Digitaler grüner Pass?

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Pressemeldung — 05.05.2021

„Ich denke, wir sind an einem Zeit­punkt ange­langt, an dem Impf­wil­lige geimpft und nicht nach Hause geschickt werden soll­ten, weil die Prio­ri­sie­rungs­gruppe vorher noch nicht völlig durch­ge­impft worden ist. Und was für einen Impf­stoff gilt, muss auch für alle ande­ren gelten. Zudem soll­ten auch Kinder und Jugend­li­che bei den Impfun­gen berück­sich­tigt werden, weil sich durch eine rasche Durchimp­fung auch dieser Alters­grup­pen ein Sistie­ren der Pande­mie errei­chen lässt“, so Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), in der Mai-Ausgabe des Baye­ri­schen Ärzte­blatts.

Ziel müsse sein, eine zuver­läs­sige, konti­nu­ier­li­che, ausrei­chende und plan­bare Belie­fe­rung der Fach- und Haus­arzt­pra­xen mit allen zuge­las­se­nen Corona-Impf­stof­fen zu gewähr­leis­ten. Korrek­tur­be­dürf­tig sei die Rege­lung, dass der Impf­stoff bis zur Kapa­zi­täts­grenze an die Impf­zen­tren ausge­lie­fert werde und ledig­lich der darüber­hin­aus­ge­hende Rest an die Arzt­pra­xen.

Auch nach über einem Jahr Pande­mie und nach mehr als hundert Tagen Impf­kam­pa­gne habe uns Corona noch fest im Griff. Und viele frag­ten sich in diesem Früh­jahr, wann Reisen endlich wieder möglich seien. Das Thema rief auch die EU-Kommis­sion auf den Plan. Daher wurde ein Vorschlag über eine „Ver­ord­nung über einen Rahmen für die Auss­tel­lung, Über­prü­fung und Aner­ken­nung inte­r­ope­ra­bler Zerti­fi­kate zur Beschei­ni­gung von Impfun­gen, Tests und der Gene­sung mit der Ziel­set­zung der Erleich­te­rung der Frei­zü­gig­keit während der COVID-19-Pande­mie (digi­ta­ler grüner Pass)“, heraus­ge­ge­ben.

Es erfüllt Quit­te­rer jedoch mit Sorge, dass bis heute keine konkre­ten Ausfüh­run­gen bezüg­lich der Auss­tel­lung dieses digi­ta­len grünen Passes exis­tie­ren. Die Auss­tel­lung des digi­ta­len Impf­nach­wei­ses soll in den Arzt­pra­xen und Impf­zen­tren auf Wunsch der Pati­en­ten erfol­gen. „Es ist zu befürch­ten, dass hier etwas auf uns Ärztin­nen und Ärzte zurollt, wenn wir mit dem digi­ta­len Impf­pass zu ‚Rei­se­do­ku­ment-Auss­tel­lern‘ werden.“ Dieser digi­tale euro­päi­sche Immu­ni­täts­aus­weis müsse für alle barrie­re­frei ausge­stal­tet sein. Seine Einfüh­rung dürfe keines­falls mit zusätz­li­chem büro­kra­ti­schen Aufwand für die Fach- und Haus­arzt­pra­xen verbun­den sein und müsse unab­hän­gig von der ambu­lan­ten Versor­gung über die Praxis­soft­ware ausge­stal­tet werden.

Mehr zu „Digi­ta­ler grüner Pass? “ lesen Sie im Leit­ar­ti­kel der Mai-Ausgabe 2021 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts unter www.baye­ri­sches-aerz­te¬­blatt.de.

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