Intensivmedizin

arzt-am-computer

Dieser Zusatz­be­zeich­nung kann der adjek­ti­vi­sche Zusatz der jewei­li­gen Fach­arzt­be­zeich­nung zuge­fügt werden („Anäs­the­sio­lo­gi­sche Inten­siv­me­di­zin“, „Chir­ur­gi­sche Inten­siv­me­di­zin“, „Inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin“, „Päd­ia­tri­sche Inten­siv­me­di­zin“, „Neu­ro­chir­ur­gi­sche Inten­siv­me­di­zin“ oder „Neu­ro­lo­gi­sche Inten­siv­me­di­zin“).

Definition:

Die Zusatz-Weiter­­bil­­dung Inten­­si­v­­me­­di­­zin umfasst in Ergän­­zung zu einer Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz die Inten­­si­v­­über­­wa­chung und Inten­­si­v­­be­han­d­­lung von Pati­en­ten, deren Vital­­funk­tio­­nen oder Organ­­funk­tio­­nen in lebens­­be­droh­­li­cher Weise gestört sind und durch inten­­sive thera­­peu­ti­­sche Verfah­ren unter­­stützt oder aufrecht­er­hal­ten werden müssen.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Zusatz-Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der fach­­li­chen Kompe­tenz in Inten­­si­v­­me­­di­­zin nach Ableis­tung der vorge­­schrie­­be­­nen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit und Weiter­­bil­­dungs­­in­halte.

Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:

Aner­ken­nung als „Fach­arzt für Anäs­the­sio­lo­gie“, „Fach­arzt für Kinder- und Jugend­me­di­zin“, „Fach­arzt für Neuro­chir­ur­gie“, „Fach­arzt für Neuro­lo­gie“ oder einer Fach­arzt­be­zeich­nung in den Gebie­ten Chir­ur­gie (auch Aner­ken­nung als „Fach­arzt für Chir­ur­gie“ nach bishe­ri­gem Recht) oder Innere Medi­zin

Weiterbildungszeit:

24 Monate bei einem Weiter­bil­der für Inten­siv­me­di­zin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3, davon können
6 Monate während der Weiter­bil­dung in den Gebie­ten Chir­ur­gie oder Innere Medi­zin oder in Kinder- und Jugend­me­di­zin, Neuro­chir­ur­gie oder Neuro­lo­gie oder 12 Monate während der Weiter­bil­dung in Anäs­the­sio­lo­gie bei einem Weiter­bil­dungs­be­fug­ten für Inten­siv­me­di­zin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 abge­leis­tet werden
6 Monate in der Inten­siv­me­di­zin eines weite­ren, unter den Voraus­set­zun­gen zum Erwerb genann­ten Gebie­tes bei einem Weiter­bil­dungs­be­fug­ten für Inten­siv­me­di­zin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 abge­leis­tet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
der Versor­gung von Funk­ti­ons­stö­run­gen lebens­wich­ti­ger Organ­sys­teme
der Inten­siv­be­hand­lung des akuten Lungen- und Nieren­ver­sa­gens, von akuten Störun­gen des zentra­len Nerven­sys­tems, von Schock­zu­stän­den, der Sepsis und des Sepsis­syn­droms sowie des Multi­or­gan­ver­sa­gens
inter­dis­zi­pli­närer Behand­lungs­ko­or­di­na­tion
der gebiets­be­zo­ge­nen Arznei­mit­tel­the­ra­pie
der Anwen­dung von inten­siv­me­di­zi­ni­schen Score-Syste­men
Trans­port von Inten­siv­pa­ti­en­ten
der Hirn­tod­dia­gno­s­tik einschließ­lich der Orga­ni­sa­tion von Organ­spende
kran­ken­haus­hy­gie­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Aspek­ten der Inten­siv­me­di­zin
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Punk­ti­ons-, Kathe­te­ri­sie­rungs- und Drai­na­ge­tech­ni­ken einschließ­lich radio­lo­gi­scher Kontrolle
kardio-pulmo­nale Wieder­be­le­bung
Mess- und Über­wa­chungs­tech­ni­ken
Bron­cho­sko­pie
atmungs­un­ter­stüt­zende Maßnah­men bei nicht intu­bier­ten Pati­en­ten
diffe­ren­zierte Beat­mungs­tech­ni­ken einschließ­lich Beat­mungs­ent­wöh­nung
Anal­ge­sie­rungs- und Sedie­rungs­ver­fah­ren
ente­r­ale und paren­te­r­ale Ernäh­rung einschließ­lich Sonden­tech­nik
Infu­si­ons-, Trans­fu­si­ons- und Bluter­satz­the­ra­pie
Anwen­dung extra­kor­po­ra­ler Ersatz­ver­fah­ren bei akutem Organ­ver­sa­gen
Kardio­ver­sion, Defi­bril­la­tion und Elek­tro­sti­mu­la­tion des Herzens
Anlage passa­ge­rer trans­ve­nö­ser Schritt­ma­cher einschließ­lich radio­lo­gi­scher Kontrolle
Zusätz­­lich zu den oben genann­ten Weiter­­bil­­dungs­­in­hal­ten sowie den defi­­nier­ten Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten gebiets­­be­­zo­­ge­­ner inten­­si­v­­me­­di­­zi­­ni­­scher Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren in:
Anäs­the­sio­lo­gie:
  • peri­ope­ra­tive inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung
  • inten­siv­me­di­zi­ni­sche Über­wa­chung und Behand­lung nach Trau­men
  • diffe­ren­zierte Diagno­s­tik und Thera­pie kardia­ler und pulmo­na­ler Erkran­kun­gen
  • Behand­lung inten­siv­me­di­zi­ni­scher Krank­heits­bil­der in Zusam­men­ar­beit mit den das Grund­lei­den behan­deln­den Ärzten
Chir­ur­gie:
  • inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner Krank­heits­bil­der, insbe­son­dere bei oder nach Opera­tio­nen und Verlet­zun­gen
  • diffe­ren­zierte Diagno­s­tik und Thera­pie bei vital bedroh­li­chen chir­ur­gi­schen Erkran­kun­gen
Innere Medi­zin und Allge­mein­me­di­zin:
  • inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner Krank­heits­bil­der
  • diffe­ren­zierte Diagno­s­tik und Thera­pie bei vital bedroh­li­chen inter­nis­ti­schen Erkran­kun­gen
  • diffe­ren­zierte Elek­tro­the­ra­pie des Herzens und spezi­elle Phar­ma­ko­the­ra­pie der akut vital bedroh­li­chen Herz-Rhyth­mus­stö­run­gen
  • diffe­ren­zier­ter Einsatz von extra­kor­po­ra­len Niere­n­er­satz­ver­fah­ren
Kinder- und Jugend­me­di­zin:
  • inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner Krank­heits­bil­der
  • prä- und post­ope­ra­tive Inten­siv­be­hand­lung von Kindern und Jugend­li­chen
  • Erst­ver­sor­gung von vital gefähr­de­ten Früh- und Neuge­bo­re­nen
  • Trans­port­be­glei­tung kritisch kran­ker Kinder
Neuro­chir­ur­gie:
  • inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung bei oder nach neuro­chir­ur­gi­schen Opera­tio­nen und Verlet­zun­gen
  • inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung bei intra­kra­ni­el­len und intra­spi­na­len Prozes­sen,
  • intra­kra­ni­elle Hirn­druck­mes­sung, Über­wa­chung von intra­kra­ni­el­lem Druck und zere­bra­lem Perfu­si­ons­druck
  • Über­wa­chung und Bewer­tung insbe­son­dere neuro­phy­sio­lo­gi­scher Moni­to­ring­ver­fah­ren
Neuro­lo­gie:
  • inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung gebiets­be­zo­ge­ner Krank­heits­bil­der einschließ­lich lebens­be­droh­li­cher entzünd­li­cher, neuro­mus­ku­lä­rer, myoge­ner, extra­py­ra­mi­da­ler und neuro­psych­ia­tri­scher Erkran­kun­gen
  • Inten­siv­be­hand­lung von raum­for­dern­den intra­kra­ni­el­len Prozes­sen und Liquor­zir­ku­la­ti­ons­stö­run­gen
  • Lang­zeit-Neuro­mo­ni­to­ring

Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in

den allgemeinen Inhalten der Weiterbildung für die Abschnitte B und C
der Versorgung von Funktionsstörungen lebenswichtiger Organsysteme
der Intensivbehandlung des akuten Lungen- und Nierenversagens, von akuten Störungen des zentralen Nervensystems, von Schockzuständen, der Sepsis und des Sepsissyndroms sowie des Multiorganversagens
interdisziplinärer Behandlungskoordination
der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
der Anwendung von intensivmedizinischen Score-Systemen
Transport von Intensivpatienten
der Hirntoddiagnostik einschließlich der Organisation von Organspende
krankenhaushygienischen und organisatorischen Aspekten der Intensivmedizin

Untersuchungs- und Behandlungsverfahren

Behandlung und Dokumentation komplexer intensivmedizinischer Krankheitsfälle
50
Katheterisierungs- und Drainagetechniken einschließlich Lage-Kontrolle
BK
kardiopulmonale Wiederbelebung
10
Mess- und Überwachungstechniken
50
atmungsunterstützende Maßnahmen bei nicht intubierten Patienten
25
differenzierte Beatmungstechniken einschließlich Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
50
Analgesierungs- und Sedierungsverfahren
50
enterale und parenterale Ernährung einschließlich Sondentechnik
50
Transfusions- und Blutersatztherapie
50
endotracheale Intubation im Rahmen der Intensivtherapie
25
differenzierte Therapie mit vasoaktiven Substanzen
50
Evaluationen und Verlaufsbeobachtungen des Krankheitsschweregrades (Scores)
50

Ergän­zende Inhalte für das Gebiet Anäs­the­sio­lo­gie

perioperative intensivmedizinische Behandlung
50
Behandlung intensivmedizinischer Krankheitsbilder in Zusammenarbeit mit den das Grundleiden behandelnden Ärzten
100
intensivmedizinische Überwachung und Behandlung nach Traumen
10
differenzierte Diagnostik und Therapie kardialer und pulmonaler Erkrankungen bei vital bedrohten Patienten
50
Bronchoskopie
25
Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
10
Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
10
Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle
10

Ergän­zende Inhalte für das Gebiet Chir­ur­gie

intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder, insbesondere bei oder nach Operationen und Verletzungen
50
differenzierte Diagnostik und Therapie bei vital bedrohlichen chirurgischen Erkrankungen
100
Bronchoskopie
25
Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
10
Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
10
Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle
10

Ergän­zende Inhalte für das Gebiet Innere Medi­zin

intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder
50
differenzierte Diagnostik und Therapie bei vital bedrohlichen internistischen Erkrankungen
100
differenzierte Elektrotherapie des Herzens und spezielle Pharmakotherapie der akut vital bedrohlichen Herz-Rhythmusstörungen
50
differenzierter Einsatz von extrakorporalen Nierenersatzverfahren
25
Bronchoskopie
25
Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
10
Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
10
Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle
10

Ergän­zende Inhalte für das Gebiet Kinder- und Jugend­me­di­zin

intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder
50
prä- und postoperative Intensivbehandlung von Kindern und Jugendlichen
100
Erstversorgungen von vital gefährdeten Früh- und Neugeborenen
50
Transportbegleitung kritisch kranker Kinder
10
Bronchoskopie
BK
Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
BK
Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
BK
Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle
BK

Ergän­zende Inhalte für das Gebiet Neuro­chir­ur­gie

intensivmedizinische Behandlung bei oder nach neurochirurgischen Operationen und Verletzungen
50
intensivmedizinische Behandlung bei intrakraniellen und intraspinalen Prozessen
50
intrakranielle Hirndruckmessung, Überwachung von intrakraniellem Druck und zerebralem Perfusionsdruck
50
Überwachung und Bewertung insbesondere neurophysiologischer Monitoringverfahren
25
Bronchoskopie
25
Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
10
Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
10
Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle
10

Ergän­zende Inhalte für das Gebiet Neuro­lo­gie

intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder einschließlich lebensbedrohlicher entzündlicher, neuromuskulärer, myogener, extrapyramidaler und neuropsychiatrischer Erkrankungen
50
Intensivbehandlung von raumfordernden intrakraniellen Prozessen und Liquorzirkulationsstörungen
25
Langzeit-Neuromonitoring
25
Bronchoskopie
25
Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
10
Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
10
Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle
10

BK (Basis­kennt­nisse) bedeu­tet, dass Grund­kennt­nisse und Erfah­run­gen hierzu erfor­der­lich sind. Der Nach­weis einer Mindest­zahl von entspre­chen­den Unter­su­chun­gen/Behand­lun­gen ist hier nicht erfor­der­lich.

Übergangsbestimmungen:

Ärzte, die über die Aner­ken­­nung der Fakul­ta­ti­­ven Weiter­­bil­­dung „Spe­­zi­elle Anäs­the­­sio­lo­­gi­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“, „Spe­­zi­elle Chir­ur­­gi­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“, „Spe­­zi­elle Herz­chir­ur­­gi­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“, „Spe­­zi­elle Inter­­nis­ti­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“, „Spe­­zi­elle Kinder­chir­ur­­gi­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“, „Spe­­zi­elle Pädia­tri­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“, „Spe­­zi­elle Neuro­chir­ur­­gi­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“, „Spe­­zi­elle Neuro­lo­­gi­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“ oder „Spe­­zi­elle Plas­tisch-Chir­ur­­gi­­sche Inten­­si­v­­me­­di­­zin“ verfü­­gen, sind berech­tigt, die Zusatz­­be­­zeich­­nung „Inten­­si­v­­me­­di­­zin“ zu führen.

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