04.02.2004

Geflügelpest: Influenza-Impfempfehlung für Asienreisende / Verdachtsfall in Hamburg beruhte auf humanem Influenzavirus

Gegenwärtig ist es durch die in Südostasien vorkommende Vogelgrippe (Influenza-Virustyp H5N1) dort auch zum Auftreten von einzelnen Erkrankungen und Todesfällen bei Menschen gekommen. Eine gleichzeitige Infektion mit den aktuell zirkulierenden humanen Influenzaviren und dem Vogelgrippe- bzw. Hühnerpestvirus birgt das Risiko eines Neukombination (Reassortment) beider Viren und damit die Gefahr eines pandemischen Virus. Um ein derartiges Risiko zu mindern, empfiehlt das Robert Koch-Institut, unterstützt durch ein Votum der Ständigen Impfkommission, Personen, die sich in der betroffenen Region aufhalten, die Influenza-Schutzimpfung mit dem für diese Saison zugelassenen Impfstoff. Ein Impfschutz gegen aviäre Influenza-Viren wird hierdurch nicht aufgebaut.

"Das Risiko, sich in Asien mit dem Vogelgrippe- bzw. Geflügelpestvirus durch erkranktes Geflügel zu infizieren, ist für Menschen sehr gering", betont Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts. Dennoch sollte jede Möglichkeit genutzt werden, um das Risiko für die Entstehung eines pandemischen Virus zu verringern. "Außerdem wird damit die Verwechslung einer auftretenden Influenza-Erkrankung mit einem Geflügelpestverdacht bei Rückreisenden vermieden", unterstreicht Reinhard Kurth.

Die Untersuchungen im Nationalen Referenzzentrum für Influenza im Robert Koch-Institut und im Landesgesundheitsamt Niedersachsen haben gezeigt, dass der Hamburger Verdachtsfall nicht auf dem Geflügelpestvirus H5N1, sondern auf einer Infektion mit dem menschlichen H3N2-Virus beruht. In Asien ist derzeit Influenza-"Nebensaison" mit geringer Viruszirkulation. In Deutschland befindet sich die Influenza-Aktivität (H3N2 und H1N1) derzeit nach wie vor bundesweit auf niedrigem Niveau. Das Nationale Referenzzentrum untersucht begründete Verdachtsfälle, in Absprache mit den örtlichen und Landesbehörden.

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