Die Zukunft der kommunalen Krankenhäuser kann beginnen

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Pressemeldung — 07.06.2019

„Nach drei Mona­ten zähen Ringens waren die nun abge­schlos­se­nen Tarif­ver­hand­lun­gen im März zunächst daran geschei­tert, dass die Verei­ni­gung der kommu­na­len Arbeit­ge­ber­ver­bände (VKA) nicht einmal bereit war, dem Marbur­ger Bund die tatsäch­li­che Geltung des von und mit ihm abzu­schlie­ßen­den Tarif­ver­tra­ges zuzu­si­chern“, schreibt Dr. Andreas Botz­lar, 1. Vize­prä­si­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK) im Leit­ar­ti­kel der Juni­aus­gabe des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes.
Die zurück­lie­gen­den Wochen haben sehr deut­lich gezeigt, wie wich­tig insbe­son­dere jünge­ren ange­stell­ten Ärztin­nen und Ärzten Arbeits­be­din­gun­gen seien, die sie nicht krank­ma­chen oder sozial depri­vie­ren, die ihnen ein geord­ne­tes gesell­schaft­li­ches Leben erlau­ben und unter denen die Bedürf­nisse der Pati­en­ten im Mittel­punkt ihres ärzt­li­chen Handels stehen.
„Bis zuletzt war es am schwie­rigs­ten, die VKA davon zu über­zeu­gen, dass auch Ärztin­nen und Ärzte regel­mä­ßig freie Wochen­en­den brau­chen“, schreibt Botz­lar. Diese Hürde konnte genom­men werden: Ärztin­nen und Ärzte haben zukünf­tig an zwei Wochen­en­den im Monat frei. Schwer verständ­lich bleibe, warum von Arbeit­ge­bern oft der büro­kra­ti­sche Aufwand tarif­li­cher Rege­lun­gen beklagt wird, die VKA aber darauf besteht, dass aus Grün­den der anders nicht zu gewähr­leis­ten­den Pati­en­ten­si­cher­heit nicht gewährte freie Wochen­en­den eines Kalen­der­halb­jah­res des Antrags der Anspruchs­be­rech­tig­ten bedür­fen, um im Folge­halb­jahr gewährt zu werden. „Ein Auto­ma­tis­mus wäre büro­kra­tisch deut­lich weni­ger aufwen­dig. Oder sollte es am Ende darum gehen, dass möglichst viele Ärztin­nen und Ärzte – aus welchem Grund auch immer – ihren Anspruch verfal­len lassen?“, fragt der BLÄK-Vize.
Begrenzt wird auch die Anzahl der Bereit­schafts­dienste: mehr als durch­schnitt­lich vier im Monat werden nur noch zuläs­sig sein. Zudem wird bei mehr als durch­schnitt­lich vier Diens­ten ein Zuschlag von jeweils zehn Prozent auf die Vergü­tung fällig.
Als weite­rer echter Fort­s­chritt werde sich der Grund­satz erwei­sen, wonach die Anwe­sen­heit im Kran­ken­haus als Arbeits­zeit anzu­se­hen sei. „Was auf den ersten Blick wie eine Selbst­ver­ständ­lich­keit wirkt, ist bisher nicht der Fall“, so Botz­lar abschlie­ßend.

Mehr zu „Die Zukunft der kommu­na­len Kran­ken­häu­ser kann begin­nen“ lesen Sie in der Juni­aus­gabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de

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