Bereit für Münster

download_dokumente

Pressemeldung — 08.05.2019

„Seit Jahren sind wir Ärzte der Gegen­pol zu den Begehr­lich­kei­ten, die die Poli­tik weckt. Wir grei­fen als Korrek­tiv ein und folgen damit unse­rem im Sozi­al­ge­setz­buch (SGB) V als ausrei­chend, wirt­schaft­lich und zweck­mä­ßig defi­nier­ten Behand­lungs­auf­trag, der das Maß des Notwen­di­gen nicht über­schrei­ten darf“, beginnt Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), seinen Leit­ar­ti­kel der Maiaus­gabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes. Diese Bürde trügen nicht nur die Dele­gier­ten zum Deut­schen Ärzte­tag in Müns­ter, sondern auch jeder Arzt vor Ort.
„Unser Wissen und unsere Erfah­rung müssen einflie­ßen, wenn Gesetze formu­liert werden, die das Gesund­heits­we­sen regu­lie­ren wollen. Vor allem, wenn dabei das beson­dere Vertrau­ens­ver­hält­nis zwischen Arzt und Pati­ent in seinen Grund­fes­ten betrof­fen ist“, so Quit­te­rer weiter. Der geschützte Raum der Arzt-Pati­en­ten-Bezie­hung sei unan­tast­bar. Für Poli­tik und kommer­zi­elle Inter­es­sen. Wenn es darum gehe, ob ärzt­li­ches Handeln erlaubt sei, reiche die Berufs­ord­nung dafür aus. „Wer beispiels­weise kompe­tent über Schwan­ger­schafts­ab­brü­che infor­miert, darf nicht der Gefahr ausge­setzt sein, hier­für bestraft zu werden“, ist Quit­te­rer über­zeugt. Die Selbst­be­stim­mung am Lebens­ende und der Wunsch des Menschen, ster­ben zu dürfen, wenn er schwer und unheil­bar erkrankt sei und nicht mehr thera­pier­bare Schmer­zen zu einem uner­träg­li­chen Leiden führ­ten, müsse gewahrt sein. „Die Entschei­dung darüber, ob wir hier als Ärzte helfen dürfen, soll nicht an einem Gesetz schei­tern, das unsere beson­dere Fürsor­ge­pflicht in der Betreu­ung unse­rer Pati­en­ten in dieser exis­ten­zi­el­len Situa­tion regle­men­tiert und einschränkt“, schreibt Bayerns Ärzte­chef.
Ein weite­res Beispiel der Einfluss­nahme auf ärzt­li­ches Handeln sei die Idee nach Einfüh­rung einer Impf­pflicht. „Pflicht führt zu Ableh­nung und dem Ruf nach Ausnah­men. Wer soll diese beschei­ni­gen“, fragt Quit­te­rer? Sinn­vol­ler seien Aufnah­me­be­schrän­kun­gen von Kinder­ta­gess­tät­ten für Unge­impfte und ein vernünf­ti­ges Bonus­pro­gramm der Kran­ken­kas­sen für einen komplet­ten Impf­sta­tus.
Quit­te­rer abschlie­ßend: „Auf dem 122. Deut­schen Ärzte­tag in Müns­ter geht es um uns und unsere Gesund­heit. Sie ist nicht minder wich­tig, als das Wohl unse­rer Pati­en­ten.“

Mehr zu „Bereit für Müns­ter“ lesen Sie in der Maiaus­gabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

icon-arrow-download icon-arrow-right-round icon-arrow-right icon-bars icon-checkmark--checked icon-checkmark icon-chevron-left icon-chevron-right icon-contact-external icon-contact icon-down icon-login icon-parapgrah icon-search icon-up