Dunkle Tage im Frühling

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Pressemeldung — 06.04.2022

„In dieser durch die Pande­mie und nun auch noch durch den Krieg in der Ukraine gepräg­ten Zeit, mit ihren beson­de­ren Auswir­kun­gen für unser Gesund­heits­sys­tem und die dort Beschäf­tig­ten, sollte es eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein, mit diesen sorg­sam umzu­ge­hen und ihre Arbeits­be­din­gun­gen so zu gestal­ten, dass möglichst viele von ihnen der Gesund­heits­ver­sor­gung unse­rer Bevöl­ke­rung daue­r­haft erhal­ten blei­ben. Leider erle­ben unsere Kolle­gen an den in Bayern zahl­rei­chen Kran­ken­häu­sern in kommu­na­ler Träger­schaft derzeit das genaue Gegen­teil“, beklagt Dr. Andreas Botz­lar, 1. Vize­prä­si­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer, in seinem Leit­ar­ti­kel der April-Ausgabe 2022 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts. Seit sechs Mona­ten beweg­ten sich die Tarif­ver­hand­lun­gen der ange­stell­ten Klini­k­ärz­tin­nen und Klini­k­ärzte mit den kommu­na­len Kran­ken­haus­trä­gern kaum vorwärts. Letz­tere woll­ten laut Botz­lar am liebs­ten die Belas­tung ihrer Ärzte durch zusätz­li­che Nacht- und Wochen­end­dienste weiter erhö­hen. Beson­ders unver­ständ­lich sei, dass die kommu­na­len Kran­ken­häu­ser ihren Beschäf­tig­ten eine Corona-Prämie nur dann gewäh­ren woll­ten, wenn die Empfän­ger im Gegen­zug auf Gehalts­er­hö­hun­gen verzich­te­ten. „Ein prae­mium aber ist eine Beloh­nung und keine Lohn­er­satz­leis­tung“, erklärt Botz­lar dazu. Ebenso kritisch sieht der 1. Vize­prä­si­dent das Argu­ment, dass Kran­ken­häu­ser aufgrund der zusätz­li­chen Versor­gungs­be­da­rfe, welche durch den russi­schen Angriffs­krieg auf die Ukraine entstün­den, keine weite­ren Aufwen­dun­gen für ihre Ärzte erbrin­gen könn­ten: „Rich­tig: Kran­ken­häu­ser werden Pati­en­ten behan­deln. Sie werden es aber – wie bei der Behand­lung der COVID-19-Erkrank­ten – nicht auf eigene Rech­nung tun, da unsere Gesell­schaft diese huma­ni­tär drin­gend gebo­tene Hilfe schul­tern wird“. Diese Hilfe­leis­tung als Hinde­rungs­grund für die ebenso drin­gend notwen­dige Verbes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen auszu­spie­len sei perfide.
Mit Blick auf die hohen COVID-19-Inzi­den­zen im Frei­staat ist Botz­lar besorgt, dass eine immer noch zu nied­rige Impf­rate die Wahr­schein­lich­keit für Virus­mu­ta­ti­o­nen und weitere Virus­wel­len erhöhe. Dabei arbei­te­ten die Ärzte – wie alle ande­ren Beschäf­tig­ten in Gesund­heits­be­ru­fen – bereits an der Grenze ihrer Belast­bar­keit. „Nicht alle werden dem auf Dauer gewach­sen sein, in manchen Gesund­heits­be­ru­fen beginnt sich bereits ein Exodus zu mani­fes­tie­ren“, so der 1. Vize­prä­si­dent.

Mehr zu „Dunkle Tage im Früh­ling“ lesen Sie im Leit­ar­ti­kel der April-Ausgabe 2022 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

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