53 Millionen Stunden oder Frühjahrsputz

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Pressemeldung — 06.03.2019

53 Milli­o­nen Stun­den wenden Ärzte deut­sch­land­weit jähr­lich für Büro­kra­tie auf, knapp acht Stun­den pro Woche. „Zeit, die wir lieber in die Pati­en­ten­ver­sor­gung inves­tie­ren würden“, beginnt Dr. Gerald Quit­te­rer seinen Leit­ar­ti­kel der März­aus­gabe des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes. Zwar seien Doku­men­ta­ti­ons­pflicht und Quali­täts­ma­na­ge­ment selbst­ver­ständ­lich für ärzt­li­ches Handeln, doch dabei bleibe es nicht. Quit­te­rer geht von der Wort­be­deu­tung Büro­kra­tie aus. So heiße diese: „Herr­schaft der Verwal­tung“. „Ver­wal­tung wovon? Von Daten und Werten, von Anfra­gen und Anträ­gen, von Stel­lung­nah­men und Befund­be­rich­ten. Und es stellt sich mir die Frage, wem das von Nutzen ist. Da funk­tio­nie­ren Schnitt­stel­len nicht, da müssen Programme für chro­nisch Kranke bedient werden, da regeln nicht die ärzt­li­chen Leis­tun­gen den Hono­ra­r­fluss im Kran­ken­haus, sondern Diagno­sis Rela­ted Groups (DRG). Alles mit einem hohen büro­kra­ti­schen Aufwand“, so der Präsi­dent.
Beispiel­haft spricht Quit­te­rer die Programme für chro­nisch Kranke, das Entlass­ma­na­ge­ment, die ambu­lan­ten Kodier­richt­li­nien und natür­lich die Digi­ta­li­sie­rung an. Letz­tere könne sicher einen Beitrag leis­ten, Prozesse zu verschlan­ken und effi­zi­en­ter zu gestal­ten. Voraus­set­zung dafür sei, dass nicht eine für den Pati­en­ten unüber­schau­bare Anzahl von Anbie­tern unter­schied­lichs­ter Gesund­heits­dienst­leis­tun­gen auf einer Viel­zahl von Tele­ma­tik-Infra­s­truk­tu­ren ins System dränge, ohne dass hier­für ein medi­zin­scher Nutzen belegt sei. Zu viele Begehr­lich­kei­ten würden den erhoff­ten Abbau der Büro­kra­tie ins Gegen­teil verkeh­ren.
Aber auch die Selbst­ver­wal­tung müsse an sich arbei­ten. Beim neuen Formu­lar „Emp­feh­lung der verhal­tens­be­zo­ge­nen Primä­r­prä­ven­tion“ handele es sich nicht um eine ärzt­li­che Verord­nung im Sinne einer veran­lass­ten Leis­tung, sondern ledig­lich um eine Empfeh­lung, mit der ein Pati­ent die entspre­chende Leis­tung bei seiner Kran­ken­kasse bean­tra­gen könne. „Wenn dies dem Pati­en­ten aber auch ohne diese Beschei­ni­gung möglich ist, stellt sich die Frage nach dem Sinn dieses Formu­lars“, so der Präsi­dent. Der Antrag auf eine Weiter­bil­dungs­be­fug­nis müsse verschlankt werden und bei der Bean­tra­gung von Fort­bil­dungs­punk­ten eine prak­ti­ka­b­lere Lösung ange­bo­ten werden. „Hier ist die Kammer gefragt“, schreibt Quit­te­rer abschlie­ßend.

Mehr zu „53 Milli­o­nen Stun­den oder Früh­jahr­sputz“ lesen Sie in der März­aus­gabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes unter www.baye­ri­sches-ärzte­blatt.de.

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