Priorisierung ärztlicher Leistungen

Pressemeldung — 22.11.2011

Beim Symposium „Priorisierung ärztlicher Leistungen – notwendig oder überflüssig“ der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) diskutierten am 19. November 2011 über 80 Teilnehmer und Experten über Priorisierung im Gesundheitswesen. Dr. Heidemarie Lux, Vizepräsidentin der BLÄK, erklärte: „Es sollte uns klar sein, dass die Reihenfolge ‚Rationalisierung – Priorisierung – Rationierung’ heißt“. Patienten und Ärzte befürchten, dass Priorisierung eine Entwicklung in Richtung Mehrklassenmedizin verstärken könnte. Eine Daueraufgabe werde es für die nächsten Jahre laut Lux sein, durch Rationalisierung das Versorgungsniveau trotz finanzieller Engpässe zu halten. Der rasante medizinische Fortschritt und der demographische Wandel würden die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen vergrößern und verschärften die monetäre Problematik. Lux plädierte für mehr Transparenz in der Priorisierungsdebatte, wozu dieses Symposium einen Beitrag leiste. Die Bevölkerung habe gerade im sensiblen Gesundheitsbereich einen hohen Informationsbedarf.
Fragen und Kernaussagen zur Priorisierung präsentierte Dr. Peter Scholze, Leiter der vorbereitenden Arbeitsgruppe. Professor Dr. Dr. phil. Heiner Raspe vom Institut für Sozialmedizin Lübeck präsentierte einen Blick über den Tellerrand: „Priorisierung im internationalen Vergleich“. Privatdozent Dr. Andreas Gerber vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Köln sprach über Priorisierung und Gesundheitsökonomie „Reicht das Geld für alle?“. Zum Thema Versorgungsforschung versuchte Professor Dr. Matthias Schrappe aus Köln die Frage zu beantworten: „Bessere Ressourcenverteilung oder Rationierung?“. Priorisierung aus Arzt- und Patientensicht beleuchtete Dr. Gabriel Schmidt, Facharzt für Allgemeinmedizin aus München. Professor Dr. Georg Marckmann, MPH, vom Institut für Geschichte der Medizin der Ludwig-Maximilians-Universität München stellte die Priorisierung und Medizinethik und -geschichte in seinem Vortrag „Wie können wir Verteilungsgerechtigkeit erreichen?“ in den Mittelpunkt. Die Vortragsfolien und Abstracts können auf der Internet-seite www.blaek.de > Presse > Präsentationen heruntergeladen werden.

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