Aufbruch und Fortschritt?

download_dokumente

Pressemeldung — 04.11.2021

Im Leit­ar­ti­kel der Novem­ber-Ausgabe des Baye­ri­schen Ärzte­blatts fordert Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer, die nächste Bundes­re­gie­rung dazu auf, durch gesetz­li­che Rege­lun­gen eine markt­be­herr­schende Stel­lung inves­to­ren­be­trie­be­ner Medi­zi­ni­scher Versor­gung­zen­tren zu verhin­dern. „Der ambu­lante Bereich ist in den vergan­ge­nen Jahren verstärkt in den Fokus rendi­te­o­ri­en­tier­ter Kapi­ta­l­an­le­ger gerückt. Ärzte könn­ten in einen schwer lösba­ren Ziel­kon­flikt gera­ten, wenn sie einer­seits ihren berufs­recht­li­chen Pflich­ten und eige­nen Ansprü­chen genü­gen wollen, ande­rer­seits aber unter Druck gesetzt werden, ihr ärzt­li­ches Handeln nicht mehr primär am Wohl der zu Behan­deln­den auszu­rich­ten, sondern an den Inter­es­sen von Inves­to­ren“, schreibt Bayerns Ärzte­chef.

Darüber hinaus fordert Quit­te­rer eine stär­kere Berück­sich­ti­gung der viel­fäl­ti­gen gesund­heit­li­chen Auswir­kun­gen des Klima­wan­dels in der Gesund­heits- und Klima­po­li­tik des Bundes. Immer häufi­ger komme es auch in Deut­sch­land zu gesund­heits­ge­fähr­den­den Hitze­wel­len, Dürren und Über­schwem­mun­gen. Hinzu kämen weitere Gesund­heits­ge­fah­ren durch neuar­tige Krank­heits­er­re­ger, eine erhöhte Pollen­be­las­tung und die Ausbrei­tung von Vekto­ren-Tieren.

„Kli­ni­ken, Kata­s­tro­phen­schutz, Rettungs­dienste sowie Pfle­ge­ein­rich­tun­gen soll­ten deshalb dazu verpflich­tet werden, konkrete Maßnah­men­pläne zur Vorbe­rei­tung auf Kata­s­tro­phen wie Hitzeereig­nisse oder Über­schwem­mun­gen zu erstel­len“, so der Präsi­dent. Auf Extrem­wet­ter­eig­nisse soll­ten Gesund­heits­ein­rich­tun­gen durch ausrei­chend Perso­nal und räum­li­che Ressour­cen vorbe­rei­tet werden. Ebenso fordert Bayerns Ärzte­chef Finanz­mit­tel für den Umbau von Klini­ken zu klima­neu­tra­len Kran­ken­häu­sern.

Über­dies zeig­ten die Erfah­run­gen aus der Coro­na­krise die Notwen­dig­keit auf, das deut­sche Pande­mie­ma­na­ge­ment zu profes­si­o­na­li­sie­ren. Quit­te­rer spricht sich deshalb für die Etablie­rung eines stän­di­gen inter­dis­zi­pli­nären Pande­mie­rats mit medi­zi­ni­scher Exper­tise aus. „Ebenso hilf­reich wäre eine Veran­ke­rung fester Krisen­stäbe der Bundes­län­der unter Einbe­zug der Ärzte­kam­mern im Infek­ti­ons­schutz­ge­setz – mit klar defi­nier­ten Aufga­ben, Hand­lungs­mög­lich­kei­ten und vor allem Kompe­ten­zen“, schreibt der Präsi­dent.

Mehr zu „Auf­bruch und Fort­s­chritt?“ lesen Sie im Leit­ar­ti­kel der Novem­ber-Ausgabe 2021 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

icon-arrow-download icon-arrow-right-round icon-arrow-right icon-bars icon-checkmark--checked icon-checkmark icon-chevron-left icon-chevron-right icon-contact-external icon-contact icon-down icon-login icon-parapgrah icon-search icon-up