Gemeinwohlorientierte öffentliche Wasserwirtschaft

download_dokumente

Pressemeldung — 06.04.2023

„Es muss dafür Sorge getra­gen werden, Wasser nicht zu einem Konsum­gut zu machen, sondern es im Sinne der kommu­na­len Daseins­für­sorge weiter­hin für alle Bürge­rin­nen und Bürger kosten­güns­tig zur Verfü­gung zu stel­len“, fordert Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer, im aktu­el­len Leit­ar­ti­kel der Apri­l­aus­gabe des Baye­ri­schen Ärzte­blatts. Man gehe einem Mangel dieser für alle Menschen essen­zi­el­len Ressource entge­gen und müsse deshalb auch von ärzt­li­cher Seite zu einem verant­wor­tungs­vol­len Umgang aufru­fen.
Damit unter­stützt Quit­te­rer die Aussa­gen des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt und Verbrau­cher­schutz, dass sich die dezen­trale Wasser­ver­sor­gung unter Verant­wor­tung der Kommu­nen bewährt habe und allen Bestre­bun­gen zu einer Libe­ra­li­sie­rung des Wasser­mark­tes, das heißt der Einfüh­rung eines möglichst freien Wett­be­werbs, eine klare Absage erteilt werden müsse. Denn Wasser als unent­behr­li­ches und nicht ersetz­ba­res Lebens­mit­tel dürfe nicht gehan­delt werden wie Strom oder Gas.
„Ein Staat verletzt das Menschen­recht auf Wasser, wenn er keine adäquate Grund­ver­sor­gung mit Wasser und sani­tä­ren Einrich­tun­gen gewähr­leis­tet. Und die Wasse­rin­fra­s­truk­tur­sys­teme müssen ein nach­hal­ti­ges und faires Tarif­sys­tem bieten. Damit aber fairer Zugang und Nutzung der Ressource Wasser gege­ben ist, sollte auch in Bayern der soge­nannte Wasser­cent einge­führt werden“, so Bayerns Ärzte­kam­mer­prä­si­dent weiter.
Der „Was­ser­cent“ ist ein in fast allen deut­schen Bundes­län­dern für die Entnahme von Grund­was­ser und Ober­flä­chen­was­ser erho­be­nes Entgelt. Dessen Höhe bewegt sich in der Regel im Bereich weni­ger Cent pro Kubik­me­ter. Um die hohe Quali­tät unse­res Trink­was­sers künf­tig zu erhal­ten, sei es laut Quit­te­rer auch notwen­dig, es vor Verun­rei­ni­gung jegli­cher Art zu schüt­zen. Dazu gehöre insbe­son­dere auch die Einhal­tung und Über­wa­chung der Gülle­ver­ord­nung. „Über­mä­ßige Belas­tung von Gewäs­sern und auch Grund­was­ser durch Nitrat, Sulfat und Stick­stoff schä­digt nicht nur die Umwelt, sondern direkt die Gesund­heit der Menschen. Gesund­heits­schutz im Klima­wan­del betrifft also nicht nur Hitze-Akti­ons­pläne, sondern erfor­dert die gemein­same Betrach­tung von Wasser, Klima und Ökosys­te­men. Für die Gesund­heit der Menschen. Deren Erhalt ärzt­li­che Aufgabe ist“, bekräf­tigt Quit­te­rer in seinem Text.
Mehr zu „Gemein­wohlo­ri­en­tierte öffent­li­che Wasser­wirt­schaft“ lesen Sie im Leit­ar­ti­kel der Apri­l­aus­gabe 2023 des Baye­ri­schen Ärzte­blatts unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

icon-arrow-download icon-arrow-right-round icon-arrow-right icon-bars icon-checkmark--checked icon-checkmark icon-chevron-left icon-chevron-right icon-contact-external icon-contact icon-down icon-login icon-parapgrah icon-search icon-up