Entlassmanagement reformieren und verschlanken

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Pressemeldung — 27.11.2018

„Die seit 2017 beste­hende gesetz­li­che Rege­lung des Entlass­ma­na­ge­ments ist viel zu kompli­ziert und nicht ziel­füh­rend“, ist Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), über­zeugt. Ärztin­nen und Ärzten in Praxen und Kran­ken­häu­sern werde wert­volle Zeit für die Behand­lung ihrer Pati­en­ten geraubt. Quit­te­rer wünscht sich beim Entlass­ma­na­ge­ment vor allem „weni­ger Büro­kra­tie und ein frühe­res Einbin­den des Haus­a­rz­tes und seines Praxis­teams“. Die Rege­lun­gen hätten einen gesetz­lich verord­ne­ten büro­kra­ti­schen Ballast statt einer gut funk­tio­nie­ren­den Kommu­ni­ka­tion erbracht, was keinen Mehr­wert für die Pati­en­ten darstelle.
„Das Entlass­ma­na­ge­ment ist ein schlech­tes Signal für unsere Bemü­hun­gen um eine Verbes­se­rung der sekto­ren­ver­bin­den­den Versor­gung unse­rer Pati­en­ten“, meint der Präsi­dent und weiter: „Was wir benö­ti­gen sind keine Über­griffe in die jeweils andere Versor­gungs­ebene, sondern viel­mehr früh­zei­tige gegen­sei­tige Kommu­ni­ka­tion – auch unter Zuhil­fe­nahme digi­ta­ler Vernet­zung“.

Alle Betei­lig­ten wüss­ten nur allzu genau, dass ein gut orga­ni­sier­ter und struk­tu­rier­ter Über­g­ang, beispiels­weise von der stati­o­nären in die ambu­lante Versor­gungs­ebene, sowohl im Inter­esse der Pati­en­ten als auch der behan­deln­den Ärzte, unver­zicht­bar sei. „Der vom Gesetz­ge­ber fest­ge­legte Prozess eines struk­tu­rier­tes Entlass­ma­na­ge­ment schießt jedoch weit über das Ziel hinaus, ist zu umfas­send und zu büro­kra­tisch“, so Quit­te­rer. „Ich begrüße eine pati­en­ten­freund­li­che Lösung, die vorsieht, dass jeder Pati­ent im Kran­ken­haus Anspruch auf das Entlass­ma­na­ge­ment hat. Der tatsäch­li­che Umfang des Entlass­ma­na­ge­ments – z. B. ob die Verschrei­bung eines Heil- oder Hilfs­mit­tels sofort notwen­dig ist – ist ja auch abhän­gig von der indi­vi­du­el­len Pati­en­ten­si­tua­tion“, ergänzt der BLÄK-Präsi­dent.
Grund­lage des Entlass­ma­na­ge­ments ist der Rahmen­ver­trag zwischen GKV-Spit­zen­ver­band, Kassen­ärzt­li­cher Bundes­ver­ei­ni­gung (KBV) und Deut­scher Kran­ken­h­aus­ge­sell­schaft (DKG), der seit dem 1. Okto­ber 2017 gilt. Diesem Vertrag zufolge müssen die Kran­ken­häu­ser ein stan­dar­di­sier­tes Entlass­ma­na­ge­ment in multi­dis­zi­pli­närer Zusam­me­n­a­r­beit sicher­stel­len. Dafür müssen sie zum Beispiel die schrift­li­che Einwil­li­gung der Pati­en­ten einho­len, die zu ihrer Entlas­sung einen Entlass­brief erhal­ten müssen. Dabei geht es ebenso um die Versor­gung mit Arznei-, Heil- und Hilfs­mit­teln für einen kurzen Zeit­raum nach der Entlas­sung.

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