Chancen und Risiken digitaler Medizin
Pressemeldung — 07.07.2016
„Sich Gesundheitsinformationen aus dem Internet zu besorgen, ist heute eine gängige Methode“, schreibt Dr. Wolfgang Rechl, Vizepräsident der Bayerischen Landesärztekammer im Leitartikel der Juni-Ausgabe des Bayerischen Ärzteblattes. Knapp 40 Millionen Menschen suchen online nach Informationen zum Thema Gesundheit. Gleichzeitig mahnt Rechl zu einem vorsichtigen und bewussten Umgang mit Hinweisen aus dem Netz. Wichtig sei vor allem, dass die Informationen evidenzbasiert sind und sich durch eine nicht verzerrte und zuverlässige Darstellung des aktuellen medizinischen Wissensstands auszeichnen. Unverzichtbar sei auch, dass Verfasser und Herausgeber von Gesundheitsinformationen ihr Vorgehen nachvollziehbar darlegen und durch eine transparente Beschreibung der zugrunde liegenden Methoden und Prozesse begründen. Gelebte Praxis sei, so berichteten viele Kolleginnen und Kollegen, dass Patienten ihren Ärzten eine Fülle an Daten vorlegen, die sie via Gesundheits-Apps gesammelt haben. Blutzucker-Spiegel, Blutdruck, EKG, Herzfrequenz und Vieles mehr. Mit Hilfe der Daten kann der Arzt fallspezifische Maßnahmen ergreifen. „Dies setzt jedoch eine kritische Prüfung der Daten durch den Arzt voraus: Sind die erhobenen Werte reproduzierbar? Was ergeben Untersuchungen in der Praxis?“, erklärt Rechl. Die via App auf dem Smartphone gewonnenen Daten könnten den Arzt bei der Prüfung nach einer geeigneten Arzneimitteltherapie für den Patienten unterstützen und den Therapiebeginn beschleunigen. Dies könne dann im unmittelbaren Gespräch zwischen Arzt und Patient sinnvoll genutzt werden. Das direkte Gespräch bleibt damit unersetzbar. Auch Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe fordert „klare Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Patienten, medizinisches Personal und App-Hersteller.“ Außerdem will er, dass Produkte, „die einen wirklichen Nutzen für Patienten bringen, schnell in die Versorgung gelangen.“ Mit dem E-Health-Gesetz hat die Politik endlich einen rechtlichen Rahmen geschaffen. Gröhe verspricht sich von dem Gesetz langfristig mehr Fortschritt im Gesundheitswesen, hinsichtlich Datentransfer und -austausch.
Mehr zu den „Chancen und Risiken digitaler Medizin“ lesen Sie in der Juni-Ausgabe 2018 des *Bayerischen Ärzteblattes.***