Bürokratie bedroht die Patientenversorgung

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Pressemeldung — 19.12.2022

Im Leit­ar­ti­kel der Dezem­ber-Ausgabe 2022 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts kriti­siert Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), die ausufernde Büro­kra­tie im deut­schen Gesund­heits­we­sen: „Feh­lende Nach­be­set­zun­gen von Haus- und Fach­a­rzt­pra­xen, Arbeits­zeit­ver­dich­tun­gen in Klini­ken, ärzt­li­cher Perso­nal­man­gel im Öffent­li­chen Gesund­heits­dienst – jetzt schla­gen Kinder­ärz­tin­nen und -ärzte Alarm. Kinder­kli­ni­ken und Praxen sind über­füllt. Ein weite­res Zeichen eines jahre­lan­gen Kaputt­spa­rens bewähr­ter Struk­tu­ren und Folge unnö­ti­ger Büro­kra­tie. Was ist morgen?“ Statt einer künf­ti­gen Gene­ra­tion von Ärztin­nen und Ärzten, die es drin­gend in der Versor­gung bräuchte, die notwen­di­gen Studi­en­plätze zu Verfü­gung zu stel­len, wolle die Poli­tik lieber das Ange­bot an digi­ta­len Versor­gungs­for­men und Gesund­heits­an­wen­dun­gen ausbauen. Nach­hal­tig­keit könne hier­durch kaum erzielt werden. Viel­mehr werde unnö­tige Büro­kra­tie geschaf­fen, die schnells­tens abge­schafft gehöre.

Weitere Nega­tiv­bei­spiele seien die Umset­zung der 2021 in Kraft gesetz­ten Euro­pä­i­schen Verord­nung über Medi­zin­pro­dukte (MDR), die zu hohen Anfor­de­run­gen bei der Markt­zu­las­sung von medi­zi­ni­schen Produk­ten führe, oder der Konnek­to­ren­tausch in Arzt­pra­xen, obwohl es funk­tio­nie­rende Soft­ware-Lösun­gen gebe. Vor einer verpflich­ten­den Einfüh­rung gesetz­lich fest­ge­leg­ter Tele­ma­tik-Infra­s­truk­tur-Anwen­dun­gen müsse deren Nutzen sowohl für die Pati­en­ten­ver­sor­gung wie auch die Praxen und Klini­ken durch eine ausrei­chende Erpro­bung sicher­ge­stellt und evalu­iert sein. Jenseits der Büro­kra­tie sei es drin­gend erfor­der­lich, die Arznei­mit­tel­pro­duk­tion wieder nach Europa zurück­zu­ver­la­gern. Es sei nicht hinzu­neh­men, dass fieber­sen­kende Medi­ka­mente oder Anti­bi­o­tika nicht zur Verfü­gung stün­den.

Quit­te­rer fordert: „Das Kaputt­spa­ren der Medi­zin muss ein Ende haben, wir brau­chen mehr Studi­en­plätze für Medi­zin, die neue Gebüh­ren­ord­nung für Ärzte (GOÄ) und endlich verläss­li­che Rahmen­be­din­gun­gen für unsere Berufs­aus­übung. Der freie Beruf Arzt ist nicht verhan­del­bar, nicht für selbst­stän­dige und nicht für ange­stellte Ärzte. In diesem Sinne dürfen wir nicht nach­las­sen, für unsere Belange einzu­tre­ten und brau­chen wieder eine starke Ärzte­ver­tre­tung.“

Mehr zu „Büro­kra­tie bedroht die Pati­en­ten­ver­sor­gung“ lesen Sie im Leit­ar­ti­kel der Dezem­ber-Ausgabe 2022 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

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