigtem Arbeitsverhältnis 1 Arbeitstag
e) 25-, 40- und 50jähriges Arbeitsjubiläum. 1 Arbeitstag
f) Schwere Erkrankung

aa) eines Angehörigen oder Lebensgefährten, soweit er in demselben Haushalt lebt

 

1 Arbeitstag

bb) eines Kindes, das das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, wenn im. laufenden Kalenderjahr kein Anspruch nach § 45 SGB V besteht oder bestanden hat bis zu 4 Arbeitstage im Kalenderjahr
cc) einer Betreuungsperson, wenn die Arzthelferin die Betreuung ihres Kindes, das das 8. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung dauernd pflegebedürftig ist, übernehmen muß bis zu 4 Arbeitstage im Kalenderjahr

Eine Freistellung erfolgt nur, soweit eine andere Person zur Pflege oder Betreuung nicht sofort zur Verfügung steht und der Arzt in den Fallen von aa) und bb) dieNotwendigkeit der Anwesenheit der Arzthelferin zur vorläufigen Pflege bescheinigt.Die Freistellung darf insgesamt 5 Arbeitstage im. Kalenderjahr nicht überschreiten.

Arztliche Behandlung der Arzthelferin, wenn diese nach ärztlicher Bescheinigung während der Arbeitszeit erfolgen muß

erforderliche nachgewiesene Abwesenheitszeit zzgl.erforderliche Wegezeiten

 

Teilnahme an berufsbezogenen Fortbildungsmaßnahmen

Die Bestätigung über die Teilnahme und deren Ergebnis ist dem Arbeitgeber vorzulegen. Arbeitstage im Sinne dieser Befreiungsvorschriften sind alle Kalendertage mit Ausnahme der Samstage, -Sonntage und gesetzliche Feiertage. Soweit landesrechtliche Regelungen zum Bildungsurlaub vorhanden sind, finden diese ausschließlich Anwendung.

 

bis zu 3 Arbeitstage pro Kalenderjahr

(2) Mitglieder der Tarifkommission sind für eine Sitzung zur Vorbereitung von Tarifverhandlungen sowie für Tarifverhandlungen mit ärztlichen Arbeitgebern unter Fortzahlung der Bezüge von der Arbeit freizustellen. Gleiches gilt für Mitglieder von Berufsbildungsausschüssen bei den Ärztekammern

 

§ 17 Kündigung 

(1) Das Arbeitsverhältnis einer Arzthelferin kann mit einer Frist von 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

(2) Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis

1. 2 Jahre bestanden hat, 1 Monat zum Ende eines Kalendermonats

2. 5 Jahre bestanden hat, 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats

3. 8 Jahre bestanden hat, 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats

4. 10 Jahre bestanden hat, 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats

5. 12 Jahre bestanden hat, 5 Monate zum Ende eines Kalendermonats

6. 15 Jahre bestanden hat, 6 Monate zum Ende eines Kalendermonats

7. 20 Jahre bestanden hat, 7 Monate zum Ende eines Kalendermonats. 

Bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer werden Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahres der Arzthelferin. liegen, nicht berücksichtigt.

(3) Während einer vereinbarte n Probezeit, längstens für die Dauer von 6 Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 2 Wochen gekündigt werden.

(4) Die außerordentliche Kündigung richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften (§ 626 BGB).

(5) Die Kündigung bedarf der Schriftform. 

 

§ 18 Zeugnis 

(1) Die Arzthelferin hat nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf umgehende Aushändigung eines Zeugnisses.

(2) Die Arzthelferin ist berechtigt, während des Arbeitsverhältnisses ein Zwischenzeugnis zu verlangen.

(3) Das Zeugnis muß Auskunft geben über Art und Dauer der Tätigkeit. Es ist auf Wunsch der Arzthelferin auf Leistung und Führung im Dienst zu erstrecken.

 

§ 19 Sterbegeld 

Stirbt eine Arzthelferin, so wird das Gehalt für den Sterbemonat und einen weiteren Monat an:

a) den überlebenden Ehegatten oder Lebensgefährten,

b) die unterhaltsberechtigten Kinder oder

c) ihre Eltern oder einen Elternteil, wenn die Verstorbene überwiegend zum Unterhalt beigetragen hat,

als Sterbegeld gezahlt.

 

§ 20 Ausschlußfristen 

Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis sind innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach ihrem Entstehen schriftlich geltend zu machen.

 

§ 21 Wahrung des Besitzstandes 

Waren für die Arzthelferin vor Inkrafttreten dieses Tarifvertrages günstigere Arbeits- und Gehaltsbedingungen vereinbart, so werden diese durch diesen Vertrag nicht berührt.

 

§ 22 Inkrafttreten und Laufzeit 

(1)Dieser Manteltarifvertrag tritt am 1. November 1997 in Kraft.

(2) Dieser Tarifvertrag kann. mit einer Frist von 3 Monaten zum Schluß eines Kalendervierteljahres gekündigt werden, frühestens zum 31. Dezember 2001.

 

Protokollnotizen 

 

zu § I Geltungsbereich 

Angestellte ohne Lehrabschlußprüfung in der Tätigkeit von Arzthelferinnen, die am 1. April 1969 das 21. Lebensjahr vollendet hatten und die an diesem Stichtage mindestens fünf Jahre als Arzthelferin tätig waren, werden den Arzthelferinnen gleichgestellt. Die ersten zwei Jahre der Berufstätigkeit sind bei der Ermittlung der Berufsjahre nicht anzurechnen. 

 

zu § 11 Gehalt 

Die Berufsjahrberechnung gemäß § 11 (2) Satz 3 gilt für alle Arbeitsverträge, die ab dem 01.11.1997 abgeschlossen werden. Für Arbeitsverhältnisse, die vor dem 01.11.1997 bestanden haben, gelten die Regelungen des § 10 (2) Satz 3 des Manteltarifvertrages vom 16.09.1992. Abweichend von § 22 (1) tritt § 11 (3) mit Wirkung zum 01.01.1998 in Kraft.

 

zu § 13 Teilzeitarbeit 

In den neuen Bundesländern führt die Arbeitszeitverkürzung für Teilzeitkräfte bei vertraglich vereinbartem Arbeitszeitvolumen zu einer anteiligen Erhöhung der Vergütung.Sieht der Arbeitsvertrag hinsichtlich der vereinbarten Arbeitszeit einen Bruchteil der regelmäßigen Arbeitszeit vor, so kann die Arzthelferin die Beibehaltung des bisherigen Arbeitszeitvolumens verlangen, sofern sich durch eine anteilige Reduzierung der Arbeitszeit eine Veränderung des sozialversicherungsrechtlichen Status ergeben würde.

 

Frankfurt am Main, den 12. September 1997

*§ 12 und 12a geändert ab 01.01.2002
Berlin, den 23.01.2002

 



 


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