73. Bayerischer Ärztetag: P4P und Qualität

Pressemeldung — 24.10.2014

Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Pay for Performance – Die Lösung für die Medizin von morgen?“ wurde heute der 73. Bayerische Ärztetag in Weiden in der Oberpfalz eröffnet. Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) erklärte: „Für uns Ärztinnen und Ärzte ist die Selbstverpflichtung zur Qualität eine immanente, aus unserem freiberuflichen Selbstverständnis entwickelte Aufgabe.“ Ob der Trend „Pay for Performance“ (P4P) künftig ein wichtiges zusätzliches Instrumentarium zur qualitätsorientierten Steuerung im Gesundheitswesen spielen werde, hänge von der dringend notwendigen Weiterentwicklung im Bereich der Qualitätsmessung, von einer breiten Akzeptanz bei den Beteiligten und von der Intention ab. Wichtig sei, dass bei allen P4P-Projekten das Verhältnis von Machbarkeit, Sinnhaftigkeit und Angemessenheit gewahrt bleibe und dass die Qualitätsaussagen auf das beschränkt würden, was die Messinstrumente auch leisten können. Dazu zähle auch die Berücksichtigung des damit verbundenen bürokratischen Aufwands.

Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, erklärte: „Derzeit bestehen in der bayerischen Gesundheitspolitik keine Pläne, im ambulanten Bereich verbindliche Pay-for-Performance-Instrumente einzuführen. Dafür stehen erstens keine ausreichenden Datengrundlagen zur Verfügung. Zweitens bräuchten die bayerischen Krankenkassen entsprechende finanzielle Mittel, um in solche Modelle investieren zu können. Sprich: Angemessene Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds.“ Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auf ein Gutachten renommierter Wissenschaftler, demzufolge aus Bayern seit der Einführung des Gesundheitsfonds zunehmend Versichertengelder in andere Bundesländer abfließen. Zudem reichen dessen Zuweisungen nicht aus, um die Leistungsausgaben in Bayern nachhaltig zu finanzieren. Huml bekräftigte: „Die Mittel aus dem Gesundheitsfonds müssen transparenter und gerechter verteilt werden. Ich werde mich auch künftig für die Einführung eines Regionalfaktors einsetzen.“

Die weiteren Podiumsgäste waren: Klaus Focke, Abteilungsleiter Versorgungsmanagement des BKK Dachverbandes, Professor Dr. Georg Marckmann, MPH, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, LMU München und Dr. Christof Veit, Institut für Qualität & Patientensicherheit (BQS). Die Arbeitstagung am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Oktober, befasst sich mit der aktuellen Sozial-, Gesundheits- und Berufspolitik, dem Tätigkeitsbericht und den Finanzen der BLÄK, Fragen der ärztlichen Weiter- und Fortbildung sowie der Berufsordnung. Der Bayerische Ärztetag ist die Delegiertenversammlung der BLÄK. Die Ärztlichen Kreis- und Bezirksverbände sowie die medizinischen Fakultäten der fünf Landesuniversitäten entsenden insgesamt 180 Delegierte zu der mindestens einmal im Jahr tagenden Versammlung.

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