Marketing versus Profession

download_dokumente

Pressemeldung — 08.11.2019

Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wird von ihren Kran­ken­kas­sen die Über­nahme von Leis­tun­gen in Aussicht gestellt, die primär nicht auf Rezept verord­net werden können. Diese soge­nann­ten Satzungs­leis­tun­gen nach § 11 Abs. 6 des Sozi­al­ge­setz­bu­ches V (SGB V) hätten erheb­li­che Auswir­kun­gen auf den Wett­be­werb inner­halb der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und zur priva­ten Kran­ken­ver­si­che­rung hin, nach­zu­le­sen im Forschungs­gut­ach­ten für das Bundes­mi­nis­te­rium für Gesund­heit (BMG) von prognos. „Bei­spiel­haft ist hier die Osteo­pa­thie zu nennen, für die im Moment wieder vermehrt Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in den Praxen vorstel­lig werden“, schreibt Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK) im Leit­ar­ti­kel der Novem­ber-Ausgabe des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes.

„So wird versucht, uns Ärztin­nen und Ärzte von Kran­ken­kas­sen für deren Marke­ting­zwe­cke zu instru­men­ta­li­sie­ren“, schreibt der BLÄK-Präsi­dent. Satzungs­leis­tun­gen zähl­ten nicht zum tatsäch­li­chen Versor­gungs­be­darf der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Dieser sei – im Unter­schied zu Satzungs­leis­tun­gen – im SGB V mit WANZ (wirt­schaft­lich, ausrei­chend und zweck­mä­ßig, darf das Maß des Notwen­di­gen nicht über­schrei­ten) defi­niert. Quit­te­rer weiter: „Wir Ärztin­nen und Ärzte dürfen in unse­rer verant­wor­tungs­vol­len Tätig­keit keinen ökono­mi­schen Zwän­gen unter­wor­fen sein. Mit unse­rer Professi-on ist es nicht verein­bar, Begehr­lich­kei­ten nach Leis­tun­gen nach­zu­kom­men, für die es keine echte Indi­ka­tion gibt, sei es seitens der Pati­en­ten oder der Kran­ken­kas­sen.“

Ärzt­li­che Profes­sion bedeute auch Unab­hän­gig­keit von der Phar­ma­in­dus­trie. Das zuneh­mende Ange­bot gespon­ser­ter Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen zeige, dass hier eine Beein­flus­sung von Ärztin­nen und Ärzten nicht ausge­schlos­sen werden könne. Allein die Zahl von 77.000 von der BLÄK im vergan­ge­nen Jahr aner­kann­ten Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen zeige auf, wie wich­tig es sei, aus dieser Menge sinn­voll auszu­wäh­len. „Ich muss mein Bewusst­sein dafür schär­fen, wo Beein­flus­sung und Mani­pu­la­tion Raum grei­fen können. Auch im Sinne meiner eige­nen Ressource Zeit und Gesund­heit“, so Bayerns Ärzte-Chef abschlie­ßend.

Mehr zu „Mar­ke­ting versus Profes­sion“ lesen Sie in der Novem­ber-Ausgabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

Pres­se­stelle

Vielleicht ebenfalls interessant:

Drei Tage Gesundheits- und Berufspolitik – 78. Bayerischer Ärztetag in München

download_dokumente

Ärztliche Weiterbildung: „Umfänglichere Drittstaatenprüfung“

download_dokumente

Erhöhter Bedarf der „Ressource Arzt“

download_dokumente
icon-arrow-download icon-arrow-right-round icon-arrow-right icon-bars icon-checkmark--checked icon-checkmark icon-chevron-left icon-chevron-right icon-contact-external icon-contact icon-down icon-login icon-parapgrah icon-search icon-up