Weiterbildungsordnung

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Inkraftgetreten am 01.01.2010 • Veröffentlicht in Bayerisches Ärzteblatt 12/2009, Seite 633 f. • Dokument als PDF herunterladen…

Der 57. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 24. April 2004 in München die Neufas­sung der „Wei­ter­bil­dungs­ord­nung für die Ärzte Bayerns“ vom 18. Okto­ber 1992 (Baye­ri­sches Ärzte­blatt 9/1993, Seite 283 und nach Seite 336), zuletzt geän­dert am 13. Okto­ber 2002 (Baye­ri­sches Ärzte­blatt 11/2002, Seite 614 f.) beschlos­sen.
Diese Weiter­bil­dungs­ord­nung tritt am 1. August 2004 in Kraft. Gleich­zei­tig tritt die Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Ärzte Bayerns vom 18. Okto­ber 1992, zuletzt geän­dert am 13. Okto­ber 2002, außer Kraft.
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 5. Mai 2004, Nr.: 321/8507–21/100/04, die Neufas­sung geneh­migt.
Die ab 1. August 2004 gültige Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Ärzte Bayerns ist im gesam­ten Wort­laut im Baye­ri­schen Ärzte­blatt (SPEZIAL 1/2004) veröf­fent­licht.

Änderungen durch Beschlüsse des 59. Bayerischen Ärztetages am 23. April 2005

Der 59. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 23. April 2005 die Ergän­zung der Über­schrift des Abschnitt B um das Wort „Über­sicht“ sowie unter „Abschnitt B – Gebiete, Fach­arzt- und Schwer­punkt­kom­pe­ten­zen“ in der Über­schrift der Spalte 2 den Ersatz des Wortes „– Bezeich­nun­gen –“ durch die Worte „– Bezeich­nun­gen, Kurz­be­zeich­nun­gen“ beschlos­sen.
Der 59. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 23. April 2005 eine Ergän­zung des Abschnitt B Nummer 10.1 (Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin) um Führ­bar­keits­re­ge­lun­gen der Fach­arzt­be­zeich­nung „Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin“ beschlos­sen.
Der 59. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 23. April 2005 in Abschnitt B Nummer 10 (Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin) die Neufas­sung der Über­gangs­be­stim­mun­gen beschlos­sen.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung treten mit Wirkung vom 1. August 2004 in Kraft.
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 25. April 2005, Nr.: 321/8502–2/101/04, die Ände­run­gen geneh­migt.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung sind im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 5/2005, Seite 378 f. veröf­fent­licht.

Änderungen durch Beschlüsse des 59. Bayerischen Ärztetages am 23. April 2005

Der 59. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 23. April 2005 folgende Ände­run­gen beschlos­sen:
− Ände­rung des § 5 Abs. 6 Satz 1 und des § 20 Abs. 2 in Abschnitt A.
− Ergän­zung der Defi­ni­tio­nen der Gebiete Nr. 5 „Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe“ und Nr. 29 „Uro­lo­gie“ in Abschnitt B.
− Einfüh­rung der Zusatz-Weiter­bil­dun­gen „Ärzt­li­ches Quali­täts­ma­na­ge­ment“ und „Sucht­me­di­zi­ni­sche Grund­ver­sor­gung“ in Abschnitt C.
− Ergän­zung der Voraus­set­zun­gen zum Erwerb der Bezeich­nung der Zusatz-Weiter­bil­dung „Flug­me­di­zin“ in Abschnitt C.
− Ände­rung der Bestim­mun­gen zur Weiter­bil­dungs­zeit und Ergän­zung der Über­gangs­be­stim­mun­gen der Zusatz-Weiter­bil­dung „Not­fall­me­di­zin“ in Abschnitt C.
− Ergän­zung der Voraus­set­zun­gen zum Erwerb der Bezeich­nung und zur Weiter­bil­dungs­zeit der Zusatz-Weiter­bil­dung „Prok­to­lo­gie“ in Abschnitt C.
− Neufas­sung der Bestim­mun­gen zur Führ­bar­keit der Zusatz-Weiter­bil­dung „Infek­tio­lo­gie“ in Abschnitt D II.
− Ergän­zung der Bestim­mun­gen zur Führ­bar­keit der Zusatz-Weiter­bil­dun­gen „Phle­bo­lo­gie“, „Prok­to­lo­gie“, „Psy­cho­the­ra­pie“ und „Sport­me­di­zin“ in Abschnitt D II.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung treten am 1. Juli 2005 in Kraft.
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 2. Mai 2005, Nr.: 321/8502–2/101/04, die Ände­run­gen geneh­migt.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung sind im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 6/2005, Seite 465 f. veröf­fent­licht.

Änderungen durch Beschlüsse des 60. Bayerischen Ärztetages am 16. Oktober 2005

Der 60. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 16. Okto­ber 2005 das Erfor­der­nis eines Weiter­bil­dungs­ab­schnit­tes in Voll­zeit im Weiter­bil­dungs­gang zum „Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin“ in Abschnitt A § 4 Abs. 6 und in Abschnitt B Nr. 10.1 gestri­chen.
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 11. Januar 2006, Nr.: 321/8502–2/101/04, diese Ände­rung geneh­migt, die am 1. April 2006 in Kraft getre­ten und im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 3/2006, Seite 120 veröf­fent­licht ist.

Änderungen durch Beschlüsse des 61. Bayerischen Ärztetages am 6. Mai 2006

Der 61. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 6. Mai 2006 folgende Ände­run­gen beschlos­sen:
− Ergän­zung des § 4 Abs. 3 in Abschnitt A.
− Einfü­gung des „§ 19 a Spezi­fi­sche Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin – prak­ti­sche Ärzte“ in Abschnitt A.
− Einfüh­rung der Zusatz-Weiter­bil­dung „Betriebs­me­di­zin“ in Abschnitt C.
− Ände­rung der Bestim­mun­gen zum Weiter­bil­dungs­in­halt der Zusatz-Weiter­bil­dung „Flug­me­di­zin“ in Abschnitt C.
− Ergän­zung der Über­gangs­be­stim­mun­gen der Zusatz-Weiter­bil­dun­gen „Psy­cho­ana­lyse“ und „Psy­cho­the­ra­pie“ in Abschnitt C.
− Ergän­zung der Bestim­mun­gen zur Führ­bar­keit der Zusatz-Weiter­bil­dung „Sucht­me­di­zi­ni­sche Grund­ver­sor­gung“ in Abschnitt D II.
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 22. Mai 2006, Nr.: 321-G8502.2–2006/4–2, diese Ände­run­gen geneh­migt, die am 1. August 2006 in Kraft getre­ten und im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 7–8/2006, Seite 380 ff. veröf­fent­licht sind.

Änderung durch Beschluss des 62. Bayerischen Ärztetages am 14. Oktober 2006

Der 62. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 14. Okto­ber 2006 eine Ergän­zung der Rege­lun­gen zur Führ­bar­keit der Zusatz-Weiter­bil­dung „Rönt­gen­dia­gno­s­tik“ in Abschnitt C Nr. 34 beschlos­sen.
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 30. Okto­ber 2006, Nr.: 321-G8502–2–2006/6–2, die Ände­rung geneh­migt.
Diese Ände­rung der Weiter­bil­dungs­ord­nung ist im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 12/2006, Seite 636 veröf­fent­licht und tritt am 1. Januar 2007 in Kraft.

Änderung durch Beschlüsse des 63. Bayerischen Ärztetages am 28. April 2007

Der 63. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 28. April 2007 folgende Ände­run­gen beschlos­sen:
− Einfü­gung eines Abs. 7 in § 5 (Befug­nis)
− Ände­rung des § 20 Abs. 2
− Ergän­zung der im Weiter­bil­dungs­gang zum „Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin“ (Abschnitt B Nr. 10.1) für den Abschnitt der 36 Monate Weiter­bil­dung in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung anre­chen­ba­ren Gebiete um das Gebiet „Uro­lo­gie“
− Ergän­zung der „Voraus­set­zung für den Erwerb der Bezeich­nung“ der Zusatz-Weiter­bil­dung „Ger­ia­trie“ (Abschnitt C Nr. 8) um die Aner­ken­nung als „Fach­arzt für Physi­ka­li­sche und Reha­bi­li­ta­tive Medi­zin“
− Neufas­sung der Über­gangs­be­stim­mun­gen der Zusatz-Weiter­bil­dung „Ger­ia­trie“ (Abschnitt C Nr. 8)
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 14. Mai 2007, 321-G8502.2–2007/3–2 die Ände­run­gen geneh­migt.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung sind im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 7–8/2007, Seite 422 ff. veröf­fent­licht und treten am 1. August 2007 in Kraft.

Änderung durch Beschlüsse des 64. Bayerischen Ärztetages am 14. Oktober 2007

Der 64. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 14. Okto­ber 2007 folgende
Ände­run­gen beschlos­sen:
− Ergän­zung des § 1 Abs. 2 Buch­stabe a) durch medi­zi­ni­sche Versor­gungs­zen­tren als Einrich­tun­gen des „ambu­lan­ten Berei­ches“
− Ergän­zung in § 5 (Befug­nis) Abs. 3, § 7 (Wider­ruf der Befug­nis und der Zulas­sung als Weiter­bil­dungs­stätte) Abs. 1 und § 20 (Über­gangs­be­stim­mun­gen) Abs. 2
− Einfüh­rung des Weiter­bil­dungs­gan­ges „10.2 Fach­arzt für Innere Medi­zin“ im Gebiet „Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin“ (Abschnitt B Nr. 10) sowie Folge­än­de­run­gen in den Abschnit­ten C und D einschließ­lich des Inhalts­ver­zeich­nis­ses und der Über­sicht in Abschnitt B
− Ände­rung des Weiter­bil­dungs­in­hal­tes im Weiter­bil­dungs­gang zum „Fach­arzt für Kinder- und Jugend­psych­ia­trie und -psycho­the­ra­pie (Abschnitt B Nr. 12) und zum „Fach­arzt für Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie“ (Abschnitt B Nr. 23), jeweils im „Spe­zi­el­len Psycho­the­ra­pie-Teil“ und der „Selbs­t­er­fah­rung“
− Ände­rung des Weiter­bil­dungs­in­hal­tes der Zusatz-Weiter­bil­dung „32. Psycho­the­ra­pie“ (Abschnitt C Nr. 32)
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 24. Okto­ber 2007, 321-G8502.2–2007/3–10 die Ände­run­gen geneh­migt.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung sind im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 12/2007, Seite 727 ff. veröf­fent­licht und treten am 1. Januar 2008 in Kraft.

Änderung durch Beschlüsse des 64. Bayerischen Ärztetages am 14. Oktober 2007

Der 64. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 14. Okto­ber 2007 folgende Ände­run­gen beschlos­sen:
− Neufas­sung des § 18 (Weiter­bil­dung außer­halb der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land in Mitglied­staa­ten der Euro­päi­schen Union, in ande­ren Vertrags­staa­ten des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und in Vertrags­staa­ten, denen Deutsch­land und die Euro­päi­sche Gemein­schaft oder Deutsch­land und die Euro­päi­sche Union vertrag­lich einen entspre­chen­den Rechts­an­spruch einge­räumt haben)
− Neufas­sung des § 19 (Weiter­bil­dung außer­halb der Mitglied­staa­ten der Euro­päi­schen Union, außer­halb der ande­ren Vertrags­staa­ten des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und außer­halb der Vertrags­staa­ten, denen Deutsch­land und die Euro­päi­sche Gemein­schaft oder Deutsch­land und die Euro­päi­sche Union vertrag­lich einen entspre­chen­den Rechts­an­spruch einge­räumt haben)
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 27. Mai 2008, 32g-G8502.2–2007/3–16 die Ände­run­gen geneh­migt.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung sind im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 7–8/2008, Seite 468 f. veröf­fent­licht und treten am 1. August 2008 in Kraft.

Änderung durch Beschlüsse des 66. Bayerischen Ärztetages am 12. Oktober 2008

Der 66. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 12. Okto­ber 2008 folgende Ände­run­gen beschlos­sen:
− Ergän­zung in Abschnitt A § 2 Abs. 3 betref­fend Weiter­bil­dungs­zeit in Schwer­punk­ten
− Ergän­zung in Abschnitt A § 5 (Befug­nis) betref­fend Teil­nahme des Befug­ten an Maßnah­men der Kammer zur Quali­täts­si­che­rung der Weiter­bil­dung
− Ergän­zung in Abschnitt A § 15 Abs. 4 betref­fend Rechts­be­helf
− Ergän­zung in Abschnitt C Nr. 3 (Aller­go­lo­gie) im Kapi­tel „Voraus­set­zun­gen zum Erwerb der Bezeich­nung“ betref­fend „Fach­arzt für Arbeits­me­di­zin“
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz hat mit Bescheid vom 22. Okto­ber 2008, 32a-G8502.2–2008/4–3, die Ände­run­gen geneh­migt.
Diese Ände­run­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung sind im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 12/2008, Seite 789 veröf­fent­licht und treten am 1. Januar 2009 in Kraft.

Änderung durch Beschlüsse des 67. Bayerischen Ärztetages am 11. Oktober 2009

Der 67. Baye­ri­sche Ärzte­tag hat am 11. Okto­ber 2009 eine Ergän­zung der Rege­lun­gen zur Führ­bar­keit der Zusatz-Weiter­bil­dung „Magne­tre­so­nanz­to­mo­gra­phie“ in Abschnitt C Nr. 19 beschlos­sen.
Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt und Gesund­heit hat mit Bescheid vom 29. Okto­ber 2009, 32a-G8502.2–2009/7–2, die Ände­rung geneh­migt.
Diese Ände­rung der Weiter­bil­dungs­ord­nung ist im Baye­ri­schen Ärzte­blatt 12/2009, Seite 633 f. veröf­fent­licht und tritt am 1. Januar 2010 in Kraft.

Abschnitt A
Allgemeine Bestimmungen

§ 1
Ziel und Zweck, Begriffsbestimmungen

(1)
Ärzt­li­che Weiter­bil­dung bezweckt im Inter­esse der best­mög­li­chen medi­zi­ni­schen Versor­gung der Pati­en­ten und der Siche­rung der Quali­tät ärzt­li­cher Berufs­aus­übung das Erler­nen beson­de­rer ärzt­li­cher Fähig­kei­ten und Fertig­kei­ten nach Ertei­lung der Berech­ti­gung zur Ausübung des ärzt­li­chen Beru­fes. Kenn­zeich­nend für die Weiter­bil­dung ist die prak­ti­sche Anwen­dung ärzt­li­cher Kennt­nisse in der ambu­lan­ten, statio­nären und reha­bi­li­ta­ti­ven Versor­gung der Pati­en­ten. Die Weiter­bil­dung erfolgt in struk­tu­rier­ter Form, um in Gebie­ten die Quali­fi­ka­tion als Fach­arzt, darauf aufbau­end eine Spezia­li­sie­rung in Schwer­punk­ten oder in einer Zusatz-Weiter­bil­dung zu erhal­ten. Die vorge­schrie­be­nen Weiter­bil­dungs­in­halte und Weiter­bil­dungs­zei­ten sind Mindest­an­for­de­run­gen. Die Weiter­bil­dung wird in der Regel im Rahmen eines Arbeits­ver­hält­nis­ses an zuge­las­se­nen Weiter­bil­dungs­stät­ten durch­ge­führt. Sie erfolgt unter verant­wort­li­cher Leitung befug­ter Ärzte (Weiter­bil­der) in prak­ti­scher Tätig­keit und theo­re­ti­scher Unter­wei­sung sowie teil­weise durch die erfolg­rei­che Teil­nahme an aner­kann­ten Kursen. Der Erfolg der Weiter­bil­dung wird auf Grund der von den Weiter­bil­dern erstell­ten Zeug­nisse und einer Prüfung beur­teilt. Der erfolg­rei­che Abschluss der Weiter­bil­dung wird durch eine Urkunde bestä­tigt und ist der Nach­weis für erwor­bene Kompe­tenz im Sinn einer beson­de­ren ärzt­li­chen Befä­hi­gung.
(2)
Die in dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung verwen­de­ten Begriffe sind wie folgt bestimmt:
a)
Ambulanter Bereich: ärztliche Praxen, Institutsambulanzen, Tageskliniken, poliklinische Ambulanzen, medizinische Versorgungszentren
b)
Stationärer Bereich: Krankenhausabteilungen, Rehabilitationskliniken, Belegabteilungen und Einrichtungen, in denen Patienten über Nacht ärztlich betreut werden; medizinische Abteilungen, die einer Klinik angeschlossen sind
c)
Notfallaufnahme: Funktionseinheit eines Akutkrankenhauses, in welcher Patienten zur Erkennung bedrohlicher Krankheitszustände einer Erstuntersuchung bzw. Erstbehandlung unterzogen werden, um Notwendigkeit und Art der weiteren medizinischen Versorgung festzustellen
d)
Basisweiterbildung: definierte gemeinsame Inhalte von verschiedenen Facharztweiterbildungen innerhalb eines Gebietes
e)
Kompetenz: besondere ärztliche Befähigung in den vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalten
f)
Gebiete der unmittelbaren Patientenversorgung: Anästhesiologie, Augenheilkunde, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Humangenetik, Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Strahlentherapie und Urologie
g)
Fallseminar: Weiterbildungsmaßnahme mit konzeptionell vorgesehener Beteiligung jedes einzelnen Teilnehmers, wobei unter Anleitung eines Weiterbilders anhand von vorgestellten Fallbeispielen und deren Erörterung Kenntnisse und Fähigkeiten sowie das dazugehörige Grundlagenwissen erweitert und gefestigt werden.
(3)
In dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung wird die Berufs­be­zeich­nung „Arzt“ („Ärzte“) einheit­lich und neutral für Ärztin­nen und Ärzte verwen­det.

§ 2
Struktur

(1)
Der erfolg­rei­che Abschluss der Weiter­bil­dung führt zu
einer Facharztbezeichnung in einem Gebiet,
einer Schwerpunktbezeichnung im Schwerpunkt eines Gebietes oder
einer Zusatzbezeichnung (Anerkennung).
Die Aner­ken­nung wird durch eine Urkunde beschei­nigt. Die Aner­ken­nung setzt voraus, dass die vorge­schrie­be­nen Weiter­bil­dungs­in­halte und Weiter­bil­dungs­zei­ten abge­leis­tet und die erfor­der­li­che Kompe­tenz in einer Prüfung nach­ge­wie­sen sind. Die Gebiete sowie die erwerb­ba­ren Fach­arzt- und Schwer­punkt­be­zeich­nun­gen sind in Abschnitt B, die erwerb­ba­ren Zusatz­be­zeich­nun­gen als Bezeich­nun­gen der Zusatz-Weiter­bil­dun­gen in Abschnitt C und die gemein­sam führ­ba­ren Fach­arzt- und Zusatz­be­zeich­nun­gen in Abschnitt D fest­ge­legt.
(2)
Gebiet ist ein defi­nier­ter Teil in einer Fach­rich­tung der Medi­zin. Die Gebiets­de­fi­ni­tion bestimmt die Gren­zen für die Ausübung der fach­ärzt­li­chen Tätig­keit. Die in der Fach­arzt­kom­pe­tenz vorge­schrie­be­nen Weiter­bil­dungs­in­halte beschrän­ken nicht die Ausübung der fach­ärzt­li­chen Tätig­keit im Gebiet.
(3)
Schwer­punkt im Sinn dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung ist ein Teil­ge­biet im Sinn des Abschnit­tes IV des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes und eine auf der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung aufbau­ende oder der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung zuge­hö­rige Spezia­li­sie­rung im Gebiet. Weiter­bil­dungs­zei­ten in einem Schwer­punkt dürfen nicht gleich­zei­tig mit der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden, sofern in Abschnitt B nichts ande­res fest­ge­legt ist. Die vorge­schrie­bene Gesamt­wei­ter­bil­dungs­zeit für den Erwerb der Fach­arzt- und Schwer­punkt­be­zeich­nung verrin­gert sich in diesen Fällen höchs­tens um den Zeit­ab­schnitt, der im Schwer­punkt unter der Über­schrift ‚Wei­ter­bil­dungs­zeit’ als während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung ableist­bar aufge­führt ist.
(4)
Zusatz-Weiter­bil­dung im Sinn dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung ist insbe­son­dere ein Bereich im Sinn des Abschnit­tes IV des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes und Spezia­li­sie­rung in Weiter­bil­dungs­in­hal­ten (zusätz­li­che Kennt­nisse und Fähig­kei­ten), die nach Maßgabe des Abschnit­tes C zusätz­lich zu einer oder ohne eine Fach­arzt- und Schwer­punkt­wei­ter­bil­dung erwor­ben werden kann. Sind in Abschnitt C Weiter­bil­dungs­zei­ten verlangt, dürfen diese nicht gleich­zei­tig mit der Fach­arzt- oder Schwer­punkt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden, sofern in Abschnitt C nichts ande­res fest­ge­legt ist. Die Gebiets­gren­zen werden durch eine Zusatz-Weiter­bil­dung nicht erwei­tert.

§ 3
Führen von Bezeichnungen

(1)
Fach­arzt-, Schwer­punkt- und Zusatz­be­zeich­nun­gen sind nach Maßgabe der Abschnitte B und C zu führen. Schwer­punkt­be­zeich­nun­gen dürfen nur zusam­men mit der zuge­hö­ri­gen Fach­arzt­be­zeich­nung geführt werden. Zusatz­be­zeich­nun­gen dürfen nur zusam­men mit der Bezeich­nung „Arzt“, „prak­ti­scher Arzt“ oder neben einer Fach­arzt­be­zeich­nung nach Maßgabe des Abschnit­tes D geführt werden.
(2)
Hat der Arzt die Aner­ken­nung für mehrere Fach­arzt­be­zeich­nun­gen erhal­ten, darf er diese nach Maßgabe des Abschnit­tes D neben­ein­an­der führen. Sofern in Abschnitt C Zusatz­be­zeich­nun­gen fest­ge­legt sind, deren Weiter­bil­dungs­in­halte umfas­send Gegen­stand einer fach­ärzt­li­chen Weiter­bil­dung sind, dürfen diese Fachärzte diese Zusatz­be­zeich­nung führen, ohne dass hier­für eine Urkunde ausge­stellt wird.
(3)
Die im übri­gen Geltungs­be­reich der Bunde­särz­te­ord­nung erwor­bene Aner­ken­nung gilt auch im Geltungs­be­reich dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung.
(4)
Im Übri­gen rich­tet sich die Führ­bar­keit von Weiter­bil­dungs­be­zeich­nun­gen nach der Berufs­ord­nung für die Ärzte Bayerns in der jeweils gelten­den Fassung.

§ 4
Art, Inhalt und Dauer

(1)
Mit der Weiter­bil­dung kann erst nach Ertei­lung der Berech­ti­gung zur Ausübung des ärzt­li­chen Beru­fes gemäß Bunde­särz­te­ord­nung begon­nen werden. Der Beginn der Weiter­bil­dung im Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­gie setzt auch die Ertei­lung der Berech­ti­gung zur Ausübung des zahn­ärzt­li­chen Beru­fes voraus.
(2)
Zeiten, die als Arzt im Prak­ti­kum abge­leis­tet werden und den Anfor­de­run­gen dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung gleich­wer­tig sind, werden auf die Weiter­bil­dung ange­rech­net.
(3)
Die Weiter­bil­dung muss gründ­lich und umfas­send sein. Sie bein­hal­tet insbe­son­dere die Vertie­fung der Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten in der Verhü­tung, Erken­nung, Behand­lung, Reha­bi­li­ta­tion und Begut­ach­tung von Krank­hei­ten, Körper­schä­den und Leiden einschließ­lich der Wech­sel­be­zie­hun­gen zwischen Mensch und Umwelt. Die Weiter­bil­dung bein­hal­tet unter Berück­sich­ti­gung gebietss­pe­zi­fi­scher Ausprä­gun­gen stets den Erwerb von Kennt­nis­sen, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten in
ethischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns
der ärztlichen Begutachtung
den Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements
der ärztlichen Gesprächsführung einschließlich der Beratung von Angehörigen
psychosomatischen Grundlagen
der interdisziplinären Zusammenarbeit
der Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese von Krankheiten
der Aufklärung und der Befunddokumentation
labortechnisch gestützten Nachweisverfahren mit visueller oder apparativer Auswertung (Basislabor)
medizinischen Notfallsituationen
den Grundlagen der Pharmakotherapie einschließlich der Wechselwirkungen der Arzneimittel und des Arzneimittelmissbrauchs
der Durchführung von Impfungen
der allgemeinen Schmerztherapie
der interdisziplinären Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik einschließlich der Differenzialindikation und Interpretation radiologischer Befunde im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen
der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden
den psychosozialen, umweltbedingten und interkulturellen Einflüssen auf die Gesundheit
gesundheitsökonomischen Auswirkungen ärztlichen Handelns
den Strukturen des Gesundheitswesens.
(4)
Dauer und Inhalt der Weiter­bil­dung rich­ten sich nach den Bestim­mun­gen dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung; in deren Rahmen kann der Vorstand Nähe­res in Richt­li­nien bestim­men. Zeiten unter sechs Mona­ten können nur dann als Weiter­bil­dungs­zeit ange­rech­net werden, wenn dies in Abschnitt B oder C vorge­se­hen ist. Eine Unter­bre­chung der Weiter­bil­dung, z.B. wegen Mutter­schutz, Eltern­zeit, Wehr- oder Ersatz­dienst, über­wie­gende wissen­schaft­li­che Tätig­keit oder Arbeits­un­fä­hig­keit, kann nicht auf die Weiter­bil­dungs­zeit ange­rech­net werden. Tarif­li­cher und gesetz­li­cher sowie sons­ti­ger arbeits­recht­li­cher Erho­lungs­ur­laub bis zu sechs Wochen im Kalen­der­jahr ist keine Unter­bre­chung.
(5)
Die Weiter­bil­dung zum Erwerb einer Fach­arzt- und/oder Schwer­punkt­be­zeich­nung ist in der Regel ganz­tä­gig und in haupt­be­ruf­li­cher Stel­lung durch­zu­füh­ren. Glei­ches gilt auch für den Erwerb einer Zusatz­be­zeich­nung, soweit in Abschnitt C nichts ande­res bestimmt ist.
(6)
Die Weiter­bil­dung kann mit vorhe­ri­ger Zustim­mung der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (Kammer) in einem Umfang von mindes­tens der Hälfte der übli­chen wöchent­li­chen Arbeits­zeit erfol­gen, wenn eine Weiter­bil­dung in Voll­zeit­tä­tig­keit aus stich­hal­ti­gem Grund nicht möglich oder nicht zumut­bar ist und wenn und soweit eine Teil­zeit­tä­tig­keit das Ziel der jewei­li­gen Weiter­bil­dung nicht beein­träch­tigt. Die Weiter­bil­dungs­zeit verlän­gert sich entspre­chend.
(7)
Die Weiter­bil­dung in einem Schwer­punkt erfolgt auf der Grund­lage der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung, sofern nichts ande­res in Abschnitt B gere­gelt ist. Die Zusatz-Weiter­bil­dung ist zeit­lich und inhalt­lich zusätz­lich zur Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abzu­leis­ten, sofern diese Weiter­bil­dungs­ord­nung nichts ande­res bestimmt. Tätig­kei­ten in eige­ner Praxis sind nicht anrech­nungs­fä­hig, sofern nichts ande­res in Abschnitt C gere­gelt ist.
(8)
Ist die Teil­nahme an Kursen vorge­schrie­ben, ist deren vorhe­rige Aner­ken­nung einschließ­lich des Leiters durch die für den Ort der Veran­stal­tung zustän­dige Ärzte­kam­mer erfor­der­lich. Die Kurse müssen den von der Kammer fest­ge­leg­ten Anfor­de­run­gen entspre­chen. Dabei sollen die Empfeh­lun­gen der Bunde­särz­te­kam­mer berück­sich­tigt werden.

§ 5
Befugnis

(1)
Befug­nis im Sinn dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung ist die Ermäch­ti­gung im Sinn des Abschnit­tes IV des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes. Die Weiter­bil­dung zum Erwerb einer Fach­arzt- und/oder Schwer­punkt­be­zeich­nung wird unter verant­wort­li­cher Leitung der vom Vorstand der Kammer befug­ten Ärzte in einer zuge­las­se­nen Weiter­bil­dungs­stätte durch­ge­führt. Glei­ches gilt nach Maßgabe des Abschnit­tes C auch für den Erwerb einer Zusatz­be­zeich­nung.
(2)
Die Befug­nis zur Weiter­bil­dung zum Erwerb einer Fach­arzt-, Schwer­punkt- und/oder Zusatz­be­zeich­nung darf nur dem Arzt erteilt werden, der
a)
diese Bezeichnung führt,
b)
fachlich und persönlich geeignet ist und
c)
nach Abschluss seiner Weiterbildung mindestens die der Befugnisdauer entsprechende Zeit, jedoch nicht weniger als zwei Jahre, in verantwortlicher Stellung einschlägig tätig war.
Der Weiter­bil­der muss die Weiter­bil­dung persön­lich leiten und sie zeit­lich und inhalt­lich entspre­chend dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung gestal­ten.
(3)
Die Befug­nis wird auf Antrag erteilt. Dem Antrag ist ein geglie­der­tes Programm für die Weiter­bil­dung zum Fach­arzt, die Schwer­punkt- oder die Zusatz-Weiter­bil­dung, für die die Befug­nis bean­tragt wird, beizu­fü­gen. Der Weiter­bil­der muss dieses geglie­derte Programm dem unter seiner Verant­wor­tung Weiter­zu­bil­den­den aushän­di­gen. Die Befug­nis kann unter Neben­be­stim­mun­gen erteilt werden. Die Befug­nis kann in der Regel nur für den Erwerb von einer Fach­arzt­be­zeich­nung und/oder einer zuge­hö­ri­gen Schwer­punkt­be­zeich­nung sowie einer Zusatz­be­zeich­nung erteilt werden. Die Befug­nis endet mit Außer­kraft­set­zung dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung. Die vor dem 1. August 2004 erteil­ten Befug­nisse gelten vorbe­halt­lich eines Wider­ru­fes nach § 7 für die in § 20 Abs. 2 fest­ge­leg­ten Zeiträume fort.
(4)
Für die Ertei­lung der Befug­nis sind unter Berück­sich­ti­gung der Anfor­de­run­gen an Inhalt, Ablauf und Ziel der Weiter­bil­dung folgende Krite­rien maßge­bend:
1.
Versorgungsauftrag (Anzahl sowie Erkrankungs- und Verletzungsarten der Patienten),
2.
Leistungsstatistik (Art und Anzahl der ärztlichen Leistungen) und
3.
personelle und materielle Ausstattung der Weiterbildungsstätte.
Hierzu kann der Vorstand Richt­li­nien erlas­sen. Auf Verlan­gen sind der Kammer Auskünfte zu ertei­len. Der Weiter­bil­der hat Verän­de­run­gen in Struk­tur und Größe der Weiter­bil­dungs­stätte sowie der Leis­tungs­sta­tis­tik unver­züg­lich der Kammer anzu­zei­gen. Der Umfang der Befug­nis ist an Verän­de­run­gen anzu­pas­sen.
(5)
Die Kammer führt ein Verzeich­nis der Weiter­bil­der mit Anga­ben über den Umfang der Befug­nis und macht dieses öffent­lich zugäng­lich.
(6)
Für die in Abschnitt B unter den Nummern 4.2, 4.5, 4.7, 4.8, 5.1, 5.2, 5.3, 10.1, 11.1, 11.2, 11.4, 11.5, 11.7 und 23.1 sowie in Abschnitt C unter den Nummern 1, 2, 4 bis 6, 8 bis 10, 13 bis 19, 21, 24 bis 26, 28, 30, 34, 35, 37, 39 und 41 neu einge­führ­ten Bezeich­nun­gen gilt Absatz 2 Buch­stabe a) für den Zeit­raum von 48 Mona­ten nach Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung nicht. In diesen Fällen ist Voraus­set­zung für die Ertei­lung der Befug­nis, dass die für die neue Bezeich­nung gefor­der­ten Weiter­bil­dungs­in­halte ganz oder teil­weise vermit­telt werden können.
(7)
Ärzte mit Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Chir­ur­gie“ in Verbin­dung mit der bishe­ri­gen Schwer­punkt­be­zeich­nung „Unfall­chir­ur­gie“ und Ärzte mit Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Ortho­pä­die“ können auf Antrag eine Befug­nis zur Weiter­bil­dung in der Kompe­tenz nach Abschnitt B Nummer 4.5 (Fach­arzt für Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie) erhal­ten. Ärzte mit Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Allge­mein­me­di­zin“ können auf Antrag eine Befug­nis zur Weiter­bil­dung in der ambu­lan­ten haus­ärzt­li­chen Versor­gung in der Kompe­tenz nach Abschnitt B Nummer 10.1 (Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin) erhal­ten. Ärzte mit Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Innere Medi­zin“, die gemäß § 73 Abs. 1a Nr. 3 Sozi­al­ge­setz­buch V an der haus­ärzt­li­chen Versor­gung teil­neh­men, können auf Antrag eine Befug­nis zur Weiter­bil­dung in der ambu­lan­ten haus­ärzt­li­chen Versor­gung in der Kompe­tenz nach Abschnitt B Nummer 10.1 (Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin) erhal­ten. Ärzte mit Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Innere Medi­zin“ können auf Antrag eine Befug­nis zur Weiter­bil­dung in der ambu­lan­ten fach­ärzt­lich inter­nis­ti­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung in der Kompe­tenz nach Abschnitt B Nummer 10.1 (Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin) oder in der statio­nären inter­nis­ti­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung in den Kompe­ten­zen nach Abschnitt B Nummer 10 (Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin) erhal­ten. Ärzte mit Aner­ken­nung zum Führen der Zusatz­be­zeich­nung „Bal­neo­lo­gie und Medi­zi­ni­sche Klima­to­lo­gie“ und Ärzte mit Aner­ken­nung zum Führen der Zusatz­be­zeich­nung „Phy­si­ka­li­sche Thera­pie“ können auf Antrag eine Befug­nis zur Weiter­bil­dung in der Kompe­tenz nach Abschnitt C Nummer 28 (Zusatz­wei­ter­bil­dung „Phy­si­ka­li­sche Thera­pie und Balneo­lo­gie“) erhal­ten. Voraus­set­zung für die Ertei­lung der Befug­nis in allen Fällen ist, dass die für die neue Bezeich­nung gefor­der­ten Weiter­bil­dungs­in­halte ganz oder teil­weise vermit­telt werden können.
(8)
Der Weiter­bil­der ist verpflich­tet, an den von der Kammer einge­führ­ten Maßnah­men zur Siche­rung der Quali­tät der Weiter­bil­dung teil­zu­neh­men.

§ 6
Zulassung als Weiterbildungsstätte

(1)
Zuge­las­sene Weiter­bil­dungs­stät­ten sind außer Univer­si­täts­zen­tren und -klini­ken gemäß Art. 32 Abs. 3 des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes von der zustän­di­gen Stelle zuge­las­sene Einrich­tun­gen der statio­nären und ambu­lan­ten ärzt­li­chen Versor­gung. Die Zulas­sung von Praxen nieder­ge­las­se­ner Ärzte als Weiter­bil­dungs­stätte setzt voraus, dass mindes­tens einer der dort täti­gen Ärzte zur Weiter­bil­dung nach § 5 befugt werden kann. Zulas­sung und Befug­nis werden gemein­sam erteilt.
(2)
Weiter­bil­dungs­stät­ten müssen insbe­son­dere folgende Voraus­set­zun­gen erfül­len:
1.
Die für die Weiterbildung typischen Krankheiten müssen nach Zahl und Art der Patienten regelmäßig und häufig genug vorkommen,
2.
Personal und Ausstattung der Einrichtung müssen den Erfordernissen der medizinischen Entwicklung Rechnung tragen,
3.
in Krankenhausabteilungen muss eine regelmäßige Konsiliartätigkeit erfolgen.

§ 7
Widerruf der Befugnis und der Zulassung als Weiterbildungsstätte

(1)
Die Befug­nis zur Weiter­bil­dung ist ganz oder teil­weise zu wider­ru­fen, wenn ihre Voraus­set­zun­gen nicht mehr gege­ben sind, insbe­son­dere wenn
ein Verhalten vorliegt, das die fachliche oder persönliche Eignung des Arztes als Weiterbilder ausschließt,
Tatsachen vorliegen, aus denen sich ergibt, dass die Anforderungen an die Weiterbildung nicht oder nicht mehr erfüllt werden können,
Veränderungen im Versorgungsauftrag (Anzahl sowie Erkrankungs- und Verletzungsarten der Patienten), der Leistungsstatistik (Art und Anzahl der ärztlichen Leistungen) und/oder der personellen und materiellen Ausstattung der Weiterbildungsstätte auftreten,
sich aus Änderungen der Weiterbildungsordnung oder der Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung nicht unerhebliche Veränderungen der Anforderungen an Inhalt, Ablauf und Ziel der Weiterbildung ergeben, die vom Weiterbilder nicht oder nicht mehr erfüllt werden oder
von den vom Vorstand beschlossenen Beurteilungskriterien in nicht unerheblichen Maße abgewichen wird.
(2)
Die Befug­nis erlischt mit Been­di­gung der Tätig­keit des Weiter­bil­ders an der Weiter­bil­dungs­stätte oder im Fall des Wider­rufs der Zulas­sung als Weiter­bil­dungs­stätte.
(3)
Die Kammer kann im Rahmen ihrer Zustän­dig­keit die Zulas­sung als Weiter­bil­dungs­stätte ganz oder teil­weise wider­ru­fen, wenn eine ordnungs­ge­mäße Weiter­bil­dung gemäß § 6 Abs. 2 nicht mehr gewähr­leis­tet ist.

§ 8
Dokumentation der Weiterbildung

(1)
Der in Weiter­bil­dung befind­li­che Arzt hat die von ihm abge­leis­te­ten Weiter­bil­dungs­in­halte fort­lau­fend anhand der in Abschnitt B und C jeweils vorge­schrie­be­nen Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten sowie der jeweils defi­nier­ten Unter­su­chungs- und Behand­lungs­ver­fah­ren zu doku­men­tie­ren.
(2)
Der Weiter­bil­der hat die Rich­tig­keit der Doku­men­ta­tion des in Weiter­bil­dung befind­li­chen Arztes für den unter seiner Leitung erfolg­ten Weiter­bil­dungs­ab­schnitt mindes­tens jähr­lich zu bestä­ti­gen.
(3)
Der Weiter­bil­der hat mit dem in Weiter­bil­dung befind­li­chen Arzt mindes­tens einmal jähr­lich ein kolle­gia­les Gespräch, aus welchem sich der Stand und die Fort­schritte der Weiter­bil­dung erge­ben, zu führen. Dabei sollen erfor­der­li­chen­falls vorhan­dene Lücken aufge­zeigt und Möglich­kei­ten zu deren Schlie­ßung erör­tert werden. Der Weiter­bil­der doku­men­tiert den wesent­li­chen Gesprächs­in­halt.

§ 9
Erteilung von Zeugnissen

(1)
Der Weiter­bil­der hat unbe­scha­det des Fort­be­ste­hens der Befug­nis dem in Weiter­bil­dung befind­li­chen Arzt über die unter seiner Verant­wor­tung abge­leis­tete Weiter­bil­dungs­zeit ein Zeug­nis auszu­stel­len, das im Einzel­nen die erwor­be­nen Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten darlegt und zur Frage der fach­li­chen Eignung ausführ­lich Stel­lung nimmt. Das Zeug­nis muss auch Anga­ben über den zeit­li­chen Umfang von Teil­zeit­be­schäf­ti­gun­gen und Unter­bre­chun­gen der Weiter­bil­dung enthal­ten.
(2)
Auf Antrag des in Weiter­bil­dung befind­li­chen Arztes oder auf Anfor­de­rung der Kammer soll inner­halb von drei Mona­ten und bei Been­di­gung des Weiter­bil­dungs­ver­hält­nis­ses unver­züg­lich ein Zeug­nis gemäß Absatz 1 ausge­stellt werden.

§ 10
Anrechnung gleichwertiger Weiterbildung

Eine von dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung abwei­chende Weiter­bil­dung oder ärzt­li­che Tätig­keit unter Anlei­tung kann ganz oder teil­weise ange­rech­net werden, wenn und soweit sie gleich­wer­tig ist. Die Gleich­wer­tig­keit ist gege­ben, wenn die inhalt­li­chen und zeit­li­chen Anfor­de­run­gen dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung an den Erwerb der vorge­schrie­be­nen ärzt­li­chen Kompe­tenz erfüllt sind.

§ 11
Anerkennungsverfahren

Die Aner­ken­nung zum Führen einer Bezeich­nung gemäß § 2 Abs. 1 wird auf Antrag bei Nach­weis der fach­li­chen Kompe­tenz nach Erfül­lung der in den Abschnit­ten B oder C sowie in den Richt­li­nien über den Inhalt der Weiter­bil­dung vorge­schrie­be­nen Mindest­an­for­de­run­gen und bestan­de­ner Prüfung von der Kammer erteilt.

§ 12
Zulassung zur Prüfung

(1)
Die Zulas­sung zur Prüfung wird erteilt, wenn die inhalt­li­chen und zeit­li­chen Anfor­de­run­gen dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung an den Erwerb der vorge­schrie­be­nen Kompe­tenz erfüllt und durch Zeug­nisse und Nach­weise einschließ­lich der Doku­men­ta­tio­nen nach § 8 Abs. 3 belegt sind.
(2)
Die Zulas­sung ist mit schrift­li­cher Begrün­dung abzu­leh­nen oder zurück­zu­neh­men, wenn die Voraus­set­zun­gen gemäß Absatz 1 nicht erfüllt oder zu Unrecht als gege­ben ange­nom­men worden sind.
(3)
Ist die Weiter­bil­dung im Schwer­punkt nicht Bestand­teil der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung, setzt die Zulas­sung zur Prüfung im Schwer­punkt das Beste­hen der einschlä­gi­gen Fach­arzt­prü­fung voraus.
(4)
Die Aner­ken­nung zum Führen einer Zusatz­be­zeich­nung kann erst nach Aner­ken­nung der Fach­arzt­be­zeich­nung erfol­gen, sofern dies in Abschnitt C vorge­schrie­ben ist.

§ 13
Prüfungsausschüsse und Widerspruchsausschüsse

(1)
Der Vorstand bildet für die Dauer der Wahl­pe­ri­ode zur Durch­füh­rung der Prüfun­gen Prüfungs­aus­schüsse und bestellt deren Mitglie­der und Vorsit­zende. Die Bestel­lung gilt bis zur Neube­stel­lung nach Ablauf der Wahl­pe­ri­ode fort.
(2)
Jedem Prüfungs­aus­schuss gehö­ren mindes­tens drei Ärzte an, von denen zwei über die Aner­ken­nung zum Führen der Fach­arzt-, Schwer­punkt- und/oder Zusatz­be­zeich­nung verfü­gen müssen, auf die sich die Prüfung bezieht. Das Erfor­der­nis der Aner­ken­nung gilt nicht bei neu einge­führ­ten Bezeich­nun­gen für einen Zeit­raum von 48 Mona­ten nach Inkraft­tre­ten der Weiter­bil­dungs­ord­nung. Für diesen Fall gilt für die Bestel­lung der Prüfer § 5 Abs. 6 entspre­chend. Das als Rechts­auf­sichts­be­hörde für die Kammer zustän­dige Staats­mi­nis­te­rium kann ein weite­res Mitglied bestim­men. Die Prüfung kann auch bei Abwe­sen­heit des vom Staats­mi­nis­te­rium bestimm­ten Mitglieds durch­ge­führt werden.
(3)
Der Prüfungs­aus­schuss beschließt mit einfa­cher Stim­men­mehr­heit. Bei Stim­men­gleich­heit gibt die Stimme des Vorsit­zen­den den Ausschlag.
(4)
Die Mitglie­der des Prüfungs­aus­schus­ses entschei­den unab­hän­gig und sind an Weisun­gen nicht gebun­den.
(5)
Für die Bestel­lung und Amts­dauer der Wider­spruchss­aus­schüsse gelten Absatz 1 und Absatz 2 Sätze 1 bis 3 entspre­chend.

§ 14
Prüfung

(1)
Die Kammer setzt den Termin der Prüfung in ange­mes­se­ner Frist nach der Zulas­sung fest. Der Antrags­stel­ler ist zu diesem mit einer Frist von mindes­tens zwei Wochen zu laden.
(2)
Die Dauer der Prüfung beträgt mindes­tens 30, höchs­tens 60 Minu­ten.
(3)
Der Prüfungs­aus­schuss entschei­det auf Grund der vorge­leg­ten Zeug­nisse und der Prüfung, ob die vorge­schrie­be­nen Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben worden sind.
(4)
Wenn der Antrag­stel­ler ohne wich­ti­gen Grund der Prüfung fern­bleibt oder sie abbricht, gilt die Prüfung als nicht bestan­den.
(5)
Über die Prüfung ist eine Nieder­schrift zu ferti­gen, aus der Gegen­stand, Ablauf und Ergeb­nis der Prüfung und gege­be­nen­falls Unre­gel­mä­ßig­kei­ten hervor­ge­hen.

§ 15
Prüfungsentscheidung

(1)
Der Vorsit­zende des Prüfungs­aus­schus­ses teilt dem Antrags­stel­ler das Ergeb­nis der Prüfung mit. Im Fall des Nicht­be­ste­hens sind dem Prüfungs­teil­neh­mer auf dessen Verlan­gen die wesent­li­chen Gründe im Anschluss an die Prüfung bekannt zu geben.
(2)
Nach Beste­hen der Prüfung erteilt die Kammer die jewei­lige Aner­ken­nung.
(3)
Bei Nicht­be­ste­hen der Prüfung beschließt der Prüfungs­aus­schuss auf Grund der fest­ge­stell­ten Mängel,
ob die Weiterbildungszeit zu verlängern ist,
welche inhaltlichen Anforderungen gegebenenfalls hieran zu stellen sind und/oder
ob zusätzliche Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten bis zur Wiederholungsprüfung erworben werden müssen und/oder
ob und gegebenenfalls welche sonstigen Bedingungen zu erfüllen sind.
Die Dauer der verlän­ger­ten Weiter­bil­dung beträgt mindes­tens drei Monate, für den Erwerb
einer Facharztbezeichnung höchstens zwei Jahre
einer Schwerpunkt- oder Zusatzbezeichnung höchstens ein Jahr.
(4)
Bei Nicht­be­ste­hen der Prüfung erteilt die Kammer dem Antrag­stel­ler einen schrift­li­chen Bescheid mit Begrün­dung einschließ­lich der vom Prüfungs­aus­schuss beschlos­se­nen Aufla­gen gemäß Absatz 3. Gegen den Bescheid kann der Rechts­be­helf des Wider­spruchs einge­legt oder unmit­tel­bar Klage erho­ben werden. Über den Wider­spruch entschei­det der Vorstand oder ein Ausschuss gemäß § 8 Abs. 4 der Satzung der Kammer nach Anhö­rung des zustän­di­gen Wider­spruchs­aus­schus­ses.

§ 16
Wiederholungsprüfung

Die Prüfung kann frühe­s­tens drei Monate nach nicht bestan­de­ner Prüfung wieder­holt werden; die §§ 12 bis 15 gelten entspre­chend.

§ 17
Rücknahme der Anerkennung von Bezeichnungen

Die Aner­ken­nung einer Bezeich­nung ist zurück­zu­neh­men, wenn die hier­für erfor­der­li­chen Voraus­set­zun­gen nicht gege­ben waren. Vor der Entschei­dung des Vorstands über die Rück­nahme sind ein einschlä­gig zustän­di­ger Prüfungs­aus­schuss und der Betrof­fene zu hören.

§ 18
Weiterbildung außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in Mitgliedstaaten der Europäischen Union, in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und in Vertragsstaaten, denen Deutschland und die Europäische Gemeinschaft oder Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben

(1)
Wer als Staats­an­ge­hö­ri­ger eines Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union oder eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum über einen Ausbil­dungs­nach­weis verfügt, der nach der Richt­li­nie 2005/36/EG vom 5. Septem­ber 2005 über die Aner­ken­nung von Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen (Abl L 255 vom 30.09.2005, S. 22 ff.) in ihrer jeweils gelten­den Fassung oder nach dem Abkom­men über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum auch unter Berück­sich­ti­gung erwor­be­ner Rechte nach Arti­kel 23 und 27 der Richt­li­nie 2005/36/EG auto­ma­tisch aner­kannt wird, erhält auf Antrag die Aner­ken­nung einer entspre­chen­den Fach­arzt-, Schwer­punkt- oder Zusatz­be­zeich­nung, soweit nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung eine entspre­chende Aner­ken­nung möglich ist. Die Liste der Bezeich­nun­gen der Ausbil­dungs­nach­weise des Fach­arz­tes und die Liste der Bezeich­nun­gen der fach­ärzt­li­chen Weiter­bil­dun­gen, die nach der Richt­li­nie 2005/36/EG sowie nach dem Abkom­men über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum gegen­sei­tig aner­kannt werden, erge­ben sich aus Anhang V Nr. 5.1.2 und 5.1.3 der Richt­li­nie 2005/36/EG und den entspre­chen­den Ergän­zun­gen durch das Abkom­men über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum. Die Kammer erteilt auf Anfrage einem inter­es­sier­ten Arzt Auskunft.
(2)
Ärzte, die Staats­an­ge­hö­rige eines Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union oder eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum sind und die nach dem Recht eines ande­ren Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union oder eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum zur Ausfüh­rung von Arti­kel 1 der Richt­li­nie 86/457/EWG vom 15. Septem­ber 1986 (ABl EG Nr. 267 S. 26) oder von Arti­kel 30 der Richt­li­nie 93/16/EWG vom 5. April 1993 (ABl EG Nr. L 165 S. 1), geän­dert durch die Richt­li­nie 2001/19/EG des Euro­päi­schen Parla­ments und des Rates vom 14. Mai 2001 (ABl EG Nr. L 206 S. 1) oder von Arti­kel 28 der Richt­li­nie 2005/36 über die Aner­ken­nung von Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen vom 7. Septem­ber 2005 (ABl EG Nr. L 255 S. 22) in ihrer jeweils gelten­den Fassung einen Ausbil­dungs­nach­weis über eine abge­leis­tete spezi­fi­sche oder beson­dere Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin erwor­ben haben, sind berech­tigt, die Fach­arzt­be­zeich­nung „Fach­arzt für Allge­mein­me­di­zin“ oder „All­ge­mein­arzt“ zu führen. Sie erhal­ten auf Antrag eine entspre­chende Beschei­ni­gung. Hinsicht­lich des Führens der Fach­arzt­be­zeich­nung „Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin“ oder der zuge­hö­ri­gen Kurz­be­zeich­nung gilt die Über­gangs­be­stim­mung 1 in Abschnitt B Nr. 10 entspre­chend.
(3)
Wer als Staats­an­ge­hö­ri­ger eines Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union oder eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum über einen Ausbil­dungs­nach­weis verfügt, der nicht nach Arti­kel 21, 23 oder 27 der Richt­li­nie auto­ma­tisch anzu­er­ken­nen ist, erhält auf Antrag eine Aner­ken­nung gemäß Titel III Kapi­tel I der Richt­li­nie 2005/36/EG, sofern diese Weiter­bil­dungs­ord­nung eine entspre­chende Bezeich­nung vorsieht. Für die Eignungs­prü­fung im Sinne des Arti­kels 33 Absatz 5 Satz 2 Halb­satz 2 des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes finden die §§ 14 bis 16 Anwen­dung. Die Prüfung erstreckt sich auf dieje­ni­gen Gegen­stände der in dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die entspre­chende Bezeich­nung vorge­schrie­be­nen Weiter­bil­dungs­in­halte, die nicht durch den Ausbil­dungs­nach­weis nach­ge­wie­sen sind.
(4)
Die von den Staats­an­ge­hö­ri­gen eines Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union oder eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum in einem ande­ren Mitglied- oder Vertrags­staat abge­leis­te­ten Weiter­bil­dungs­zei­ten, die noch nicht zu einem Ausbil­dungs­nach­weis geführt haben, sind nach Maßgabe des § 10 auf die in dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung fest­ge­setz­ten Weiter­bil­dungs­zei­ten ganz oder teil­weise anzu­rech­nen.
(5)
Die Kammer bestä­tigt dem Antrag­stel­ler binnen eines Monats den Eingang der Unter­la­gen und teilt ihm gege­be­nen­falls mit, welche Unter­la­gen fehlen. Die Kammer trifft die Entschei­dung über die Aner­ken­nung oder die Anrech­nung und die noch abzu­leis­tende Weiter­bil­dung inner­halb einer Frist von 3 Mona­ten ab dem Zeit­punkt, zu dem der Antrag­stel­ler den Antrag zusam­men mit den voll­stän­di­gen Unter­la­gen einge­reicht hat. Die Frist kann in den Fällen, die in Arti­kel 51 Absatz 2 Satz 2 der Richt­li­nie 2005/36/EG gere­gelt sind, um einen Monat verlän­gert werden.
(6)
Absätze 1 bis 5 gelten für Vertrags­staa­ten, denen Deutsch­land und die Euro­päi­sche Gemein­schaft oder Deutsch­land und die Euro­päi­sche Union vertrag­lich einen entspre­chen­den Rechts­an­spruch einge­räumt haben, und deren Staats­an­ge­hö­rige entspre­chend.

§ 19
Weiterbildung außerhalb der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, außerhalb der anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und außerhalb der Vertragsstaaten, denen Deutschland und die Europäische Gemeinschaft oder Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben

(1)
Sofern ein Staats­an­ge­hö­ri­ger eines Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union, eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum oder eines Vertrags­staa­tes, dem Deutsch­land und die Euro­päi­sche Gemein­schaft oder Deutsch­land und die Euro­päi­sche Union vertrag­lich einen entspre­chen­den Rechts­an­spruch einge­räumt haben, über einen Ausbil­dungs­nach­weis verfügt, der bereits von einem ande­ren Mitglied- oder Vertrags­staat aner­kannt worden ist, findet das Verfah­ren nach § 18 Absätze 2 bis 5 unter der Voraus­set­zung Anwen­dung, dass die gemäß Arti­kel 3 Absatz 3 der Richt­li­nie 2005/36/EG nach­zu­wei­sende Berufs­er­fah­rung beschei­nigt ist.
(2)
Eine Weiter­bil­dung in Staa­ten außer­halb der Euro­päi­schen Union, außer­halb der ande­ren Vertrags­staa­ten des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und außer­halb der Vertrags­staa­ten, denen Deutsch­land und die Euro­päi­sche Gemein­schaft oder Deutsch­land und die Euro­päi­sche Union vertrag­lich einen entspre­chen­den Rechts­an­spruch einge­räumt haben, kann ganz oder teil­weise ange­rech­net werden, wenn und soweit sie den zeit­li­chen und inhalt­li­chen Anfor­de­run­gen dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung entspricht.

§ 19a
Spezifische Ausbildung in der Allgemeinmedizin – praktische Ärzte

(1)
Ärzte, die am 1. August 2006
1.
nach Art. 22 Abs. 1 des Gesetzes über die Berufsausübung, die Berufsvertretungen und die Berufsgerichtsbarkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker sowie der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (Heilberufe-Kammergesetz - HKaG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 6. Februar 2002 (GVBl S.42, BayRS 2122-3-UG), zuletzt geändert durch Gesetze vom 24. Dezember 2005 (GVBl S. 652 und S. 665) auf Grund eines erteilten Zeugnisses über eine abgeschlossene spezifische Ausbildung in der Allgemeinmedizin berechtigt sind, die Bezeichnung „praktischer Arzt“ zu führen
und
2.
seit Zeugniserteilung mindestens 8 Jahre regelmäßig und überwiegend hausärztlich in der vertragsärztlichen Versorgung oder entsprechend tätig waren, werden auf Antrag, der spätestens bis 31. Juli 2007 zu stellen ist, zur Prüfung zum „Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin“ zugelassen.
Auf die unter Ziffer 2 gefor­derte haus­ärzt­li­che Tätig­keit werden nach­ge­wie­sene Weiter­bil­dungs­zei­ten in den in Abschnitt B Nr. 10.1 unter der Über­schrift „Wei­ter­bil­dungs­zeit“ vorge­schrie­be­nen oder anre­chen­ba­ren Gebie­ten im Sinne einer Verkür­zung ange­rech­net.
(2)
Die Fach­arzt­be­zeich­nung „Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin“ oder die zuge­hö­rige Kurz­be­zeich­nung darf nur in der Form „Fach­arzt für Allge­mein­me­di­zin“ oder „All­ge­mein­arzt“ geführt werden. Die Fach­arzt­be­zeich­nung „Fach­arzt für Innere und Allge­mein­me­di­zin“ oder die zuge­hö­rige Kurz­be­zeich­nung darf ab dem Tag nach der Veröf­fent­li­chung der Mittei­lung der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land gemäß Arti­kel 41 der Richt­li­nie 93/16/EWG vom 05. April 1993 (ABl EG Nr. L 165 S. 1), geän­dert durch die Richt­li­nie 2001/19/EG des Euro­päi­schen Parla­ments und des Rates vom 14. Mai 2001 (Abl EG Nr. L 206 S. 1) über den Ersatz der bishe­ri­gen Fach­arzt­be­zeich­nung „Fach­arzt für Allge­mein­me­di­zin“ geführt werden. Dieser Zeit­punkt wird im Baye­ri­schen Ärzte­blatt bekannt gege­ben.

§ 20
Übergangsbestimmungen

(1)
Die auf Grund der bisher gelten­den Weiter­bil­dungs­ord­nun­gen erwor­be­nen Rechte blei­ben unbe­rührt.
(2)
Ärzte, die sich bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung in einer Weiter­bil­dung zum Erwerb einer
a)
Gebiets-/Facharztbezeichnung
b)
Schwerpunktbezeichnung
c)
Zusatzbezeichnung
d)
fakultativen Weiterbildung oder
e)
Fachkunde
befin­den, können in den Fällen des
Buchstaben a) in einem Zeitraum von sieben Jahren,
der Buchstaben b), d) und e) in einem Zeitraum von zehn Jahren,
des Buchstaben c) in einem Zeitraum von vier Jahren
nach Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung nach Maßgabe der vorher gelten­den Bestim­mun­gen die zeit­li­chen und inhalt­li­chen Voraus­set­zun­gen erfül­len und die jewei­lige Aner­ken­nung erhal­ten. Inner­halb der für die Buch­sta­ben a) bis e) fest­ge­leg­ten Zeiträume können zum Abschluss der Weiter­bil­dung nach Maßgabe der vorher gelten­den Bestim­mun­gen notwen­dige Befug­nisse mit entspre­chen­der Befris­tung erteilt werden. Auch für diese Fälle gelten die §§ 5 bis 7 entspre­chend.
(3)
Soweit diese Weiter­bil­dungs­ord­nung für den Erwerb oder das Führen von Fach­arzt-, Schwer­punkt- und Zusatz­be­zeich­nun­gen spezi­elle Über­gangs­be­stim­mun­gen vorsieht, sind diese in den Abschnit­ten B und C bei den jewei­li­gen Gebie­ten und Zusatz-Weiter­bil­dun­gen fest­ge­legt. Anträge nach diesen Über­gangs­be­stim­mun­gen sind inner­halb einer Frist von zwei Jahren nach Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung zu stel­len, soweit in Abschnitt B und C keine längere Frist fest­ge­legt ist.

§ 21
Inkrafttreten

Diese Weiter­bil­dungs­ord­nung tritt am 1. August 2004 in Kraft. Die Weiter­bil­dungs­ord­nung vom 18. Okto­ber 1992, zuletzt geän­dert am 13. Okto­ber 2002 tritt gleich­zei­tig außer Kraft.

Abschnitt B
Gebiete, Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen

1. Gebiet Anästhesiologie

Definition:

Das Gebiet Anäs­the­­sio­lo­­gie umfasst die Allge­­mein-, Regio­nal- und Lokal­an­äs­the­­sie einschließ­­lich deren Vor- und Nach­­be­han­d­­lung, die Aufrecht­er­hal­tung der vita­len Funk­tio­­nen während opera­ti­­ver und diagno­s­ti­­scher Eingriffe sowie inten­­si­v­­me­­di­­zi­­ni­­sche, notfall­­me­­di­­zi­­ni­­sche und schmerz­the­ra­­peu­ti­­sche Maßnah­­men.

Facharzt für Anästhesiologie
(Anästhesist)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Anäs­the­­sio­lo­­gie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
48 Monate in der Anäs­the­sio­lo­gie, davon können bis zu
  • 12 Monate Weiter­bil­dung in ande­ren Gebie­ten ange­rech­net werden
  • 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
12 Monate in der Inten­siv­me­di­zin, davon können
  • 6 Monate Inten­siv­me­di­zin in einem ande­ren Gebiet abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Anäs­the­sie­ver­fah­ren
der Beur­tei­lung peri­ope­ra­ti­ver Risi­ken
Maßnah­men der peri­ope­ra­ti­ven Inten­siv­me­di­zin
der Behand­lung akuter Störun­gen der Vital­funk­tio­nen, einschließ­lich Beat­mungs­ver­fah­ren und notfall­mä­ßi­ger Schritt­ma­cher­an­wen­dung
notfall­me­di­zi­ni­schen Maßnah­men
der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
der Infu­si­ons- und Hämo­the­ra­pie einschließ­lich paren­te­r­a­ler Ernäh­rung
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie einschließ­lich der peri­ope­ra­ti­ven Medi­ka­tion
psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das Krank­heits­bild
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Maßnah­men zur Behand­lung akut gestör­ter Vital­funk­tio­nen
Beat­mungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Beat­mungs­ent­wöh­nung
Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich Legen von Drai­na­gen und zentral­ve­nö­sen Zugän­gen sowie der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung
Elek­tro­kar­dio­gramme
selbst­stän­dig durch­ge­führte Anäs­the­sie­ver­fah­ren, davon
  • im Gebiet Chir­ur­gie
  • im Gebiet Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe
  • bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern bis zum vollen­de­ten 5.Lebens­jahr
  • in wenigs­tens zwei weite­ren opera­ti­ven Gebie­ten
  • bei Eingrif­fen im Kopf-Hals-Bereich
  • rücken­marks­nahe Regio­nal­an­äs­the­sien
  • peri­phere Regio­nal­an­äs­the­sien und Nerven­blo­cka­den
Mitwir­kung bei Anäs­the­sien höhe­rer Schwie­rig­keits­grade, davon
  • bei intra­tho­ra­ka­len Eingrif­fen
  • bei intra­kra­ni­el­len Eingrif­fen

2. Gebiet Arbeitsmedizin

Definition:

Das Gebiet Arbeits­­me­­di­­zin umfasst als präven­ti­v­­me­­di­­zi­­ni­­sches Fach die Wech­­sel­­be­­zie­hun­­gen zwischen Arbeit und Beruf einer­­seits sowie Gesun­d­heit und Krank­hei­ten ande­­rer­­seits, die Förde­rung der Gesun­d­heit und Leis­tungs­­­fä­hig­keit des arbei­ten­­den Menschen, die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, Behan­d­­lung und Begut­ach­tung arbeits- und umwelt­­be­­ding­ter Erkran­­kun­­gen und Berufs­­­krank­hei­ten, die Verhü­tung arbeits­­be­­ding­ter Gesun­d­heits­­­ge­­fähr­­dun­­gen einschließ­­lich indi­vi­­du­el­­ler und betrie­b­­li­cher Gesun­d­heits­­­be­ra­tung, die Vermei­­dung von Erschwer­­nis­­sen und die berufs­­­för­­dernde Reha­­bi­­li­ta­tion.

Facharzt für Arbeitsmedizin
(Arbeitsmediziner)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Arbeits­­me­­di­­zin ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte sowie des Weiter­­bil­­dungs­­­kur­­ses.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
24 Monate Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
36 Monate Arbeits­me­di­zin, davon können bis zu
  • 12 Monate in ande­ren Gebie­ten ange­rech­net werden
360 Stun­den Kurs-Weiter­bil­dung gemäß § 4 Abs. 8 in Arbeits­me­di­zin, die während der 60 Monate Weiter­bil­dung abge­leis­tet werden sollen

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Präven­tion arbeits­be­ding­ter Gesund­heits­stö­run­gen und Berufs­krank­hei­ten sowie der auslö­sen­den Noxen einschließ­lich epide­mio­lo­gi­scher Grund­la­gen
der Gesund­heits­be­ra­tung einschließ­lich Impfun­gen
der betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung einschließ­lich der indi­vi­du­el­len und grup­pen­be­zo­ge­nen Schu­lung
der Bera­tung und Planung in Fragen des tech­ni­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen und perso­nen­be­zo­ge­nen Arbeits- und Gesund­heits­schut­zes
der Unfall­ver­hü­tung und Arbeits­si­cher­heit
der Orga­ni­sa­tion und Sicher­stel­lung der ersten Hilfe und notfall­me­di­zi­ni­schen Versor­gung am Arbeits­platz
der Mitwir­kung bei medi­zi­ni­scher, beruf­li­cher und sozia­ler Reha­bi­li­ta­tion
der betrieb­li­chen Wieder­ein­glie­de­rung und dem Einsatz chro­nisch Kran­ker und schutz­be­dürf­ti­ger Perso­nen am Arbeits­platz
der Bewer­tung von Leis­tungs­fä­hig­keit, Belast­bar­keit und Einsatz­fä­hig­keit einschließ­lich der Arbeits­phy­sio­lo­gie
der Arbeits- und Umwelthy­giene einschließ­lich der arbeits­me­di­zi­ni­schen Toxi­ko­lo­gie
der Arbeits- und Betrieb­spsy­cho­lo­gie einschließ­lich psycho­so­zia­ler Aspekte
arbeits­me­di­zi­ni­schen Vorsorge-, Taug­lich­keits- und Eignungs­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich verkehrs­me­di­zi­ni­schen Frage­stel­lun­gen
den Grund­la­gen here­di­tärer Krank­heits­bil­der einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine human­ge­ne­ti­sche Bera­tung
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich des Biomo­ni­to­rings und der arbeits­me­di­zi­ni­schen Bewer­tung der Ergeb­nisse
der ärzt­li­chen Begut­ach­tung bei arbeits­be­ding­ten Erkran­kun­gen und Berufs­krank­hei­ten, der Beur­tei­lung von Arbeits-, Berufs- und Erwerbs­fä­hig­keit einschließ­lich Fragen eines Arbeits­platz­wech­sels
der arbeits­me­di­zi­ni­schen Erfas­sung von Umwelt­fak­to­ren sowie deren Bewer­tung hinsicht­lich ihrer gesund­heit­li­chen Rele­vanz
der Entwick­lung betrieb­li­cher Präven­ti­ons­kon­zepte
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
arbeits­me­di­zi­ni­sche Vorsor­ge­un­ter­su­chun­gen nach Rechts­vor­schrif­ten
Arbeits­platz­be­ur­tei­lun­gen und Gefähr­dungs­ana­ly­sen
Bera­tun­gen zur ergo­no­mi­schen Arbeits­ge­stal­tung
Ergo­me­trie
Lungen­funk­ti­ons­prü­fun­gen
Beur­tei­lung des Hör- und Sehver­mö­gens mittels einfa­cher appa­ra­ti­ver Tech­ni­ken
arbeits­me­di­zi­ni­sche Bewer­tung von Mess­er­geb­nis­sen verschie­de­ner Arbeit­sum­ge­bungs­fak­to­ren, z.B. Lärm, Klima­grö­ßen, Beleuch­tung, Gefahr­stoffe

3. Gebiet Augenheilkunde

Definition:

Das Gebiet Augen­heil­­kunde umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, Behan­d­­lung, Nach­­sorge und Reha­­bi­­li­ta­tion der anato­­mi­­schen und funk­tio­­nel­len Verän­­de­run­­gen des Sehor­­gans und seiner Adnexe einschließ­­lich der Opto­­me­trie und der plas­tisch-rekon­struk­ti­­ven Opera­tio­­nen in der Perior­­bi­tal­re­­gion.

Facharzt für Augenheilkunde
(Augenarzt)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Augen­heil­­kunde ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
36 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Gesund­heits­be­ra­tung und Früh­er­ken­nung einschließ­lich Ambly­opie-Prophy­laxe
der Erken­nung, konser­va­ti­ven und opera­ti­ven Behand­lung und Nach­sorge von Erkran­kun­gen, Funk­ti­ons­stö­run­gen, Verlet­zun­gen und Kompli­ka­tio­nen des Sehor­gans, der Sehbahn und der Hirn­ner­ven
der Neuroo­ph­thal­mo­lo­gie
der Erhe­bung opto­me­tri­scher Befunde und der Bestim­mung und Verord­nung von Sehhil­fen einschließ­lich Anpas­sung von Kontakt­lin­sen und vergrö­ßern­den Sehhil­fen sowie Indi­ka­ti­ons­stel­lung für refrak­tiv­chir­ur­gi­sche Verfah­ren
der Erken­nung und Behand­lung nicht pare­ti­scher und pare­ti­scher Stel­lungs- und Bewe­gungs­stö­run­gen der Augen, der okulä­ren Kopf­zwangs­hal­tun­gen und des Nystag­mus
der Reha­bi­li­ta­tion von Sehbe­hin­der­ten
der Ergo-, Sport- und Verkehrs­o­ph­thal­mo­lo­gie
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie einschließ­lich immu­no­lo­gi­scher und infek­tio­lo­gi­scher Bezüge
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
sono­gra­phi­sche Unter­su­chungs­tech­ni­ken bei ophthal­mo­lo­gi­schen Erkran­kun­gen und Verlet­zun­gen
Messung von Refrak­ti­ons­feh­lern
ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chungs­tech­ni­ken, z. B. Spalt­lampe, Gonio­sko­pie und Opthal­mo­sko­pie, Peri­me­trie, Bestim­mung des Farb- und Licht­sinns, Augen­in­nen­druck­mes­sung
Lokal- und Regio­nal­an­äs­the­sien
ophthal­mo­lo­gi­sche Eingriffe an
  • Lidern und Tränen­we­gen, z. B. Korrek­tur von Entro­pium und Ektro­pium, Lidmus­kel­ope­ra­tio­nen, Dehnung und Strik­tur­spal­tung der Tränen­wege
  • Binde­haut und Horn­haut, z. B. Fremd­kör­perent­fer­nung, Wund­naht
  • einfa­chen intrao­ku­lä­ren Eingrif­fen, z. B. Para­zen­tese, Iridek­to­mie, Zyklo­kryo-, Zyklo­la­ser­de­struk­tion, Kryo­re­ti­no­pe­xie
  • gera­den Augen­mus­keln
laser­chir­ur­gi­sche Eingriffe
  • am Vorder­ab­schnitt des Auges
  • an der Retina
Mitwir­kung bei intrao­ku­la­ren Eingrif­fen, einschließ­lich Netz­haut- und Glas­kör­pe­r­ope­ra­tio­nen, und Augen­mus­kel­ope­ra­tio­nen höhe­ren Schwie­rig­keits­gra­des, z. B. Kata­rakt-, Glau­kom-, Amotio­ope­ra­tio­nen, Vitrek­to­mien, Enuklea­tio­nen, Kera­to­plas­tik, plas­tisch-rekon­struk­tive Eingriffe

4. Gebiet Chirurgie

Definition:

Das Gebiet Chir­ur­­gie umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, konser­va­tive und opera­tive Behan­d­­lung, Nach­­sorge und Reha­­bi­­li­ta­tion von chir­ur­­gi­­schen Erkran­­kun­­gen, Verlet­­zun­­gen und Verlet­­zungs­­­fol­­gen sowie ange­­bo­re­­nen und erwor­­be­­nen Form­­ver­­än­­de­run­­gen und Fehl­­bil­­dun­­gen der Gefäße, der inne­ren Organe einschließ­­lich des Herzens, der Stütz- und Bewe­­gungs­­or­­gane und der onko­lo­­gi­­schen Chir­ur­­gie, der Wieder­her­s­tel­­lungs- und Trans­­plan­ta­ti­­ons­chir­ur­­gie.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Chir­ur­­gie ist die Erlan­­gung von Fach­­arz­t­­kom­­pe­ten­­zen 4.1 bis 4.8 nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte, die auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung (gemein­­same Inhalte der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dun­­gen) aufbauen.

Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 4.1 bis 4.8:

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
6 Monate Notfal­l­auf­nahme
6 Monate Inten­siv­me­di­zin in der Chir­ur­gie oder in einem ande­ren Gebiet
12 Monate Chir­ur­gie, davon können
  • 6 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
Erken­nung, Klas­si­fi­zie­rung, Behand­lung und Nach­sorge chir­ur­gi­scher Erkran­kun­gen und Verlet­zun­gen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur konser­va­ti­ven und opera­ti­ven Behand­lung chir­ur­gi­scher Erkran­kun­gen und Verlet­zun­gen
der Risi­koein­schät­zung, der Aufklä­rung und der Doku­men­ta­tion
den Prin­zi­pien der peri­ope­ra­ti­ven Diagno­s­tik und Behand­lung
opera­ti­ven Eingrif­fen und Opera­ti­ons­schrit­ten
der Wund­ver­sor­gung, Wund­be­hand­lung und Verbands­lehre einschließ­lich Impf­pro­phy­laxe
den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie
der Erken­nung und Behand­lung von Infek­tio­nen einschließ­lich epide­mio­lo­gi­scher Grund­la­gen, den Hygie­ne­maß­nah­men
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
Anal­ge­sie­rungs- und Sedie­rungs­maß­nah­men einschließ­lich der Behand­lung akuter Schmerz­zu­stände
der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung einschließ­lich der Grund­la­gen der Beat­mungs­tech­nik und inten­siv­me­di­zi­ni­scher Basis­maß­nah­men
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung physi­ka­li­scher Thera­pie­maß­nah­men
der medi­ka­men­tö­sen Throm­bo­se­pro­phy­la­xen
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen bei chir­ur­gi­schen Erkran­kun­gen und Verlet­zun­gen
Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich Legen von Drai­na­gen und zentral­ve­nö­sen Zugän­gen sowie der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung einschließ­lich Sonden­tech­nik
Lokal- und Regio­nal­an­äs­the­sien
Eingriffe aus dem Bereich der ambu­lan­ten Chir­ur­gie
Erste Assis­ten­zen bei Opera­tio­nen und ange­lei­tete Opera­tio­nen

4.1 Facharzt für Allgemeinchirurgie
(Allgemeinchirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Allge­­meine Chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
12 Monate in Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie
12 Monate in Visceral­chir­ur­gie
24 Monate in diesen und/oder ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes Chir­ur­gie, davon können bis zu
  • 12 Monate in Anäs­the­sio­lo­gie, Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe, Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde, Innere Medi­zin und Gastro­en­te­ro­lo­gie, Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­gie, Neuro­chir­ur­gie, Patho­lo­gie und/oder Urolo­gie ange­rech­net werden
  • 12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der opera­ti­ven und nicht opera­ti­ven Grund- und Notfall­ver­sor­gung bei gefäß-, thorax-, unfall- und visceral­chir­ur­gi­schen einschließ­lich der kolo­prok­to­lo­gi­schen Erkran­kun­gen, Verlet­zun­gen, Fehl­bil­dun­gen und Infek­tio­nen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
endo­sko­pi­schen, lapa­ro­sko­pi­schen (mini­mal-inva­si­ven) Opera­ti­ons­ver­fah­ren
instru­men­tel­len und funk­tio­nel­len Unter­su­chungs­me­tho­den
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen des Abdo­mens, Retro­pe­ri­to­neums, der Uroge­ni­tal­or­gane
große Wund­ver­sor­gung bei Weich­teil­ver­let­zun­gen
Deckung von Haut- und Weich­teil­de­fek­ten
Verbände, z. B. Kompres­si­ons-, Stütz-, Schie­nen- und fixie­rende Verbände
Repo­si­tio­nen von Frak­tu­ren und Luxa­tio­nen
opera­tive Eingriffe an Kopf/Hals und Brust­wand einschließ­lich Thora­ko­to­mien und Thora­xdrai­na­gen und an Bauch­wand und Bauch­höhle, Stütz- und Bewe­gungs­sys­tem, Gefäß- und Nerven­sys­tem einschließ­lich Resek­tio­nen, Über­nä­hun­gen, Exstir­pa­tio­nen und Exzi­sio­nen mittels konven­tio­nel­ler, endo­sko­pi­scher und inter­ven­tio­nel­ler Tech­ni­ken, z. B. Lymph­kno­tenex­stir­pa­tion, Port-Implan­ta­tion, Entfer­nung von Weich­teil­ge­schwüls­ten, Schild­drü­sen-Resek­tion, explo­ra­tive Laparo­to­mie, Thora­ko­to­mie, Thora­xdrai­nage, Magen-, Dünn­darm- und Dick­darm-Resek­tion, Notver­sor­gung von Leber- und Milz­ver­let­zun­gen, Chole­zys­tek­to­mie, Appen­dek­to­mie, Anus prae­ter-Anlage, Hernio­to­mien, Hämor­rhoi­dek­to­mie, peri­prok­ti­ti­sche Abzess­s­pal­tung, Fistel-und Fissur-Versor­gung, Osteo­syn­the­sen, Implan­ta­tent­fer­nung, Exosto­senab­tra­gung, Ampu­ta­tio­nen, Vari­zen­ope­ra­tio­nen, Throm­bek­to­mie, Embo­lek­to­mie, Tracheo­to­mie
Mitwir­kung bei Eingrif­fen höhe­rer Schwie­rig­keits­grade

4.2 Facharzt für Gefäßchirurgie
(Gefäßchirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Gefäß­chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Gefäß­chir­ur­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
bis zu 12 Monate in einer der ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes Chir­ur­gie
oder
6 Monate in Anäs­the­sio­lo­gie, Innere Medi­zin und Angio­lo­gie oder Radio­lo­gie ange­rech­net werden
12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung und Nach­be­hand­lung von Erkran­kun­gen, Verlet­zun­gen, Infek­tio­nen und Fehl­bil­dun­gen des Gefäß­sys­tems einschließ­lich der Reha­bi­li­ta­tion
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
der opera­ti­ven Behand­lung einschließ­lich hyperämi­sie­ren­der, rese­zie­ren­der und rekon­struk­ti­ver Eingriffe und konser­va­ti­ven Maßnah­men am Gefäß­sys­tem
instru­men­tel­len Unter­su­chungs­ver­fah­ren einschließ­lich der Durch­blu­tungs­mes­sung und Erhe­bung eines angio­lo­gi­schen Befun­des zur Opera­ti­ons­vor­be­rei­tung und -nach­sorge
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
intra­ope­ra­tive angio­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen
Dopp­ler- und Duplex-Unter­su­chun­gen der
  • Extre­mi­tä­ten versor­gen­den Gefäße
  • abdo­mi­nel­len und retro­pe­ri­to­nea­len Gefäße
  • extra­kra­ni­el­len hirn­zu­füh­ren­den Gefäße
hämo­dy­na­mi­sche Unter­su­chun­gen an Venen
rekon­struk­tive Opera­tio­nen
  • an supraaor­ta­len Arte­rien
  • an aorta­len, ilia­ka­len, viszera­len und thora­ka­len Gefäßen
  • im femoro-popli­tea­len, brachia­len und cruro-peda­len Abschnitt
endo­vas­ku­läre Eingriffe
Anlage von Dialyse-Shunts, Port-Implan­ta­tion
Opera­tio­nen am Venen­sys­tem
Grenz­zo­nen­am­pu­ta­tio­nen, Ulkus­ver­sor­gun­gen

4.3 Facharzt für Herzchirurgie
(Herzchirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Herz­chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Herz­chir­ur­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
12 Monate in einer der ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes Chir­ur­gie, in Innere Medi­zin und Kardio­lo­gie und/oder Kinder- und Jugend­me­di­zin/Kinder-Kardio­lo­gie ange­rech­net werden,
  • die auch im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden können

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung, opera­ti­ven und post­ope­ra­ti­ven Behand­lung und Reha­bi­li­ta­tion von Erkran­kun­gen, Verlet­zun­gen und Verlet­zungs­fol­gen, Fehl­bil­dun­gen des Herzens, der herz­na­hen Gefäße sowie des Medias­tin­ums und der Lunge im Zusam­men­hang mit herz­chir­ur­gi­schen Eingrif­fen
Maßnah­men der Nach­sorge nach opera­ti­ver Behand­lung einschließ­lich Immun­sup­pres­sion und Orga­n­ab­sto­ßungs­be­hand­lung bei Trans­plan­ta­tio­nen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
den Grund­la­gen mini­mal-inva­si­ver Thera­pie
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
den Grund­la­gen der Diagno­s­tik und Behand­lung ange­bo­re­ner Herzer­kran­kun­gen sowie termi­na­ler Erkran­kun­gen von Herz und Lunge
der Anwen­dung von Kreis­lau­fas­sis­tenz­sys­te­men
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur Herz-, Lungen- und Herz-Lungen-Trans­plan­ta­tion einschließ­lich tech­ni­scher Grund­la­gen von Herz­as­sis­tenz­sys­te­men
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Elek­tro­kar­dio­gramm
sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen der Thora­x­or­gane einschließ­lich Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien des Herzens und der großen Gefäße
Echo­kar­dio­gra­phie
Opera­tio­nen mit Hilfe oder in Bereit­schaft der extra­kor­po­ra­len Zirku­la­tion
  • an Koro­nar­ge­fäßen
  • an der Mitral­klappe einschließ­lich Rekon­struk­tion
  • an der Aorten­klappe und/oder Aorta ascen­dens/Mitral­klappe/ Koro­nar­ge­fäß
  • bei ange­bo­re­nen Herz­feh­lern
Opera­tio­nen ohne Einsatz der extra­kor­po­ra­len Zirku­la­tion
  • Anas­to­mo­sen und Rekon­struk­tio­nen an den thora­ka­len Gefäßen einschließ­lich Aortena­neu­rys­men
  • trans­ve­nöse Schritt­ma­che­rim­plan­ta­tio­nen/Defi­bril­la­to­ren (AICD)
  • Opera­tio­nen am Thorax in Zusam­men­hang mit herz­chir­ur­gi­schen Eingrif­fen, z. B. Brust­wandre­sek­tion, Thora­x­sta­bi­li­sie­rung, Exstir­pa­tion von Fremd­kör­pern, Opera­tio­nen bei Thora­x­ver­let­zun­gen
  • Opera­tio­nen an der Lunge und am angren­zen­den Medias­ti­num in Zusam­men­hang mit herz­chir­ur­gi­schen Eingrif­fen
  • Opera­tio­nen an peri­phe­ren Gefäßen in Zusam­men­hang mit herz­chir­ur­gi­schen Eingrif­fen, z. B. Rekon­struk­tion peri­phe­rer Gefäße nach Einsatz von Kreis­lau­fas­sis­tenz­sys­te­men und der extra­kor­po­ra­len Zirku­la­tion

4.4 Facharzt für Kinderchirurgie
(Kinderchirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Kinder­chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Kinder­chir­ur­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
12 Monate in Kinder- und Jugend­me­di­zin, davon können
  • 6 Monate in der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Versor­gung von Kindern und Jugend­li­chen abge­leis­tet werden
können 6 Monate in einer ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dung des Gebie­tes Chir­ur­gie oder in Anäs­the­sio­lo­gie, Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­gie, Neuro­chir­ur­gie, Radio­lo­gie oder Urolo­gie oder in Hand­chir­ur­gie ange­rech­net werden
können bis zu 12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung, opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von Fehl­bil­dun­gen, Erkran­kun­gen, Infek­tio­nen, Organ­tu­mo­ren, Verlet­zun­gen, Verbren­nun­gen sowie deren Folgen im Kindesal­ter einschließ­lich präna­ta­ler Entwick­lungs­stö­run­gen
den instru­men­tel­len und funk­tio­nel­len Unter­su­chungs­me­tho­den
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
den endo­sko­pi­schen, lapa­ro­sko­pi­schen, mini­mal-inva­si­ven, mikro­chir­ur­gi­schen Opera­ti­ons­ver­fah­ren und Laser-Tech­ni­ken
der Behand­lung von Schwer- und Mehr­fach­ver­letz­ten einschließ­lich des Trauma-Mana­ge­ments und der Über­wa­chung
der konser­va­ti­ven und opera­ti­ven Frak­tur­ver­sor­gung einschließ­lich gelen­kna­her Frak­tu­ren und Gelenk­ver­let­zun­gen sowie plas­tisch-rekon­struk­ti­ver Tech­ni­ken
der ente­r­a­len und paren­te­r­a­len Ernäh­rung insbe­son­dere nach Opera­tio­nen, auch bei Früh- und Neuge­bo­re­nen
den Grund­la­gen der Durch­gangs­arzt- und Verlet­zungs­ar­ten­ver­fah­ren der gewerb­li­chen Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Repo­si­tio­nen von Frak­tu­ren und Luxa­tio­nen sowie Versor­gung von Weich­teil- und Organ­ver­let­zun­gen
opera­tive Eingriffe einschließ­lich endo­sko­pi­scher, mini­mal-inva­si­ver, mikro­chir­ur­gi­scher und Laser-Tech­ni­ken
an Kopf- und Hals,
  • z. B. Trepanatio­nen, ventri­ku­läre Liquo­ra­blei­tun­gen, Osteo­plas­tik bei Kranios­te­nose, Tracheo­to­mien, Thyreoi­dek­to­mien, Korrek­tur von Kiemen­gangs­an­oma­lien, ösopha­gotra­cheale Fisteln, Verlet­zun­gen und musku­lä­rer Schief­hals, Tumor­re­sek­tio­nen
an Brust­wand und Brust­höhle,
  • z. B. Korrek­tu­ren von Fehl­bil­dun­gen, Erkran­kun­gen und Verlet­zun­gen der Brust­wand, der Brust­höhle, des Medias­tin­ums, des Tracheo­bron­chi­al­sys­tems, der Lungen und des Ösopha­gus, Resek­tion äuße­rer, medias­tina­ler und pulmo­na­ler Tumo­ren
an Bauch­wand, Bauch­höhle und Retro­pe­ri­to­neum,
  • z. B. Korrek­tur von Fehl­bil­dun­gen, opera­tive Thera­pie von Organ­ver­let­zun­gen äuße­rer und inne­rer Hernien, bei Funk­ti­ons­stö­run­gen und entzünd­li­chen Erkran­kun­gen, intes­tinale Resek­tio­nen einschließ­lich Tumor­re­sek­tio­nen
am Uroge­ni­tal­trakt,
  • z. B. Korrek­tur von Fehl­bil­dun­gen der Nieren, ablei­ten­den Harn­wege und des inne­ren und äuße­ren Geni­tale einschließ­lich Verlet­zun­gen, Tumor­re­sek­tio­nen
am Gefäß-, Nerven- und Lymph­sys­tem,
  • z. B. bei Fehl­bil­dun­gen einschließ­lich Dysra­phien, Verlet­zun­gen und Tumo­ren, Anlage von Shunts, Port-Implan­ta­tio­nen
am Stütz- und Bewe­gungs­sys­tem,
  • z. B. bei Frak­tu­ren, Luxa­tio­nen und Weich­teil­ver­let­zun­gen einschließ­lich deren Folgen, Weich­teil-, Knochen- und Gelen­k­in­fek­tio­nen, Tumo­ren
bei plas­tisch-rekon­struk­ti­ven Eingrif­fen,
  • z. B. bei Fehl­bil­dun­gen, konge­ni­ta­len Defek­ten und Defekt­ver­let­zun­gen an Kopf, Hals, Brust­wand, Rumpf und Extre­mi­tä­ten und Zwerch­fell­plas­ti­ken, Haut-, Muskel-, Sehnen- und Knor­pel­plas­ti­ken

4.5 Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
(Orthopäde und Unfallchirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Ortho­pä­­die und Unfall­chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
12 Monate in einer der ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes Chir­ur­gie und/oder in Neuro­chir­ur­gie abge­leis­tet werden
12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung, opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von Verlet­zun­gen und deren Folge­zu­stän­den sowie von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Form­ver­än­de­run­gen, Fehl­bil­dun­gen, Funk­ti­ons­stö­run­gen und Erkran­kun­gen der Stütz- und Bewe­gungs­or­gane unter Berück­sich­ti­gung der Unter­schiede in den verschie­de­nen Alter­s­stu­fen
der Behand­lung von Schwer- und Mehr­fach­ver­letz­ten einschließ­lich des Trau­ma­ma­na­ge­ments
den zur Versor­gung im Notfall erfor­der­li­chen neuro­trau­ma­to­lo­gi­schen, gefäß­chir­ur­gi­schen, thora­x­chir­ur­gi­schen und viszeral­chir­ur­gi­schen Maßnah­men in inter­dis­zi­pli­närer Zusam­men­ar­beit
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
der konser­va­ti­ven und funk­tio­nel­len Behand­lung von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Defor­mi­tä­ten und Reifungs­stö­run­gen
den Grund­la­gen der konser­va­ti­ven und opera­ti­ven Behand­lung rheu­ma­ti­scher Gelen­ker­kran­kun­gen
den Grund­la­gen der opera­ti­ven Behand­lung von Tumo­ren der Stütz- und Bewe­gungs­or­gane
der Erken­nung und Behand­lung von Weich­teil­ver­let­zun­gen, Wunden und Verbren­nun­gen einschließ­lich Mitwir­kung bei rekon­struk­ti­ven Verfah­ren
der Erken­nung und Behand­lung von Verlet­zun­gen, Erkran­kun­gen und Funk­ti­ons­stö­run­gen der Hand
der Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung von Sport­ver­let­zun­gen und Sport­schä­den sowie deren Folgen
der Mitwir­kung bei opera­ti­ven Eingrif­fen höhe­rer Schwie­rig­keits­grade
der Präven­tion und Behand­lung von Knochener­kran­kun­gen und der Osteo­po­rose
der Biome­cha­nik
chiro­the­ra­peu­ti­schen und physi­ka­li­schen Maßnah­men einschließ­lich funk­tio­nel­ler und entwick­lungs­phy­sio­lo­gi­scher Übungs­be­hand­lun­gen sowie der medi­zi­ni­schen Aufbau­trai­nings- und Gerä­te­the­ra­pie
der tech­ni­schen Ortho­pä­die und Schu­lung des Gebrauchs ortho­pä­di­scher Hilfs­mit­tel einschließ­lich ihrer Über­prü­fung bei Anpro­ben und nach Fertig­stel­lung
den Grund­la­gen der Durch­gangs­arzt- und Verlet­zungs­ar­ten­ver­fah­ren der gewerb­li­chen Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen der Bewe­gungs­or­gane einschließ­lich Arthro­so­no­gra­phien, auch bei Säug­lin­gen
opera­tive Eingriffe einschließ­lich Notfal­lein­griffe an Körper­höh­len, Wirbel­säule, Schul­ter/Ober­arm/Ellbo­gen, Unter­arm/Hand, Becken, Hüft­ge­lenk, Ober­schen­kel, Knie­ge­lenk, Unter­schen­kel, Sprung­ge­lenk, Fuß
Eingriffe an Nerven und Gefäßen
Eingriffe bei Infek­tio­nen an Weich­tei­len, Knochen und Gelen­ken
Implan­ta­tent­fer­nun­gen
Behand­lung von ther­mi­schen und chemi­schen Schä­di­gun­gen
konser­va­tive Behand­lun­gen von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Defor­mi­tä­ten, Luxa­tio­nen, Frak­tu­ren und Distor­sio­nen
Injek­ti­ons- und Punk­ti­ons­tech­ni­ken an Wirbel­säule und Gelen­ken
Osteo­den­si­to­me­trie
Anord­nung, Über­wa­chung und Doku­men­ta­tion von Verord­nun­gen ortho­pä­di­scher Hilfs­mit­tel

4.6 Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
(Plastisch-ästhetischer Chirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Plas­ti­­sche und Ästhe­ti­­sche Chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Plas­ti­sche und Ästhe­ti­sche Chir­ur­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
12 Monate in einer der ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes Chir­ur­gie, in Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde und/oder Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­gie
oder
6 Monate in Anäs­the­sio­lo­gie, Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe oder Patho­lo­gie ange­rech­net werden
12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung, opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Wieder­her­stel­lung und Verbes­se­rung ange­bo­re­ner oder durch Krank­heit, Dege­ne­ra­tion, Tumor, Unfall oder Alter verur­sach­ter sicht­bar gestör­ter Körper­funk­tio­nen und der Körper­form
der Behand­lung Brand­ver­letz­ter in der Akut- und sekun­dären Rekon­struk­ti­ons­phase
der Diffe­ren­zi­al­the­ra­pie bei post­ope­ra­ti­ven Kompli­ka­tio­nen, Groß­wun­den und Wund­hei­lungs­stö­run­gen
Rekon­struk­ti­ons­maß­nah­men bei Fehl­bil­dun­gen
thera­peu­ti­schen Verfah­ren bei akuten Verlet­zun­gen der Haut und Weich­teile einschließ­lich Rekon­struk­tion
der plas­tisch-ästhe­ti­schen Chir­ur­gie in allen Körper­re­gio­nen einschließ­lich kosme­ti­sche Opera­tio­nen unter Berück­sich­ti­gung der psycho­lo­gi­schen Explo­ra­tion und Elek­ti­ons­kri­te­rien und der spezi­fi­schen Aufklä­rung bei elek­ti­ven Opera­ti­ons­in­di­ka­tio­nen
funk­ti­ons- und struk­tur­wie­der­her­stel­len­den Eingrif­fen bei akuten Verlet­zun­gen und chro­ni­schen Wunden und Infek­tio­nen der Haut, der Weich­teile und des muskulo-skelet­ta­len Appa­ra­tes sowie deren Folge­schä­den auch in inter­dis­zi­pli­närer Koope­ra­tion
der Mitwir­kung bei Replan­ta­tio­nen und Revas­ku­la­ri­sa­tio­nen abge­trenn­ter Körper­teile einschließ­lich der Behand­lung von Verlet­zun­gen und Erkran­kun­gen des peri­phe­ren Nerven­sys­tems
der Trans­plan­ta­tion isoge­ner, allo­ge­ner oder synthe­ti­scher Ersatz­struk­tu­ren
psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen bei ange­bo­re­nen Fehl­bil­dun­gen, erwor­be­nen Defek­ten und ästhe­tisch-kosme­ti­schen Eingrif­fen
der Nach­be­hand­lung plas­tisch-ästhe­ti­scher Eingriffe einschließ­lich Verbände, Ruhig­stel­lung, Stabi­li­sie­rung auch bei Schuh­ver­sor­gun­gen, Orthe­sen und Prothe­sen sowie bei Trans­plan­ta­tio­nen
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
der Bewer­tung bild­ge­ben­der, endo­sko­pi­scher und neuro­lo­gi­scher/neuro­phy­sio­lo­gi­scher Befunde
der Verord­nung von Kran­ken­gym­nas­tik, Ergo­the­ra­pie und weite­rer Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
konstruk­tive, rekon­struk­tive und plas­tisch-ästhe­tisch-chir­ur­gi­sche Eingriffe einschließ­lich mikro­chir­ur­gi­sche Laser- und Ultra­schall-Tech­ni­ken sowie Nah- und Fern­lap­pen­plas­ti­ken mit und ohne Gefäß­an­schluss
  • im Kopf-Hals-Bereich
  • im Brust­be­reich
  • an Rumpf und Extre­mi­tä­ten
  • an Haut- und subku­ta­nen Weich­tei­len
  • an peri­phe­ren Nerven
Mitwir­kung bei Eingrif­fen im Rahmen der Erst­ver­sor­gung von Verbren­nun­gen und zur Behand­lung von Verbren­nungs­fol­gen

4.7 Facharzt für Thoraxchirurgie
(Thoraxchirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Thora­x­chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Thora­x­chir­ur­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
12 Monate in einer der ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes Chir­ur­gie, in Innere Medi­zin und Häma­to­lo­gie und Onko­lo­gie und/oder Innere Medi­zin und Pneu­mo­lo­gie ange­rech­net werden
12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung, opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung und Nach­sorge von Erkran­kun­gen einschließ­lich Neopla­sien, Infek­tio­nen, Verlet­zun­gen und Fehl­bil­dun­gen der Lunge, der Pleura, des Tracheo-Bron­chi­al­sys­tems, des Medias­tin­ums, der Thorax­wand, des Zwerch­fells und der jeweils angren­zen­den Struk­tu­ren einschließ­lich der Reha­bi­li­ta­tion
opera­ti­ven Eingrif­fen am Herzen im Zusam­men­hang mit thora­x­chir­ur­gi­schen Opera­tio­nen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
den zur Versor­gung im Notfall erfor­der­li­chen, gefäß­chir­ur­gi­schen, unfall­chir­ur­gi­schen, viszeral­chir­ur­gi­schen und allge­mein­chir­ur­gi­schen Maßnah­men in inter­dis­zi­pli­närer Zusam­men­ar­beit
der opera­ti­ven Tumorchir­ur­gie einschließ­lich pallia­tiv­me­di­zi­ni­scher und schmerz­the­ra­peu­ti­scher Maßnah­men
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
der Planung und Durch­füh­rung multi­mo­da­ler Thera­pie­kon­zepte bei Tumor­pa­ti­en­ten in inter­dis­zi­pli­närer Zusam­men­ar­beit sowie Durch­füh­rung von Früh­er­ken­nungs- und Nach­sor­ge­maß­nah­men zur Tumor- und Rezi­di­ver­ken­nung
Tech­ni­ken mini­mal-inva­si­ver Chir­ur­gie
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen der Thora­x­or­gane (ohne Herz)
diagno­s­ti­sche und thera­peu­ti­sche Endo­sko­pien, z. B. Tracheo-Bron­cho­sko­pie, Thora­ko­sko­pie, Ösopha­go­sko­pie
opera­tive Eingriffe einschließ­lich mini­mal inva­si­ver Tech­ni­ken
  • an Kopf und Hals, z. B. Tracheo­to­mie, Medias­ti­no­sko­pie
  • am Medias­ti­num und Ösopha­gus, z. B. Dissek­tion der medias­tina­len Lymph­kno­ten, Tumor­re­sek­tion, Thymek­to­mie, ösopha­gotra­cheale Fisteln, Verlet­zun­gen des Ösopha­gus
  • an der Thorax­wand, z. B. Verlet­zun­gen, Brust­wandre­sek­tion, Thora­ko­plas­tik, Korrek­tur­plas­tik
  • an der Lunge, auch auf thora­ko­sko­pi­schem Weg, z. B. Keil­re­sek­tion, Laser­re­sek­tion, Segmen­tre­sek­tion, Lobek­to­mie, Pneu­mo­nek­to­mie
  • erwei­terte Eingriffe an der Lunge, z. B. intra­pe­ri­kar­diale Gefäß­ver­sor­gung, Vorhof­teil­re­sek­tion, Peri­kard- und Zwerch­fell­re­sek­tion, plas­ti­sche Opera­tio­nen am Tracheo­bron­chial- und Gefäß­baum
  • video­tho­ra­ko­sko­pi­sche Eingriffe, z. B. Pleu­rek­to­mie, Keil­re­sek­tion, Sympa­thek­to­mie, Biop­sien
  • an der Pleura, auch auf thora­ko­sko­pi­schem Weg, z. B. Dekor­ti­ka­tio­nen bei Tumo­ren, Schwie­len und Empye­men
  • Eingriffe bei thora­ka­len Verlet­zun­gen

4.8 Facharzt für Viszeralchirurgie
(Viszeralchirurg)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Visceral­chir­ur­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Chir­ur­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Visceral­chir­ur­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
12 Monate in einer der ande­ren Fach­arzt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes Chir­ur­gie, in Anäs­the­sio­lo­gie, Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe, Innere Medi­zin und Gastro­en­te­ro­lo­gie, Innere Medi­zin und Häma­to­lo­gie und Onko­lo­gie, Patho­lo­gie und/oder Urolo­gie ange­rech­net werden
12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung, Behand­lung, Nach­be­hand­lung und Reha­bi­li­ta­tion von Erkran­kun­gen, Verlet­zun­gen, Infek­tio­nen, Fehl­bil­dun­gen inne­rer Organe insbe­son­dere der gastro­en­te­ro­lo­gi­schen, endo­kri­nen und onko­lo­gi­schen Chir­ur­gie der Organe und Weich­teile
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
endo­sko­pi­schen, aparo­sko­pi­schen und mini­mal-inva­si­ven Opera­ti­ons­ver­fah­ren
der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
der Mitwir­kung bei inter­dis­zi­pli­nären inter­ven­tio­nel­len Verfah­ren wie radio­lo­gisch und radio­lo­gisch-endo­sko­pi­schen Verfah­ren oder endo­so­no­gra­phi­schen Unter­su­chun­gen des Gastro­in­tes­tinal­trak­tes
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu gastro­en­te­ro­lo­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
instru­men­tel­len und funk­tio­nel­len Unter­su­chungs­me­tho­den einschließ­lich Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen und Endo­sko­pie
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen des Abdo­mens und Retro­pe­ri­to­neums einschließ­lich Duplex-Sono­gra­phien der abdo­mi­nel­len und retro­pe­ri­to­nea­len Gefäße
Grund­la­gen der Kolo­sko­pie und Ösophago-Gastro-Duode­no­sko­pie
konven­tio­nelle, mini­mal-inva­sive und endo­sko­pi­sche opera­tive Eingriffe an Kopf und Hals einschließ­lich Tracheo­to­mie, Thora­ko­to­mie, Thora­xdrai­na­gen, Ösopha­gus, Magen, Leber, Gallen­wege, Pankreas, Milz, Dünn­darm, Dick­darm, Rektum, Anus, Bauch­höhle, Retro­pe­ri­to­neum, Bauch­wand

Übergangsbestimmungen:

1.
Ärzte mit der Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Chir­ur­gie“ sind berech­tigt, statt­des­sen die Bezeich­nung „Fach­arzt für Allge­meine Chir­ur­gie“ zu führen.
2.
Ärzte mit der Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Plas­ti­sche Chir­ur­gie“ sind berech­tigt, statt­des­sen die Bezeich­nung „Fach­arzt für Plas­ti­sche und Ästhe­ti­sche Chir­ur­gie“ zu führen.
3.
Ärzte mit der Aner­ken­nung zum Führen der Schwer­punkt­be­zeich­nung
  • „Gefäß­chir­ur­gie“
  • „Tho­ra­x­chir­ur­gie“
  • „Visceral­chir­ur­gie“
    sind berech­tigt, statt­des­sen die entspre­chende Fach­arzt­be­zeich­nung zu führen.
4.
Ärzte, die
a)
bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung berech­tigt sind, die Bezeich­nun­gen „Fach­arzt für Chir­ur­gie“ in Verbin­dung mit der bishe­ri­gen Schwer­punkt­be­zeich­nung „Unfall­chir­ur­gie“ oder „Fach­arzt für Ortho­pä­die“ zu führen,
b)
nach Abschluss der Weiter­bil­dung im Schwer­punkt Unfall­chir­ur­gie oder im Gebiet Ortho­pä­die mindes­tens zwei Jahre regel­mä­ßig und über­wie­gend in der Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie tätig waren und dieses bele­gen
und
c)
in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Aner­ken­nung als „Fach­arzt für Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie“ gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben haben,
werden auf Antrag zur Prüfung zur Aner­ken­­nung der Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Ortho­pä­­die und Unfall­chir­ur­­gie“ zuge­las­­sen. Die Prüfung erstreckt sich auf dieje­­ni­­gen Gegen­­stände der in 4.5 vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­in­halte, die nicht durch die erwor­­bene Aner­ken­­nung nach­­ge­wie­­sen sind. Anträge nach dieser Über­­gangs­­be­­stim­­mung sind inner­halb einer Frist von drei Jahren nach Inkraft­tre­ten dieser Weiter­­bil­­dungs­­ord­­nung zu stel­len.
5.
Ärzte, die sowohl die Aner­ken­nung zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Chir­ur­gie“ in Verbin­dung mit der bishe­ri­gen Schwer­punkt­be­zeich­nung „Unfall­chir­ur­gie“ als auch zum Führen der Bezeich­nung „Fach­arzt für Ortho­pä­die“ erwor­ben haben, sind berech­tigt, statt­des­sen die Bezeich­nung „Fach­arzt für Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie“ zu führen.

5. Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Definition:

Das Gebiet Frau­en­heil­­kunde und Geburts­hilfe umfasst die Erken­­nung, Vorbeu­­gung, konser­va­tive und opera­tive Behan­d­­lung sowie Nach­­sorge von geschlechts­­s­­pe­­zi­­fi­­schen Gesun­d­heits­­­stö­run­­gen der Frau einschließ­­lich plas­tisch-rekon­struk­ti­­ver Eingriffe, der gynä­­ko­lo­­gi­­schen Onko­lo­­gie, Endo­­kri­no­lo­­gie, Fort­pflan­­zungs­­­me­­di­­zin, der Betreu­ung und Über­wa­chung norma­­ler und gestör­ter Schwan­­ger­­schaf­ten, Gebur­ten und Wochen­­bet­t­­ver­­­läufe sowie der Prä- und Peri­na­tal­­me­­di­­zin und die Prok­to­lo­­gie, soweit für Erkran­­kun­­gen des Gebie­tes erfor­­der­­lich.

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
(Frauenarzt)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Frau­en­heil­­kunde und Geburts­hilfe ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
6 Monate in einem ande­ren Gebiet ange­rech­net werden
bis zu 12 Monate in den Schwer­punkt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes abge­leis­tet werden
bis zu 24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
und 80 Stun­den Kurs-Weiter­bil­dung gemäß § 4 Abs. 8 in Psycho­so­ma­ti­sche Grund­ver­sor­gung

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in:
der Gesund­heits­be­ra­tung einschließ­lich Still­be­ra­tung und den Grund­la­gen der Ernäh­rungs­me­di­zin, Früh­er­ken­nung und Vorbeu­gung einschließ­lich Impfun­gen
der konser­va­ti­ven und opera­ti­ven Behand­lung der weib­li­chen Geschlechts­or­gane einschließ­lich der Brust, der Erken­nung und Behand­lung von Kompli­ka­tio­nen und der Reha­bi­li­ta­tion
der (Früh-)Erken­nung sowie den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur gynä­ko­lo­gi­schen Strah­len­be­hand­lung und der Nach­sorge von gynä­ko­lo­gi­schen Tumo­rer­kran­kun­gen
der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
der Fest­stel­lung einer Schwan­ger­schaft, der Mutter­schafts­vor­sorge, der Erken­nung und Behand­lung von Schwan­ger­schafts­er­kran­kun­gen, Risi­koschwan­ger­schaf­ten und der Wochen­bett­be­treu­ung
der Geburts­be­treu­ung einschließ­lich Mitwir­kung bei Risi­ko­ge­bur­ten und geburts­hilf­li­chen Eingrif­fen höhe­rer Schwie­rig­keits­grade sowie der Versor­gung und Betreu­ung des Neuge­bo­re­nen einschließ­lich der Erken­nung und Behand­lung von Anpas­sungs­stö­run­gen
der Diagno­s­tik und Thera­pie der Harn- und post­par­ta­len Analin­kon­ti­nenz einschließ­lich des Becken­bo­den­trai­nings
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu plas­tisch-opera­ti­ven und rekon­struk­ti­ven Eingrif­fen im Geni­tal­be­reich und der Brust
der Erken­nung und Behand­lung des prämen­struel­len Syndroms
der hormo­nel­len Regu­la­tion des weib­li­chen Zyklus und der ovari­el­len Fehl­funk­tio­nen einschließ­lich der Erken­nung und Basis­the­ra­pie der weib­li­chen Steri­li­tät
der Fami­li­en­pla­nung sowie hormo­nel­ler, chemi­scher, mecha­ni­scher und opera­ti­ver Kontra­zep­tion
den Grund­la­gen here­di­tärer Krank­heits­bil­der einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine human­ge­ne­ti­sche Bera­tung
der Bera­tung bei Schwan­ger­schafts­kon­flik­ten sowie der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zum Schwan­ger­schafts­ab­bruch unter Berück­sich­ti­gung der gesund­heit­li­chen einschließ­lich psychi­schen Risi­ken
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
der Präven­tion der Osteo­po­rose
der Sexu­al­be­ra­tung der Frau und des Paares
psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen, psycho­so­zia­len und psycho­se­xu­el­len Störun­gen unter Berück­sich­ti­gung der gesell­schaftss­pe­zi­fi­schen Stel­lung der Frau und ihrer Part­ner­schaft
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich den Grund­la­gen zyto­dia­gno­s­ti­scher Verfah­ren sowie Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich Gerin­nungs­stö­run­gen sowie lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung
Erken­nung und Behand­lung von Gewalt­fol­gen
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
ante- und intra­par­tale Kardio­to­ko­gramme
Leitung von norma­len Gebur­ten auch mit Versor­gung von Damm­schnit­ten und Geburts­ver­let­zun­gen
Geburts­hilf­li­che Opera­tio­nen, z. B. Sektio, Forceps, Vakuum-Extrak­tion, Entwick­lung aus Becke­nend­lage
Erst­ver­sor­gung einschließ­lich Erst­un­ter­su­chung des Neuge­bo­re­nen
Lokal- und Regio­nal­an­äs­the­sie
opera­tive Eingriffe
  • am äuße­ren und inne­ren Geni­tale und der Brust, z. B. Abra­sio, Nach­kü­ret­tage, diagno­s­ti­sche Exstir­pa­tion, Hyste­ro­sko­pie
  • vagi­nale und abdo­mi­nelle Opera­tio­nen, z. B. Hyste­rek­to­mien einschließ­lich Deszen­sus-Opera­tio­nen, Lapa­ro­sko­pien
Kolpo­sko­pien
Anfer­ti­gung von zyto­lo­gi­schen Abstrich­prä­pa­ra­ten
Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Endo­so­no­gra­phie und Dopp­ler­so­no­gra­phie der weib­li­chen Uroge­ni­tal­or­gane und der Brust sowie der utero-plazento-feta­len Einheit auch im Rahmen der Fehl­bil­dungs­dia­gno­s­tik
Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung

5.1 Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Schwer­­punkt Gynä­­ko­lo­­gi­­sche Endo­­kri­no­lo­­gie und Repro­­duk­ti­­ons­­me­­di­­zin ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Erken­nung und Behand­lung geschlechts­s­pe­zi­fi­scher endo­kri­ner, neuro­en­do­kri­ner und ferti­li­täts­be­zo­ge­ner Funk­tio­nen, Dysfunk­tio­nen und Erkran­kun­gen sowie von Fehl­bil­dun­gen des inne­ren Geni­tale in der Puber­tät, der Adoles­zenz, der fort­pflan­zungs­fä­hi­gen Phase, dem Klimak­te­rium und der Peri- und Post­me­no­pause
endo­sko­pi­schen und mikro­chir­ur­gi­schen Opera­ti­ons­ver­fah­ren
der ferti­li­täts­be­zo­ge­nen Paar­be­ra­tung
der Erken­nung und Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner endo­krin beding­ter Alte­rungs­pro­zesse
der Erken­nung und Beur­tei­lung psycho­so­ma­ti­scher Einflüsse auf den Hormon­haus­halt, auf die Ferti­li­tät und deren Behand­lung
gene­tisch beding­ten Regu­la­ti­ons- und Ferti­li­täts­stö­run­gen mit Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur human­ge­ne­ti­schen Bera­tung
Erken­nung und Behand­lung des Andro­gen­haus­hal­tes, Hirsu­tis­mus und des Prolak­tin­haus­hal­tes
den endo­krin beding­ten Funk­ti­ons- und Entwick­lungs­stö­run­gen der weib­li­chen Brust
den gynä­ko­lo­gisch-endo­kri­nen Aspek­ten der Trans­se­xua­li­tät
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
assis­tierte Ferti­li­sa­ti­ons­me­tho­den einschließ­lich hormo­nel­ler Stimu­la­tion, Inse­mi­na­tio­nen, In-vitro-Ferti­li­sa­tion (IVF), intra­zy­to­plas­ma­ti­sche Sper­ma­to­zoen-Injek­tion (ICSI)
Kryo­kon­ser­vie­rungs­ver­fah­ren
Sper­mio­gramm-Analyse und Ejaku­lat-Aufbe­rei­tungs­me­tho­den und Funk­ti­ons­tests
Mitwir­kung bei größe­ren ferti­li­täts­chir­ur­gi­schen Eingrif­fen einschließ­lich hyste­ro­sko­pi­scher und lapa­ro­sko­pi­scher Verfah­ren, z. B. bei Endo­me­triose, Tuben- und Ovar­chir­ur­gie

5.2 Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Schwer­­punkt Gynä­­ko­lo­­gi­­sche Onko­lo­­gie ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
bis zu 12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
6 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
Erken­nung und Behand­lung der bösar­ti­gen Erkran­kun­gen des weib­li­chen Geni­tale und der Brust
chemo­the­ra­peu­ti­schen und hormo­nel­len Verfah­ren
mole­ku­lar­bio­lo­gi­schen, onko­ge­ne­ti­schen, immun­mo­du­la­to­ri­schen, suppor­ti­ven und pallia­ti­ven Verfah­ren
organ- und ferti­li­täts­er­hal­ten­den Verfah­ren
radi­ka­len Behand­lungs­ver­fah­ren
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
morpho­lo­gisch-funk­tio­nelle (z. B. Ultra­schall, Endo­sko­pie) und inva­sive (z. B. Punk­tion, Biop­sie) Verfah­ren der Geni­tal­or­gane und Brust
orga­ner­hal­tende und radi­kale Krebs­ope­ra­tio­nen am Geni­tale (z. B. Debulking-OP, Wert­heim-OP, Vulvek­to­mie, Lympha­denek­to­mie inguinal, pelvin, paraaor­tal, Exen­te­r­a­tion)
orga­ner­hal­tende und radi­kale Krebs­ope­ra­tio­nen an der Mamma
rekon­struk­tive Eingriffe am Geni­tale, den Bauch­de­cken und der Brust im Zusam­men­hang mit onko­lo­gi­schen Behand­lun­gen
hormo­nelle (abla­tive und addi­tive) Thera­pien
zyto­sta­ti­sche Thera­pie­zy­klen
suppor­tive und pallia­tive medi­ka­men­töse Tumor­the­ra­pien
gynä­ko­lo­gi­sche Strah­len-Kontakt-Thera­pie
psychoon­ko­lo­gi­sche Betreu­ung, Reha­bi­li­ta­tion und Begut­ach­tung
spezi­elle Rezi­div­dia­gno­s­tik und -Behand­lung
Tumor­nach­sorge

5.3 Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Schwer­­punkt Spezi­elle Geburts­hilfe und Peri­na­tal­­me­­di­­zin ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
6 Monate Weiter­bil­dung in Human­ge­ne­tik oder Neona­to­lo­gie ange­rech­net werden
bis zu 12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
bis zu 12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Erken­nung und Behand­lung mater­na­ler und feta­ler Erkran­kun­gen höhe­ren Schwie­rig­keits­gra­des einschließ­lich inva­si­ver und opera­ti­ver Maßnah­men und der Erst­ver­sor­gung des gefähr­de­ten Neuge­bo­re­nen
der Erken­nung feto­ma­ter­na­ler Risi­ken
der Erken­nung und Behand­lung von feta­len Entwick­lungs­stö­run­gen, Fehl­bil­dun­gen und Erkran­kun­gen
der Betreu­ung der Risi­koschwan­ger­schaft und Leitung der Risi­ko­ge­burt
der Bera­tung der Pati­en­tin bzw. des Paares bei geziel­ten präna­tal­dia­gno­s­ti­schen Frage­stel­lun­gen sowie weiter­füh­rende Diagno­s­tik
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Dopp­ler­so­no­gra­phien des Fetus und seiner Gefäße sowie fetale Echo­kar­dio­gra­phie
Über­wa­chung bei erhöh­tem Risiko zur diffe­ren­zier­ten Zustands­dia­gno­s­tik des Feten
Leitung von Risi­ko­ge­bur­ten und geburts­hilf­li­chen Notfall­si­tua­tio­nen einschließ­lich Notfall­maß­nah­men und Wieder­be­le­bung beim Neuge­bo­re­nen
inva­sive prä- und peri­na­tale Eingriffe, z. B. Amnio­zen­te­sen, Chorion­zot­ten­bi­op­sien, Nabel­schnur­punk­tio­nen, Punk­tio­nen aus feta­len Körper­höh­len, Amnion­drai­na­gen
opera­tive Entbin­dun­gen bei Risi­koschwan­ger­schaf­ten einschließ­lich Becke­nend­la­gen­ent­wick­lung, Versor­gung kompli­zier­ter Geburts­ver­let­zun­gen, Resec­tio­nes und Entwick­lung von Mehr­lin­gen

Übergangsbestimmungen:

1.
Ärzte, die die Aner­ken­nung der Fakul­ta­ti­ven Weiter­bil­dung „Gynä­ko­lo­gi­sche Endo­kri­no­lo­gie und Repro­duk­ti­ons­me­di­zin“ erwor­ben haben, sind berech­tigt, die Schwer­punkt­be­zeich­nung „Gynä­ko­lo­gi­sche Endo­kri­no­lo­gie und Repro­duk­ti­ons­me­di­zin“ zu führen.
2.
Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung
a)
berech­tigt sind, die Bezeich­nung „Fach­arzt für Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe“ zu führen,
b)
inner­halb der letz­ten acht Jahre mindes­tens 36 Monate, darun­ter mindes­tens 24 Monate zusätz­lich zu ihrer Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe, an einer Weiter­bil­dungs­stätte oder vergleich­ba­ren Einrich­tung regel­mä­ßig und über­wie­gend in der Gynä­ko­lo­gi­schen Onko­lo­gie tätig waren und dieses bele­gen
und
c)
in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die für den Schwer­punkt Gynä­ko­lo­gi­sche Onko­lo­gie gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben haben,
werden auf Antrag zur Prüfung zur Aner­ken­­nung der Schwer­­punk­t­­be­­zeich­­nung „Gynä­­ko­lo­­gi­­sche Onko­lo­­gie“ zuge­las­­sen.
3.
Ärzte, die die Aner­ken­nung der Fakul­ta­ti­ven Weiter­bil­dung „Spe­zi­elle Geburts­hilfe und Peri­na­tal­me­di­zin“ erwor­ben haben, sind berech­tigt, die Schwer­punkt­be­zeich­nung „Spe­zi­elle Geburts­hilfe und Peri­na­tal­me­di­zin“ zu führen.

6. Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Definition:

Das Gebiet Hals-Nasen-Ohren­heil­­kunde umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, konser­va­tive und opera­tive Behan­d­­lung, Nach­­sorge und Reha­­bi­­li­ta­tion von Erkran­­kun­­gen, Verlet­­zun­­gen, Fehl­­bil­­dun­­gen, Form­­ver­­än­­de­run­­gen und Tumo­ren des Ohres, der Nase, der Nasen­­ne­­ben­höh­len, der Mund­höhle, des Pharynx und Larynx und von Funk­ti­­ons­­stö­run­­gen der Sinnes­or­­gane dieser Regio­­nen sowie von Stimm-, Sprach-, Sprech- und Hörstö­run­­gen.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Hals-Nasen-Ohren­heil­­kunde ist die Erlan­­gung von Fach­­arz­t­­kom­­pe­ten­­zen 6.1 und 6.2 nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte, die auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung (gemein­­same Inhalte der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dun­­gen) aufbauen.

Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 6.1 und 6.2:

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Gesund­heits­be­ra­tung, Vorbeu­gung, (Früh-)Erken­nung und Behand­lung von Erkran­kun­gen des Gehör- und Gleich­ge­wichts­or­gans, der Hirn­ner­ven, der Nase und Nasen­ne­ben­höh­len, der Tränen-Nasen-Wege, der Lippen, der Wange, der Zunge, des Zungen­grunds, des Mund­bo­dens und der Tonsil­len, des Rachens, des Kehl­kopfs, der Kopfspei­chel­drü­sen sowie der Oto- und Rhino­ba­sis einschließ­lich des Lymph­sys­tems sowie der Weich­teile des Gesichts­schä­dels und des Halses
den Grund­la­gen der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
den Grund­la­gen funk­tio­nel­ler Störun­gen der Hals­wir­bel­säule und der Kiefer­ge­lenke
der Wund­ver­sor­gung, Wund­be­hand­lung und Verbands­lehre
Unter­su­chun­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Hirn­ner­ven einschließ­lich Prüfung des Riech- und Schmeck-Sinnes
den Grund­la­gen der Diagno­s­tik und Thera­pie von Schluck-, Stimm-, Sprech- und Sprach­stö­run­gen einschließ­lich Stro­bo­sko­pie und Stimm­feld­mes­sun­gen
der Hör-Scree­ning-Unter­su­chung
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
den Grund­la­gen here­di­tärer Krank­heits­bil­der einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine human­ge­ne­ti­sche Bera­tung
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung physi­ka­li­scher Thera­pie­maß­nah­men
der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung sowie den Grund­la­gen der Beat­mungs­tech­nik und inten­siv­me­di­zi­ni­scher Basis­maß­nah­men
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
audio­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. Tonschwel­len-, Sprach-Hörfeldau­dio­me­trie, elek­tri­sche Reak­ti­ons­au­dio­me­trie (ERA), otoakus­ti­sche Emis­sio­nen, Hörtests zur Diagno­s­tik zentra­ler Hörstö­run­gen sowie zur Hörge­rä­te­ver­sor­gung einschließ­lich Anpas­sung und Über­prü­fung, Hörschwel­len­be­stim­mung, Impe­danz­mes­sun­gen mit Stape­di­us­re­flex­mes­sung einschließ­lich Neuge­bo­re­nen-Hör-Scree­ning
neuro-otolo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. expe­ri­men­telle Nystag­muspro­vo­ka­tion, spino­ves­ti­bu­läre, vesti­bu­lo­spi­nale und zentrale Tests
Sprach­tests
Venti­la­ti­ons­prü­fun­gen, z. B. Rhino­ma­no­me­trie, Spiro­me­trie, Spiro­gra­phie
mikro­sko­pi­sche und endo­sko­pi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. Rhino­sko­pie, Sinus­ko­pie, Naso­pha­ryn­go­sko­pie, Laryn­go­sko­pie, Tracheo­sko­pie, Ösopha­go­sko­pie
sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen der Gesichts- und Hals­weich­teile sowie der Nasen­ne­ben­höh­len und Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien der extra­kra­ni­el­len hirn­ver­sor­gen­den Gefäße
Lokal- und Regio­nal­an­äs­the­sien
Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung

6.1 Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
(Hals-Nasen-Ohrenarzt)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Hals-Nasen-Ohren­heil­­kunde nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde und 36 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
6 Monate im Gebiet Chir­ur­gie oder Patho­lo­gie oder in Anäs­the­sio­lo­gie, Kinder- und Jugend­me­di­zin, Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­gie, Neuro­chir­ur­gie oder Sprach-, Stimm- und kind­li­che Hörstö­run­gen ange­rech­net werden
bis zu 12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Erken­nung, konser­va­ti­ven und opera­ti­ven Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von Erkran­kun­gen einschließ­lich Funk­ti­ons­stö­run­gen, Verlet­zun­gen, Fehl­bil­dun­gen, Form­ver­än­de­run­gen und Tumo­ren der Organe der Nase und Nasen­ne­ben­höh­len, der Tränen-Nasen-Wege, des Gehör- und Gleich­ge­wichts­or­gans, der Hirn­ner­ven, der Lippen, der Wange, der Zunge, des Zungen­grunds, des Mund­bo­dens, der Tonsil­len, des Rachens, des Kehl­kopfs, der oberen Luft- und Spei­se­wege, der Kopfspei­chel­drü­sen sowie der Oto- und Rhino­ba­sis sowie der Weich­teile des Gesichts­schä­dels und des Halses
den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie
der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
der Erken­nung und Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner aller­gi­scher Erkran­kun­gen einschließ­lich der Notfall­be­hand­lung des anaphy­lak­ti­schen Schocks
den Grund­la­gen schlaf­be­zo­ge­ner Atem­stö­run­gen und deren opera­ti­ver Behand­lungs­maß­nah­men
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
den umwelt­be­ding­ten Schä­di­gun­gen im Hals-Nasen-Ohren­be­reich einschließ­lich Lärm­schwer­hö­rig­keit
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
unspe­zi­fi­sche und aller­gen­ver­mit­telte Provo­ka­ti­ons- und Karenz­tests einschließ­lich epiku­ta­ner, kuta­ner und intra­ku­ta­ner Tests einschließ­lich Erstel­lung eines Thera­pie­pla­nes
Hypo­sen­si­bi­li­sie­rung
neuro-otolo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. expe­ri­men­telle Nystag­muspro­vo­ka­tion, spino­ves­ti­bu­läre, vesti­bu­lo­spi­nale und zentrale Tests und funk­tio­nelle Unter­su­chung des Hals­wir­bel­säu­len­sys­tems auch mit appa­ra­ti­ver Regis­trie­rung mittels elek­tro- und/oder Video­nys­tag­mo­gra­phie
opera­tive Eingriffe einschließ­lich endo­sko­pi­scher und mikro­sko­pi­scher Tech­ni­ken
  • an Ohr, Ohrschä­del, Gehör­gang, Ohrmu­schel einschließ­lich Felsen­bein­prä­pa­ra­tio­nen
  • an Nasen­ne­ben­höh­len, Nase und Weich­tei­len des Gesichts­schä­dels
  • plas­ti­sche Maßnah­men gerin­gen Schwie­rig­keits­gra­des an Nase und Ohr
  • im Pharynx
  • im Bereich des Kehl­kopfs und der oberen Luft­röhre einschließ­lich Tracheo­to­mie
  • am äuße­ren Hals
  • an Spei­chel­drü­sen und -ausfüh­rungs­gän­gen
  • Eingriffe bei Schlafap­noe
Mitwir­kung bei Eingrif­fen höhe­rer Schwie­rig­keits­grade, z. B. bei mikro­chir­ur­gi­schen Ohrope­ra­tio­nen, großen tumorchir­ur­gi­schen Opera­tio­nen im Kopf-Hals-Bereich, bei endo­sko­pi­scher Ethmoi­dek­to­mie und Pansi­nus­ope­ra­tio­nen, bei neuro­plas­ti­schen Eingrif­fen, bei Gefäßer­satz und mikro­vas­ku­lä­ren Anas­to­mo­sen

6.2 Facharzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Sprach-, Stimm- und kind­­li­che Hörstö­run­­gen nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde und 36 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Sprach-, Stimm- und kind­li­che Hörstö­run­gen bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
6 Monate in Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde, Kinder- und Jugend­me­di­zin, Kinder- und Jugend­psych­ia­trie und -psycho­the­ra­pie, Neuro­lo­gie oder Psycho­so­ma­ti­sche Medi­zin und Psycho­the­ra­pie ange­rech­net werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Erken­nung, konser­va­ti­ven Behand­lung und Reha­bi­li­ta­tion von orga­ni­schen, funk­tio­nel­len, peri­phe­ren und zentra­len Funk­ti­ons­stö­run­gen der Stimme, des Spre­chens, der Spra­che, des Schlu­ckens und des kind­li­chen Hörens, der Hörrei­fung, -verar­bei­tung und -wahr­neh­mung einschließ­lich psycho­so­ma­ti­scher Störun­gen und der Bera­tung von Ange­hö­ri­gen
Erken­nung audi­ti­ver, visu­el­ler, kinäs­the­ti­scher und takti­ler Verar­bei­tungs- und Wahr­neh­mungs­stö­run­gen im Kindesal­ter einschließ­lich entwick­lungs­neu­ro­lo­gi­scher und -psycho­lo­gi­scher Zusam­men­hänge
der Diagno­s­tik der Grob-, Fein- und Mund­mo­to­rik im Zusam­men­hang mit Schluck-, Sprech- und Sprach­stö­run­gen einschließ­lich Prüfung der Dysar­thro­pho­nie, Apha­sien und Apra­xien
der alters- und entwick­lungs­ge­mä­ßen Kinderau­dio­me­trie mit subjek­ti­ven und objek­ti­ven Hörprü­fun­gen einschließ­lich Scree­ning-Verfah­ren auch bei Neuge­bo­re­nen und Säug­lin­gen
der Sprach- und Sprech­the­ra­pie einschließ­lich Maßnah­men zur Verbes­se­rung der Kommu­ni­ka­tion auf phone­tisch-phono­lo­gi­scher, morpho­lo­gisch-syntak­ti­scher, seman­ti­scher und prag­ma­tisch-kommu­ni­ka­ti­ver Ebene
der funk­tio­nel­len Schluck­the­ra­pie einschließ­lich kompen­sa­to­ri­scher Stra­te­gien und Hilfen zur Unter­stüt­zung des Essens und Trin­kens und Stel­lung von Indi­ka­tio­nen zur chir­ur­gi­schen Schluck­re­ha­bi­li­ta­tion sowie der Versor­gung mit Trache­al­kanü­len und gastro­duo­dena­len Sonden
der Stimm­the­ra­pie einschließ­lich Maßnah­men zur Verbes­se­rung von Selbst- und Fremd­wahr­neh­mung, Tonus­re­gu­lie­rung, Atmung, Arti­ku­la­tion, Phona­tion und Ersatz­stimm­bil­dung
der Anpas­sung und Über­prü­fung von Hörge­rä­ten im Kindesal­ter einschließ­lich Gebrauchs­schu­lung
der Reha­bi­li­ta­tion nach Hörge­rä­te­ver­sor­gung und Coch­lea-Implan­ta­tion im Kindesal­ter
Stimm­leis­tungs­un­ter­su­chun­gen bei Sprech- und Stimm­be­ru­fen einschließ­lich Stimm­hy­giene
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Ablei­tung akus­tisch und soma­to­sen­so­risch evozier­ter Poten­ziale
elek­tri­sche Reak­ti­ons­au­dio­me­trie (ERA) im Kindesal­ter
Messung otoakus­ti­scher Emis­sio­nen im Kindesal­ter
Hörschwel­len-Bestim­mung mit alters­be­zo­ge­nen reak­ti­ons-, verhal­tens- und spie­lau­dio­me­tri­schen Verfah­ren im Kindesal­ter
subjek­tive und objek­tive Metho­den zur Diagno­s­tik zentra­ler Hörstö­run­gen im Kindesal­ter
Kinder­sprach­tests entspre­chend dem Sprach­ent­wick­lungs­al­ter
entwick­lungs-, neuro- und leis­tungs­psy­cho­lo­gi­sche Test­ver­fah­ren
instru­men­telle Analy­sen des Stimm- und Sprach­schalls in Frequenz-, Inten­si­täts- und Zeit­be­reich, z. B. Stimm­feld­mes­sung, Grund­ton­fre­quenz­be­stim­mung, Spek­tral- und Peri­odi­zi­täts­ana­ly­sen
Unter­su­chung der Phona­ti­ons­at­mung mit Bestim­mung stati­scher und dyna­mi­scher Lungen­funk­ti­ons­pa­ra­me­ter
Analyse der Stimmlip­pen­schwin­gun­gen mittels Stro­bo­sko­pie und Elek­tro­glot­to­gra­phie
fach­be­zo­gene Elek­tro­myo­gra­phie und Elek­tro­neu­ro­gra­phie einschließ­lich der korti­ka­len Magnet­sti­mu­la­tion

Übergangsbestimmungen:

Ärzte mit der Aner­ken­­nung zum Führen der Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Phonia­trie und Pädau­­dio­lo­­gie“ sind berech­tigt, stat­t­­des­­sen die Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Sprach-, Stimm- und kind­­li­che Hörstö­run­­gen“ zu führen.

7. Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten

Definition:

Das Gebiet Haut- und Geschlechts­­­krank­hei­ten umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, konser­va­tive und opera­tive Behan­d­­lung, die Nach­­sorge und Reha­­bi­­li­ta­tion von Erkran­­kun­­gen einschließ­­lich der durch Aller­­gene und Pseu­­doall­er­­gene ausge­­lös­ten Krank­hei­ten der Haut, der Unter­haut, der haut­na­hen Schleim­häute und der Hautan­hangs­­ge­­bilde sowie von Geschlechts­­­krank­hei­ten.

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
(Hautarzt)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Haut- und Geschlechts­­­krank­hei­ten ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
30 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Gesund­heits­be­ra­tung, (Früh-)Erken­nung, konser­va­ti­ven und opera­ti­ven Behand­lung und Reha­bi­li­ta­tion der Haut, Unter­haut und deren Gefäße, der Hautan­hangs­ge­bilde und haut­na­hen Schleim­häute einschließ­lich der gebiets­be­zo­ge­nen immu­no­lo­gi­schen Krank­heits­bil­der
der Vorbeu­gung, Erken­nung, opera­ti­ven Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von Tumo­ren des Haut­or­gans und der haut­na­hen Schleim­häute einschließ­lich den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie
der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
der Erken­nung und Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner aller­gi­scher Erkran­kun­gen
der Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung sexu­ell über­trag­ba­rer Infek­tio­nen und Infes­ta­tio­nen an Haut und haut­na­hen Schleim­häu­ten und Geschlechts­or­ga­nen
der Erken­nung andro­lo­gi­scher Störun­gen und Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur weiter­füh­ren­den Behand­lung
der Erken­nung und Behand­lung der gebiets­be­zo­ge­nen epifas­zia­len Gefäßer­kran­kun­gen einschließ­lich der chro­nisch venö­sen Insuf­fi­zi­enz, des Ulcus cruris und der peri­phe­ren lympha­ti­schen Abfluss­stö­run­gen
der Erken­nung prok­to­lo­gi­scher Erkran­kun­gen und Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur weiter­füh­ren­den Behand­lung
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie einschließ­lich topi­scher und syste­mi­scher Phar­maka und der Gale­nik von Derma­tika
der Vorbeu­gung, Erken­nung, Behand­lung und Reha­bi­li­ta­tion berufs­be­ding­ter Derma­to­sen
den Grund­la­gen der Gewerbe- und Umwelt­der­ma­to­lo­gie einschließ­lich der gebiets­be­zo­ge­nen Toxi­ko­lo­gie
der Wund­ver­sor­gung, Wund­be­hand­lung und Verbands­lehre
der Notfall­be­hand­lung des anaphy­lak­ti­schen Schocks
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung physi­ka­li­scher, balneo­lo­gi­scher und klima­to­lo­gi­scher Thera­pie­maß­nah­men
der derma­to­lo­gi­schen nicht ioni­sie­ren­den Strah­len­be­hand­lung und Laser­the­ra­pie
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu und Befund­be­wer­tung von gebiets­be­zo­ge­nen histo­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen
ernäh­rungs­be­ding­ten Haut­ma­ni­fes­ta­tio­nen einschließ­lich diäte­ti­scher Behand­lung
den Grund­la­gen here­di­tärer Krank­heits­bil­der einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine human­ge­ne­ti­sche Bera­tung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
opera­tive Eingriffe
  • Exzi­sio­nen von benig­nen und mali­gnen Tumo­ren
  • lokale und regio­nale Lappen­plas­ti­ken, auch unter Verwen­dung arte­fi­zi­el­ler Haut­deh­nungs­ver­fah­ren (Gewe­be­ex­pan­der­tech­nik)
  • freie Haut­trans­plan­ta­tio­nen durch auto­loge und andere Trans­plan­tate
  • phle­bo­lo­gi­sche opera­tive Eingriffe, z. B. epifas­ziale Venenex­hai­rese, Ulkus­de­ckung, Unter­bin­dung insuf­fi­zi­en­ter Venae perfo­ran­tes, Kros­sek­to­mie, super­fi­zi­elle Throm­bek­to­mie
  • ästhe­tisch opera­tive Derma­to­lo­gie wie Narben­kor­rek­tu­ren, Kontur­ver­bes­se­run­gen, Derma­b­ra­sio­nen, physiko-chemi­sche Derma­b­la­tio­nen
  • prok­to­lo­gi­sche Eingriffe wie Hämor­rhoi­dals­kle­ro­sie­rung, Maris­kenex­zi­sion, Fissu­rek­to­mie, Entfer­nung analer Condy­lo­mata acumi­nata
  • Eingriffe mit kryo­the­ra­peu­ti­schen Verfah­ren
  • Eingriffe mit laser­the­ra­peu­ti­schen Verfah­ren, z. B. abla­tiv, korrek­tiv, selek­tiv-photo­ther­mo­ly­tisch
  • Mitwir­kung bei Eingrif­fen höhe­rer Schwie­rig­keits­grade
Skle­ro­sie­rungs­the­ra­pie ober­fläch­lich gele­ge­ner Venen
Sono­gra­phie der Haut und haut­na­hen Lymph­kno­ten einschließ­lich Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phie peri­phe­rer Gefäße
phle­bo­lo­gi­sche Funk­ti­ons­un­ter­su­chun­gen wie Verschluss­ple­thys­mo­gra­phie, Licht­re­flex­rheo­gra­phie
Photo­che­mo­the­ra­pie, Balneo­pho­to­the­ra­pie und photo­dy­na­mi­sche Thera­pie
Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken
Lokal-, Tumes­zenz- und Regio­nal­an­äs­the­sien
Gestal­tung von derma­to­lo­gi­schen Reha­bi­li­ta­ti­ons­plä­nen
myko­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen einschließ­lich kultu­rel­ler Verfah­ren und Erre­ger­be­stim­mung
Tricho­gramm

8. Gebiet Humangenetik

Definition:

Das Gebiet Human­­ge­­ne­tik umfasst die Aufklä­rung, Erken­­nung und Behan­d­­lung gene­tisch beding­ter Erkran­­kun­­gen einschließ­­lich der gene­ti­­schen Bera­tung von Pati­en­ten und ihren Fami­­lien sowie den in der Gesun­d­heits­­­ver­­­sor­­gung täti­­gen Ärzte.

Facharzt für Humangenetik

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Human­­ge­­ne­tik ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
24 Monate in der human­ge­ne­ti­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung
12 Monate in einem zyto­ge­ne­ti­schen Labor
12 Monate in einem mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Labor
12 Monate in den Gebie­ten der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung mono­gen, poly­gen, multi­fak­to­ri­ell und mitochon­drial beding­ter Erkran­kun­gen mittels klini­scher, zyto­ge­ne­ti­scher, mole­ku­lar­ge­ne­ti­scher und bioche­mi­scher/prote­in­che­mi­scher Metho­den
der Bera­tung von Pati­en­ten und ihrer Fami­lien unter Berück­sich­ti­gung psycho­lo­gi­scher Gesichts­punkte
der Bera­tung und Unter­stüt­zung der in der Vorsorge und Kran­ken­be­hand­lung täti­gen Ärzte im Rahmen inter­dis­zi­pli­närer Zusam­men­ar­beit
der Berech­nung und Einschät­zung gene­ti­scher Risi­ken
der präsym­pto­ma­ti­schen und prädik­ti­ven Diagno­s­tik
den Grund­la­gen der Entste­hung und Wirkung von Muta­tio­nen, der Genwir­kung, der mole­ku­la­ren Gene­tik, der forma­len Gene­tik und der gene­ti­schen Epide­mio­lo­gie
der Wirkung exoge­ner Noxen hinsicht­lich Muta­ge­nese, Tumor­ge­nese und Tera­to­ge­nese
der präna­ta­len Diagno­s­tik
der medi­ka­men­tö­sen Thera­pie unter Berück­sich­ti­gung indi­vi­du­el­ler gene­ti­scher Veran­la­gung
den Grund­la­gen der Behand­lung gene­tisch beding­ter Krank­hei­ten einschließ­lich präven­ti­ver Maßnah­men
den Grund­la­gen der Zyto­ge­ne­tik mit Zell­kul­tur aus verschie­de­nen Gewe­ben, der Chro­mo­so­men­prä­pa­ra­tion, -färbung und -analyse sowie der mole­ku­la­ren Zyto­ge­ne­tik
den Grund­la­gen der mole­ku­la­ren Gene­tik und ihrer Metho­den wie Gewin­nung und Analy­tik von huma­ner DNA aus unter­schied­li­chen Gewe­ben sowie der Grund­tech­ni­ken der Sequen­zer­mitt­lung
den Grund­la­gen mole­ku­lar­ge­ne­ti­scher Diagno­s­tik mit direk­tem Nach­weis von Genmu­ta­tio­nen auch bei Abstam­mungs­un­ter­su­chun­gen sowie Metho­den der indi­rek­ten Geno­ty­pi­sie­rung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
klinisch-gene­ti­sche Diagno­s­tik erblich beding­ter Krank­hei­ten, ange­bo­re­ner Fehl­bil­dun­gen und Fehl­bil­dungs­syn­drome
Befun­der­he­bung und Risi­ko­ab­schät­zung bei
  • mono­ge­nen und komple­xen Erbgän­gen
  • nume­ri­schen und struk­tu­rel­len Chro­mo­so­mena­b­er­ra­tio­nen
  • mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Befun­den
gene­ti­sche Bera­tun­gen einschließ­lich Erhe­bung der Fami­li­enana­mnese in drei Gene­ra­tio­nen und Erstel­lung einer epikri­ti­schen Beur­tei­lung bei verschie­de­nen Krank­heits­bil­dern
prä- und post­na­tale Chro­mo­so­men­ana­ly­sen
Metho­den der mole­ku­la­ren Zyto­ge­ne­tik einschließ­lich chro­mo­so­ma­ler in-situ-Hybri­di­sie­rung, Kulti­vie­rungs- und Präpa­ra­ti­ons­schrit­ten an
  • Inter­pha­se­ker­nen
  • Meta­pha­sechro­mo­so­men
prä- und post­na­tale mole­ku­lar­ge­ne­ti­sche Analy­sen

9. Gebiet Hygiene und Umweltmedizin

Definition:

Das Gebiet Hygiene und Umwelt­­me­­di­­zin umfasst die Erken­­nung, Erfas­­sung, Bewer­tung sowie Vermei­­dung schäd­­li­cher exoge­­ner Fakto­ren, welche die Gesun­d­heit des Einzel­­nen oder der Bevöl­ke­rung beein­flus­­sen sowie die Entwick­­lung von Grun­d­­sät­­zen für den Gesun­d­heits­­­schutz und den gesun­d­heits­­­be­­zo­­ge­­nen Umwelt­­schutz. Das Gebiet umfasst auch die Unter­­stüt­­zung und Bera­tung von Ärzten und Insti­tu­tio­­nen in der Kran­ken­haus- und Praxis­hy­­giene, der Umwelthy­­giene und -medi­­zin, der Indi­vi­­du­al­hy­­giene sowie im gesun­d­heit­­li­chen Verbrau­cher­­schutz.

Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Hygiene und Umwelt­­me­­di­­zin nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung ande­rer Gebiete
können bis zu 12 Monate im Gebiet Phar­ma­ko­lo­gie und/oder in Arbeits­me­di­zin, Mikro­bio­lo­gie, Viro­lo­gie und Infek­ti­ons­epi­de­mio­lo­gie und/oder Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen ange­rech­net werden

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Kran­ken­haus- und Praxis­hy­giene sowie Infek­ti­ons­prä­ven­tion und hygie­ni­sches Quali­täts­ma­na­ge­ment einschließ­lich der Mitwir­kung bei Planung und Betrieb von Gesund­heits­ein­rich­tun­gen und Erstel­lung von Hygie­ne­plä­nen
der Bera­tung bezüg­lich Infek­ti­ons­ver­hü­tung, -erken­nung und -bekämp­fung sowie der Über­wa­chung der Desin­fek­tion, Steri­li­sa­tion, Ver- und Entsor­gung
der Erken­nung noso­ko­mia­ler Infek­tio­nen und Auswer­tung epide­mio­lo­gi­scher Erhe­bun­gen
der Vorbeu­gung und Epide­mio­lo­gie von infek­ti­ösen und nicht infek­ti­ösen Krank­hei­ten einschließ­lich des indi­vi­du­el­len und allge­mei­nen Seuchen­schut­zes
der Umwelthy­giene wie Wasser-, Boden-, Luft­hy­giene und Hygiene von Lebens­mit­teln, Gebrauchs- und Bedarfs­ge­gen­stän­den
der Beur­tei­lung der Beein­flus­sung des Menschen durch Umwelt­fak­to­ren und Schad­stoffe
der klini­schen Umwelt­me­di­zin einschließ­lich Biomo­ni­to­ring
der Umwelt­ana­ly­tik und Umwelt­to­xi­ko­lo­gie
dem gesund­heit­li­chen Verbrau­cher­schutz
den Grund­la­gen der Reise­me­di­zin
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
hygie­ni­sche Orts­be­ge­hun­gen und Inspek­tion einschließ­lich Kran­ken­h­aus­be­ge­hung
Analy­sen von Roh-, Trink-, Mine­ral-, Brauch-, Bade- und Abwäs­sern, Boden- und Abfall­pro­ben einschließ­lich Befund­be­ur­tei­lung in Bezug auf Grenz- und Richt­werte
Unter­su­chun­gen für die Bau- und Sied­lungs­hy­giene einschließ­lich der Lärm­be­ein­flus­sung und der Luft­qua­li­tät
Unter­su­chung von Lebens­mit­teln einschließ­lich der Anla­gen zur Lebens­mit­tel- und Spei­se­her­stel­lung

10. Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin

Definition:

Das Gebiet Innere Medi­­zin und Allge­­mein­­me­­di­­zin umfasst die Vorbeu­­gung, (Früh-)Erken­­nung, konser­va­tive und inter­­ven­tio­­nelle Behan­d­­lung sowie Reha­­bi­­li­ta­tion und Nach­­sorge der Gesun­d­heits­­­stö­run­­gen und Erkran­­kun­­gen der Atmungs­­or­­gane, des Herzens und Kreis­lauf, der Verdau­ungs­­or­­gane, der Nieren und ablei­ten­­den Harn­­wege, des Blutes und der blut­­bil­­den­­den Organe, des Gefäß­­sys­tems, des Stoff­­wech­­sels und der inne­ren Sekre­tion, des Immun­­sys­tems, des Stütz- und Binde­­ge­we­­bes, der Infek­ti­­ons­­krank­hei­ten und Vergif­tun­­gen sowie der soli­­den Tumore und der häma­to­lo­­gi­­schen Neopla­­sien. Das Gebiet umfasst auch die Gesun­d­heits­­­för­­de­rung und die haus­ärz­t­­li­che Betreu­ung unter Berück­­sich­ti­­gung der soma­ti­­schen, psychi­­schen und sozia­len Wech­­sel­wir­­kun­­gen und die inter­­dis­­zi­p­li­näre Koor­­di­na­tion der an der gesun­d­heit­­li­chen Betreu­ung betei­­lig­ten Perso­­nen und Insti­tu­tio­­nen sowie die primäre Diagno­s­tik, Bera­tung und Behan­d­­lung bei allen auftre­ten­­den Gesun­d­heits­­­stö­run­­gen und Erkran­­kun­­gen im unaus­­ge­le­­se­­nen Pati­en­ten­­gut.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Innere Medi­­zin und Allge­­mein­­me­­di­­zin ist die Erlan­­gung von Fach­­arz­t­­kom­­pe­ten­­zen 10.1, 10.2 / 10.3.1 – 10.3.8 nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Inhalte der Basisweiterbildung für die im Gebiet enthaltenen Facharztkompetenzen 10.1, 10.2 und 10.3.1 bis 10.3.8:

Weiterbildungsinhalt:

Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Gesund­heits­be­ra­tung, der Früh­er­ken­nung von Gesund­heits­stö­run­gen einschließ­lich Gewalt- und Sucht­prä­ven­tion, der Präven­tion einschließ­lich Impfun­gen, der Einlei­tung und Durch­füh­rung reha­bi­li­ta­ti­ver Maßnah­men sowie der Nach­sorge
der Erken­nung und Behand­lung von nicht infek­ti­ösen, infek­ti­ösen, toxi­schen und neoplas­ti­schen sowie von aller­gi­schen, immu­no­lo­gi­schen, meta­bo­li­schen, ernäh­rungs­ab­hän­gi­gen und dege­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen auch unter Berück­sich­ti­gung der Beson­der­hei­ten dieser Erkran­kun­gen im höhe­ren Lebensal­ter
den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie
der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
geria­tri­schen Syndro­men und Krank­heits­fol­gen im Alter einschließ­lich der Phar­ma­ko­the­ra­pie im Alter
psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen einschließ­lich der Krisen­in­ter­ven­tion sowie der Grund­züge der Bera­tung und Führung Sucht­kran­ker
Vorsorge- und Früh­er­ken­nungs­maß­nah­men
ernäh­rungs­be­ding­ten Gesund­heits­stö­run­gen einschließ­lich diäte­ti­scher Behand­lung sowie Bera­tung und Schu­lung
den Grund­la­gen here­di­tärer Krank­heits­bil­der einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine human­ge­ne­ti­sche Bera­tung
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung physi­ka­li­scher Thera­pie­maß­nah­men
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung
der Bewer­tung der Leis­tungs­fä­hig­keit und Belast­bar­keit, der Arbeits­fä­hig­keit, der Berufs- und Erwerbs­fä­hig­keit sowie der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­vor­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Durch­füh­rung und Doku­men­ta­tion von Diabe­ti­ker­be­hand­lun­gen einschließ­lich struk­tu­rier­ter Schu­lun­gen
Elek­tro­kar­dio­gramm
Ergo­me­trie
Lang­zeit-EKG
Lang­zeit­blut­druck­mes­sung
spiro­me­tri­sche Unter­su­chun­gen der Lungen­funk­tion
Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen des Abdo­mens und Retro­pe­ri­to­neums einschließ­lich Uroge­ni­tal­or­gane
Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen der Schild­drüse
Dopp­ler-Sono­gra­phien der extre­mi­tä­ten­ver­sor­gen­den und der extra­kra­ni­el­len hirn­ver­sor­gen­den Gefäße
Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung
Prok­to­sko­pie

10.1 Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin
(Hausarzt)

Die Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Innere und Allge­­mein­­me­­di­­zin“ oder die zuge­hö­­rige Kurz­­be­­zeich­­nung darf nur in der Form „Fach­­arzt für Allge­­mein­­me­­di­­zin“ oder „All­­ge­­mein­­arzt“ geführt werden. Die Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Innere und Allge­­mein­­me­­di­­zin“ oder die zuge­hö­­rige Kurz­­be­­zeich­­nung darf ab dem Tag nach der Veröf­­fent­­li­chung der Mittei­­lung der Bundes­re­­pu­b­lik Deutsch­­land gemäß Arti­kel 41 der Richt­­li­­nie 93/16/EWG vom 05. April 1993 (ABl EG Nr. L 165 S. 1) geän­­dert durch die Richt­­li­­nie 2001/19/EG des Euro­päi­­schen Parla­­ments und des Rates vom 14. Mai 2001 (ABl EG Nr. L 206 S. 1) über den Ersatz der bishe­ri­­gen Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Allge­­mein­­me­­di­­zin“ geführt werden. Dieser Zeit­­punkt wird im Baye­ri­­schen Ärzte­­blatt bekannt gege­­ben.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere und Allge­­mein­­me­­di­­zin (Haus­­arzt/Hausärz­tin) nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung und des Weiter­­bil­­dungs­­­kur­­ses.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin, davon können bis zu
  • 12 Monate in den Gebie­ten Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe, Kinder- und Jugend­me­di­zin, Neuro­lo­gie, Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie oder Psycho­so­ma­ti­sche Medi­zin und Psycho­the­ra­pie (auch 3-Monats-Abschnitte), darun­ter jeweils bis zu 6 Monate in den Gebie­ten Anäs­the­sio­lo­gie, Chir­ur­gie, Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde, Haut- und Geschlechts­krank­hei­ten, Physi­ka­li­sche und Reha­bi­li­ta­tive Medi­zin oder Urolo­gie (auch 3-Monats-Abschnitte) ange­rech­net werden, die auch im ambu­lan­ten Bereich ableist­bar sind
    oder
  • 12 Monate in der ambu­lan­ten fach­ärzt­lich inter­nis­ti­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung
und
24 Monate Weiter­bil­dung in der ambu­lan­ten haus­ärzt­li­chen Versor­gung, davon können bis zu
  • 6 Monate in Chir­ur­gie (auch 3-Monats-Abschnitte) ange­rech­net werden
und
80 Stun­den Kurs-Weiter­bil­dung gemäß § 4 Abs. 8 in Psycho­so­ma­ti­sche Grund­ver­sor­gung

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der primären Diagno­s­tik, Bera­tung und Behand­lung bei allen auftre­ten­den Gesund­heits­stö­run­gen und Erkran­kun­gen im unaus­ge­le­se­nen Pati­en­ten­gut
der Inte­gra­tion medi­zi­ni­scher, psychi­scher und sozia­ler Belange im Krank­heits­fall
der Lang­zeit- und fami­li­en­me­di­zi­ni­schen Betreu­ung
Erken­nung und koor­di­nierte Behand­lung von Verhal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten im Kindes- und Jugen­dal­ter
inter­dis­zi­pli­närer Koor­di­na­tion einschließ­lich der Einbe­zie­hung weite­rer ärzt­li­cher, pfle­ge­ri­scher und sozia­ler Hilfen in Behand­lungs- und Betreu­ungs­kon­zepte, insbe­son­dere bei multi­mor­bi­den Pati­en­ten
der Behand­lung von Pati­en­ten in ihrem fami­li­ären Umfeld und häus­li­chen Milieu, in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen sowie in ihrem weite­ren sozia­len Umfeld einschließ­lich der Haus­be­such­stä­tig­keit
gesund­heits­för­dern­den Maßnah­men, z. B. auch im Rahmen gemein­de­na­her Projekte
Vorsorge- und Früh­er­ken­nungs­un­ter­su­chun­gen
der Erken­nung von Sucht­krank­hei­ten und Einlei­tung von spezi­fi­schen Maßnah­men
der Erken­nung, Beur­tei­lung und Behand­lung der Auswir­kun­gen von umwelt- und milieu­be­ding­ten Schä­den einschließ­lich Arbeits­platzein­flüs­sen
der Behand­lung von Erkran­kun­gen des Stütz- und Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung funk­tio­nel­ler Störun­gen
den für die haus­ärzt­li­che Versor­gung erfor­der­li­chen Tech­ni­ken der Wund­ver­sor­gung und der Wund­be­hand­lung, der Inzi­sion, Extrak­tion, Exstir­pa­tion und Probe­ex­zi­sion auch unter Anwen­dung der Lokal- und peri­phe­ren Leitungs­an­äs­the­sie

10.2 Facharzt für Innere Medizin
(Internist)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiter­bil­dungs­be­fug­ten an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin und
24 Monate statio­näre Weiter­bil­dung in Inne­rer Medi­zin, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
oder
24 Monate statio­näre Weiter­bil­dung in den Fach­arzt­kom­pe­ten­zen 10.2 und/oder 10.3, die in mindes­tens 2 verschie­de­nen Fach­arzt­kom­pe­ten­zen abge­leis­tet werden, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Vorbeu­gung, Erken­nung, Bera­tung und Behand­lung bei auftre­ten­den Gesund­heits­stö­run­gen und Erkran­kun­gen der inne­ren Organe
der Erken­nung und konser­va­ti­ven Behand­lung der Gefäß­krank­hei­ten einschließ­lich Arte­rien, Kapil­la­ren, Venen und Lymph­ge­fäße und deren Reha­bi­li­ta­tion
der Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung von Stoff­wech­sel­lei­den einschließ­lich des meta­bo­li­schen Syndroms und ande­rer Diabe­tes-asso­zi­ier­ter Erkran­kun­gen
der Erken­nung und Behand­lung der Krank­hei­ten der Verdau­ungs­or­gane einschließ­lich deren Infek­tion, z.B. Virus­he­pa­ti­tis, bakte­ri­elle Infek­tio­nen des Intes­tinal­trak­tes
der Erken­nung und Behand­lung mali­gner und nicht mali­gner Erkran­kun­gen des Blutes, der blut­bil­den­den Organe und des lympha­ti­schen Systems
der Erken­nung und Behand­lung von soli­den Tumo­ren
der Erken­nung sowie konser­va­ti­ven Behand­lung von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Erkran­kun­gen des Herzens, des Kreis­laufs, der herz­na­hen Gefäße, des Peri­kards
der Erken­nung und konser­va­ti­ven Behand­lung der akuten und chro­ni­schen Nieren- und rena­len Hoch­drucker­kran­kun­gen sowie deren Folge­er­kran­kun­gen
der Erken­nung und Behand­lung der Erkran­kun­gen der Lunge, der Atem­wege, des Medias­tin­ums, der Pleura einschließ­lich schlaf­be­zo­ge­ner Atem­stö­run­gen sowie der extra­pul­mo­na­len Mani­fes­ta­tion pulmo­na­ler Erkran­kun­gen
der Erken­nung und konser­va­ti­ven Behand­lung der rheu­ma­ti­schen Erkran­kun­gen einschließ­lich der entzünd­lichr­heu­ma­ti­schen Syste­mer­kran­kun­gen wie Kolla­ge­no­sen, der Vasku­litiden, der entzünd­li­chen Muske­ler­kran­kun­gen und Osteo­pa­thien
der inter­dis­zi­pli­nären Zusam­men­ar­beit insbe­son­dere bei multi­mor­bi­den Pati­en­ten mit inne­ren Erkran­kun­gen
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu chir­ur­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Maßnah­men
den gebiets­be­zo­ge­nen Infek­ti­ons­krank­hei­ten einschließ­lich der Tuber­ku­lose
den gebiets­be­zo­ge­nen Ernäh­rungs­be­ra­tung und Diäte­tik einschließ­lich ente­r­a­ler und paren­te­r­a­ler Ernäh­rung
der Sympto­ma­to­lo­gie und funk­tio­nel­len Bedeu­tung von Alters­ver­än­de­run­gen sowie Erkran­kun­gen und Behin­de­run­gen des höhe­ren Lebensal­ters und deren Thera­pie
den geria­trisch diagno­s­ti­schen Verfah­ren zur Erfas­sung organ­be­zo­ge­ner und über­grei­fen­der moto­ri­scher, emotio­nel­ler und kogni­ti­ver Funk­ti­ons­ein­schrän­kun­gen
der Behand­lung schwerst­kran­ker und ster­ben­der Pati­en­ten einschließ­lich pallia­tiv­me­di­zi­ni­scher Maßnah­men
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Echo­kar­dio­gra­phien sowie Dopp­ler-/Duplex-Unter­su­chun­gen des Herzens und der herz­na­hen Gefäße
Mitwir­kung bei Bron­cho­sko­pien einschließ­lich bron­choal­veolä­rer Lavage
Ösophago-Gastro-Duode­no­sko­pien einschließ­lich inter­ven­tio­nel­ler Notfall-Maßnah­men und perku­ta­ner endo­sko­pi­scher Gastro­sto­mie (PEG)
untere Intes­ti­no­sko­pien einschließ­lich endo­sko­pi­scher Blut­stil­lung
Thera­pie vital bedroh­li­cher Zustände, Aufrecht­er­hal­tung und Wieder­her­stel­lung bedroh­ter Vital­funk­tio­nen mit den Metho­den der Notfall- und Inten­siv­me­di­zin einschließ­lich Intu­ba­tion, Beat­mungs­be­hand­lung sowie Entwöh­nung von der Beat­mung einschließ­lich nichtin­va­si­ver Beat­mungs­tech­ni­ken, hämo­dy­na­mi­sches Moni­to­ring, Schock­be­hand­lung, Schaf­fung zentra­ler Zugänge, Defi­bril­la­tion, Schritt­ma­cher­be­hand­lung
Selb­stän­dige Durch­füh­rung von Punk­tio­nen, z. B. an Blase, Pleura, Bauch­höhle, Liquor­raum, Leber, Knochen­mark einschließ­lich Knochen­stan­zen

10.3.1 Facharzt für Innere Medizin und Angiologie
(Internist und Angiologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Angio­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Angio­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Erken­nung und konser­va­ti­ven Behand­lung der Gefäß­krank­hei­ten einschließ­lich Arte­rien, Kapil­la­ren, Venen und Lymph­ge­fäße sowie in der Mitwir­kung bei inter­ven­tio­nel­len Eingrif­fen und der Reha­bi­li­ta­tion
der physi­ka­li­schen und medi­ka­men­tö­sen Thera­pie einschließ­lich hämo­di­luie­ren­der und throm­bo­ly­ti­scher Verfah­ren
der loka­len Behand­lung ischämisch und venös beding­ter Gewe­be­de­fekte
der Behand­lung peri­phe­rer Lymph­ge­fäß­krank­hei­ten
Mitwir­kung und Beur­tei­lung thera­peu­ti­scher Kathe­ter­in­ter­ven­tio­nen, z. B. intraar­te­ri­elle Lyse, PTA, Sten­tim­plan­ta­tio­nen, Athe­rek­to­mie, inter­ven­tio­nelle Throm­bem­bo­lek­to­mie, Brachy­the­ra­pie
der Beur­tei­lung von Rönt­gen­be­fun­den bei Angio­gra­phien (Arte­rio­gra­phie, Phle­bo­gra­phie, Lympho­gra­phie)
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu opera­ti­ven Eingrif­fen an den Gefäßen, der präope­ra­ti­ven Abklä­rung und der post­ope­ra­ti­ven Nach­be­treu­ung
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
den inva­si­ven und nicht inva­si­ven Funk­ti­ons­un­ter­su­chun­gen, einschließ­lich
  • Messun­gen des systo­li­schen Blut­druckes peri­phe­rer Arte­rien
  • Oszil­lo­gra­phien/Rheo­gra­phien
  • Kapil­la­ro­sko­pien
  • trans­ku­ta­nen Sauer­stoff­druck­mes­sun­gen
  • Venen­ver­schluss­ple­thys­mo­gra­phien
  • Phle­bo­dy­na­mo­me­trien
  • rheo­lo­gi­sche Unter­su­chungs­me­tho­den
  • ergo­me­tri­sche Verfah­ren zur Gehstre­cken­be­stim­mung
Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien der
  • extre­mi­tä­ten­ver­sor­gen­den Arte­rien
  • extre­mi­tä­ten­ver­sor­gen­den Venen
  • abdo­mi­nel­len und retro­pe­ri­to­nea­len Gefäße
  • extra­kra­ni­el­len hirn­zu­füh­ren­den Gefäße,
  • intra­kra­ni­el­len Gefäße
Skle­ro­sie­rung ober­fläch­li­cher Vari­zen

10.3.2 Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
(Internist und Endokrinologe und Diabetologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Endo­­kri­no­lo­­gie und Diabe­to­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Endo­kri­no­lo­gie und Diabe­to­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • 6 Monate in einem endo­kri­no­lo­gi­schen Labor
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung endo­kri­ner Erkran­kun­gen der hormon­bil­den­den Drüsen
  • des endo­kri­nen Pankreas, insbe­son­dere des Diabe­tes melli­tus gemäß Zusatz-Weiter­bil­dung
  • sämt­li­cher hormon­bil­den­der, ortho­top oder hete­ro­top gele­ge­ner Drüsen, Tumo­ren oder para­neo­plas­ti­scher Hormon­pro­duk­ti­ons­stel­len
der Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung von Stoff­wech­sel­lei­den einschließ­lich des meta­bo­li­schen Syndroms
Diabe­tes-asso­zi­ier­ten Erkran­kun­gen wie arte­ri­elle Hyper­to­nie, koro­nare Herzer­kran­kung, Fett­stoff­wech­sel­stö­rung
der Behand­lung der sekun­dären Diabe­tes­for­men und des Diabe­tes melli­tus in der Gravi­di­tät
der Früh­er­ken­nung, Behand­lung und Vorbeu­gung von Diabe­tes­kom­pli­ka­tio­nen einschließ­lich des diabe­ti­schen Fußsyn­droms
der Insu­lin­be­hand­lung einschließ­lich der Insu­lin­pum­pen­be­hand­lung
der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Diäte­tik bei Stoff­wech­sel- und endo­kri­nen Erkran­kun­gen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Metho­dik, Durch­füh­rung und Einord­nung der Labor­un­ter­su­chun­gen von hormon-, diabe­tes- und stoff­wech­sel­s­pe­zi­fi­schen Para­me­tern einschließ­lich deren Vorstu­fen, Abbau­pro­duk­ten sowie Anti­kör­pern
der Erken­nung und Behand­lung andro­lo­gi­scher Krank­heits­bil­der
struk­tu­rier­ten Schu­lungs­kur­sen für Typ 1– und Typ 2-Diabe­ti­ker mit und ohne Kompli­ka­tio­nen, für schwan­gere Diabe­ti­ke­rin­nen sowie Schu­lun­gen zur Hypo­glyk­ämi­e­wahr­neh­mung
der Berufs­wahl- und Fami­li­en­be­ra­tung bei endo­kri­nen Erkran­kun­gen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Bewer­tung nukle­ar­me­di­zi­ni­scher in-vivo Unter­su­chun­gen endo­kri­ner Organe
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu chir­ur­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Duplex-Sono­gra­phien an endo­kri­nen Orga­nen sowie Fein­na­del­punk­tio­nen
endo­kri­no­lo­gi­sche Labor­dia­gno­s­tik
Osteo­den­si­to­me­trie
Belas­tungs­tests einschließ­lich Stimu­la­ti­ons- und Suppres­si­ons­tests

10.3.3 Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie
(Internist und Gastroenterologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Gastro­en­te­ro­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Gastro­en­te­ro­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Erken­nung und Behand­lung der Krank­hei­ten der Verdau­ungs­or­gane einschließ­lich Leber und Pankreas sowie der fach­arzt­be­zo­ge­nen Infek­ti­ons­krank­hei­ten, z. B. Virus­he­pa­ti­tis, bakte­ri­elle Infek­tio­nen des Intes­tinal­trak­tes
der Endo­sko­pie einschließ­lich inter­ven­tio­nel­ler Verfah­ren
der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Diäte­tik bei Erkran­kun­gen der Verdau­ungs­or­gane einschließ­lich ente­r­a­ler und paren­te­r­a­ler Ernäh­rung
der gebiets­be­zo­ge­nen medi­ka­men­tö­sen Tumor­the­ra­pie als inte­gra­ler Bestand­teil des Schwer­punk­tes
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Durch­füh­rung und Über­wa­chung der zyto­sta­ti­schen, immun­mo­du­la­to­ri­schen, antihor­mo­nel­len sowie suppor­ti­ven Thera­pie bei soli­den Tumo­rer­kran­kun­gen des Schwer­punk­tes einschließ­lich der Beherr­schung auftre­ten­der Kompli­ka­tio­nen
der Mitwir­kung bei inter­dis­zi­pli­nären inter­ven­tio­nel­len Verfah­ren, z. B. radio­lo­gi­sche und kombi­niert radio­lo­gisch-endo­sko­pi­sche Verfah­ren wie trans­ju­gu­läre Leber­punk­tion, trans­ju­gu­lä­rer porto­sys­te­mi­scher Shunt (TIPSS), perku­tane trans­he­pa­ti­sche Cholan­gio­gra­phie (PTC) und Drai­nage (PTD), PTD im Rendez­vous-Verfah­ren mit ERCP und bei endo­so­no­gra­phi­schen Unter­su­chun­gen des Verdau­ungs­trak­tes
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu chir­ur­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
der Erken­nung prok­to­lo­gi­scher Erkran­kun­gen und der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur weiter­füh­ren­den Behand­lung
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Duplex-Sono­gra­phien der abdo­mi­nel­len und retro­pe­ri­to­nea­len Gefäße
Ösophago-Gastro-Duode­no­sko­pie einschließ­lich inter­ven­tio­nel­ler Maßnah­men, z. B. Blut­stil­lung, Vari­zenskle­ro­sie­rung, perku­tane endo­sko­pi­sche Gastro­sto­mie, Muko­sa­re­sek­tion
endo­sko­pi­sche retro­grade Cholan­gio­pan­krea­ti­ko­gra­phie einschließ­lich Papil­lo­to­mie, Stei­n­ex­trak­tio­nen und Endo­pro­the­sen­im­plan­ta­tion sowie radio­lo­gi­scher Inter­pre­ta­tion
Intes­ti­no­sko­pie
Kolo­sko­pie einschließ­lich kolo­sko­pi­scher Polypek­to­mie
Prok­to­sko­pie einschließ­lich thera­peu­ti­scher Eingriffe
inter­ven­tio­nelle Maßnah­men im oberen und unte­ren Verdau­ungs­trakt einschließ­lich endo­sko­pi­sche Blut­stil­lung, Vari­zen­the­ra­pie, Thermo- und Laser­ko­agu­la­tion, Stent- und Endo­pro­the­sen­im­plan­ta­tion, Polypek­to­mie
Mitwir­kung bei Lapa­ro­sko­pien einschließ­lich Mini­la­pa­ro­sko­pien
Leber­punk­tio­nen
sono­gra­phisch gesteu­erte inter­ven­tio­nelle Verfah­ren an gastro­in­tes­tina­len Orga­nen
mano­me­tri­sche Unter­su­chun­gen des oberen und unte­ren Verdau­ungs­trak­tes
Funk­ti­ons­prü­fun­gen, z. B. Lang­zeit-pH-Metrie des Ösopha­gus, H2-Atem­tests, C13-Atem­tests
mikro­sko­pi­scher Nach­weis von Proto­zoen (Lamb­lien, Amöben) oder Würmern/Wurmei­ern im Stuhl oder Duodenal­saft
abge­schlos­sene und doku­men­tierte zyto­sta­ti­sche Thera­pien

10.3.4 Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
(Internist und Hämatologe und Onkologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Häma­to­lo­­gie und Onko­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Häma­to­lo­gie und Onko­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • 6 Monate in einem häma­to­lo­gisch-onko­lo­gi­schen Labor
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Erken­nung, Behand­lung und Stadi­enein­tei­lung der Erkran­kun­gen des Blutes, der blut­bil­den­den Organe und des lympha­ti­schen Systems einschließ­lich der häma­to­lo­gi­schen Neopla­sien, der soli­den Tumo­ren, humo­ra­ler und zellu­lä­rer Immun­de­fekte, hämor­rha­gi­scher Diathe­sen und Hyper­ko­agu­lo­pa­thien sowie der syste­mi­schen chemo­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Metho­dik, Durch­füh­rung und Bewer­tung spezi­el­ler Labor­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Funk­ti­ons­prü­fun­gen des peri­phe­ren Blutes, des Knochen­marks, ande­rer Körper­flüs­sig­kei­ten sowie zyto­lo­gi­scher Fein­na­de­la­spi­rate
hämo­sta­seo­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen und Bera­tun­gen einschließ­lich der Beur­tei­lung der Blutungs- und Throm­boe­m­bo­lie­ge­fähr­dung
der Behand­lung ange­bo­re­ner oder erwor­be­ner hämor­rha­gi­scher Diathe­sen
der zyto­sta­ti­schen,immun­mo­du­la­to­ri­schen, suppor­ti­ven und pallia­ti­ven Behand­lung bei soli­den Tumo­rer­kran­kun­gen und häma­to­lo­gi­schen Neopla­sien einschließ­lich der Hoch­do­sis­the­ra­pie sowie der Durch­füh­rung und Über­wa­chung von zellu­lä­ren und immu­no­lo­gi­schen Thera­pie­ver­fah­ren
der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Diäte­tik einschließ­lich ente­r­a­ler und paren­te­r­a­ler Ernäh­rung
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu chir­ur­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ver­fah­ren sowie deren progno­s­ti­scher Beur­tei­lung
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
morpho­lo­gi­sche, zyto­che­mi­sche und immu­no­lo­gi­sche Zell­dif­fe­ren­zie­rung und Zell­zäh­lung
häma­to­lo­gisch-onko­lo­gi­sche Labor­dia­gno­s­tik
mikro­sko­pi­sche Unter­su­chung eines Präpa­ra­tes nach diffe­ren­zie­ren­der Färbung einschließ­lich des Auss­trichs, Tupf- und Quetsch­prä­pa­ra­tes des Knochen­marks
koagu­lo­me­tri­sche, amido­ly­ti­sche und immu­no­lo­gi­sche Analy­se­ver­fah­ren
Global­tests der Blut­ge­rin­nung und zur Kontrolle des Fibri­no­ly­se­sys­tems sowie Einzel­fak­tor­be­stim­mun­gen
sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen bei häma­to­lo­gisch-onko­lo­gi­schen Erkran­kun­gen

10.3.5 Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
(Internist und Kardiologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Kardio­­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Kardio­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Erken­nung sowie konser­va­ti­ven und inter­ven­tio­nel­len Behand­lung von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Erkran­kun­gen des Herzens, des Kreis­lauf, der herz­na­hen Gefäße, des Peri­kards
Bera­tung und Führung von Herz-Kreis­lauf­pa­ti­en­ten in der Reha­bi­li­ta­tion sowie ihre sozial­me­di­zi­ni­sche Beur­tei­lung hinsicht­lich beruf­li­cher Belast­bar­keit
der Durch­füh­rung und Beur­tei­lung diagno­s­ti­scher Herz­ka­the­ter­un­ter­su­chun­gen
der Mitwir­kung und Beur­tei­lung thera­peu­ti­scher Koro­na­r­in­ter­ven­tio­nen (z. B. PTCA, Sten­tim­plan­ta­tio­nen, Athe­rek­to­mie, Rota­bla­tion, Brachy­the­ra­pie)
der Durch­leuch­tung, Aufnah­me­tech­nik und Beur­tei­lung von Rönt­gen­be­fun­den bei Angio­kar­dio­gra­phien und Koro­na­ran­gio­gra­phien
der Beur­tei­lung von Valvu­lo­plas­tien und inter­ven­tio­nel­len Thera­pien von erwor­be­nen und konge­ni­ta­len Erkran­kun­gen des Herzens und der herz­na­hen Venen
der medi­ka­men­tö­sen und appa­ra­ti­ven anti­ar­rhyth­mi­schen Thera­pie einschließ­lich Defi­bril­la­tion
der Schritt­ma­cher­the­ra­pie und -nach­sorge
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Nach­sorge von Kardio­ver­ter-Defi­bril­la­to­ren und Abla­tio­nen zur Behand­lung von Herz­rhyth­mus­stö­run­gen
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Beur­tei­lung nukle­ar­me­di­zi­ni­scher Unter­su­chun­gen sowie chir­ur­gi­scher Behand­lungs­ver­fah­ren
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Echo­kar­dio­gra­phie einschließ­lich Stress­echo­kar­dio­gra­phie und Echo­kon­trast­un­ter­su­chung sowie Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien des Herzens, der herz­na­hen Venen
transö­so­pha­ge­ale Echo­kar­dio­gra­phie
Rechts­herz­ka­the­ter­un­ter­su­chun­gen gege­be­nen­falls einschließ­lich Belas­tung
Spiro-Ergo­me­trie
Links­herz­ka­the­ter­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich der dazu­ge­hö­ri­gen Links­herz-Angio­kar­dio­gra­phien und Koro­na­ran­gio­gra­phien
Lang­zeit­un­ter­su­chungs­ver­fah­ren, z. B. ST-Segmen­t­ana­ly­sen, Herz­fre­quenz­va­ria­bi­li­tät, Spät­po­ten­ziale
Appli­ka­tion von Schritt­ma­cher­son­den
Schritt­ma­cher­kon­trol­len
Kontrol­len von inter­nen Kardio­ver­tern bzw. Defi­bril­la­to­ren (ICD)

10.3.6 Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
(Internist und Nephrologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Nephro­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Nephro­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • 6 Monate in der Dialyse
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Erken­nung und konser­va­ti­ven Behand­lung der akuten und chro­ni­schen Nieren- und rena­len Hoch­drucker­kran­kun­gen sowie deren Folge­er­kran­kun­gen
der Betreu­ung von Pati­en­ten mit Niere­n­er­satz­the­ra­pie
den Dialy­se­ver­fah­ren und analo­gen Verfah­ren bei akutem Nieren­ver­sa­gen und chro­ni­scher Nieren­in­suf­fi­zi­enz sowie bei gestör­ter Plas­ma­pro­te­in­zu­sam­men­set­zung und Vergif­tun­gen einschließ­lich extra­kor­po­rale Elimi­na­ti­ons­ver­fah­ren und Peri­to­neal­dia­lyse
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Mitwir­kung bei Nieren­bi­op­sien sowie Einord­nung des Befun­des in das Krank­heits­bild
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu inter­ven­tio­nel­len Eingrif­fen bei Nieren­ar­te­ri­ens­te­nose und Störun­gen des Harn­ab­flus­ses einschließ­lich Nieren­stei­nen
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung nukle­ar­me­di­zi­ni­scher Unter­su­chun­gen sowie chir­ur­gi­scher und strah­len­the­ra­peu­ti­scher Behand­lungs­ver­fah­ren einschließ­lich Nieren­trans­plan­ta­tion
der Betreu­ung von Pati­en­ten vor und nach Nieren­trans­plan­ta­tion
der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Diäte­tik bei Niere­ner­kran­kun­gen
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Hämo­dia­ly­sen oder analoge Verfah­ren
Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien der Nieren­ge­fäße einschließ­lich bei Trans­plan­tat­nie­ren
Mikro­sko­pien des Urins einschließ­lich Quan­ti­fi­zie­rung und Diffe­ren­zie­rung der Zellen

10.3.7 Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie
(Internist und Pneumologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Pneu­­mo­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Pneu­mo­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Erken­nung und Behand­lung der Erkran­kun­gen der Lunge, der Atem­wege, des Medias­tin­ums, der Pleura sowie der extra­pul­mo­na­len Mani­fes­ta­tio­nen pulmo­na­ler Erkran­kun­gen
der Pati­en­ten­schu­lung einschließ­lich der Taba­kent­wöh­nung
den Krank­hei­ten durch inha­la­tive Umwelt-Noxen und durch Arbeits­platzein­flüsse
den Grund­la­gen schlaf­be­zo­ge­ner Atem­stö­run­gen
der gebiets­be­zo­ge­nen medi­ka­men­tö­sen Tumor­the­ra­pie als inte­gra­ler Bestand­teil des Schwer­punk­tes
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Durch­füh­rung und Über­wa­chung der zyto­sta­ti­schen, immun­mo­du­la­to­ri­schen, antihor­mo­nel­len sowie suppor­ti­ven Thera­pie bei soli­den Tumo­rer­kran­kun­gen des Schwer­punk­tes einschließ­lich der Beherr­schung auftre­ten­der Kompli­ka­tio­nen
den heri­di­tären Erkran­kun­gen der Atmungs­or­gane
den infek­tio­lo­gi­schen Erkran­kun­gen der Atmungs­or­gane einschließ­lich Tuber­ku­lose
der Erken­nung und Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner aller­gi­scher Erkran­kun­gen
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu chir­ur­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
sono­gra­phi­sche Diagno­s­tik des rech­ten Herzens und des Lungen­kreis­lauf sowie transö­so­pha­ge­ale Unter­su­chun­gen des Medias­tin­ums
Fiber­bron­cho­sko­pie einschließ­lich bron­cho-alveolä­rer Lavage
Mitwir­kung bei Thora­ko­sko­pien und bei Bron­cho­sko­pien mit star­rem Instru­men­ta­rium bei inter­ven­tio­nel­len Verfah­ren
Funk­ti­ons­un­ter­su­chun­gen der Atmungs­or­gane, wie
  • Ganz­kör­per­ple­thys­mo­gra­phien
  • Bestim­mun­gen des CO-Trans­fer-Faktors
  • Unter­su­chun­gen von Atem­pump-Funk­tion und Atem­me­cha­nik
Spiro-Ergo­me­trie
Unter­su­chun­gen des Lungen­kreis­lauf einschließ­lich Rechts­herz­ka­the­ter
Sauer­stoff­lang­zeit­the­ra­pie und Beat­mungs­the­ra­pie einschließ­lich der Heim­be­at­mung
kardio­re­spi­ra­to­ri­sche Poly­gra­phie
Blut­gase und Säure­ba­sen­haus­halt im arte­ri­el­len Blut

10.3.8 Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie
(Internist und Rheumatologe)

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Innere Medi­­zin und Rheu­­ma­to­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zei­ten und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte einschließ­­lich der Inhalte der Basis­wei­ter­­bil­­dung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
36 Monate in der statio­nären Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin
und
36 Monate Weiter­bil­dung in Rheu­ma­to­lo­gie, davon
  • 6 Monate inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin, die auch während der Basis­wei­ter­bil­dung absol­viert werden können
  • 6 Monate in einem rheu­ma­to­lo­gisch-immu­no­lo­gi­schen Labor
  • können bis zu 18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
Werden im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin 2 Fach­arzt­kom­pe­ten­zen aus 10.2 und 10.3 erwor­ben, so beträgt die gesamte Weiter­bil­dungs­zeit mindes­tens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
den Inhal­ten der Basis­wei­ter­bil­dung
der Erken­nung und konser­va­ti­ven Behand­lung der rheu­ma­ti­schen Erkran­kun­gen einschließ­lich der entzünd­lich-rheu­ma­ti­schen Syste­mer­kran­kun­gen wie Kolla­ge­no­sen, der Vasku­litiden, der entzünd­li­chen Muske­ler­kran­kun­gen und Osteo­pa­thien
der Verord­nung und Funk­ti­ons­über­prü­fung von Orthe­sen und Hilfs­mit­teln bei rheu­ma­ti­schen Erkran­kun­gen
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung radio­lo­gi­scher Unter­su­chun­gen und Einord­nung der Befunde in das Krank­heits­bild
der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Metho­dik, Durch­füh­rung und Einord­nung der Labor­un­ter­su­chun­gen von immu­no­lo­gi­schen Para­me­tern in das Krank­heits­bild
der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu chir­ur­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
Pati­en­ten­schu­lung
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Sono­gra­phien des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes einschließ­lich Arthro­so­no­gra­phien
lokale und intra­ar­ti­ku­läre Punk­tio­nen und Injek­ti­ons­be­hand­lun­gen
mikro­sko­pi­sche Diffe­ren­zie­rung eines Auss­trichs, Tupf- und Quetsch­prä­pa­ra­tes von Organ­punk­ta­ten einschließ­lich Unter­su­chung nach diffe­ren­zie­ren­der Färbung und Zell­zäh­lung
rheu­ma­to­lo­gisch-immu­no­lo­gi­sche Labor­dia­gno­s­tik einschließ­lich Syno­vi­al­ana­lyse
Kapil­lar­mi­kro­sko­pie

Übergangsbestimmungen:

  • Ärzte, die die Aner­ken­­nung zum Führen der Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Allge­­mein­­me­­di­­zin“ aufgrund bisher gelten­­der Weiter­­bil­­dungs­­ord­­nun­­gen erwor­­ben haben, führen die Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung in der bishe­ri­­gen Form weiter.
    Anstelle dieser Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung darf die Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Innere und Allge­­mein­­me­­di­­zin“ oder die zuge­hö­­rige Kurz­­be­­zeich­­nung ab dem Tag nach der Veröf­­fent­­li­chung der Mittei­­lung der Bundes­re­­pu­b­lik Deutsch­­land gemäß Arti­kel 41 der Richt­­li­­nie 93/16/EWG vom 05. April 1993 (ABl EG Nr. L 165 S. 1) geän­­dert durch die Richt­­li­­nie 2001/19/EG des Euro­päi­­schen Parla­­ments und des Rates vom 14. Mai 2001 (ABl EG Nr. L 206 S. 1) über den Ersatz der bishe­ri­­gen Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Allge­­mein­­me­­di­­zin“ geführt werden. Dieser Zeit­­punkt wird im Baye­ri­­schen Ärzte­­blatt bekannt gege­­ben. Sie erhal­ten auf Antrag eine entspre­chende Beschei­­ni­­gung.
  • a) Fachärzte für Innere Medi­­zin, die gemäß § 73 Abs. 1a Nr. 3 Sozi­al­­ge­­setz­­buch V an der haus­ärz­t­­li­chen Versor­­gung teil­­neh­­men, sind ab dem Tag nach der Veröf­­fent­­li­chung der Mittei­­lung der Bundes­re­­pu­b­lik Deutsch­­land gemäß Arti­kel 41 der Richt­­li­­nie 93/16/EWG vom 05. April 1993 (ABl EG Nr. L 165 S. 1) geän­­dert durch die Richt­­li­­nie 2001/19/EG des Euro­päi­­schen Parla­­ments und des Rates vom 14. Mai 2001 (ABl EG Nr. L 206 S. 1) über den Ersatz der bishe­ri­­gen Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Allge­­mein­­me­­di­­zin“ berech­tigt, die Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Innere und Allge­­mein­­me­­di­­zin“ oder die zuge­hö­­rige Kurz­­be­­zeich­­nung anstelle der Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Innere Medi­­zin“ zu führen. Dieser Zeit­­punkt wird im Baye­ri­­schen Ärzte­­blatt bekannt gege­­ben. Sie erhal­ten auf Antrag eine entspre­chende Beschei­­ni­­gung.
  • b) Ärzte, die die Aner­ken­­nung zum Führen der Fach­­arz­t­­be­­zeich­­nung „Fach­­arzt für Innere Medi­­zin“ und einer zuge­hö­ri­­gen Schwer­­punk­t­­be­­zeich­­nung aufgrund bisher gelten­­der Weiter­­bil­­dungs­­ord­­nun­­gen erwor­­ben haben, sind berech­tigt, stat­t­­des­­sen die in dieser Weiter­­bil­­dungs­­ord­­nung jeweils fest­­ge­legte Bezeich­­nung zu führen.
  • 11. Gebiet Kinder- und Jugendmedizin

    Definition:

    Das Gebiet Kinder- und Jugen­d­­me­­di­­zin umfasst die Erken­­nung, Behan­d­­lung, Präven­tion, Reha­­bi­­li­ta­tion und Nach­­sorge aller körper­­li­chen, neuro­lo­­gi­­schen, psychi­­schen und psycho­­so­­ma­ti­­schen Erkran­­kun­­gen, Verhal­tens­auf­­fäl­­lig­kei­ten, Entwick­­lungs­­­stö­run­­gen und Behin­­de­run­­gen des Säug­­lings, Klein­kin­­des, Kindes und Jugen­d­­li­chen von Beginn bis zum Abschluss seiner soma­ti­­schen Entwick­­lung einschließ­­lich präna­ta­­ler Erkran­­kun­­gen, Neona­to­lo­­gie, Sozi­al­päd­ia­trie und der Schutz­imp­­fun­­gen.

    Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
    (Kinderarzt)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Kinder- und Jugen­d­­me­­di­­zin ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    6 Monate in der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Versor­gung von Kindern und Jugend­li­chen
    können bis zu 12 Monate im Gebiet Kinder- und Jugend­psych­ia­trie und -psycho­the­ra­pie und/oder Kinder­chir­ur­gie
    oder
    6 Monate in ande­ren Gebie­ten ange­rech­net werden
    können bis zu 12 Monate in den Schwer­punkt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes abge­leis­tet werden
    können bis zu 24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Beur­tei­lung der körper­li­chen, sozia­len, psychi­schen und intel­lek­tu­el­len Entwick­lung des Kindes und Jugend­li­chen
    der Erken­nung und koor­di­nier­ten Behand­lung von Verhal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten im Kindes- und Jugen­dal­ter
    der Gesprächs­füh­rung mit Kindern und Jugend­li­chen und der Gesund­heits­be­ra­tung einschließ­lich ihrer Bezugs­per­so­nen
    Vorsor­ge­un­ter­su­chun­gen und Früh­er­ken­nungs­maß­nah­men einschließ­lich orien­tie­rende Hör- und Sehprü­fun­gen
    der Präven­tion einschließ­lich Impfun­gen
    der Behand­lung im fami­li­ären und weite­ren sozia­len Umfeld und häus­li­chen Milieu einschließ­lich der Haus­be­such­stä­tig­keit und sozi­al­päd­ia­tri­scher Maßnah­men
    der Einlei­tung und Durch­füh­rung reha­bi­li­ta­ti­ver Maßnah­men sowie der Nach­sorge
    der Erken­nung und Behand­lung ange­bo­re­ner und im Kindesund Jugen­dal­ter auftre­ten­der Störun­gen und Erkran­kun­gen einschließ­lich der Behand­lung von Früh- und Reif­ge­bo­re­nen
    den Grund­la­gen here­di­tärer Krank­heits­bil­der einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine human­ge­ne­ti­sche Bera­tung
    der Erken­nung und Behand­lung von bakte­ri­el­len, vira­len, myko­ti­schen und para­si­tären Infek­tio­nen einschließ­lich epide­mio­lo­gi­scher Grund­la­gen
    alters­be­zo­ge­nen neuro­lo­gi­schen Unter­su­chungs­me­tho­den und der Diffe­ren­zi­al­dia­gno­s­tik neuro­lo­gi­scher Krank­heits­bil­der
    der Reife­be­ur­tei­lung von Früh- und Neuge­bo­re­nen und Einlei­tung neona­to­lo­gi­scher Behand­lungs­maß­nah­men
    Durch­füh­rung und Beur­tei­lung entwick­lungs- und psycho­dia­gno­s­ti­scher Test­ver­fah­ren und Einlei­tung thera­peu­ti­scher Verfah­ren
    orien­tie­ren­den Unter­su­chun­gen des Spre­chens, der Spra­che und der Sprach­ent­wick­lung
    der Entwick­lung des kind­li­chen Immun­sys­tems
    der Erken­nung und Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner aller­gi­scher Erkran­kun­gen
    der Erken­nung und Behand­lung von Störun­gen des Wachs­tums und der Puber­tät­s­ent­wick­lung
    psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
    ernäh­rungs­be­ding­ten Gesund­heits­stö­run­gen einschließ­lich diäte­ti­scher Behand­lung und Schu­lung
    der Betreu­ung und Schu­lung von Kindern und Jugend­li­chen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen, z. B. Asth­ma­schu­lung, Diabe­tes­schu­lung
    der Gewalt- und Sucht­prä­ven­tion
    der Sexu­al­be­ra­tung
    der Erken­nung und Bewer­tung von Kindes­miss­hand­lun­gen und Vernach­läs­si­gun­gen, von sozial- und umwelt­be­ding­ten Gesund­heits­stö­run­gen
    der Behand­lung akuter und chro­ni­scher Schmerz­zu­stände
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung logo­pä­di­scher, ergound physio­the­ra­peu­ti­scher sowie physi­ka­li­scher Thera­pie­maß­nah­men
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung einschließ­lich bei Früh- und Neuge­bo­re­nen
    der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
    der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
    inter­dis­zi­pli­närer Koor­di­na­tion einschließ­lich der Einbe­zie­hung weite­rer ärzt­li­cher, pfle­ge­ri­scher und sozia­ler Hilfen in Behand­lungs- und Betreu­ungs­kon­zepte
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Kinder- und Jugend­li­chen-Vorsor­ge­un­ter­su­chun­gen
    Elek­tro­kar­dio­gramm einschließ­lich Lang­zeit-EKG
    Lang­zeit-Blut­druck­mes­sung
    spiro­me­tri­sche Unter­su­chun­gen der Lungen­funk­tion
    orien­tie­rende Hör- und Seh-Scree­ning-Unter­su­chun­gen
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen des Abdo­mens, des Retro­pe­ri­to­neums, der Uroge­ni­tal­or­gane, des Gehirns, der Schild­drüse, der Nasen­ne­ben­höh­len sowie der Gelenke einschließ­lich der Säug­lings­hüfte
    Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
    Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung
    Photo­the­ra­pie

    11.1 Schwerpunkt Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Zusatz-Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der fach­­li­chen Kompe­tenz in Kinder-Endo­­kri­no­lo­­gie und -Diabe­to­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung: Anerkennung als „Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin“

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
    18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Erken­nung und Behand­lung endo­kri­ner Erkran­kun­gen und Folge­er­schei­nun­gen einschließ­lich Störun­gen des Wachs­tums, der Gewicht­s­ent­wick­lung sowie der Geschlechts- und der Puber­tät­s­ent­wick­lung
    den unter­schied­li­chen Formen der Insu­lin­be­hand­lung einschließ­lich Insu­lin­pum­pen­be­hand­lung bei Kindern und Jugend­li­chen
    der Früh­er­ken­nung, Behand­lung und Vorbeu­gung von Diabe­tes­kom­pli­ka­tio­nen
    der multi­dis­zi­pli­nären Betreu­ung chro­ni­scher endo­kri­ner Erkran­kun­gen einschließ­lich dem Mana­ge­ment komple­xer Störun­gen unter Berück­sich­ti­gung psycho­so­zia­ler Auswir­kun­gen bei Kindern und Jugend­li­chen einschließ­lich der Berufs­wahl- und Fami­li­en­be­ra­tung
    Funk­ti­ons- und Belas­tungs­tests einschließ­lich Stimu­la­ti­ons- und Suppres­si­ons­tests
    der Schu­lung und Bera­tung von Pati­en­ten und ihrer Fami­lien sowie in der psycho­so­zia­len Beglei­tung
    den endo­kri­nen Störun­gen des Kalzium-, Phos­phat- und Knochen­stoff­wech­sels
    der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Diäte­tik bei endo­kri­nen Erkran­kun­gen und Diabe­tes melli­tus
    der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu weiter­füh­ren­den diagno­s­ti­schen und thera­peu­ti­schen Maßnah­men
    auxo­lo­gi­schen Metho­den zur Erfas­sung von Wachs­tums­stö­run­gen, der Bestim­mung der Skelett­rei­fung und der Knochen­dichte sowie der Berech­nung von prospek­ti­ven Endgrö­ßen
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen endo­kri­ner Organe einschließ­lich Fein­na­del­punk­tion

    11.2 Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz Kinder-Häma­to­lo­­gie und -Onko­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    6 Monate in einem häma­to­lo­gisch-onko­lo­gi­schen Labor
    können bis zu 12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
    können bis zu 12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Erken­nung, konser­va­ti­ven Behand­lung und Stadi­enein­tei­lung soli­der Tumo­ren und mali­gner Syste­mer­kran­kun­gen, Erkran­kun­gen des Blutes und der blut­bil­den­den Organe, des lympha­ti­schen Systems bei Kindern und Jugend­li­chen von Beginn bis zum Abschluss ihrer soma­ti­schen Entwick­lung
    der gebiets­be­zo­ge­nen medi­ka­men­tö­sen Tumor­the­ra­pie als inte­gra­ler Bestand­teil des Schwer­punk­tes
    der chemo­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung einschließ­lich Hoch­do­sis­the­ra­pie mali­gner Tumo­ren und Syste­mer­kran­kun­gen im Rahmen koope­ra­ti­ver Behand­lungs­kon­zepte
    der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu chir­ur­gi­schen, strah­len­the­ra­peu­ti­schen und nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ver­fah­ren sowie deren progno­s­ti­scher Beur­tei­lung
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur Knochen­mark­trans­plan­ta­tion
    der Erken­nung und Behand­lung von bakte­ri­el­len, vira­len und myko­ti­schen Infek­tio­nen bei häma­to­lo­gisch-onko­lo­gi­schen Erkran­kun­gen
    der Nach­sorge, Reha­bi­li­ta­tion, Erken­nung und Behand­lung von Rezi­di­ven und Thera­pie-Folge­schä­den
    der Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung ange­bo­re­ner und erwor­be­ner Blut­ge­rin­nungs­stö­run­gen einschließ­lich hämor­rha­gi­scher Diathe­sen und Beur­tei­lung von Blutungs- und Throm­boe­m­bo­lie­ge­fähr­dun­gen
    der Durch­füh­rung von Biop­sien und Punk­tio­nen einschließ­lich zyto­lo­gi­scher Befun­dung
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Punk­tio­nen und mikro­sko­pi­sche Unter­su­chung eines Präpa­ra­tes nach diffe­ren­zie­ren­der Färbung einschließ­lich des Auss­trichs, Tupf- und Quetsch­prä­pa­ra­tes des Knochen­marks
    Punk­tion des Liquor­rau­mes mit Instil­la­tion chemo­the­ra­peu­ti­scher Medi­ka­mente
    sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen bei hämato-onko­lo­gi­schen Erkran­kun­gen

    11.3 Schwerpunkt Kinder-Kardiologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz Kinder-Kardio­­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
    18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Vorbeu­gung, inva­si­ven und nicht inva­si­ven Erken­nung, konser­va­ti­ven und medi­ka­men­tö­sen Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Erkran­kun­gen des Herzens und des Kreis­lauf einschließ­lich des Peri­kards, der großen Gefäße und der Gefäße des klei­nen Kreis­laufs bei Kindern und Jugend­li­chen von Beginn bis zum Abschluss ihrer soma­ti­schen Entwick­lung
    der Erken­nung und Behand­lung von Herz­rhyth­mus­stö­run­gen einschließ­lich Mitwir­kung bei inva­si­ven elek­tro­phy­sio­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen und inter­ven­tio­nel­len, abla­ti­ven Behand­lun­gen
    der medi­ka­men­tö­sen und appa­ra­ti­ven anti­ar­rhyth­mi­schen Thera­pie einschließ­lich Defi­bril­la­tion
    der Schritt­ma­cher­the­ra­pie und -nach­sorge
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Mitwir­kung bei Kathe­ter­in­ter­ven­tio­nen wie Atrio­sep­to­sto­mien, Dila­ta­tio­nen von Klap­pen und Gefäßen, Verschluss des Ductus arte­rio­sus und ande­rer Gefäße, Septum­de­fekte
    der Durch­leuch­tung, Aufnah­me­tech­nik und Beur­tei­lung von Rönt­gen­be­fun­den bei Angio­kar­dio­gra­phien und Koro­na­ran­gio­gra­phien
    der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Unter­su­chun­gen sowie chir­ur­gi­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Möglich­kei­ten zu opera­ti­ven Eingrif­fen und ihren kurz- und lang­fris­ti­gen Auswir­kun­gen
    der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Ergo­me­trie einschließ­lich Spiro-Ergo­me­trie
    Echo­kar­dio­gra­phie einschließ­lich Stress­echo­kar­dio­gra­phie, Echo-Kontrast­un­ter­su­chung und fetale Echo­kar­dio­gra­phie
    transö­so­pha­ge­ale Echo­kar­dio­gra­phie
    Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien des Herzens und der großen Gefäße
    Rechts­herz­ka­the­ter­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Belas­tung und der dazu­ge­hö­ri­gen Rechts­herz-Angio­kar­dio­gra­phien
    Links­herz­ka­the­ter­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich der dazu­ge­hö­ri­gen Links­herz-Angio­kar­dio­gra­phien und Koro­na­ran­gio­gra­phien
    Lang­zeit-EKG
    Lang­zeit-Blut­druck­mes­sun­gen

    11.4 Schwerpunkt Kinder-Nephrologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Zusatz-Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der fach­­li­chen Kompe­tenz in Kinder-Nephro­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung: Anerkennung als „Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin“

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
    18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Erken­nung und Behand­lung der ange­bo­re­nen und erwor­be­nen einschließ­lich glome­ru­lä­ren und tubu­lä­ren Funk­ti­ons­stö­run­gen und Erkran­kun­gen von Niere und Harn­trakt
    der Erken­nung und Behand­lung der akuten und chro­ni­schen Nieren­funk­ti­ons­stö­rung einschließ­lich des begin­nen­den und mani­fes­ten Nieren­ver­sa­gens und deren meta­bo­li­schen Folgen sowie der Durch­füh­rung und Lang­zeit­steue­rung der Niere­n­er­satz­the­ra­pie
    der Erken­nung und Behand­lung der arte­ri­el­len rena­len Hyper­to­nie sowie der rena­len Osteo­pa­thie und Anämie
    den hormo­nel­len Verän­de­run­gen einschließ­lich Wachs­tums­stö­run­gen bei Kindern und Jugend­li­chen mit Niere­ner­kran­kun­gen
    der inter­dis­zi­pli­nären Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu urolo­gisch-chir­ur­gi­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
    der Vorbe­rei­tung, prä- und post­ope­ra­ti­ven Versor­gung von Kindern mit Nieren­trans­plan­ta­tion sowie deren Lang­zeit­be­treu­ung einschließ­lich Steue­rung und Über­wa­chung der immun­sup­pres­si­ven Medi­ka­tion
    Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien der Nieren­ge­fäße einschließ­lich bei Trans­plan­tat­nie­ren
    der Nieren­bi­op­sie
    extra­kor­po­ra­len Blut­rei­ni­gungs­ver­fah­ren bei Into­xi­ka­tio­nen, Stoff­wech­se­ler­kran­kun­gen und Stoff­wech­sel­kri­sen
    der Peri­to­neal­dia­lyse
    der Hämo­dia­lyse und verwand­ten Tech­ni­ken wie Filtra­tion, Adsorp­tion und Sepa­ra­tion

    11.5 Schwerpunkt Kinder-Pneumologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Zusatz-Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der fach­­li­chen Kompe­tenz in Kinder-Pneu­­mo­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung: Anerkennung als „Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin“

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
    18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Erken­nung und Behand­lung von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Erkran­kun­gen der oberen Atem­wege, Lunge, Bron­chien, Pleura und Medias­ti­num höhe­ren Schwie­rig­keits­gra­des wie Asthma bron­chiale Grad III und IV, Tuber­ku­lose, ange­bo­rene Lungen­fehl­bil­dung, zysti­sche Fibrose, inters­ti­ti­elle Lunge­ner­kran­kung, bron­cho­pul­mo­nale Dyspla­sie, schlaf­be­zo­gene Atem­re­gu­la­ti­ons­stö­rung
    pulmo­nal beding­ten Erkran­kun­gen des klei­nen Kreis­laufs
    der pulmo­no­lo­gi­schen Aller­go­lo­gie
    Asth­ma­schu­lun­gen im Kindes- und Jugen­dal­ter
    der Sauer­stoff­lang­zeit­the­ra­pie und Beat­mungs­the­ra­pie einschließ­lich der Heim­be­at­mung
    spezi­el­len physio­the­ra­peu­ti­schen Maßnah­men einschließ­lich auto­ge­ner Drai­nage und Inha­la­ti­ons­be­hand­lung
    sono­gra­phi­schen Unter­su­chun­gen der Lunge und Pleura
    Funk­ti­ons­un­ter­su­chun­gen der Atmungs­or­gane wie Ganz­kör­per­ple­thys­mo­gra­phie einschließ­lich Mitwir­kung bei Baby­bo­dyple­thys­mo­gra­phie, CO-Diffu­sion, Compliance-Messung, Bestim­mung der funk­tio­nel­len Resi­du­al­ka­pa­zi­tät (FRC) mit einer Gasmisch­me­thode
    der Spiro-Ergo­me­trie
    der Mitwir­kung bei Bron­cho­sko­pien mit star­rem Instru­men­ta­rium bei inter­ven­tio­nel­len Verfah­ren
    der Fiber­bron­cho­sko­pie einschließ­lich bron­cho-alveolä­rer Lavage
    Pilo­car­pin-Ionto­pho­rese

    11.6 Schwerpunkt Neonatologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz Neona­to­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
    bis zu 12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
    6 Monate in Anäs­the­sio­lo­gie oder Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Erken­nung, Über­wa­chung und Behand­lung von Störun­gen und Erkran­kun­gen der post­na­ta­len Adap­ta­tion und Unreife bei Früh- und Neuge­bo­re­nen
    der Erken­nung und Behand­lung von Störun­gen der Kreis­lauf­um­stel­lung, der Tempe­ra­tur­re­gu­la­tion, der Ausschei­dungs­funk­tion und des Säure-Basen-, Wasser- und Elek­tro­lyt­haus­hal­tes sowie des Biliru­bin­stoff­wech­sels mit Indi­ka­tion zur Austausch­trans­fu­sion
    den Beson­der­hei­ten der medi­ka­men­tö­sen Thera­pie bei Früh- und Neuge­bo­re­nen
    der Erken­nung und Behand­lung prä-, peri- und post­na­ta­ler Infek­tio­nen und Stoff­wech­sel­stö­run­gen des Neuge­bo­re­nen
    der Erken­nung und Behand­lung der Störun­gen des Sauer­stoff­trans­por­tes und der Sauer­stof­f­auf­nahme einschließ­lich der Früh­ge­bo­re­nen-Reti­no­pa­thie und des Atem­not­syn­droms
    der ente­r­a­len und paren­te­r­a­len Ernäh­rung von Früh- und Neuge­bo­re­nen
    der Erst­ver­sor­gung und Trans­port­be­glei­tung von schwer­kran­ken und vital gefähr­de­ten Früh- und Neuge­bo­re­nen
    der Primär­ver­sor­gung und Reani­ma­tion des Früh- und Neuge­bo­re­nen
    inten­siv­me­di­zi­ni­schen Mess­ver­fah­ren und Maßnah­men einschließ­lich zentral­ve­nö­sen Kathe­te­ri­sie­run­gen und Pleu­radrai­na­gen
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Kreiß­saa­l­erst­ver­sor­gung von Früh- und Neuge­bo­re­nen mit vita­ler Bedro­hung
    Behand­lung von kompli­zier­ten neona­to­lo­gi­schen Krank­heits­bil­dern einschließ­lich unter­ge­wich­ti­ger Früh­ge­bo­re­ner (< 1.500 g), z. B.Surfac­tant­man­gel, Sepsis, nekro­ti­sie­rende Entero­ko­li­tis, intra­kra­ni­elle Blutung, Hydrops feta­lis
    entwick­lungs­neu­ro­lo­gi­sche Diagno­s­tik
    diffe­ren­zierte Beat­mungs­tech­nik und Beat­mungs­ent­wöh­nung einschließ­lich Surfac­tant­be­hand­lung
    Stick­oxid­the­ra­pie

    11.7 Schwerpunkt Neuropädiatrie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz Neuro­päd­ia­trie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden
    18 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Vorbeu­gung, Erken­nung, konser­va­ti­ven Behand­lung und Reha­bi­li­ta­tion von Störun­gen und Erkran­kun­gen einschließ­lich Neopla­sien des zentra­len, peri­phe­ren und vege­ta­ti­ven Nerven­sys­tems und der Musku­la­tur
    der Erken­nung ange­bo­re­ner Fehl­bil­dun­gen des zentra­len Nerven­sys­tems, der Störun­gen der Moto­rik und der Sinnes­funk­tio­nen sowie asso­zi­ier­ter Erkran­kun­gen
    der Erken­nung und Behand­lung entzünd­li­cher, trau­ma­ti­scher und toxi­scher Erkran­kun­gen und Schä­den des Nerven­sys­tems und ihrer Folgen
    der Behand­lung zere­bra­ler Anfälle und Epilep­sien
    neuro­mus­ku­lä­ren Erkran­kun­gen
    vasku­lä­ren Erkran­kun­gen des zentra­len Nerven­sys­tems und der Musku­la­tur
    neuro­me­ta­bo­li­schen, neuro­de­ge­ne­ra­ti­ven und neuro­ge­ne­ti­schen Erkran­kun­gen
    der Behand­lung von Zere­bral­pa­re­sen
    Stadi­enein­tei­lung und Verlauf der intra­kra­ni­el­len Druck­stei­ge­rung und des zere­bra­len Komas sowie der Hirn­tod­dia­gno­s­tik
    der Beur­tei­lung menta­ler, moto­ri­scher, sprach­li­cher und psychi­scher Entwick­lungs­stö­run­gen
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur neuro­ra­dio­lo­gi­schen Unter­su­chung des Nerven­sys­tems und der Musku­la­tur
    der Erstel­lung von Thera­pie-, Reha­bi­li­ta­ti­ons- und Förder­plä­nen und deren Koor­di­na­tion, z. B. im medi­zi­nisch-funk­ti­ons­the­ra­peu­ti­schen, psycho­lo­gisch-pädago­gi­schen und sozia­len Bereich
    der Bewer­tung der Anwen­dung von Reha­bi­li­ta­ti­ons­ver­fah­ren, Bewe­gungs­the­ra­pien, kran­ken­gym­nas­ti­schen Verfah­ren, Logo­pä­die, Ergo­the­ra­pie, Sozial­maß­nah­men und neuro­psy­cho­lo­gi­schem Trai­ning
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Elek­tro­en­ze­pha­lo­gramm, Poly­gra­phie und elek­tro­phy­sio­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. Elek­tro­myo­gra­phie, Elek­tro­neu­ro­gra­phie, visu­ell, soma­to­sen­si­bel, moto­risch und akus­tisch evozierte Poten­ziale
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen des zentra­len Nerven­sys­tems und der Musku­la­tur einschließ­lich Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien

    Übergangsbestimmungen:

    1.
    Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung
    a)
    berech­tigt sind, die Bezeich­nung „Fach­arzt für Kinder- und Jugend­me­di­zin“ zu führen,
    b)
    inner­halb der letz­ten acht Jahre mindes­tens 36 Monate, darun­ter mindes­tens 24 Monate zusätz­lich zur Weiter­bil­dung zum Fach­arzt, an einer Weiter­bil­dungs­stätte oder vergleich­ba­ren Einrich­tung regel­mä­ßig und über­wie­gend in der Kinder-Endo­kri­no­lo­gie und -Diabe­to­lo­gie tätig waren und dieses bele­gen
    und
    c)
    in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Aner­ken­nung der Schwer­punkt­be­zeich­nung „Kin­der-Endo­kri­no­lo­gie und -Diabe­to­lo­gie“ gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben haben,
    werden auf Antrag zur Prüfung zuge­las­­sen.
    1.
    Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung
    d)
    berech­tigt sind, die Bezeich­nung „Fach­arzt für Kinder- und Jugend­heil­kunde“ zu führen,
    e)
    inner­halb der letz­ten acht Jahre mindes­tens 36 Monate, darun­ter mindes­tens 24 Monate zusätz­lich zur Weiter­bil­dung zum Fach­arzt, an einer Weiter­bil­dungs­stätte oder vergleich­ba­ren Einrich­tung regel­mä­ßig und über­wie­gend in der KinderHä­ma­to­lo­gie und -Onko­lo­gie tätig waren und dieses bele­gen
    und
    f)
    in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Aner­ken­nung der Schwer­punkt­be­zeich­nung „Kin­der-Häma­to­lo­gie und -Onko­lo­gie“ gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten umfas­send erwor­ben haben,
    werden auf Antrag zur Prüfung zuge­las­­sen.
    1.
    Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung
    a)
    berech­tigt sind, die Bezeich­nung „Fach­arzt für Kinder- und Jugend­me­di­zin“ zu führen,
    h)
    inner­halb der letz­ten acht Jahre mindes­tens 36 Monate, darun­ter mindes­tens 24 Monate zusätz­lich zur Weiter­bil­dung zum Fach­arzt, an einer Weiter­bil­dungs­stätte oder vergleich­ba­ren Einrich­tung regel­mä­ßig und über­wie­gend in der Kinder-Nephro­lo­gie tätig waren und dieses bele­gen
    und
    i)
    in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Aner­ken­nung der Schwer­punkt­be­zeich­nung „Kin­der-Nephro­lo­gie“ gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben haben,
    werden auf Antrag zur Prüfung zuge­las­­sen.
    1.
    Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung
    a)
    berech­tigt sind, die Bezeich­nung „Fach­arzt für Kinder- und Jugend­me­di­zin“ zu führen,
    k)
    inner­halb der letz­ten acht Jahre mindes­tens 36 Monate, darun­ter mindes­tens 24 Monate zusätz­lich zur Weiter­bil­dung zum Fach­arzt, an einer Weiter­bil­dungs­stätte oder vergleich­ba­ren Einrich­tung regel­mä­ßig und über­wie­gend in der Kinder-Pneu­mo­lo­gie tätig waren und dieses bele­gen
    und
    l)
    in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Aner­ken­nung der Schwer­punkt­be­zeich­nung „Kin­der-Pneu­mo­lo­gie“ gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben haben,
    werden auf Antrag zur Prüfung zuge­las­­sen.
    1.
    Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung
    d)
    berech­tigt sind, die Bezeich­nung „Fach­arzt für Kinder- und Jugend­heil­kunde“ zu führen,
    n)
    inner­halb der letz­ten acht Jahre mindes­tens 36 Monate, darun­ter mindes­tens 24 Monte zusätz­lich zur Weiter­bil­dung zum Fach­arzt an einer Weiter­bil­dungs­stätte oder vergleich­ba­ren Einrich­tung regel­mä­ßig und über­wie­gend in der Neuro­päd­ia­trie tätig waren und dieses bele­gen
    und
    o)
    in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Aner­ken­nung der Schwer­punkt­be­zeich­nung „Neu­ro­päd­ia­trie“ gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben haben,
    werden auf Antrag zur Prüfung zuge­las­­sen.

    12. Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

    Definition:

    Das Gebiet Kinder- und Jugen­d­­psy­ch­ia­trie und -psycho­the­ra­pie umfasst die Erken­­nung, Behan­d­­lung, Präven­tion und Reha­­bi­­li­ta­tion bei psychi­­schen, psycho­­so­­ma­ti­­schen, entwick­­lungs­­­be­­ding­ten und neuro­lo­­gi­­schen Erkran­­kun­­gen oder Störun­­gen sowie bei psychi­­schen und sozia­len Verhal­tens­auf­­fäl­­lig­kei­ten im Säug­­lings-, Kindes- und Jugen­dal­ter und bei Heran­wach­­sen­­den auch unter Beach­tung ihrer Einbin­­dung in das fami­­li­äre und soziale Leben­­sum­­feld.

    Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Kinder- und Jugen­d­­psy­ch­ia­trie und -psycho­the­ra­pie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    12 Monate Kinder- und Jugend­me­di­zin, Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie und/oder Psycho­so­ma­ti­sche Medi­zin und Psycho­the­ra­pie, davon können
    • 6 Monate in Neuro­lo­gie oder Neuro­päd­ia­trie ange­rech­net werden
    können bis zu 24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    allge­mei­ner und spezi­el­ler Psycho­pa­tho­lo­gie einschließ­lich der biogra­phi­schen Anamne­seer­he­bung, Verhal­tens­be­ob­ach­tung und Explo­ra­ti­ons­tech­nik
    Abklä­rung und Gewich­tung der Entste­hungs­be­din­gun­gen psychi­scher Erkran­kun­gen und Störun­gen im Kindes- und Jugen­dal­ter einschließ­lich der Aufstel­lung eines Behand­lungs­pla­nes
    (entwick­lungs-)neuro­lo­gi­schen Unter­su­chungs­me­tho­den
    psycho­dia­gno­s­ti­schen Test­ver­fah­ren
    Früh­er­ken­nung, Krank­heits­ver­hü­tung, Rück­fall­ver­hü­tung und Verhü­tung uner­wünsch­ter Thera­pie­ef­fekte
    der Krank­heits­lehre und Diffe­ren­zi­al­dia­gno­s­tik psycho­so­ma­ti­scher, psych­ia­tri­scher und neuro­lo­gi­scher Krank­heits­bil­der
    sozi­al­psych­ia­tri­schen diagno­s­ti­schen und thera­peu­ti­schen Maßnah­men
    wissen­schaft­li­chen psycho­the­ra­peu­ti­schen Verfah­ren
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Tech­nik der Übungs­be­hand­lung, z. B. funk­tio­nelle Entwick­lungs­the­ra­pie, syste­ma­ti­sche senso­mo­to­ri­sche Übungs­be­hand­lung, insbe­son­dere heil­päd­ago­gi­sche, sprach­the­ra­peu­ti­sche, ergo­the­ra­peu­ti­sche, bewe­gungs­the­ra­peu­ti­sche und kran­ken­gym­nas­ti­sche Maßnah­men, sowie indi­rekte kinder- und jugend­psych­ia­tri­sche Behand­lung durch Verhal­tens­mo­di­fi­ka­tio­nen von Bezugs­per­so­nen
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Metho­dik neuro­ra­dio­lo­gi­scher und elek­tro­phy­sio­lo­gi­scher Verfah­ren einschließ­lich der Beur­tei­lung und der Einord­nung in das Krank­heits­bild
    Weiter­­bil­­dung im spezi­el­len Neuro­lo­­gie-Teil
    Krank­heits­lehre neuro­lo­gi­scher Krank­heits­bil­der, Diagno­s­tik und Thera­pie von Schmerz­syn­dro­men, neuro­phy­sio­lo­gi­sche und neuro­pa­tho­lo­gi­sche Grund­la­gen kinder- und jugend­psych­ia­tri­scher Erkran­kun­gen
    Metho­dik und Tech­nik der neuro­lo­gi­schen Anamnese
    Metho­dik und Tech­nik der neuro­lo­gi­schen Unter­su­chung
    Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Durch­füh­rung und Beur­tei­lung neuro­phy­sio­lo­gi­scher und neuro­psy­cho­lo­gi­scher Unter­su­chungs- und Behand­lungs­me­tho­den
    Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Durch­füh­rung und Bewer­tung der Elek­tro­en­ze­pha­lo­gra­phie sowie evozierte Poten­ziale
    Grund­la­gen der Somato- und Phar­ma­ko­the­ra­pie neuro­lo­gi­scher Erkran­kun­gen des Kindes- und Jugen­dal­ters
    Struk­tu­rierte Weiter­­bil­­dung im allge­­mei­­nen Psych­ia­trie-Teil
    Behand­lung psychi­scher Krank­hei­ten und Störun­gen mit der Defi­ni­tion von Behand­lungs­zie­len, der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für verschie­dene Behand­lungs­ver­fah­ren einschließ­lich Anwen­dungs­tech­nik und Erfolgs­kon­trolle sowie der Fest­le­gung eines Behand­lungs­pla­nes, dabei sind insbe­son­dere somato-, sozio- und psycho­the­ra­peu­ti­sche Verfah­ren unter Einbe­zie­hung der Bezugs­per­so­nen zu berück­sich­ti­gen
    sozi­al­psych­ia­tri­sche Behand­lung und Reha­bi­li­ta­tion unter Berück­sich­ti­gung extra­mu­ra­ler, komple­men­tä­rer Versor­gungs­struk­tu­ren, der Koope­ra­tion mit Jugend­hilfe, Sozi­al­hilfe und Schule
    Diagno­s­tik und Thera­pie bei geis­ti­ger Behin­de­rung
    60 super­vi­dierte und doku­men­tierte Erst­un­ter­su­chun­gen unter Berück­sich­ti­gung biolo­gisch-soma­ti­scher, psycho­lo­gi­scher, psycho­dy­na­mi­scher und sozi­al­psych­ia­tri­scher Gesichts­punkte und unter Beach­tung einer diagno­s­ti­schen Klas­si­fi­ka­tion und der Einbe­zie­hung sympto­ma­ti­scher Erschei­nungs­for­men sowie fami­li­ärer, epide­mio­lo­gi­scher, schich­ten­spe­zi­fi­scher und trans­kul­tu­rel­ler Gesichts­punkte
    10 Stun­den Semi­nar zur stan­dar­di­sier­ten Diagno­s­tik
    Metho­dik der psycho­lo­gi­schen Test­ver­fah­ren und der Beur­tei­lung psycho­lo­gi­scher und psycho­pa­tho­lo­gi­scher Befun­der­he­bung in der Entwick­lungs-, Leis­tungs- und Persön­lich­keits­dia­gno­s­tik (Durch­füh­rung von je 10 Tests)
    Metho­dik neuro­psy­cho­lo­gi­scher Verfah­ren einschließ­lich Fremd- und Selbst­be­ur­tei­lungs­ska­len
    40 Stun­den Fall­se­mi­nar über Kontrain­di­ka­tion und Indi­ka­tion medi­ka­men­tö­ser Behand­lun­gen und ande­rer soma­ti­scher Thera­pie­ver­fah­ren in Wech­sel­wir­kung mit der Psycho- und Sozio­the­ra­pie einschließ­lich prak­ti­scher Anwen­dun­gen
    Gutach­ten zu Frage­stel­lun­gen aus den Berei­chen der Straf-, Zivil-, Sozial- und frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit, insbe­son­dere nach dem Jugend­hil­fe­recht, Sozi­al­hil­fe­recht, Fami­li­en­recht und Straf­recht
    Durch­füh­rung der Befun­dung und Doku­men­ta­tion von 20 abge­schlos­se­nen Thera­pien unter konti­nu­ier­li­cher Super­vi­sion einschließ­lich des störungs­spe­zi­fi­schen, psycho­the­ra­peu­ti­schen Anteils der Behand­lung und sozi­al­psych­ia­tri­scher Behand­lungs­for­men bei komple­xen psychi­schen Störungs­bil­dern
    Durch­füh­rung von Befun­dung und Doku­men­ta­tion von 20 abge­schlos­se­nen Thera­pien in der Gruppe unter konti­nu­ier­li­cher Super­vi­sion und unter Berück­sich­ti­gung störungs­spe­zi­fi­scher Anteile bei komple­xen psychi­schen Störungs­bil­dern
    Struk­tu­rierte Weiter­­bil­­dung im spezi­el­len Psycho­the­ra­pie-Teil
    100 Stun­den Semi­nar­wei­ter­bil­dung, Kurse, Prak­tika und Fall­se­mi­nare über theo­re­ti­sche Grund­la­gen der Psycho­the­ra­pie, insbe­son­dere allge­meine spezi­elle Neuro­sen­lehre, Entwick­lungs­psy­cho­lo­gie und Entwick­lungs­psy­cho­pa­tho­lo­gie sowie der Theo­rie und Metho­dik der Verhal­tens­the­ra­pie, Theo­rie und Thera­pie in der Psycho­so­ma­tik
    Kennt­nisse in Thera­pien unter Einschluss der Bezugs­per­so­nen, davon 5 Doppel­stun­den Fami­li­en­the­ra­pie, 10 Behand­lungs­stun­den Krisen­in­ter­ven­tion unter Super­vi­sion und 8 Behand­lungs­stun­den suppor­tive Psycho­the­ra­pie unter Super­vi­sion
    16 Doppel­stun­den auto­ge­nes Trai­ning oder progres­sive Muskel­ent­span­nung oder Hypnose
    10 Stun­den Semi­nar und 6 Behand­lun­gen unter Super­vi­sion in Krisen­in­ter­ven­tio­nen, suppor­tive Verfah­ren und Bera­tung
    10 Stun­den Semi­nar in psych­ia­trisch-psycho­the­ra­peu­ti­scher Konsil- und Liai­son­ar­beit unter Super­vi­sion
    240 Thera­pie­stun­den mit Super­vi­sion nach jeder vier­ten Stunde entwe­der in Verhal­tens­the­ra­pie oder tiefen­psy­cho­lo­gisch fundier­ter Psycho­the­ra­pie bzw. in einem wissen­schaft­lich aner­kann­ten Psycho­the­ra­pie­ver­fah­ren im gesam­ten Bereich psychi­scher Erkran­kun­gen einschließ­lich Such­ter­kran­kun­gen, bei denen die Psycho­the­ra­pie im Vorder­grund des Behand­lungs­spek­trums steht
    35 Doppel­stun­den Balint­grup­pen­ar­beit
    Selbs­t­er­fah­rung
    150 Stun­den Einzel- oder Grup­pen­selbs­t­er­fah­rung entwe­der in Verhal­tens­the­ra­pie oder tiefen­psy­cho­lo­gisch fundier­ter Psycho­the­ra­pie bzw. in einem wissen­schaft­lich aner­kann­ten Verfah­ren. Die Selbs­t­er­fah­rung muss im glei­chen Verfah­ren erfol­gen, in welchem auch die 240 Psycho­the­ra­pie­stun­den geleis­tet werden.

    13. Gebiet Laboratoriumsmedizin

    Definition:

    Das Gebiet Labo­ra­to­ri­ums­­me­­di­­zin umfasst die Bera­tung und Unter­­stüt­­zung der in der Vorsorge und Kran­ken­­be­han­d­­lung Täti­­gen bei der Vorbeu­­gung, Erken­­nung und Risi­­ko­ab­schät­­zung von Krank­hei­ten und ihren Ursa­chen, bei der Über­wa­chung des Krank­heits­­­ver­­lau­­fes sowie bei der Progno­­seab­schät­­zung und Bewer­tung thera­­peu­ti­­scher Maßnah­­men durch die Anwen­­dung morpho­lo­­gi­­scher, chemi­­scher, physi­­ka­­li­­scher, immu­no­lo­­gi­­scher, bioche­­mi­­scher, immun­che­­mi­­scher, mole­­ku­lar­­bio­lo­­gi­­scher und mikro­­bio­lo­­gi­­scher Unter­­su­chungs­­­ver­­fah­ren von Körper­­säf­ten, ihrer morpho­lo­­gi­­schen Bestan­d­­teile sowie Ausschei­­dungs- und Sekre­ti­­ons­pro­­duk­ten, einschließ­­lich der dazu erfor­­der­­li­chen Funk­ti­­ons­prü­­fun­­gen sowie der Erstel­­lung des daraus resul­tie­ren­­den ärzt­­li­chen Befun­­des.

    Facharzt für Laboratoriumsmedizin
    (Laborarzt)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Labo­ra­to­ri­ums­­me­­di­­zin ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung in Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin und/oder Kinder- und Jugend­me­di­zin
    6 Monate in einem mikro­bio­lo­gi­schen Labor
    6 Monate in einem infek­ti­ons­se­ro­lo­gi­schen Labor
    6 Monate in einem immun­hä­ma­to­lo­gi­schen Labor
    können bis zu 12 Monate in Mikro­bio­lo­gie, Viro­lo­gie und Infek­ti­ons­epi­de­mio­lo­gie ange­rech­net werden
    können bis zu 6 Monate in Trans­fu­si­ons­me­di­zin ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den Grund­sät­zen eines Labor- und Quali­täts­ma­na­ge­ments einschließ­lich der Beach­tung und Mini­mie­rung von Einfluss­grö­ßen, Stör­fak­to­ren und der Stan­dar­di­sie­rung der Unter­su­chungs­ver­fah­ren
    der Auswahl, Anwen­dung, Beur­tei­lung und Befun­dung morpho­lo­gi­scher, physi­ka­li­scher, klinisch-chemi­scher, bioche­mi­scher, immun­che­mi­scher und mikro­bio­lo­gi­scher Unter­su­chungs­ver­fah­ren von Körper­säf­ten einschließ­lich mole­ku­lar­ge­ne­ti­scher Analy­tik zur Erken­nung und Verlaufs­kon­trolle physio­lo­gi­scher Eigen­schaf­ten und krank­haf­ter Zustände sowie Progno­seab­schät­zung und Bewer­tung thera­peu­ti­scher Maßnah­men einschließ­lich tech­ni­scher und medi­zi­ni­scher Vali­die­rung
    der Gewin­nung und Eingangs­be­ur­tei­lung des Unter­su­chungs­ma­te­ri­als
    der Proben­vor­be­rei­tung
    immu­no­lo­gi­schen Routi­ne­ver­fah­ren und der Blut­grup­pen­se­ro­lo­gie
    Grund­la­gen der Phar­ma­ko­ki­ne­tik und Phar­ma­ko­dy­na­mik einschließ­lich Drug-Moni­to­ring
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Mikro­sko­pier- und Färbe­ver­fah­ren
    Bestim­mung und Bewer­tung von
    • Enzy­men und Substra­ten
    • Plas­ma­pro­te­i­nen und Tumor­mar­kern
    • Spuren­ele­men­ten, toxi­schen Substan­zen und Vitami­nen
    • harn­pflich­ti­gen morpho­lo­gi­schen Bestand­tei­len und Substan­zen
    • Entzün­dungs­pa­ra­me­tern
    • Entzün­dungs­me­dia­to­ren, Anti­ge­nen, Anti­kör­pern und Auto­an­ti­kör­pern
    • Para­me­tern der Infek­ti­ons­se­ro­lo­gie
    Bestim­mung und Bewer­tung von Para­me­tern des
    • Fett-, Kohlen­hy­drat- und Protein­stoff­wech­sels
    • Hormon- und Knochen­stoff­wech­sels
    • Wasser-, Elek­tro­lyt- und Mine­ral­haus­hal­tes
    • Säure-Basen-Haus­hal­tes
    • Liquors, Urins und Punk­tats
    Bestim­mung und Bewer­tung von Para­me­tern der häma­to­lo­gi­schen, immun­hä­ma­to­lo­gi­schen, immu­no­lo­gi­schen und hämo­sta­seo­lo­gi­schen Analy­tik
    bakte­rio­lo­gi­sche und viro­lo­gi­sche Unter­su­chung einschließ­lich Keim­dif­fe­ren­zie­rung und Resis­tenz­tes­tung, z. B. aus Blut, Sputum, Eiter, Urin, Gewebe, Abstri­chen
    Drug-Moni­to­ring, Drogen­s­cree­ning
    mole­ku­lar­ge­ne­ti­sche Analy­tik
    Radioim­mu­no­assay

    14. Gebiet Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie

    Definition:

    Das Gebiet Mikro­­bio­lo­­gie, Viro­lo­­gie und Infek­ti­­ons­e­pi­­de­­mio­lo­­gie umfasst die Labo­ra­to­ri­ums­­dia­­gno­s­tik der durch Mikro­or­­ga­­nis­­men, Viren und andere über­­­trag­­bare Agen­­zien beding­ten Erkran­­kun­­gen und die Aufklä­rung ihrer Patho­­ge­­nese, epide­­mio­lo­­gi­­schen Zusam­­men­hänge und Ursa­chen sowie die Unter­­stüt­­zung der in der Vorsorge, in der Kran­ken­­be­han­d­­lung und im öffent­­li­chen Gesun­d­heits­­­dienst täti­­gen Ärzte bei der Vorbeu­­gung, Erken­­nung, Behan­d­­lung und Bekämp­­fung von Infek­ti­­ons­­krank­hei­ten.

    Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Mikro­­bio­lo­­gie, Viro­lo­­gie und Infek­ti­­ons­e­pi­­de­­mio­lo­­gie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    12 Monate in den Gebie­ten der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung
    können bis zu 12 Monate in Hygiene und Umwelt­me­di­zin und/oder Labo­ra­to­ri­ums­me­di­zin ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den diagno­s­ti­schen Verfah­ren der Bakte­rio­lo­gie, Viro­lo­gie, Para­si­to­lo­gie, Myko­lo­gie, Sero­lo­gie und Immu­no­lo­gie von Infek­ti­ons­krank­hei­ten und ihren Folge­zu­stän­den einschließ­lich mikro­bio­lo­gisch-viro­lo­gi­scher Stufen­dia­gno­s­tik und mole­ku­lar­bio­lo­gi­schen Metho­den
    der Sympto­ma­to­lo­gie, Labo­ra­to­ri­ums­dia­gno­s­tik und Verlaufs­be­ur­tei­lung der durch infek­ti­öse Agen­zien verur­sach­ten Erkran­kun­gen
    der Auswahl geeig­ne­ter Unter­su­chungs­ma­te­ria­lien sowie deren Gewin­nung, Trans­port, Quali­täts­be­ur­tei­lung und Aufbe­rei­tung
    mikro­sko­pi­schen, bioche­mi­schen, immu­no­lo­gi­schen und mole­ku­lar­bio­lo­gi­schen Metho­den zum Nach­weis von Bakte­rien, Viren, Pilzen und ande­ren über­trag­ba­ren Agen­zien einschließ­lich Bewer­tung und Befun­din­ter­pre­ta­tion
    den Krite­rien zur Unter­schei­dung von patho­lo­gi­scher und Normal­flora
    den Grund­sät­zen eines Labor- und Quali­täts­ma­na­ge­ments einschließ­lich der Beach­tung und Mini­mie­rung von Einfluss­grö­ßen und Stör­fak­to­ren sowie der Evalua­tion und Stan­dar­di­sie­rung von Unter­su­chungs­ver­fah­ren
    Metho­den zum Anzüch­ten, Anrei­chern, Diffe­ren­zie­ren und Typi­sie­ren von Erre­gern einschließ­lich Zell­kul­tur­tech­ni­ken
    der geno­ty­pi­schen Charak­te­ri­sie­rung nach­ge­wie­se­ner Krank­heits­er­re­ger
    der Bera­tung bei der Behand­lung einschließ­lich klini­scher Konsi­li­ar­tä­tig­keit
    der allge­mei­nen Epide­mio­lo­gie und Infek­ti­ons­epi­de­mio­lo­gie
    der Infek­ti­ons­prä­ven­tion einschließ­lich der Immun­pro­phy­laxe
    der Kran­ken­haus- und Praxis­hy­giene einschließ­lich der Hygiene von Lebens­mit­teln, Gebrauchs- und Bedarfs­ge­gen­stän­den
    der mikro­bio­lo­gi­schen, viro­lo­gi­schen und hygie­ni­schen Über­wa­chung von Opera­ti­ons-, Inten­siv­pflege- und sons­ti­gen Kran­ken­h­aus­be­rei­chen
    der Erstel­lung von Hygie­ne­plä­nen und der Erfas­sung noso­ko­mia­ler Infek­tio­nen sowie zur Erre­ger- und Resis­tenz­über­wa­chung
    der Erken­nung, Vorbeu­gung und Bekämp­fung von Kran­ken­haus­in­fek­tio­nen und Auswer­tung epide­mio­lo­gi­scher Erhe­bun­gen einschließ­lich klinisch-mikro­bio­lo­gi­scher Konsi­li­ar­tä­tig­keit
    der mikro­bio­lo­gi­schen und viro­lo­gi­schen Bewer­tung thera­peu­ti­scher und desin­fi­zie­ren­der Substan­zen einschließ­lich Empfind­lich­keits­be­stim­mun­gen von Mikro­or­ga­nis­men und Viren gegen­über Arznei- und Desin­fek­ti­ons­mit­teln
    der Erken­nung, Bekämp­fung und Verhü­tung von Seuchen
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    bakte­rio­lo­gi­sche und viro­lo­gi­sche Unter­su­chung einschließ­lich Keim­dif­fe­ren­zie­rung und Resis­tenz­tes­tung, z. B. aus Blut, Sputum, Eiter, Urin, Gewebe, Abstri­chen
    infek­ti­ons­se­ro­lo­gi­scher Nach­weis von Anti­ge­nen und Anti­kör­pern
    mikro­sko­pi­scher Nach­weis von Bakte­rien, Proto­zoen, Helmin­then einschließ­lich deren Genom-Nach­weis mittels mole­ku­lar­bio­lo­gi­scher Metho­den
    kultu­relle Anzüch­tun­gen
    Zell­kul­tur zum Anti­gen­nach­weis von Viren
    Auto-Anti­kör­per­nach­weis einschließ­lich Lympho­zy­ten­ty­pi­sie­rung und Nach­weis von Lympho­ki­nen
    Bestim­mung von Bestand­tei­len des Immun­sys­tems, Immunglo­bu­li­nen und Komple­ment­fak­to­ren

    Übergangsbestimmungen:

    Ärzte mit der Aner­ken­­nung zum Führen der Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Mikro­­bio­lo­­gie und Infek­ti­­ons­e­pi­­de­­mio­lo­­gie“ sind berech­tigt, stat­t­­des­­sen die Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Mikro­­bio­lo­­gie, Viro­lo­­gie und Infek­ti­­ons­e­pi­­de­­mio­lo­­gie“ zu führen.

    15. Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

    Definition:

    Das Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­­gie umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, konser­va­tive und opera­tive Behan­d­­lung, Nach­­sorge und Reha­­bi­­li­ta­tion von Erkran­­kun­­gen, Verlet­­zun­­gen, Frak­tu­ren, Tumo­ren, Fehl­­bil­­dun­­gen und Form­­ver­­än­­de­run­­gen des Zahnes, des Zahn­hal­te­ap­pa­ra­tes, der Alveo­lar­­for­t­­sätze, des Gaumens, der Kiefer, der Mund­höhle, der Spei­chel­­drü­­sen sowie des Gesichts­schä­­dels und der bede­­cken­­den Weich­­teile einschließ­­lich der chir­ur­­gi­­schen Kiefer­or­tho­pä­­die, prothe­ti­­schen Versor­­gung und Implan­to­lo­­gie.

    Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
    (Mund-Kiefer-Gesichtschirurg)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­­gie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate im Gebiet Chir­ur­gie und/oder in Anäs­the­sio­lo­gie, Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde und/oder Neuro­chir­ur­gie ange­rech­net werden
    24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Gesund­heits­be­ra­tung, Vorbeu­gung, Erken­nung und Behand­lung von Erkran­kun­gen des Zahnes, des Zahn­hal­te­ap­pa­ra­tes, der Alveo­lar­fort­sätze einschließ­lich der Implan­to­lo­gie
    der Erken­nung und Behand­lung von Erkran­kun­gen der Kiefer, Kiefer­ge­lenke und des Joch­beins einschließ­lich der chir­ur­gi­schen Kiefer­or­tho­pä­die und Korrek­tu­ren der Biss- und Kaufunk­tio­nen
    der Erken­nung, Behand­lung und Nach­sorge von Erkran­kun­gen einschließ­lich Tumo­ren des Gaumens, der Lippen, der Zunge, der Mund­höh­len­wan­dun­gen, der Spei­chel­drü­sen, des Nasen­ein­gangs, der Weich­teile des Gesichts­schä­dels einschließ­lich der gebiets­be­zo­ge­nen Nerven und regio­na­len Lymph­kno­ten
    den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie
    der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Durch­füh­rung und Inter­pre­ta­tion gebiets­be­zo­ge­ner Rönt­gen­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Strah­len­schutz
    der prothe­ti­schen Versor­gung
    den Grund­la­gen der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven und konser­va­ti­ven Behand­lung einschließ­lich der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung
    der Behand­lung akuter und chro­ni­scher Schmerz­zu­stände, die keinen eigen­stän­di­gen Krank­heits­wert erlangt haben
    psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen der Gesichts- und Hals­weich­teile sowie der Nasen­ne­ben­höh­len und Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien der extra­kra­ni­el­len hirn­ver­sor­gen­den Gefäße
    Lokal- und Regio­nal­an­äs­the­sie
    Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung
    Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
    opera­tive Eingriffe in der
    • dentoal­veolä­ren Chir­ur­gie, z. B. Wurzel­spit­zen­re­sek­tio­nen, parodon­tal­chir­ur­gi­sche Maßnah­men
    • septi­schen Chir­ur­gie, z. B. Kiefer­höh­len­ope­ra­tio­nen, Spei­chel­stei­nent­fer­nun­gen
    • Chir­ur­gie bei Verlet­zun­gen, z. B. opera­tive Versor­gung von kombi­nier­ten Weich­teil- und Knochen­ver­let­zun­gen
    • Fehl­bil­dungs­chir­ur­gie, z. B. Lippen-Kiefer-Gaumen­spal­ten-Opera­tio­nen
    • kiefer­or­tho­pä­di­schen und Kiefer­ge­lenk­schir­ur­gie, z. B.Osteo­to­mien bei skelet­ta­len Dysgna­thien
    • präpro­the­ti­schen Chir­ur­gie, z. B. Mund­vor­hof­plas­tik, enos­sale Implan­ta­tio­nen
    • Tumorchir­ur­gie, z. B. Probe­ex­zi­sio­nen, Tumor­re­sek­tio­nen
    • Chir­ur­gie an peri­phe­ren Gesichts­ner­ven, z. B. Dekom­pres­sio­nen, Nerven-Verla­ge­run­gen
    • plas­ti­schen und Wieder­her­stel­lungs­chir­ur­gie, z. B. Umschnei­dung von Fern- und Nahl­ap­pen, Über­pflan­zung von Haut, Knochen und Knor­pel
    sons­tige Eingriffe im Zusam­men­hang mit Mund-Kiefer- und Gesichts­ope­ra­tio­nen, z. B. mikro­chir­ur­gi­sche Trans­pla­tio­nen einschließ­lich des Präpa­rie­rens von Gefäß­an­schlüs­sen

    16. Gebiet Neurochirurgie

    Definition:

    Das Gebiet Neuro­chir­ur­­gie umfasst die Erken­­nung, opera­tive, peri­o­pe­ra­tive und konser­va­tive Behan­d­­lung, Nach­­sorge und Reha­­bi­­li­ta­tion von Erkran­­kun­­gen, Verlet­­zun­­gen, Verlet­­zungs­­­fol­­gen und Fehl­­bil­­dun­­gen des zentra­len Nerven­­­sys­tems, seiner Gefäße und seiner Hüllen, des peri­­phe­ren und vege­ta­ti­­ven Nerven­­­sys­tems.

    Facharzt für Neurochirurgie
    (Neurochirurg)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Neuro­chir­ur­­gie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    72 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    48 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung
    6 Monate in der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Versor­gung neuro­chir­ur­gi­scher Pati­en­ten
    können bis zu 12 Monate im Gebiet Chir­ur­gie und/oder in Neuro­lo­gie, Neuro­pa­tho­lo­gie und/oder Neuro­ra­dio­lo­gie
    oder
    6 Monate in Anäs­the­sio­lo­gie, Augen­heil­kunde, Hals-Nasen-Ohren­heil­kunde, Kinder- und Jugend­me­di­zin oder Mund-Kiefer-Gesichtschir­ur­gie ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Erken­nung, konser­va­ti­ven, opera­ti­ven Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von Krank­hei­ten einschließ­lich Tumo­ren des Schä­dels, des Gehirns, der Wirbel­säule, des Rücken­marks, deren Gefäße und zufüh­ren­den Gefäße, der peri­phe­ren Nerven, des vege­ta­ti­ven Nerven­sys­tems und des endo­kri­nen Systems
    der Erken­nung, opera­ti­ven Behand­lung und Nach­sorge neuroon­ko­lo­gi­scher Erkran­kun­gen einschließ­lich den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie
    der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
    der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
    psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
    der Erken­nung und Behand­lung von Schmerz­syn­dro­men
    der Erken­nung psycho­ge­ner Syndrome
    der inter­dis­zi­pli­nären Zusam­men­ar­beit, z. B. bei radio­chir­ur­gi­schen Behand­lun­gen
    der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung
    der Hirn­tod­dia­gno­s­tik einschließ­lich der Orga­ni­sa­tion von Organ­spende
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung physi­ka­li­scher, ergo­the­ra­peu­ti­scher und logo­pä­di­scher Thera­pie­maß­nah­men
    der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    neuro­phy­sio­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. Elek­tro­en­ze­pha­lo­gramm einschließ­lich evozier­ten Poten­zia­len, Elek­tro­myo­gramm
    sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen und Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien extra­kra­ni­el­ler hirn­ver­sor­gen­der und intra­kra­ni­el­ler Gefäße
    Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung
    Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
    einfa­che Beat­mungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Beat­mungs­ent­wöh­nung
    Lokal- und Regio­nal­an­äs­the­sie
    neuro­chir­ur­gi­sche Eingriffe einschließ­lich mini­malin­va­si­ver, stereo­tak­ti­scher und endo­sko­pi­scher Metho­dik, auch unter Anwen­dung der Neuro­na­vi­ga­tion
    • an peri­phe­ren und vege­ta­ti­ven Nerven, z. B. Verla­ge­rung, Naht, Neuro­lyse, Tumo­rent­fer­nung
    • an der zervi­ka­len, thora­ka­len und lumba­len Wirbel­säule, z. B. Nerven­wur­zel-, Rücken­marks­de­kom­pres­sion, Versor­gung von Wirbel­säu­len­ver­let­zun­gen
    • bei Schä­del-Hirn-Verlet­zun­gen, z. B. von intra- und extra­du­ra­len Häma­to­men, Liquor­fis­teln, Impres­si­ons­frak­tu­ren
    • bei supra- und infra­ten­to­ri­el­len intra­ze­re­bra­len Prozes­sen, z. B. Tumor-Opera­tio­nen
    • bei Schä­del-, Hirn- und spina­len Fehl­bil­dun­gen, z. B. Liquo­ra­blei­tun­gen, Opera­tio­nen bei Spalt­miss­bil­dun­gen
    • bei Schmerz­syn­dro­men, z. B. augmen­ta­tive, destru­ie­rende, Implan­ta­ti­ons-Verfah­ren
    • bei diagno­s­ti­schen Eingrif­fen, z. B. Myelo­gra­phie, lumbale und ventri­ku­läre Liquor­drai­nage mit und ohne Druck­mes­sung, Biop­sien
    • bei sons­ti­gen chir­ur­gi­schen Maßnah­men, z. B. Eingriffe an extra­kra­ni­el­len Gefäßen, Tracheo­to­mien

    17. Gebiet Neurologie

    Definition:

    Das Gebiet Neuro­lo­­gie umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, konser­va­tive Behan­d­­lung und Reha­­bi­­li­ta­tion der Erkran­­kun­­gen des zentra­len, peri­­phe­ren und vege­ta­ti­­ven Nerven­­­sys­tems einschließ­­lich der Musku­la­tur.

    Facharzt für Neurologie
    (Neurologe)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Neuro­lo­­gie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    24 Monate in der statio­nären neuro­lo­gi­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung
    12 Monate in Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie
    6 Monate in der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Versor­gung neuro­lo­gi­scher Pati­en­ten
    können bis zu 12 Monate im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin und/oder in Neuro­chir­ur­gie, Neuro­pa­tho­lo­gie, Neuro­ra­dio­lo­gie und/oder Psycho­so­ma­ti­sche Medi­zin und Psycho­the­ra­pie ange­rech­net werden
    können bis zu 24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Vorbeu­gung, Erken­nung, Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion neuro­lo­gi­scher Krank­heits­bil­der und Defekt­zu­stände
    der neuro­lo­gisch-psych­ia­tri­schen Anamne­seer­he­bung einschließ­lich biogra­phi­scher und psycho­so­zia­ler Zusam­men­hänge, psycho­ge­ner Symptome sowie somat­o­psy­chi­scher Reak­tio­nen
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung neuro­lo­gi­scher und physi­ka­li­scher Behand­lungs­ver­fah­ren
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Auswer­tung neuro­ra­dio­lo­gi­scher Verfah­ren
    der inter­dis­zi­pli­nären diagno­s­ti­schen und thera­peu­ti­schen Zusam­men­ar­beit auch mit ande­ren Berufs­grup­pen der Gesund­heits­ver­sor­gung wie der Kran­ken­gym­nas­tik, Logo­pä­die, Neuro­psy­cho­lo­gie und Ergo­the­ra­pie einschließ­lich ihrer Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung entspre­chen­der Maßnah­men
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung sozio­the­ra­peu­ti­scher Maßnah­men
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie
    der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
    neuro­lo­gisch-geria­tri­schen Syndro­men und Krank­heits­fol­gen einschließ­lich der Phar­ma­ko­the­ra­pie im Alter
    den Grund­la­gen neuro­lo­gisch rele­van­ter Schlaf- und Vigi­lanz­stö­run­gen
    den Grund­la­gen der Verhal­tens­neu­ro­lo­gie und der medi­zi­ni­schen Neuro­psy­cho­lo­gie
    den Grund­la­gen here­di­tärer Krank­heits­bil­der einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung für eine human­ge­ne­ti­sche Bera­tung
    der Hirn­tod­dia­gno­s­tik
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen und Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
    der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Basis­ver­sor­gung
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Elek­tro­en­ze­pha­lo­gra­phie
    Elek­tro­myo­gra­phie
    Elek­tro­neu­ro­gra­phie einschließ­lich der korti­ka­len Magnet­sti­mu­la­tion
    visu­elle, soma­to­sen­si­ble, akus­tisch evozierte Poten­ziale
    Funk­ti­ons­dia­gno­s­tik des auto­no­men Nerven­sys­tems
    Funk­ti­ons­ana­ly­sen bei peri­phe­ren und zentra­len Bewe­gungs­stö­run­gen und Gleich­ge­wichts­stö­run­gen
    Funk­ti­ons­ana­ly­sen bei Sprach-, Sprech- und Schluck­stö­run­gen
    neuro-otolo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. expe­ri­men­telle Nystag­muspro­vo­ka­tion, spino­ves­ti­bu­läre, vesti­bu­lo­spi­nale und zentrale Tests
    verhal­tens­neu­ro­lo­gi­sche und neuro­psy­cho­lo­gi­sche Test­ver­fah­ren
    sono­gra­phi­sche Unter­su­chun­gen und Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien extra­kra­ni­el­ler hirn­ver­sor­gen­der Gefäße und intra­kra­ni­el­ler Gefäße
    neuro­lo­gi­sche Befun­der­he­bung bei Störun­gen der höhe­ren Hirn­leis­tun­gen, z. B. der Selbst- und Defi­zit­wahr­neh­mun­gen, der Moti­va­tion, des Antriebs, der Kommu­ni­ka­tion, der Aufmerk­sam­keit, des Gedächt­nis­ses, der räum­li­chen Fähig­kei­ten, des Denkens, des Handelns, der Krea­ti­vi­tät
    Erstel­lung von Reha­bi­li­ta­ti­ons­plä­nen, Über­wa­chung und epikri­ti­sche Bewer­tung der Anwen­dung von Reha­bi­li­ta­ti­ons­ver­fah­ren
    Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial aus dem Liquor­sys­tem
    Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung

    18. Gebiet Nuklearmedizin

    Definition:

    Das Gebiet Nukle­ar­­me­­di­­zin umfasst die Anwen­­dung radio­ak­ti­­ver Substan­­zen und kern­­phy­­si­­ka­­li­­scher Verfah­ren zur Funk­ti­­ons- und Loka­­li­sa­ti­­ons­­dia­­gno­s­tik von Orga­­nen, Gewe­­ben und Syste­­men sowie offe­­ner Radio­­nu­k­­lide in der Behan­d­­lung.

    Facharzt für Nuklearmedizin
    (Nuklearmediziner)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Nukle­ar­­me­­di­­zin ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung, davon können
    • 6 Monate in einem ande­ren Gebiet ange­rech­net werden
    können bis zu 12 Monate in Radio­lo­gie ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den Grund­la­gen der Strah­len­bio­lo­gie und Strah­len­phy­sik in der Anwen­dung ioni­sie­ren­der Strah­len am Menschen
    den Grund­la­gen des Strah­len­schut­zes beim Pati­en­ten und Perso­nal einschließ­lich der Perso­nal­über­wa­chung sowie des bauli­chen und appa­ra­ti­ven Strah­len­schut­zes
    der Mess­tech­nik einschließ­lich Daten­ver­ar­bei­tung
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Unter­su­chung und Behand­lung mit Radi­odia­gno­s­tika und -thera­peu­tika
    der nukle­ar­me­di­zi­ni­schen In-vivo- und In-vitro-Diagno­s­tik unter Verwen­dung von organ-/ziel­ge­rich­te­ten Radi­odia­gno­s­tika und -thera­peu­tika einschließ­lich Befun­d­ana­lyse, Schwe­re­grad-, Prognose- und Thera­pie­ef­fi­zi­enz-Bestim­mun­gen
    der mole­ku­la­ren Bild­ge­bung, insbe­son­dere mit Radio­phar­ma­zeu­tika
    der nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Thera­pie einschließ­lich der damit verbun­de­nen Nach­sorge
    der Thera­pie­pla­nung unter Berück­sich­ti­gung der Dosis­be­rech­nung
    der Radio­che­mie und der gebiets­be­zo­ge­nen Immu­no­lo­gie und Radio­phar­ma­ko­lo­gie
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    der inter­dis­zi­pli­nären Zusam­men­ar­beit zwecks Kombi­na­tion mit ande­ren Behand­lungs­ver­fah­ren
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen von Abdo­men, Retro­pe­ri­to­neum und Uroge­ni­tal­or­ga­nen, Schild­drüse, Gesichts­weich­tei­len und Weich­tei­len des Halses
    nukle­ar­me­di­zi­ni­sche Unter­su­chun­gen einschließ­lich tomo­gra­phi­scher SPECT-Tech­nik und PET-Tech­nik
    • am Zentral­ner­ven­sys­tem
    • am Skelett- und Gelenk­sys­tem
    • am kardio­vas­ku­lä­ren System
    • am Respi­ra­ti­ons­sys­tem
    • am Gastro­in­tes­tinal­trakt
    • am Uroge­ni­tal­sys­tem
    • an endo­kri­nen Orga­nen
    • am häma­to­poe­ti­schen und lympha­ti­schen System
    nukle­ar­me­di­zi­ni­sche Behand­lungs­ver­fah­ren bei
    • benig­nen und mali­gnen Schild­drü­sener­kran­kun­gen
    • ande­ren soli­den oder syste­mi­schen mali­gnen Tumo­ren und/ oder benig­nen Erkran­kun­gen

    19. Gebiet Öffentliches Gesundheitswesen

    Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen

    Die Aner­ken­­nung für das Gebiet Öffent­­li­ches Gesun­d­heits­­we­­sen wird nach Maßgabe der entspre­chen­­den staat­­li­chen Vorschrif­ten erteilt.

    20. Gebiet Pathologie

    Definition:

    Das Gebiet Patho­lo­­gie umfasst die Erken­­nung von Krank­hei­ten, ihrer Ents­te­hung und ihrer Ursa­chen durch die morpho­lo­­gie­­be­­zo­­gene Beur­tei­­lung von Unter­­su­chungs­­­gut oder durch Obduk­tion und dient damit zugleich der Bera­tung und Unter­­stüt­­zung der in der Behan­d­­lung täti­­gen Ärzte.

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Patho­lo­­gie ist die Erlan­­gung von Fach­­arz­t­­kom­­pe­ten­­zen 20.1 und 20.2 nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte, die auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung (gemein­­same Inhalte der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dun­­gen) aufbauen.

    Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 20.1 und 20.2:

    Weiterbildungszeit:

    24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Obduk­ti­ons­tä­tig­keit einschließ­lich histo­lo­gi­scher Unter­su­chun­gen und epikri­ti­scher Auswer­tun­gen
    der makro­sko­pi­schen Beur­tei­lung und der Entnahme morpho­lo­gi­schen Mate­ri­als für die histo­lo­gi­sche und zyto­lo­gi­sche Unter­su­chung einschließ­lich der Metho­den der tech­ni­schen Bear­bei­tung und Färbung
    der Aufbe­rei­tung und Befun­dung histo­lo­gi­scher und zyto­lo­gi­scher Präpa­rate einschließ­lich biop­ti­scher Schnell­schnitt­un­ter­su­chun­gen
    den spezi­el­len Metho­den der morpho­lo­gi­schen Diagno­s­tik einschließ­lich der Immun­hi­sto­che­mie, der Morpho­me­trie, der Mole­ku­lar­pa­tho­lo­gie, z. B. Nukle­in­säure- und Protein­un­ter­su­chun­gen und der Zyto­ge­ne­tik
    der Asser­vie­rung von Unter­su­chungs­gut für ergän­zende Unter­su­chun­gen
    der foto­gra­fi­schen Doku­men­ta­tion
    der inter­dis­zi­pli­nären Zusam­men­ar­beit bei der Erken­nung von Krank­hei­ten und ihren Ursa­chen, der Über­wa­chung des Krank­heits­ver­lau­fes und Bewer­tung thera­peu­ti­scher Maßnah­men einschließ­lich der Durch­füh­rung von klinisch-patho­lo­gi­schen Konfe­ren­zen

    20.1 Facharzt für Neuropathologie
    (Neuropathologe)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Neuro­pa­tho­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Patho­lo­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Neuro­pa­tho­lo­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate in Neuro­chir­ur­gie, Neuro­lo­gie, Neuro­päd­ia­trie, Neuro­ra­dio­lo­gie und/oder Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Obduk­ti­ons­tä­tig­keit insbe­son­dere von Gehir­nen, Rücken­mark­sprä­pa­ra­ten, Spinal­gan­glien, peri­phe­ren Nerven­an­tei­len und Skelett­mus­ku­la­tur
    der Aufbe­rei­tung und diagno­s­ti­schen Auswer­tung neuro­his­to­lo­gi­scher, histo­che­mi­scher, elek­tro­nen­mi­kro­sko­pi­scher, neuro­zy­to­lo­gi­scher und mole­ku­lar­bio­lo­gi­scher Präpa­rate
    der mole­ku­la­ren Neuro­pa­tho­lo­gie
    der klinisch-expe­ri­men­tel­len oder verglei­chen­den Anato­mie und Patho­lo­gie des Nerven­sys­tems
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Obduk­tio­nen des Zentral­ner­ven­sys­tems einschließ­lich histo­lo­gi­scher Unter­su­chun­gen, epikri­ti­scher Auswer­tun­gen und Doku­men­ta­tion
    histo­pa­tho­lo­gi­sche, insbe­son­dere neuro­his­to­lo­gi­sche Unter­su­chung einschließ­lich Schnell­schnitt­un­ter­su­chun­gen
    Liquor­zy­to­lo­gie
    neuro­mor­pho­lo­gi­sche Diagno­s­tik mittels z. B. Histo­che­mie, Elek­tro­nen­mi­kro­sko­pie, Gewe­be­kul­tur
    mole­ku­lar­pa­tho­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. DNA- und RNA-Analy­sen

    20.2 Facharzt für Pathologie
    (Pathologe)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung im Gebiet die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Patho­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Patho­lo­gie und 48 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Patho­lo­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate in den Gebie­ten der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Obduk­ti­ons­tä­tig­keit einschließ­lich spezi­el­ler Präpa­ra­ti­onsund Nach­weis­me­tho­den der makro­sko­pi­schen und mikro­sko­pi­schen Diagno­s­tik
    der Herrich­tung von obdu­zier­ten Leichen und der Konser­vie­rung von Leichen
    der diagno­s­ti­schen Histo­pa­tho­lo­gie aus verschie­de­nen Gebie­ten der Medi­zin
    der diagno­s­ti­schen Zyto­pa­tho­lo­gie
    der gynä­ko­lo­gi­schen Exfo­lia­tiv-Zyto­lo­gie als inte­gra­ler Bestand­teil der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung
    der Derma­to­his­to­lo­gie als inte­gra­ler Bestand­teil der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Obduk­tio­nen einschließ­lich histo­lo­gi­scher Unter­su­chun­gen, epikri­ti­scher Auswer­tung und Doku­men­ta­tion
    histo­pa­tho­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen an Präpa­ra­ten aus verschie­de­nen Gebie­ten der Medi­zin einschließ­lich Derma­to­his­to­lo­gie sowie Schnell­schnitt­un­ter­su­chun­gen
    zyto­pa­tho­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen an Präpa­ra­ten aus verschie­de­nen Gebie­ten der Medi­zin einschließ­lich gynä­ko­lo­gi­scher Exfo­lia­tiv­zy­to­lo­gie
    mole­ku­lar­pa­tho­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen, z. B. DNA- und RNA-Analy­sen

    21. Gebiet Pharmakologie

    Definition:

    Das Gebiet Phar­­ma­­ko­lo­­gie umfasst die Erfor­­schung von Arznei­­mit­tel­wir­­kun­­gen, Entwick­­lung und Anwen­­dung von Arznei­­mit­teln, die Erfor­­schung der Wirkung von Frem­d­­stof­­fen im Tier­ex­­pe­ri­­ment und am Menschen, die Bewer­tung des thera­­peu­ti­­schen Nutzens, der Erken­­nung von Neben­wir­­kun­­gen sowie die Bera­tung und Unter­­stüt­­zung der in der Vorsorge und Kran­ken­­be­han­d­­lung Täti­­gen bei der Anwen­­dung substanz­­ba­­sier­ter thera­­peu­ti­­scher und diagno­s­ti­­scher Maßnah­­men.

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Phar­­ma­­ko­lo­­gie ist die Erlan­­gung von Fach­­arz­t­­kom­­pe­ten­­zen 21.1 und 21.2 nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte, die auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung (gemein­­same Inhalte der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung) aufbauen.

    Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 21.1 und 21.2:

    Weiterbildungszeit:

    24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    12 Monate in den Gebie­ten der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den phar­ma­ko­lo­gi­schen, toxi­ko­lo­gi­schen, klini­schen und expe­ri­men­tel­len Grund­la­gen bei der Erfor­schung, Entwick­lung und Anwen­dung von Arznei­mit­teln
    der Erken­nung uner­wünsch­ter Arznei­mit­tel­wir­kun­gen einschließ­lich dem Arznei­mit­tel­recht und dem Melde­sys­tem
    der Risi­ko­be­wer­tung einschließ­lich Risi­ko­ma­na­ge­ment und -kommu­ni­ka­tion bei der Verwen­dung von Wirk- und Schad­stof­fen
    der Bera­tung und Unter­stüt­zung der in der Vorsorge und Behand­lung täti­gen Ärzte in Fragen der thera­peu­ti­schen und diagno­s­ti­schen Anwen­dung von Arznei­mit­teln und der klini­schen Toxi­ko­lo­gie
    der Biome­trie/Bioma­the­ma­tik, Arznei­mit­tel-Epide­mio­lo­gie und -Anwen­dungs­for­schung
    der Phar­mako- und Toxi­ko­ki­ne­tik sowie -dyna­mik rele­van­ter Wirk- und Schad­stoffe
    den Grund­la­gen der bioche­mi­schen, chemi­schen, immu­no­lo­gi­schen, mikro­bio­lo­gi­schen, mole­ku­lar­bio­lo­gi­schen, physi­ka­li­schen und physio­lo­gi­schen Arbeits- und Nach­weis­me­tho­den
    den Grund­la­gen der tier­ex­pe­ri­men­tel­len Forschungs­tech­nik zur Wirkungs­ana­lyse von Arznei­mit­teln und Giften einschließ­lich der tier­ex­pe­ri­men­tel­len Erzeu­gung von Krank­heits­zu­stän­den zur Wirkungs­ana­lyse von Arznei­mit­teln und für die Prüfung von Arznei­mit­teln
    der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle und Vergif­tun­gen einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung

    21.1 Facharzt für Klinische Pharmakologie
    (Klinischer Pharmakologe)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Klini­­sche Phar­­ma­­ko­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Phar­ma­ko­lo­gie und 36 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Klini­sche Phar­ma­ko­lo­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate in den Gebie­ten der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den ethi­schen und recht­li­chen Grund­la­gen für klini­sche Arznei­mit­tel­prü­fun­gen am Menschen
    den Grund­la­gen der klini­schen Phar­ma­ko­lo­gie sowie biome­tri­scher Metho­den, der Melde­sys­teme und der unter­schied­li­chen Formen von Studien
    der Wirkungs­ana­lyse von Arznei­mit­teln am Menschen einschließ­lich der klini­schen Prüf­pha­sen
    der Erpro­bung neuer Arznei­mit­tel am Menschen und den hierzu erfor­der­li­chen Unter­su­chun­gen in den Phasen I bis IV einschließ­lich der Erstel­lung von Prüf­plä­nen
    der Bewer­tung von Arznei­mit­teln in Zusam­men­ar­beit mit dem behan­deln­den Arzt oder dem Prüf­arzt
    der Bera­tung in arznei­mit­tel­the­ra­peu­ti­schen Fragen und bei Vergif­tun­gen
    der Planung multi­zen­tri­scher Lang­zeit­prü­fun­gen sowie klini­scher Unter­su­chungs­ver­fah­ren und Bewer­tungs­kri­te­rien für die Wirk­sam­keits­prü­fung
    der Arznei­mit­tel­be­stim­mun­gen in Körper­flüs­sig­kei­ten und deren Bewer­tung
    der Zulas­sung von Arznei­mit­teln
    der Arznei­mit­tel­si­cher­heit und der Nutzen-Risiko-Bewer­tung
    der Anwen­dung der Good Clini­cal and Labo­ra­tory Prac­tice (GCP, GLP)-Leit­li­nien in klini­schen Prüfun­gen
    der phar­ma­zeu­ti­schen, präkli­ni­schen und klini­schen Entwick­lung neuer Substan­zen
    der Evalua­tion von Thera­pie­ver­fah­ren und Forschungs­be­rich­ten
    der Erstel­lung, Beur­tei­lung und Imple­men­tie­rung von Thera­pieleit­li­nien
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Teil­nahme an klini­scher Erpro­bung, Planung und Durch­füh­rung von kontrol­lier­ten klini­schen Prüfun­gen von Arznei­mit­teln an Menschen in den Phasen I bis IV
    phar­ma­ko­ki­ne­ti­sche Unter­su­chun­gen am Menschen einschließ­lich biolo­gi­scher Verfüg­bar­keit, Meta­bo­lis­mus, Ausschei­dung und phar­ma­ko­ki­ne­ti­sche Inter­ak­ti­ons­stu­dien
    Beur­tei­lung von Dosis-/Konzen­tra­ti­ons-Wirkungs­be­zie­hun­gen
    Beur­tei­lung von Meldun­gen zur Arznei­mit­tel­si­cher­heit einschließ­lich Nutzen-Risiko-Abschät­zung
    thera­peu­ti­sches Drug-Moni­to­ring, phar­ma­ko­ge­ne­ti­sche Analy­sen

    21.2 Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie
    (Pharmakologe und Toxikologe)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Basis­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Phar­­ma­­ko­lo­­gie und Toxi­­ko­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    24 Monate Basis­wei­ter­bil­dung im Gebiet Phar­ma­ko­lo­gie und 36 Monate Weiter­bil­dung zum Fach­arzt für Phar­ma­ko­lo­gie und Toxi­ko­lo­gie bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den recht­li­chen Grund­la­gen für Entwick­lung, Zulas­sung und Umgang mit Arznei­mit­teln
    der Versuchs­pla­nung, -durch­füh­rung und -auswer­tung von Studien einschließ­lich den ethi­schen Grund­la­gen zur Durch­füh­rung von Versu­chen am Menschen und beim Tier
    biolo­gi­schen Test- und Stan­dar­di­sie­rungs­ver­fah­ren sowie den gebräuch­li­chen Unter­su­chungs­ver­fah­ren und Mess­me­tho­den der Phar­ma­ko­lo­gie und Toxi­ko­lo­gie einschließ­lich chemisch-analy­ti­scher, elek­tro­phy­sio­lo­gi­scher, zell- und mole­ku­lar­bio­lo­gi­scher Verfah­ren
    der Analyse und Bewer­tung toxi­ko­lo­gi­scher Wirkun­gen am Menschen einschließ­lich der medi­zi­nisch wich­ti­gen Gifte und deren Anti­dote
    der klinisch toxi­ko­lo­gi­schen Bera­tung
    den theo­re­ti­schen Grund­la­gen der (tier-)expe­ri­men­tel­len Forschung zur Analyse der erwünsch­ten bzw. schäd­li­chen Wirkun­gen von Arznei­stof­fen und Fremd­stof­fen
    der expe­ri­men­tel­len Erzeu­gung von kura­ti­ven und schäd­li­chen Wirkun­gen beim Tier
    der expe­ri­men­tel­len Erzeu­gung von Krank­hei­ten sowie deren Beein­flus­sung durch Arznei­stoffe und Fremd­stoffe und deren Erfas­sung und Bewer­tung mit bioche­mi­schen, chemi­schen, immu­no­lo­gi­schen, mikro­bio­lo­gi­schen, mole­ku­lar­bio­lo­gi­schen und physi­ka­li­schen und physio­lo­gi­schen Metho­den
    der Narkose und Anal­ge­sie von Versuchs­tie­ren
    verhal­ten­sphar­ma­ko­lo­gi­schen Unter­su­chungs­ver­fah­ren
    In-vitro-Metho­den zur Unter­su­chung der Wirkung von Arznei­stof­fen und Fremd­stof­fen an isolier­ten Orga­nen, Zell­kul­tu­ren und subzel­lu­lä­ren Reak­ti­ons­sys­te­men
    Grund­la­gen morpho­lo­gi­scher und histo­lo­gi­scher Unter­su­chungs­ver­fah­ren
    gebräuch­li­chen Isola­ti­ons- und Analy­se­me­tho­den zur Iden­ti­fi­zie­rung und Quan­ti­fi­zie­rung von Arznei­stof­fen und Fremd­stof­fen und deren Meta­bo­li­ten, z. B. in Körper­flüs­sig­kei­ten und Umwelt­me­dien
    Grund­la­gen der Analyse von Versuchs­da­ten, Biosta­tis­tik, Biome­trie und Bioin­for­ma­tik
    Dosis-Wirkungs­be­zie­hun­gen
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Mitwir­kung an expe­ri­men­tel­len-phar­ma­ko­lo­gisch-toxi­ko­lo­gi­schen Studien
    phar­ma­ko­lo­gisch-toxi­ko­lo­gi­sche Expe­ri­mente mit mole­ku­lar­bio­lo­gisch-bioche­mi­schen und inte­gra­tiv-physio­lo­gi­schen Metho­den
    Arznei­mit­tel­be­wer­tun­gen

    22. Gebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin

    Definition:

    Das Gebiet Physi­­ka­­li­­sche und Reha­­bi­­li­ta­tive Medi­­zin umfasst die sekun­­däre Präven­tion, die inter­­dis­­zi­p­li­näre Diagno­s­tik, Behan­d­­lung und Reha­­bi­­li­ta­tion von körper­­li­chen Beein­träch­ti­­gun­­gen, Struk­tur- und Funk­ti­­ons­­stö­run­­gen mit konser­va­ti­­ven, physi­­ka­­li­­schen, manu­el­len und natur­heil­­kun­d­­li­chen Thera­pie­­maß­­nah­­men sowie den Verfah­ren der reha­­bi­­li­ta­ti­­ven Inter­­ven­tion.

    Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Physi­­ka­­li­­sche und Reha­­bi­­li­ta­tive Medi­­zin ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung im Gebiet Chir­ur­gie und/oder in Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe, Neuro­chir­ur­gie und/oder Urolo­gie
    12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin und/oder in Anäs­the­sio­lo­gie, Kinder- und Jugend­me­di­zin und/oder Neuro­lo­gie
    können bis zu 12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Reha­bi­li­ta­ti­ons­ab­klä­rung und Reha­bi­li­ta­ti­ons­steue­rung
    der Klas­si­fi­ka­tion von funk­tio­na­len Gesund­heits­stö­run­gen
    der Durch­füh­rung von Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men einschließ­lich der Früh­re­ha­bi­li­ta­tion mit dem Ziel der Besei­ti­gung bzw. Vermin­de­rung von Krank­heits­fol­gen, der Verbes­se­rung und Kompen­sa­tion gestör­ter Funk­tio­nen und der Inte­gra­tion in die Gesell­schaft einschließ­lich der Lang­zeit­re­ha­bi­li­ta­tion
    den Grund­la­gen der Diagno­s­tik von Reha­bi­li­ta­tion erfor­dern­den Krank­hei­ten und deren Verlaufs­kon­trolle
    der Funk­ti­ons­dia­gno­s­tik, Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Verord­nung, Steue­rung, Kontrolle und Doku­men­ta­tion von Maßnah­men und Konzep­ten der physi­ka­li­schen Medi­zin einschließ­lich der Heil- und Hilfs­mit­tel unter kura­ti­ver und reha­bi­li­ta­ti­ver Ziel­set­zung
    den physi­ka­li­schen Grund­la­gen, physio­lo­gi­schen und patho­phy­sio­lo­gi­schen Reak­ti­ons­me­cha­nis­men einschließ­lich der Kine­sio­lo­gie und der Steue­rung von Gelenk- und Muskel­funk­tio­nen, der thera­peu­ti­schen Wirkung und prak­ti­schen Anwen­dung von Physio­the­ra­pie­me­tho­den
    der Beson­der­heit von ange­bo­re­nen Leiden und von Erkran­kun­gen des Alters
    der physi­ka­li­schen Thera­pie wie Kran­ken­gym­nas­tik, Ergo­the­ra­pie, medi­zi­ni­sche Trai­nings­the­ra­pie, manu­elle Thera­pie, Massa­ge­the­ra­pie, Elek­tro- und Ultra­schall­the­ra­pie, Hydro­the­ra­pie, Inha­la­ti­ons­the­ra­pie, Wärme- und Kälte­trä­ger­the­ra­pie, Balneo­the­ra­pie, Photo­the­ra­pie
    der Behand­lung im multi­pro­fes­sio­nel­len Team einschließ­lich Koor­di­na­tion der inter­dis­zi­pli­nären Zusam­men­ar­beit
    den Grund­la­gen und der Anwen­dung von Verfah­ren zur Bewer­tung der Akti­vi­täts­stö­rung/Parti­zi­pa­ti­ons­stö­rung einschließ­lich Kontext­fak­to­ren (Assess­ments)
    der Erstel­lung von Reha­bi­li­ta­ti­ons­plä­nen einschließ­lich Steue­rung, Über­wa­chung und Doku­men­ta­tion des Reha­bi­li­ta­ti­ons­pro­zes­ses im Rahmen der Sekun­där-, Terti­är­prä­ven­tion und Nach­sorge
    der Pati­en­ten­in­for­ma­tion und Verhal­tens­schu­lung sowie in der Ange­hö­ri­gen­be­treu­ung
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
    der Bewer­tung der Leis­tungs­fä­hig­keit und Belast­bar­keit, der Arbeits­fä­hig­keit, der Berufs- und Erwerbs­fä­hig­keit sowie der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Erstel­lung von Reha­bi­li­ta­ti­ons­plä­nen einschließ­lich deren epikri­ti­scher Bewer­tung
    spezi­elle Verfah­ren der reha­bi­li­ta­ti­ven Diagno­s­tik, z. B. senso­mo­to­ri­sche Tests, Leis­tungs-, Verhal­tens- und Funk­ti­ons­dia­gno­s­tik­tests, neuro­psy­cho­lo­gi­sche Tests
    reha­bi­li­ta­tive Inter­ven­tio­nen, z. B. Reha­bi­li­ta­ti­ons­pflege, Dyspha­gie­the­ra­pie, neuro­psy­cho­lo­gi­sches Trai­ning, Biofeed­back­ver­fah­ren, Musik- und Kunst­the­ra­pie, reha­bi­li­ta­tive Sozi­al­päd­ago­gik, Diäte­tik, Entspan­nungs­ver­fah­ren
    funk­ti­ons­be­zo­gene appa­ra­tive Mess­ver­fah­ren, z. B. Muskel­funk­ti­ons­ana­lyse, Stand- und Gang­ana­lyse, Bewe­gungs­ana­lyse, Algo­me­trie, Ther­mo­me­trie

    23. Gebiet Psychiatrie und Psychotherapie

    Definition:

    Das Gebiet Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung und soma­to­the­ra­­peu­ti­­sche, psycho­the­ra­­peu­ti­­sche sowie sozial-psych­ia­tri­­sche Behan­d­­lung und Reha­­bi­­li­ta­tion primärer psychi­­scher Erkran­­kun­­gen und Störun­­gen in Zusam­­men­hang mit körper­­li­chen Erkran­­kun­­gen und toxi­­schen Schä­­di­­gun­­gen einschließ­­lich ihrer sozia­len Anteile, psycho­­so­­ma­ti­­schen Bezüge und foren­­si­­schen Aspekte.

    Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
    (Psychiater und Psychotherapeut)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    24 Monate in der statio­nären psych­ia­tri­schen und psycho­the­ra­peu­ti­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung
    12 Monate in Neuro­lo­gie
    können bis zu 12 Monate in der Schwer­punkt­wei­ter­bil­dung des Gebie­tes abge­leis­tet werden
    können bis zu 12 Monate Kinder- und Jugend­psych­ia­trie und -psycho­the­ra­pie und/oder Psycho­so­ma­ti­sche Medi­zin und Psycho­the­ra­pie
    oder
    6 Monate im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin oder in Neuro­chir­ur­gie oder Neuro­pa­tho­lo­gie ange­rech­net werden
    können bis zu 24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der psych­ia­tri­schen Anamnese und Befun­der­he­bung
    der allge­mei­nen und spezi­el­len Psycho­pa­tho­lo­gie
    psycho­dia­gno­s­ti­schen Test­ver­fah­ren
    den Entste­hungs­be­din­gun­gen, Verlaufs­for­men und der Behand­lung psychi­scher Erkran­kun­gen und Störun­gen
    Krank­heits­ver­hü­tung, Früh­er­ken­nung, Rück­fall­ver­hü­tung und Verhü­tung uner­wünsch­ter Thera­pie­ef­fekte (primäre, sekun­däre, terti­äre und quar­täre Präven­tion) unter Einbe­zie­hung von Fami­li­en­be­ra­tung, Krisen­in­ter­ven­tion, Sucht- und Suizid­pro­phy­laxe
    der Erken­nung und Behand­lung von Verhal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten im Kindes- und Jugen­dal­ter
    der Erken­nung und Behand­lung von Such­ter­kran­kun­gen einschließ­lich Into­xi­ka­tio­nen und Entgif­tun­gen, Moti­va­ti­ons­be­hand­lung und Substi­tu­ti­ons­the­ra­pie bei Opia­t­ab­hän­gig­keit sowie Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur Lang­zeit­be­hand­lung
    der Erken­nung und Behand­lung psychi­scher Erkran­kun­gen bei lern- und geis­tig behin­der­ten Menschen
    der Sozio­the­ra­pie und Psychoedu­ka­tion sowie Indi­ka­tion zu ergo­the­ra­peu­ti­schen, sport- und bewe­gungs­the­ra­peu­ti­schen, musik- und kunst­the­ra­peu­ti­schen Maßnah­men
    der Behand­lung von chro­nisch psychisch kran­ken Menschen, insbe­son­dere in Zusam­men­ar­beit mit komple­men­tä­ren Einrich­tun­gen und der Gemein­de­psych­ia­trie
    der prak­ti­schen Anwen­dung von wissen­schaft­lich aner­kann­ten Psycho­the­ra­pie-Verfah­ren
    der Erken­nung und Behand­lung geron­to­psych­ia­tri­scher Erkran­kun­gen unter Berück­sich­ti­gung inter­dis­zi­pli­närer Aspekte
    den Grund­la­gen der neuro-psych­ia­tri­schen Diffe­ren­zi­al­dia­gnose und klinisch-neuro­lo­gi­scher Diagno­s­tik einschließ­lich Elek­tro­phy­sio­lo­gie
    der Konsi­liar- und Liai­son­psych­ia­trie und -psycho­the­ra­pie
    der Erken­nung und Behand­lung psychi­scher Erkran­kun­gen aufgrund Störun­gen der Schlaf-Wach-Regu­la­tion, der Schmer­z­wahr­neh­mung und der Sexual­ent­wick­lung und -funk­tio­nen einschließ­lich Störun­gen der sexu­el­len Iden­ti­tät
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie einschließ­lich der Probleme der Mehr­fach­ver­ord­nun­gen und der Risi­ken des Arznei­mit­tel­miss­brauchs
    der Krisen­in­ter­ven­tion, suppor­ti­ven Verfah­ren und Bera­tung
    der Anwen­dung von Rechts­vor­schrif­ten bei der Unter­brin­gung und Behand­lung psychisch Kran­ker
    Weiter­­bil­­dung im spezi­el­len Neuro­lo­­gie-Teil
    Krank­heits­lehre neuro­lo­gi­scher Krank­heits­bil­der, Diagno­s­tik und Thera­pie von Schmerz­syn­dro­men, neuro­phy­sio­lo­gi­sche und neuro­pa­tho­lo­gi­sche Grund­la­gen
    Metho­dik und Tech­nik der neuro­lo­gi­schen Anamnese
    Metho­dik und Tech­nik der neuro­lo­gi­schen Unter­su­chung
    Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Durch­füh­rung und Beur­tei­lung neuro­phy­sio­lo­gi­scher und neuro­psy­cho­lo­gi­scher Unter­su­chungs- und Behand­lungs­me­tho­den
    Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Durch­füh­rung und Bewer­tung der Elek­tro­en­ze­pha­lo­gra­phie sowie evozierte Poten­ziale
    Grund­la­gen der Somato- und Phar­ma­ko­the­ra­pie neuro­lo­gi­scher Erkran­kun­gen
    Struk­tu­rierte Weiter­­bil­­dung im allge­­mei­­nen Psych­ia­trie-Teil
    60 super­vi­dierte und doku­men­tierte Erst­un­ter­su­chun­gen
    60 Doppel­stun­den Fall­se­mi­nar in allge­mei­ner und spezi­el­ler Psycho­pa­tho­lo­gie mit Vorstel­lung von zehn Pati­en­ten
    10 Stun­den Semi­nar über stan­dar­di­sierte Befun­der­he­bung unter Anwen­dung von Fremd- und Selbst­be­ur­tei­lungs­ska­len und Teil­nahme an einem Frem­dra­ter-Semi­nar
    Durch­füh­rung, Befun­dung und Doku­men­ta­tion von 40 abge­schlos­se­nen Thera­pien unter konti­nu­ier­li­cher Super­vi­sion einschließ­lich des störungs­spe­zi­fi­schen psycho­the­ra­peu­ti­schen Anteils der Behand­lung aus den Berei­chen primär psychi­scher Erkran­kun­gen, orga­nisch beding­ter psychi­scher Störun­gen und Such­ter­kran­kun­gen
    40 Stun­den Fall­se­mi­nar über die phar­ma­ko­lo­gi­schen und ande­ren soma­ti­schen Thera­pie­ver­fah­ren einschließ­lich prak­ti­scher Anwen­dun­gen
    2-mona­tige Teil­nahme an einer Ange­hö­ri­gen­gruppe unter Super­vi­sion
    40 Stun­den praxis­ori­en­tier­tes Semi­nar über Sozi­al­psych­ia­trie einschließ­lich soma­ti­scher, phar­ma­ko­lo­gi­scher und psycho­the­ra­peu­ti­scher Verfah­ren
    Gutach­ten aus den Berei­chen Sozial-, Zivil- und Straf­recht
    Struk­tu­rierte Weiter­­bil­­dung im spezi­el­len Psycho­the­ra­pie-Teil
    100 Stun­den Semi­nare, Kurse, Prak­tika und Fall­se­mi­nare über theo­re­ti­sche Grund­la­gen der Psycho­the­ra­pie insbe­son­dere allge­meine und spezi­elle Neuro­sen­lehre, Entwick­lungs- und Persön­lich­keits­psy­cho­lo­gie, Lern­psy­cho­lo­gie und Tiefen­psy­cho­lo­gie, Dyna­mik der Gruppe und Fami­lie, Gesprächs­psy­cho­the­ra­pie, Psycho­so­ma­tik, entwick­lungs­ge­schicht­li­che, lern­ge­schicht­li­che und psycho­dy­na­mi­sche Aspekte von Persön­lich­keits­stö­run­gen, Psycho­sen, Süch­ten und Alter­ser­kran­kun­gen
    16 Doppel­stun­den auto­ge­nes Trai­ning oder progres­sive Muskel­ent­span­nung oder Hypnose
    10 Stun­den Semi­nar und 6 Behand­lun­gen unter Super­vi­sion in Krisen­in­ter­ven­tio­nen, suppor­tive Verfah­ren und Bera­tung
    10 Stun­den Semi­nar in psych­ia­trisch-psycho­the­ra­peu­ti­scher Konsil- und Liai­son­ar­beit unter Super­vi­sion
    240 Thera­pie­stun­den mit Super­vi­sion nach jeder vier­ten Stunde entwe­der in Verhal­tens­the­ra­pie oder tiefen­psy­cho­lo­gisch fundier­ter Psycho­the­ra­pie bzw. in einem wissen­schaft­lich aner­kann­ten Psycho­the­ra­pie­ver­fah­ren im gesam­ten Bereich psychi­scher Erkran­kun­gen einschließ­lich Such­ter­kran­kun­gen, bei denen die Psycho­the­ra­pie im Vorder­grund des Behand­lungs­spek­trums steht, z. B. Pati­ent mit Schi­zo­phre­nie, affek­ti­ven Erkran­kun­gen, Angst- und Zwangs­stö­run­gen, Persön­lich­keits­stö­run­gen und Such­ter­kran­kun­gen
    Selbs­t­er­fah­rung:
    150 Stun­den Einzel- oder Grup­pen­selbs­t­er­fah­rung entwe­der in Verhal­tens­the­ra­pie oder tiefen­psy­cho­lo­gisch fundier­ter Psycho­the­ra­pie bzw. in einem wissen­schaft­lich aner­kann­ten Verfah­ren. Die Selbs­t­er­fah­rung muss im glei­chen Verfah­ren erfol­gen, in welchem auch die 240 Psycho­the­ra­pie­stun­den geleis­tet werden.
    35 Doppel­stun­den Balint­grup­pen­ar­beit oder inter­ak­ti­ons­be­zo­gene Fall­ar­beit

    23.1 Schwerpunkt Forensische Psychiatrie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Schwer­­punkt Foren­­si­­sche Psych­ia­trie ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    ethi­schen und recht­li­chen Fragen, die den Umgang mit psychisch kran­ken, gestör­ten und behin­der­ten Menschen betref­fen
    der Erken­nung und Behand­lung psychisch kran­ker und gestör­ter Straf­tä­ter
    gericht­lich ange­ord­ne­ter psych­ia­trisch-psycho­the­ra­peu­ti­scher Thera­pie, auch im Maßre­gel- und Justiz­voll­zug
    der Beur­tei­lung der Schuld­fä­hig­keit, der Glaub­haf­tig­keit von Zeugen­aus­sa­gen und Zeugen­tüch­tig­keit
    den Grund­la­gen der Einwei­sung in den Maßre­gel­voll­zug einschließ­lich subsi­di­ärer Maßnah­men unter Beach­tung der gesetz­li­chen Vorschrif­ten
    der Beur­tei­lung der Rück­fall- und Gefähr­lich­keits­pro­gnose
    der Beur­tei­lung der Verhand­lungs-, Haft- und Verneh­mungs­fä­hig­keit
    der Beur­tei­lung der Reife von Heran­wach­sen­den nach Jugend­ge­richts­ge­setz sowie ihrer Anwen­dung im Straf-, Zivil- und Sorge­recht
    Fragen des Zivil-, Betreu­ungs- und Unter­brin­gungs­rech­tes einschließ­lich Geschäfts­fä­hig­keit, Testier­fä­hig­keit, Prozess­fä­hig­keit
    foren­si­schen Gutach­ten aus den Berei­chen Sozial-, Zivil- und Straf­recht
    verwal­tungs- und verkehrs­recht­li­chen Zusam­men­hangs­fra­gen
    der Beur­tei­lung und Behand­lung von Störungs­bil­dern wie aggres­si­ves Verhal­ten, sexu­ell abwei­chen­des Verhal­ten, Suizi­da­li­tät, Into­xi­ka­ti­ons­syn­drome

    Übergangsbestimmungen:

    Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Weiter­­bil­­dungs­­ord­­nung
    1.
    berech­tigt sind, die Bezeich­nung „Fach­arzt für Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie“ zu führen,
    2.
    inner­halb der letz­ten acht Jahre mindes­tens 36 Monate, darun­ter mindes­tens 24 Monate zusätz­lich zur Weiter­bil­dung zum Fach­arzt, an einer Weiter­bil­dungs­stätte oder vergleich­ba­ren Einrich­tung regel­mä­ßig und über­wie­gend in der Foren­si­schen Psych­ia­trie tätig waren und dieses bele­gen
    und
    3.
    in geeig­ne­ter Weise den Nach­weis erbrin­gen, dass sie die nach dieser Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Aner­ken­nung der Schwer­punkt­be­zeich­nung „Foren­si­sche Psych­ia­trie“ gefor­der­ten Kennt­nisse, Erfah­run­gen und Fertig­kei­ten erwor­ben haben,
    werden auf Antrag zur Prüfung zuge­las­­sen.

    24. Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

    Definition:

    Das Gebiet Psycho­­so­­ma­ti­­sche Medi­­zin und Psycho­the­ra­pie umfasst die Erken­­nung, psycho­the­ra­­peu­ti­­sche Behan­d­­lung, Präven­tion und Reha­­bi­­li­ta­tion von Krank­hei­ten und Leidens­­zu­­stän­­den, an deren Verur­sa­chung psycho­­so­­ziale und psycho­­so­­ma­ti­­sche Fakto­ren einschließ­­lich dadurch beding­ter körper­­lich-seeli­­scher Wech­­sel­wir­­kun­­gen maßge­b­­lich betei­­ligt sind.

    Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
    (Psychosomatiker und Psychotherapeut)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Psycho­­so­­ma­ti­­sche Medi­­zin und Psycho­the­ra­pie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 davon
    12 Monate in Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie, davon können
    • 6 Monate Kinder- und Jugend­psych­ia­trie und -psycho­the­ra­pie ange­rech­net werden
    12 Monate im Gebiet Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin, davon können
    • 6 Monate in den Gebie­ten der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung ange­rech­net werden
    können bis zu 24 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Präven­tion, Erken­nung, psycho­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung und Reha­bi­li­ta­tion psycho­so­ma­ti­scher Erkran­kun­gen und Störun­gen einschließ­lich Fami­li­en­be­ra­tung, Sucht- und Suizid­pro­phy­laxe
    der prak­ti­schen Anwen­dung von wissen­schaft­lich aner­kann­ten Psycho­the­ra­pie-Verfah­ren
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zu sozio­the­ra­peu­ti­schen Maßnah­men
    Erken­nung und Behand­lung von Verhal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten im Kindes- und Jugen­dal­ter
    Grund­la­gen der Erken­nung und Behand­lung inne­rer Erkran­kun­gen, die einer psycho­so­ma­ti­schen Behand­lung bedür­fen
    der psych­ia­tri­schen Anamnese und Befun­der­he­bung
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Risi­ken des Arznei­mit­tel­miss­brauchs
    der Erken­nung und psycho­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung von psycho­ge­nen Schmerz­syn­dro­men
    16 Doppel­stun­den auto­ge­nes Trai­ning oder progres­sive Muskel­ent­span­nung oder Hypnose
    10 Fälle Durch­füh­rung suppor­ti­ver und psychoedu­ka­ti­ver Thera­pien bei soma­tisch Kran­ken
    Grund­la­gen in der Verhal­tens­the­ra­pie und psycho­dy­na­misch/tiefen­psy­cho­lo­gisch fundier­ten Psycho­the­ra­pie
    10 Krisen­in­ter­ven­tio­nen unter Super­vi­sion
    35 Doppel­stun­den Balint­grup­pen­ar­beit bzw. inter­ak­ti­ons­be­zo­gene Fall­ar­beit
    20 Fälle psycho­so­ma­tisch-psycho­the­ra­peu­ti­sche Konsi­liar- und Liai­son­ar­beit
    Theo­rie­­ver­­­mit­t­­lung: 240 Stun­­den in
    psycho­dy­na­mi­scher Theo­rie: Konflikt­lehre, Ich-Psycho­lo­gie, Objekt­be­zie­hungs­theo­rie, Selbst­psy­cho­lo­gie
    Entwick­lungs­psy­cho­lo­gie, Psychotrau­ma­to­lo­gie, Bindungs­theo­rie
    allge­mei­ner und spezi­el­ler Psycho­pa­tho­lo­gie, psych­ia­tri­scher Noso­lo­gie
    allge­mei­ner und spezi­el­ler Neuro­sen-, Persön­lich­keits­lehre und Psycho­so­ma­tik
    den theo­re­ti­schen Grund­la­gen in der Sozial-, Lern­psy­cho­lo­gie sowie allge­mei­ner und spezi­el­ler Verhal­tens­lehre zur Patho­ge­nese und Verlauf
    psycho­dia­gno­s­ti­schen Test­ver­fah­ren und der Verhal­tens­dia­gno­s­tik
    Dyna­mik der Paar­be­zie­hun­gen, der Fami­lie und der Gruppe einschließ­lich syste­mi­sche Theo­rien
    den theo­re­ti­schen Grund­la­gen der psycho­ana­ly­tisch begrün­de­ten und verhal­tens­the­ra­peu­ti­schen Psycho­the­ra­pie­me­tho­den
    Konzep­ten der Bewäl­ti­gung von soma­ti­schen Erkran­kun­gen sowie Tech­nik der psychoedu­ka­ti­ven Verfah­ren
    Präven­tion, Reha­bi­li­ta­tion, Krisen­in­ter­ven­tion, Suizid- und Sucht­pro­phy­laxe, Orga­ni­sa­ti­ons­psy­cho­lo­gie und Fami­li­en­be­ra­tung
    Diagno­s­tik
    100 doku­men­tierte und super­vi­dierte Unter­su­chun­gen (psycho­so­ma­ti­sche Anamnese einschließ­lich stan­dar­di­sier­ter Erfas­sung von Befun­den, analy­ti­sches Erst­in­ter­view, tiefen­psy­cho­lo­gisch-biogra­phi­sche Anamnese, Verhal­tens­ana­lyse, struk­tu­rierte Inter­views und Test­dia­gno­s­tik)
    Behan­d­­lung
    1500 Stun­den Behand­lun­gen und Super­vi­sion nach jeder vier­ten Stunde (Einzel- und Grup­pen­the­ra­pie einschließ­lich trau­ma­ori­en­tier­ter Psycho­the­ra­pie, Paar­the­ra­pie einschließ­lich Sexual­the­ra­pie sowie Fami­li­en­the­ra­pie) bei mindes­tens 40 Pati­en­ten aus dem gesam­ten Krank­heits­s­pek­trum des Gebie­tes mit beson­de­rer Gewich­tung der psycho­so­ma­ti­schen Sympto­ma­tik unter Einschluss der Anlei­tung zur Bewäl­ti­gung soma­ti­scher und psycho­so­ma­ti­scher Erkran­kun­gen und Tech­ni­ken der Psychoedu­ka­tion
    Von den 1500 Behan­d­­lungs­­­stun­­den sind wahl­­­weise in einer der beiden Grun­d­o­ri­en­tie­run­­gen abzu­leis­ten:
    in den psycho­dy­na­mi­schen/tiefen­psy­cho­lo­gi­schen Behand­lungs­ver­fah­ren
    • 6 Einzelthe­ra­pien über 50 bis 120 Stun­den pro Behand­lungs­fall
    • 6 Einzelthe­ra­pien über 25 bis 50 Stun­den pro Behand­lungs­fall
    • 4 Kurz­zeit­the­ra­pien über 5 bis 25 Stun­den pro Behand­lungs­fall
    • 2 Paar­the­ra­pien über mindes­tens 10 Stun­den
    • 2 Fami­li­en­the­ra­pien über 5 bis 25 Stun­den
    • 100 Sitzun­gen Grup­pen­psy­cho­the­ra­pien mit 6 bis 9 Pati­en­ten
    oder
    in verhal­tens­the­ra­peu­ti­schen Verfah­ren
    • 10 Lang­zeit­ver­hal­tens­the­ra­pien mit 50 Stun­den
    • 10 Kurz­zeit­ver­hal­tens­the­ra­pien mit insge­samt 200 Stun­den
    • 4 Paar- oder Fami­li­en­the­ra­pien
    • 6 Grup­pen­the­ra­pien (diffe­rente Grup­pen wie indi­ka­tive Gruppe oder Problem­lö­sungs­gruppe), davon ein Drit­tel auch als Co-Thera­pie
    Selbs­t­er­fah­rung in der gewähl­ten Grun­d­o­ri­en­tie­rung wahl­­­weise
    150 Stun­den psycho­dy­na­mi­sche/tiefen­psy­cho­lo­gi­sche oder psycho­ana­ly­ti­sche Einzel­selbs­t­er­fah­rung und 70 Doppel­stun­den Grup­pen­selbs­t­er­fah­rung
    oder
    70 Doppel­stun­den verhal­tens­the­ra­peu­ti­sche Selbs­t­er­fah­rung einzeln oder in der Gruppe

    Übergangsbestimmungen:

    Ärzte mit der Aner­ken­­nung zum Führen der Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Psycho­the­ra­­peu­ti­­sche Medi­­zin“ sind berech­tigt, stat­t­­des­­sen die Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Psycho­­so­­ma­ti­­sche Medi­­zin und Psycho­the­ra­pie“ zu führen.

    25. Gebiet Radiologie

    Definition:

    Das Gebiet Radio­lo­­gie umfasst die Erken­­nung von Krank­hei­ten mit Hilfe ioni­­sie­ren­­der Strah­len, kern­­phy­­si­­ka­­li­­scher und sono­­gra­­phi­­scher Verfah­ren und die Anwen­­dung inter­­ven­tio­­nel­­ler, mini­­mal-inva­­si­­ver radio­lo­­gi­­scher Verfah­ren.

    Facharzt für Radiologie
    (Radiologe)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Radio­lo­­gie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate in den Gebie­ten der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung ange­rech­net werden
    12 Monate in den Schwer­punkt­wei­ter­bil­dun­gen des Gebie­tes abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Indi­ka­tion der mit ioni­sie­ren­den Strah­len und kern­phy­si­ka­li­schen Verfah­ren zu unter­su­chen­den Erkran­kun­gen
    den radio­lo­gi­schen Unter­su­chungs­ver­fah­ren mit ioni­sie­ren­den Strah­len einschließ­lich ihrer Befun­dung
    der Magne­tre­so­nanz­ver­fah­ren und Spek­tro­sko­pie einschließ­lich ihrer Befun­dung
    der Sono­gra­phie einschließ­lich ihrer Befun­dung
    den inter­ven­tio­nell-radio­lo­gi­schen Verfah­ren auch in inter­dis­zi­pli­närer Zusam­men­ar­beit
    Anal­ge­sie­rungs- und Sedie­rungs­maß­nah­men einschließ­lich der Behand­lung akuter Schmerz­zu­stände
    der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung
    den Grund­la­gen der Strah­len­bio­lo­gie und Strah­len­phy­sik bei Anwen­dung ioni­sie­ren­der Strah­len am Menschen
    den physi­ka­li­schen Grund­la­gen der Magne­tre­so­nanz­ver­fah­ren und Biophy­sik einschließ­lich den Grund­la­gen der Pati­en­ten­über­wa­chung sowie der Sicher­heits­maß­nah­men für Pati­en­ten und Perso­nal
    den Grund­la­gen des Strah­len­schut­zes beim Pati­en­ten und Perso­nal einschließ­lich der Perso­nal­über­wa­chung sowie des bauli­chen und appa­ra­ti­ven Strah­len­schut­zes
    der Gerä­te­kunde
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen, einschließ­lich Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien, an allen Orga­nen und Organ­sys­te­men
    radio­lo­gi­sche Diagno­s­tik einschließ­lich Compu­ter­to­mo­gra­phie, z. B. an
    • Skelett und Gelen­ken
    • Schä­del einschließ­lich Spezi­al­auf­nah­men, Rücken­mark und Nerven
    • Thorax und Thora­x­or­ga­nen
    • Abdo­men und Abdo­mi­nal­or­ga­nen
    • Uroge­ni­tal­trakt
    • der Mamma
    • Gefäßen (Arte­rio-, Phlebo- und Lympho­gra­phien)
    Magne­tre­so­nanz­to­mo­gra­phien, z. B. an Hirn, Rücken­mark, Nerven, Skelett, Gelen­ken, Weich­tei­len einschließ­lich der Mamma, Thorax, Abdo­men, Becken, Gefäßen
    inter­ven­tio­nelle und mini­mal-inva­sive radio­lo­gi­sche Verfah­ren, davon
    • Gefäß­punk­tio­nen, -zugänge und -kathe­te­ri­sie­run­gen
    • reka­na­li­sie­rende Verfah­ren, z. B. PTA, Lyse, Frag­men­ta­tion, Stent
    • perku­tane Einbrin­gung von Implan­ta­ten
    • gefäß­ver­schlie­ßende Verfah­ren, z. B. Embo­li­sa­tion, Skle­ro­sie­rung
    Punk­ti­ons­ver­fah­ren zur Gewin­nung von Gewebe und Flüs­sig­kei­ten sowie Drai­na­gen von patho­lo­gi­schen Flüs­sig­keits­an­samm­lun­gen
    perku­tane Thera­pie bei Schmerz­zu­stän­den und Tumo­ren sowie abla­tive und gewe­be­sta­bi­li­sie­rende Verfah­ren

    25.1 Schwerpunkt Kinderradiologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz Kinder­ra­­dio­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung in Kinder­chir­ur­gie und/oder Kinder- und Jugend­me­di­zin ange­rech­net werden
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der radio­lo­gi­schen Diagno­s­tik bei Kindern unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Strah­len­schutz­maß­nah­men
    den Beson­der­hei­ten in der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Anwen­dung ioni­sie­ren­der Strah­len und kern­phy­si­ka­li­scher Verfah­ren im Kindesal­ter einschließ­lich der Strah­len­bio­lo­gie und der Strah­len­phy­sik
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien an den Orga­nen und Organ­sys­te­men beim Kind
    radio­lo­gi­sche Diagno­s­tik einschließ­lich Compu­ter­to­mo­gra­phie beim Kind, davon
    • am wach­sen­den Skelett
    • am Schä­del einschließ­lich Teilauf­nah­men
    • an der Wirbel­säule, am Becken, an den Extre­mi­tä­ten
    • an Thorax und Thora­x­or­ga­nen
    • am Abdo­men einschließ­lich Magen-Darm-Trakt
    • am Uroge­ni­tal­trakt
    Magne­tre­so­nanz­to­mo­gra­phien und Spek­tro­sko­pie beim Kind, z. B. an Hirn, Rücken­mark, Skelett, Gelen­ken, Weich­tei­len, Thorax, Abdo­men, Becken, Gefäßen
    Mitwir­kung bei inter­ven­tio­nel­len und mini­mal-inva­si­ven radio­lo­gi­schen Verfah­ren beim Kind

    25.2 Schwerpunkt Neuroradiologie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist aufbau­end auf der Fach­­arz­t­wei­ter­­bil­­dung die Erlan­­gung der Schwer­­punk­t­­kom­­pe­tenz Neuro­ra­­dio­lo­­gie nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    36 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können bis zu
    12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung in Neuro­chir­ur­gie und/oder Neuro­lo­gie ange­rech­net werden
    12 Monate während der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den Grund­la­gen neuro­lo­gisch-neuro­chir­ur­gi­scher und psych­ia­tri­scher Erkran­kun­gen
    den Unter­su­chun­gen des zentra­len Nerven­sys­tems einschließ­lich der Schä­del­ba­sis und ihrer benach­bar­ten Räume, des auto­no­men Nerven­sys­tems, der peri­phe­ren Nerven mittels Compu­ter­to­mo­gra­phie und Magne­tre­so­nanz­to­mo­gra­phie
    den Unter­su­chun­gen der Liquor­räume des Kopfes und Spinal­ka­nals mit intrat­he­ka­lem Kontrast­mit­tel wie Myelo­gra­phie, Zister­no­gra­phie
    der Kontrast­mit­tel-Kathe­ter-Angio­gra­phie von hirn­ver­sor­gen­den und spina­len Gefäßen
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien der extra­kra­ni­el­len hirn­ver­sor­gen­den und intra­kra­ni­el­len Gefäße
    neuro­ra­dio­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen einschließ­lich Compu­ter­to­mo­gra­phie an Gehirn, Liquor­räu­men, Schä­del­ba­sis und Rücken­mark
    diagno­s­ti­sche Angio­gra­phien der hirn­ver­sor­gen­den und spina­len Gefäße
    diagno­s­ti­sche, dyna­mi­sche und funk­tio­nelle Magne­tre­so­nanz­to­mo­gra­phie einschließ­lich Spek­tro­sko­pie des Gehirns, Rücken­marks und muskulo-skelet­ta­len Systems
    inter­ven­tio­nelle neuro­ra­dio­lo­gi­sche Verfah­ren, z. B.
    • reka­na­li­sie­rende Eingriffe (Lyse, PTA, Stent)
    • gefäß­ver­schlie­ßende Eingriffe (Embo­li­sa­tion, Coiling)
    • perku­tane Thera­pie oder Biop­sie bei Gefäß­miss­bil­dun­gen, Tumo­ren oder Schmerz­zu­stän­den

    Übergangsbestimmungen:

    Ärzte mit der Aner­ken­­nung zum Führen der Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Diagno­s­ti­­sche Radio­lo­­gie“ oder „Fach­­arzt für Radio­lo­­gi­­sche Diagno­s­tik“ sind berech­tigt, stat­t­­des­­sen die Bezeich­­nung „Fach­­arzt für Radio­lo­­gie“ zu führen.

    26. Gebiet Rechtsmedizin

    Definition:

    Das Gebiet Rechts­­me­­di­­zin umfasst die Entwick­­lung, Anwen­­dung und Beur­tei­­lung medi­­zi­­ni­­scher und natur­wis­­sen­­schaft­­li­cher Kennt­­nisse für die Rechts­pflege sowie die Vermit­t­­lung arzt­recht­­li­cher und ethi­­scher Kennt­­nisse für die Ärzte­­schaft.

    Facharzt für Rechtsmedizin
    (Rechtsmediziner)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Rechts­­me­­di­­zin ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    6 Monate im Gebiet Patho­lo­gie
    6 Monate in Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie oder Foren­si­sche Psych­ia­trie
    können 6 Monate im Gebiet Patho­lo­gie oder in Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen, Phar­ma­ko­lo­gie und Toxi­ko­lo­gie, Psych­ia­trie und Psycho­the­ra­pie oder Foren­si­sche Psych­ia­trie ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Durch­füh­rung der Leichen­schau
    der rechts­me­di­zi­ni­schen Sekti­ons­tech­nik und Bewer­tung der makro­sko­pi­schen und mikro­sko­pi­schen Befunde einschließ­lich histo­lo­gi­scher Unter­su­chun­gen
    der Darstel­lung des Kausal­zu­sam­men­hangs im Rahmen der Tode­ser­mitt­lung unter Auswer­tung der Ermitt­lungs­ak­ten und Unter­su­chungs­er­geb­nisse
    der Erstat­tung von schrift­li­chen und münd­li­chen Gutach­ten über Kausal­zu­sam­men­hänge im Rahmen der Tode­ser­mitt­lung und zu foren­sisch-psycho­pa­tho­lo­gi­schen Frage­stel­lun­gen
    der Asser­vie­rung, Auswer­tung und Beur­tei­lung von Spuren
    der Beur­tei­lung von Verlet­zun­gen bei Leben­den, insbe­son­dere in Fällen von Kindes­miss­hand­lung und Sexual­de­lik­ten
    der Beur­tei­lung von Into­xi­ka­tio­nen bei Leben­den und Leichen einschließ­lich der Mate­ri­al­si­che­rung
    den Grund­la­gen der foren­si­schen Mole­ku­lar­ge­ne­tik unter spezi­el­ler Berück­sich­ti­gung der Pater­ni­tät und Iden­ti­fi­zie­rung
    straf­recht­li­chen, verkehrs- und versi­che­rungs­me­di­zi­ni­schen Frage­stel­lun­gen einschließ­lich foren­si­scher Biome­cha­nik
    foren­si­scher Trau­ma­to­lo­gie
    foren­si­scher Anthro­po­lo­gie einschließ­lich foren­si­scher Odon­to­lo­gie
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Beschrei­bung und Bewer­tung von Leichen­schau­be­fun­den
    Befund­do­ku­men­ta­tion und -beur­tei­lung von Tat- und Fund­orten
    gericht­li­che Obduk­tio­nen mit Begut­ach­tung des Zusam­men­hangs zwischen morpho­lo­gi­schem Befund und Gesche­hensab­lauf
    histo­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen
    Beur­tei­lung von Spuren­bil­dern und Spuren­as­ser­vie­rung
    münd­li­che und schrift­li­che Gutach­ten für das Gericht
    foren­sisch-osteo­lo­gi­sche bzw. -odon­to­lo­gi­sche Exper­ti­sen

    27. Gebiet Strahlentherapie

    Definition:

    Das Gebiet Strah­len­the­ra­pie umfasst die Strah­len­­be­han­d­­lung mali­g­ner und benig­­ner Erkran­­kun­­gen einschließ­­lich der medi­­ka­­men­tö­­sen und physi­­ka­­li­­schen Verfah­ren zur Radio­­sen­­si­­bi­­li­­sie­rung und Verstär­­kung
    der Strah­len­wir­­kung am Tumor unter Berück­­sich­ti­­gung von Schutz­­maß­­nah­­men der gesun­­den Gewebe.

    Facharzt für Strahlentherapie

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Strah­len­the­ra­pie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung, davon können
    • 6 Monate in einem ande­ren Gebiet ange­rech­net werden
    können bis zu 12 Monate in Radio­lo­gie ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den Grund­la­gen der Strah­len­phy­sik und Strah­len­bio­lo­gie von Tumo­ren und gesun­den Gewe­ben bei diagno­s­ti­scher und thera­peu­ti­scher Anwen­dung ioni­sie­ren­der Strah­len
    den Grund­la­gen der für die Bestrah­lungs­pla­nung erfor­der­li­chen bild­ge­ben­den Verfah­ren zur Thera­pie­pla­nung
    der Strah­len­the­ra­pie einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Bestrah­lungs­pla­nung
    der medi­ka­men­tö­sen und physi­ka­li­schen Begleit­be­hand­lung zur Verstär­kung der Strah­len­wir­kung im Tumor und zur Protek­tion gesun­der Gewebe
    den Grund­la­gen der intra­ka­vi­tären und inters­ti­ti­el­len Brachy­the­ra­pie
    der Behand­lung von Tumo­ren im Rahmen von Kombi­na­ti­ons­be­hand­lun­gen und inter­dis­zi­pli­närer Thera­pie­kon­zepte einschließ­lich der medi­ka­men­tö­sen Tumor­the­ra­pie als inte­gra­ler Bestand­teil der Fach­arzt­wei­ter­bil­dung
    der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
    der Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von Tumor­pa­ti­en­ten
    den Grund­la­gen der Ernäh­rungs­me­di­zin einschließ­lich diäte­ti­scher Bera­tung
    psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    den Grund­la­gen des Strah­len­schut­zes beim Pati­en­ten und Perso­nal einschließ­lich der Perso­nal­über­wa­chung
    den Grund­la­gen des Strah­len­schut­zes beim Umgang mit offe­nen und geschlos­se­nen radio­ak­ti­ven Strah­lern einschließ­lich des bauli­chen und appa­ra­ti­ven Strah­len­schut­zes
    der Gerä­te­kunde
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Anwen­dung bild­ge­ben­der Verfah­ren zur Thera­pie­pla­nung, z. B. Rönt­gen­si­mu­la­tor, Compu­ter­to­mo­gra­phie, Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen
    Erstel­lung strah­len­the­ra­peu­ti­scher Behand­lungs­pläne auch unter Einbe­zie­hung von Kombi­na­ti­ons­the­ra­pien und inter­dis­zi­pli­närer Behand­lungs­kon­zepte
    externe Strah­len­the­ra­pie (Teil­chen­be­schleu­ni­ger, radio­ak­tive Quel­len, Rönt­gen­the­ra­pie) einschließ­lich mit Linear­be­schleu­ni­gern
    Brachy­the­ra­pie einschließ­lich bei Tumo­ren des weib­li­chen Geni­tale
    Bestrah­lungs­pla­nun­gen mit einem Simu­la­tor einschließ­lich Einbe­zug von Rech­ner­plä­nen und Compu­ter­to­mo­gra­phie
    Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung

    28. Gebiet Transfusionsmedizin

    Definition:

    Das Gebiet Trans­­fu­­si­­ons­­me­­di­­zin umfasst als klini­­sches Fach die Auswahl und medi­­zi­­ni­­sche Betreu­ung von Blut­s­pen­­dern, die Hers­tel­­lung, Prüfung und Weiter­ent­wick­­lung allo­­ge­­ner und auto­lo­­ger zellu­lä­­rer und plas­­ma­ti­­scher Blut­prä­pa­rate und alle Aufga­­ben­­be­rei­che in der Vorbe­rei­tung, Durch­­füh­rung und Bewer­tung hämo­the­ra­­peu­ti­­scher Mass­­nah­­men am Pati­en­ten.

    Facharzt für Transfusionsmedizin
    (Transfusionsmediziner)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz Trans­­fu­­si­­ons­­me­­di­­zin nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon
    24 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung im Gebiet Chir­ur­gie und/oder Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin und/oder in Anäs­the­sio­lo­gie, Frau­en­heil­kunde und Geburts­hilfe, Kinder- und Jugend­me­di­zin, Neuro­chir­ur­gie und/oder Urolo­gie, davon können
    • 6 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden
    können bis zu 12 Monate in Labo­ra­to­ri­ums­me­di­zin ange­rech­net werden, davon können
    • 6 Monate in Mikro­bio­lo­gie, Viro­lo­gie und Infek­ti­ons­epi­de­mio­lo­gie ange­rech­net werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    den für die Produkt­si­cher­heit erfor­der­li­chen labo­r­ana­ly­ti­schen Metho­den und deren Inter­pre­ta­tion
    der Blut­grup­pen­se­ro­lo­gie einschließ­lich Verträg­lich­keits­probe vor Trans­fu­sio­nen
    der Vorbeu­gung, Erken­nung, Präpa­ra­te­aus­wahl und Behand­lungs­emp­feh­lung auch im Rahmen der peri­na­ta­len Hämo­the­ra­pie und immun­hä­ma­to­lo­gi­schen Diagno­s­tik der Mutter­schafts­vor­sorge
    der Pati­en­ten­in­for­ma­tion und Pati­en­ten­kom­mu­ni­ka­tion über Indi­ka­tion, Durch­füh­rung und Risi­ken von hämo­the­ra­peu­ti­schen Behand­lun­gen
    der Planung, Orga­ni­sa­tion und Durch­füh­rung von Blut­spen­de­ak­tio­nen
    der Spen­der­aus­wahl und medi­zi­ni­schen Betreu­ung von Blut­spen­dern
    der Immun­pro­phy­laxe
    der Gewin­nung, Herstel­lung, Prüfung, Bear­bei­tung und Weiter­ent­wick­lung zellu­lä­rer, plas­ma­ti­scher und spezi­el­ler Blut­kom­po­nen­ten sowie deren Lage­rung und Trans­port
    der präpa­ra­ti­ven und thera­peu­ti­schen Häma­phe­rese sowie analo­ger Verfah­ren
    der Indi­ka­tion, Spen­der­aus­wahl und Durch­füh­rung der auto­lo­gen Blut­spende
    der Indi­ka­tion, Spen­der­aus­wahl, Spen­der­kon­di­tio­nie­rung und Gewin­nung von allo­ge­nen und auto­lo­gen Stamm­zel­len einschließ­lich der Produkt­be­ar­bei­tung
    der Präpa­ra­tion und Expan­sion auto­lo­ger und allo­ge­ner Zellen
    der Lang­zeit­la­ge­rung und -kryo­kon­ser­vie­rung von Blut­kom­po­nen­ten
    der Frei­gabe und Entsor­gung der Blut­kom­po­nen­ten
    der Durch­füh­rung und Bewer­tung von Rück­ver­fol­gungs­ver­fah­ren
    der Erfas­sung und Bewer­tung von trans­fu­si­ons­me­di­zi­ni­schen Neben­wir­kun­gen einschließ­lich Thera­pie­maß­nah­men bei einem Trans­fu­si­ons­zwi­schen­fall und einer sero­lo­gi­schen Notfall­si­tua­tion
    der primären Notfall­ver­sor­gung einschließ­lich der Schock­be­hand­lung und der Herz-Lungen-Wieder­be­le­bung
    den Grund­la­gen der Orga­ni­sa­tion der Blut­ver­sor­gung im Kata­stro­phen­fall
    der diagno­s­ti­schen und thera­peu­ti­schen Konsi­li­ar­tä­tig­keit
    der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial sowie Proben­trans­port, -eingangs­be­gut­ach­tung, -aufbe­rei­tung und -unter­su­chung
    der Erken­nung, Bewer­tung und Steue­rung von Einfluss­grö­ßen auf Mess­er­geb­nisse
    der Durch­füh­rung und Bewer­tung von immun­hä­ma­to­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen an korpus­ku­lä­ren und plas­ma­ti­schen Bestand­tei­len des Blutes sowie an blut­bil­den­den Zellen
    den Grund­la­gen der Trans­plan­ta­ti­ons­im­mu­no­lo­gie und Organ­spende
    der Thera­pie mit Hämo­the­ra­peu­tika
    den Grund­la­gen für die Zulas­sung von Blut und Blut­pro­duk­ten nach dem Arznei­mit­tel­ge­setz
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    Bear­bei­tung der Blut­kom­po­nen­ten, z. B. Sepa­ra­ti­ons­tech­nik, Filtra­tion, Waschen, Kryo­kon­ser­vie­rung, Bestrah­lung mit ioni­sie­ren­den Strah­len, Einen­gen, Zusam­men­fü­gen und andere Tech­ni­ken
    produkt­be­zo­gene immun­hä­ma­to­lo­gi­sche, klinisch-chemi­sche, hämo­sta­seo­lo­gi­sche, infek­tio­lo­gi­sche und Labo­r­ana­ly­tik
    sero­lo­gi­sche, zyto­me­tri­sche und mole­ku­lar­bio­lo­gi­sche Bestim­mun­gen von Anti­ge­nen sowie von Allo- und Auto Anti­kör­pern gegen korpus­ku­läre Bestand­teile des Blutes einschließ­lich Verträg­lich­keits­pro­ben
    präpa­ra­tive und thera­peu­ti­sche Häma­phe­rese

    29. Gebiet Urologie

    Definition:

    Das Gebiet Urolo­­gie umfasst die Vorbeu­­gung, Erken­­nung, Behan­d­­lung, Nach­­sorge und Reha­­bi­­li­ta­tion von Erkran­­kun­­gen, Funk­ti­­ons­­stö­run­­gen, Fehl­­bil­­dun­­gen und Verlet­­zun­­gen des männ­­li­chen Uroge­­ni­tal­­sys­tems und der weib­­li­chen Harn­or­­gane sowie die Prok­to­lo­­gie, soweit für Erkran­­kun­­gen des Gebie­tes erfor­­der­­lich.

    Facharzt für Urologie
    (Urologe)

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Weiter­­bil­­dung im Gebiet Urolo­­gie ist die Erlan­­gung der Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

    Weiterbildungszeit:

    60 Monate bei einem Weiter­bil­der an einer Weiter­bil­dungs­stätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
    bis zu 12 Monate in der statio­nären Pati­en­ten­ver­sor­gung im Gebiet Chir­ur­gie ange­rech­net werden
    6 Monate in einem ande­ren Gebiet ange­rech­net werden
    bis zu 12 Monate im ambu­lan­ten Bereich abge­leis­tet werden

    Weiterbildungsinhalt:

    Zusätz­­lich zu den in § 4 Abs. 3 aufge­­führ­ten Anfor­­de­run­­gen Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Vorbeu­gung, Erken­nung, Behand­lung, Nach­sorge und Reha­bi­li­ta­tion von Erkran­kun­gen, Infek­tio­nen, Verlet­zun­gen und Fehl­bil­dun­gen des männ­li­chen Uroge­ni­tal­sys­tems und der weib­li­chen Harn­or­gane sowie Notfall­ver­sor­gung
    der Vorbeu­gung, (Früh-)Erken­nung, Behand­lung und Nach­sorge von urolo­gi­schen Tumo­rer­kran­kun­gen
    den Grund­la­gen der gebiets­be­zo­ge­nen Tumor­the­ra­pie einschließ­lich der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur urolo­gi­schen Strah­len­the­ra­pie
    der Betreu­ung pallia­tiv­me­di­zi­nisch zu versor­gen­der Pati­en­ten
    den umwelthy­gie­ni­schen Aspek­ten der Entste­hung urolo­gi­scher Tumore
    der Erken­nung und Behand­lung der erek­ti­len Dysfunk­tion einschließ­lich der Erken­nung andro­lo­gi­scher Störun­gen und Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur weiter­füh­ren­den Behand­lung
    der Fami­li­en­pla­nung und Sexu­al­be­ra­tung des Mannes und des Paares
    der Steri­li­sa­tion und (Re-)Ferti­li­sie­rung des Mannes
    der Erken­nung und Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner endo­krin beding­ten Alte­rungs­pro­zesse
    der Erken­nung prok­to­lo­gi­scher Erkran­kun­gen und der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur weiter­füh­ren­den Behand­lung
    der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Diäte­tik bei urolo­gi­schen Erkran­kun­gen
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung zur opera­ti­ven Behand­lung und der Risi­koein­schät­zung und progno­s­ti­schen Beur­tei­lung einschließ­lich der Nieren­trans­plan­ta­tion
    den Prin­zi­pien der peri­ope­ra­ti­ven Diagno­s­tik und Behand­lung
    endo­sko­pi­schen und mini­mal-inva­si­ven Opera­ti­ons­ver­fah­ren
    der Erhe­bung einer intra­ope­ra­ti­ven radio­lo­gi­schen Befund­kon­trolle unter Berück­sich­ti­gung des Strah­len­schut­zes
    instru­men­tel­len und funk­tio­nel­len Unter­su­chungs­me­tho­den einschließ­lich urody­na­mi­scher Verfah­ren
    psycho­ge­nen Sympto­men, somat­o­psy­chi­schen Reak­tio­nen und psycho­so­zia­len Zusam­men­hän­gen
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung, sach­ge­rech­ten Proben­ge­win­nung und -behand­lung für Labor­un­ter­su­chun­gen einschließ­lich den Grund­la­gen zyto­dia­gno­s­ti­scher Verfah­ren sowie Einord­nung der Ergeb­nisse in das jewei­lige Krank­heits­bild
    Wund­ver­sor­gung, Wund­be­hand­lung und Verbands­lehre
    der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
    der Erken­nung und Behand­lung akuter Notfälle einschließ­lich lebens­ret­ten­der Maßnah­men zur Aufrecht­er­hal­tung der Vital­funk­tio­nen und Wieder­be­le­bung
    der Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Über­wa­chung physi­ka­li­scher Thera­pie­maß­nah­men
    Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
    urolo­gi­sche Früh­er­ken­nungs­un­ter­su­chun­gen
    Ejaku­lat­un­ter­su­chun­gen
    kultu­relle bakte­rio­lo­gi­sche und myko­lo­gi­sche Unter­su­chung im Nativ­ma­te­rial (Urin, Prosta­ta­se­kret, Ejaku­lat) unter Verwen­dung eines Trägers mit einem oder mehre­ren vorge­fer­tig­ten Nähr­bö­den (z. B. Eintauch­nähr­bö­den)
    Keim­zahl­schät­zung
    Nach­weis anti­mi­kro­bi­el­ler Wirk­stoffe mittels Hemm­stoff­test
    Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen der Uroge­ni­tal­or­gane, des Retro­pe­ri­to­neums und Abdo­mens einschließ­lich Dopp­ler- und Duplex-Sono­gra­phien der Gefäße des Uroge­ni­tal­trak­tes
    Punk­ti­ons- und Kathe­te­ri­sie­rungs­tech­ni­ken einschließ­lich supra­pu­bi­scher Zysto­sto­mie, Harn­leiter­schie­nung und Legen von Drai­na­gen sowie der Gewin­nung von Unter­su­chungs­ma­te­rial
    Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie, ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung einschließ­lich Sonden­tech­nik
    Lokal- und Regio­nal­an­äs­the­sien
    urody­na­mi­sche Unter­su­chun­gen einschließ­lich Provo­ka­ti­ons­tests und Uroflow­me­trie
    extra­kor­po­rale Stoß­wel­len­be­hand­lung
    urolo­gi­sche Eingriffe einschließ­lich endo­sko­pi­scher, lapa­ro­sko­pi­scher, laser­the­ra­peu­ti­scher, ultra­schall­ge­steu­er­ter und sons­ti­ger physi­ka­li­scher Verfah­ren
    • an Niere, Harn­lei­ter, Retro­pe­ri­to­neal­raum, z. B. Nephrek­to­mie, Urete­ro­sko­pie, Nieren­be­cken­plas­tik
    • an Harn­blase und Prostata, z. B. Harn-Inkon­ti­nen­z­ope­ra­tion, Prosta­taa­de­no­mek­to­mie einschließ­lich tran­su­re­thra­ler Prostata- und/oder Blasen­tu­mo­r­ope­ra­tio­nen
    • an äuße­rem Geni­tale und Harn­röhre z. B. Hoden­bi­op­sie, Zirkum­zi­sion, Orchi­do­pe­xie, Vari­ko­ze­len/Hydro­ze­len-Opera­tion, Urethro­to­mie
    Mitwir­kung bei opera­ti­ven Eingrif­fen höhe­rer Schwie­rig­keits­grade, z. B. Radi­kal­ope­ra­tion bei urolo­gi­schen Krebser­kran­kun­gen

    Abschnitt C
    Zusatz-Weiterbildungen

    1. Ärztliches Qualitätsmanagement

    Definition:

    Die Zusatz-Weiter­­bil­­dung Ärzt­­li­ches Quali­täts­­ma­na­­ge­­ment umfasst die Grun­d­la­­gen für eine konti­­nu­ier­­li­che Verbes­­se­rung von Struk­tu­ren, Prozes­­sen und Erge­b­­nis­­sen in der medi­­zi­­ni­­schen Versor­­gung.

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Zusatz-Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der fach­­li­chen Kompe­tenz in Ärzt­­li­ches Quali­täts­­ma­na­­ge­­ment nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte sowie des Weiter­­bil­­dungs­­­kur­­ses.

    Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:

    Weiterbildungszeit:

    200 Stun­den Kurs-Weiter­bil­dung gemäß § 4 Abs. 8 in Ärzt­li­ches Quali­täts­ma­na­ge­ment

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
    der Metho­dik des Quali­täts­ma­na­ge­ments im Gesund­heits­we­sen
    der Anwen­dung gesund­heits­öko­no­mi­scher Konzepte einschließ­lich Abschät­zung von Kosten-Nutzen-Rela­tio­nen
    der Darle­gung und Anwen­dung von Quali­täts­ma­na­ge­ment
    Model­len
    den Grund­la­gen der Evidence-based Medi­cine
    der Mode­ra­tion von Quali­täts­pro­zes­sen
    der Evalua­tion von Quali­täts­si­che­rungs­ver­fah­ren
    der Imple­men