Prosit 2019!

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Pressemeldung — 16.01.2019

„Ich werde auf meine eigene Gesund­heit, mein Wohl­er­ge­hen und meine Fähig­kei­ten achten“. – „Wir machen die Passage aus dem Genfer Gelöb­nis zum Thema und halten eine Innen­schau. Auf dem kommen­den Deut­schen Ärzte­tag im Mai in Müns­ter werden wir uns voraus­sicht­lich mit dem Titel ‚Arzt­ge­sund­heit – wenn der Beruf krank macht‘ beschäf­ti­gen. Wir kümmern uns um uns selbst. Um den Mensch Arzt. Der Erhalt unse­rer eignen Gesund­heit soll einen ande­ren Stel­len­wert bekom­men.“, schreibt Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer in der Januar/Februar-Ausgabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes.
In einer Zeit der gefor­der­ten Rund­um­ver­füg­bar­keit ärzt­li­cher Leis­tun­gen sei dies drin­gend gebo­ten. Was können und was müssen Ärztin­nen und Ärzte leis­ten? Die Frage dürfe gestellt werden vor dem Hinter­grund einer Milli­arde Arzt-Pati­en­ten-Kontak­ten pro Jahr in Deut­sch­land, im Durch­schnitt 17 pro Pati­ent. Es sei rich­tig, dass jeder Kranke zu jeder Zeit und an jedem Ort die erfor­der­li­che medi­zi­ni­sche Behand­lung auf dem neues­ten Stand der wissen­schaft­li­chen Erkennt­nisse erhalte. Die Notauf­nahme eines Kran­ken­hau­ses mit Baga­tel­ler­kran­kun­gen zu über­lau­fen, gehöre jeden­falls nicht dazu. „Die Forde­run­gen nach einer Termin­ver­gabe rund um die Uhr und nach immer mehr Sprech­stun­den bedie­nen eine falsche Erwar­tungs­hal­tung bei den Pati­en­ten und brin­gen uns Ärzte in ein Dilemma. In die Posi­tion derer, die einer­seits die Pati­en­ten nicht wegschi­cken dürfen, ande­rer­seits am Bedarf vorbei behan­deln und damit wiederum die Pati­en­te­ner­war­tung auf eine 24-Stun­den-Versor­gung von Befind­lich­kei­ten nähren“, schreibt Quit­te­rer.
Arzt­ge­sund­heit bedeute sowohl die Einhal­tung der Arbeits­zeit­ge­setze in den Kran­ken­häu­sern als auch die Entlas­tung im ärzt­li­chen Bereit­schafts­dienst, wie dies in Bayern durch dessen Neuor­ga­ni­sa­tion ermög­licht wurde. Eine gesunde „Work-life-balance“ geling dort nicht, wo der Beruf krank mache: Durch Arbeits­zeit­ver­dich­tung infolge zuneh­men­der Kommer­zi­a­li­sie­rung und Ökono­mi­sie­rung. Diese halte dort Einzug, wo sich Konzerne im Gesund­heits­we­sen breit mach­ten und Leis­tungs­zah­len forder­ten. „Ich konsta­tiere, dass jemand, der nie an einem Opera­ti­ons­tisch stand, nicht nach­voll­zie­hen kann, dass ein Opera­ti­ons­saal kein Fließ­band, sondern ein Hoch­ri­si­ko­be­reich ist“, schreibt Bayerns Ärzte­chef. Statt­des­sen kämen in immer kürze­ren Abstän­den Gesetze, die ärzt­li­ches Tun regle­men­tier­ten sowie Aussa­gen, die mit Wert­schät­zung des Berufs­s­tan­des nichts zu tun haben, „denn natür­lich betrei­ben wir Ärzte in unse­rer Frei­zeit auch Sport – und das ist zu begrü­ßen“.
Mehr zu „Pro­sit 2019!“ lesen Sie in der Januar/Februar-Ausgabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes

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