Zwischen Hoffnung und Gefahr

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Pressemeldung — 03.03.2021

„Der posi­tive Trend der vergan­ge­nen Wochen setzt sich Ende Februar offen­bar nicht mehr fort. Doch dank der verschie­de­nen zuge­las­se­nen Corona-Impf­stoffe verfü­gen wir nun über die Mittel, SARS-CoV-2 mittel­fris­tig in Schach zu halten“, schreibt Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), im Leit­ar­ti­kel der März-Ausgabe 2021 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts. In der aktu­el­len Mangel­si­tua­tion gehe es darum, mit allen zuge­las­se­nen Impf­stof­fen schwere Krank­heits­ver­läufe zu verhin­dern bzw. eine Covid-19-Erkran­kung zu vermei­den. Daher gelte: die Impf­stoffe nicht schlecht­re­den, sondern insge­samt das Poten­zial aner­ken­nen, das in der Impfung stecke. Dies gebe Anlass zur Hoff­nung auf eine Norma­li­sie­rung des Lebens in der zwei­ten Jahres­hälfte 2021.
Zu starke Locke­run­gen des Lock­downs sowie der Kontakt­be­schrän­kun­gen könn­ten leicht wieder zu einem erheb­li­chen Anstieg der Neuin­fek­tio­nen führen und die Erfolge der ersten Monate des Jahres zunich­te­ma­chen. Vorsicht und das weitere Beach­ten der Hygiene- und Abstands­re­geln seien die Gebote der Stunde. Gleich­zei­tig dürf­ten auch die Kehr­sei­ten des Lock­downs sowie der Kontakt­be­schrän­kun­gen nicht aus dem Blick­feld gera­ten. Denn fehlende soziale Kontakte, Stress, Lange­weile und vermeint­li­che Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien können auch zu unge­sun­den Verhal­tens­wei­sen führen. Die Gefahr bestehe, dass bei eini­gen Perso­nen aus dem vermehr­ten Alko­hol­kon­sum eine Gewohn­heit werde, was ein höhe­res Risiko für eine Abhän­gig­keit nach sich ziehen könnte. Außer­dem sei ein Anstieg des Tabak­kon­sums, von Über­ge­wicht in Folge von Bewe­gungs­man­gel sowie von psychi­schen Auffäl­lig­kei­ten zu beob­ach­ten. Gerade in der derzei­ti­gen Situa­tion soll­ten Ärztin­nen und Ärzte der Präven­tion sowie den psychi­schen Proble­men der Pati­en­ten beson­dere Aufmerk­sam­keit widmen.

Der Präsi­dent plädiert auch für eine Über­ar­bei­tung der Impf­prio­ri­sie­rung. Es könne nicht abge­war­tet werden, bis alle Anspruchs­be­rech­tig­ten einer Gruppe durch­ge­impft seien, ehe mit der nächs­ten begon­nen werde. Dabei müsse die Ärzte­schaft Teil der ersten Gruppe sein. Es bestehe ein hoher Bedarf an der Ressource Arzt. „Diese brau­chen wir derzeit in Praxen und Klini­ken zur Versor­gung der Pati­en­ten mit Gesund­heits­pro­ble­men jenseits von COVID-19. Impf­zen­tren auszu­bauen und dafür noch mehr Ärzte aus der Versor­gung abzu­zie­hen ist ange­sichts der Tatsa­che, dass die Hausärzte ihre eige­nen Pati­en­ten jetzt in ihren Praxen impfen wollen und könn­ten, nicht nach­voll­zieh­bar“, so Quit­te­rer abschlie­ßend.
Mehr zu „Zwi­schen Hoff­nung und Gefahr“ lesen Sie im Leit­ar­ti­kel der März-Ausgabe 2021 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

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