Presseinformation der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK)

 

Coburg, 16. Oktober 2005

 

Influenza und Masern

 

Der 60. Bayerische Ärztetag forderte vor dem Hintergrund einer drohenden Influenza-Pandemie oder bioterroristischen Bedrohungen, die Sparmaßnahmen bei den bayerischen Gesundheitsämtern zu stoppen. Durch Kürzungen und Stellenstreichungen werde gerade in Krisensituationen die Professionalität des Öffentlichen Gesundheitsdienstes bedroht.

Ferner forderten die Ärztinnen und Ärzte höhere Durchimpfungsraten bei Kindern, um bestehende Impflücken und damit lokale Ausbrüche von verschiedenen Infektionskrankheiten, z. B. Masern zu verhindern. Dies sei jedoch nur durch gesetzliche Vorgaben zu erreichen. Denkbar sei etwa, die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Voraussetzung für die Aufnahme von Kindern in öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen zu machen.

Die Vollversammlung sprach sich für den Erhalt der beiden Münchner Universitäts-Klinika aus – dies sowohl für die Patientenversorgung als auch für den Forschungsstandort. Man sei dagegen „den Wettbewerb auszuhebeln und ein Riesenkartell zu schaffen“.

Das „Ärzteparlament“ diskutierte kurz und engagiert über die Pläne der Bayerischen Staatsregierung, Bachelor- und Masterstudiengänge auch in der Medizin einzuführen. Der 60. Bayerische Ärztetag forderte den Bayerischen Landtag einstimmig auf, gegen die Pläne zur Einführung der Bachelor-Masterstruktur parallel zum Medizinstudium an bayerischen medizinischen Fakultäten zu stimmen. Ebenso wie die Spitzenverbände der Hochschulmedizin, die wissenschaftlichen Fachgesellschaften und die Bundesärztekammer lehnten die Delegierten die Einführung dieser Bachelor- und Masterstudiengänge für die Medizin als Parallelstudiengang kategorisch ab. Der Staat regle aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung den Zugang zum ärztlichen Beruf und stehe in der Verantwortung, dieses Schutzniveau nicht durch minder qualifizierte Ausbildungsgänge zu untergraben. Für die Schaffung von „Barfußärzten“ dürfe auch der schon bestehende, strukturelle Ärztemangel nicht zum Vorwand genommen werden, hieß es in dem gefassten Beschluss.

Das Plenum befasste sich in einer angeregten Debatte ausführlich mit den Managementgesellschaften. Hier wandten sich die Delegierten dagegen, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zu Subunternehmern von gewinnorientierten Managementgesellschaften zu machen. Der Ärztetag forderte dagegen direkte Verträge zwischen Ärzten und Kostenträgern.

 

Der 60. Bayerische Ärztetag, der vom 14. bis 16. Oktober 2005 in Coburg zusammenkommt, ist die Vollversammlung der 65 000 Ärztinnen und Ärzte in Bayern.

 

Pressestelle