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Bayerischer Präventionstag 2026: Landesärztekammer fordert konkrete Schritte bei Hitzeschutz, Social-Media und Zuckerkonsum

Zum Bayerischen Präventionstag am 12. Oktober fordert die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) konkrete politische Schritte: Neben der zügigen Umsetzung der Hitzeschutzziele des bayerischen Masterplans Prävention verlangt die Kammer wirksame Grenzen für die Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen sowie ein verbindliches Zertifikatssystem zur Zuckerreduktion in öffentlichen Einrichtungen. Zugleich stellt die BLÄK eigene Präventionsinitiativen vor. „Ein Präventionstag setzt ein wichtiges Zeichen – doch Prävention braucht tägliches Handeln“, betont Dr. Gerald Quitterer, Präsident der BLÄK. „Sie lebt von bewussten Entscheidungen für gesunde Ernährung sowie ausreichende Bewegung und Vorsorge.  Ebenso benötigen wir gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen, Verhältnisprävention, die die Politik schaffen muss. Nur so lassen sich chronische Erkrankungen wirksam verhindern oder abmildern.“

Masterplan Prävention umsetzen, Hitzeschutz zügig stärken

Dr. Melanie Rubenbauer, Vorsitzende der Kommission Klimawandel, Umwelt und Gesundheit der BLÄK, mahnt zur Eile beim Hitzeschutz: „Die Hitzewellen dieses Sommers haben zu einem drastischen Anstieg der Sterbefälle geführt. Das Robert-Koch-Institut schätzt für 2026 bislang rund 16.000 hitzebedingte Todesfälle – gegenüber 2.500 im Vorjahr. Die im Masterplan Prävention der Bayerischen Staatsregierung angekündigte Hitze- und UV-Strategie muss deshalb zügig umgesetzt und mit konkreten Maßnahmen und ausreichender Finanzierung hinterlegt werden.“ Besonders öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Kliniken und Pflegeheime müssten wirksam vor Hitze geschützt werden, so Rubenbauer. „Dafür müssen die Kommunen mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Zudem sollten Klimaanpassungsmaßnahmen in den baulichen Förderrichtlinien deutlich stärker berücksichtigt werden – allen voran beim Krankenhausbau sowie bei Einrichtungen für besonders schutzbedürftige Patientinnen und Patienten, etwa auf geriatrischen und psychiatrischen Stationen.“

Kinder vor problematischer Mediennutzung schützen

Dr. Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen und Vorsitzender der Kommission Kinder- und Jugendgesundheit der BLÄK, warnt vor den gesundheitlichen Folgen einer exzessiven Mediennutzung: „Digitale Medien gehören zum Alltag aller Menschen, insbesondere junger – doch immer mehr verlieren die Kontrolle: Über 25 Prozent der 10- bis 17-Jährigen zeigen einen riskanten Medienkonsum, 4,7 Prozent gelten als süchtig. Die Folgen reichen von sozialem Rückzug und familiären Konflikten über Schlaf- und Aufmerksamkeitsstörungen bis hin zu Übergewicht, Kurzsichtigkeit und schweren psychischen Belastungen. Wir brauchen deshalb einen spürbar stärkeren Kinder- und Jugendmedienschutz. Ich appelliere an Bund und Länder, Konzepte für eine sinnvolle, abgestufte Begrenzung der Social-Media-Nutzung durch Kinder und Jugendliche umzusetzen. Eine verlässliche Orientierung bieten hierzu die Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.“

Zuckerreduktion durch verbindliche Standards

Dr. Andreas Botzlar, 1. Vizepräsident der BLÄK und Vorsitzender der Gemeinsamen Kommission Prävention von BLÄK und Kassenärztlicher Vereinigung Bayerns, fordert eine konsequente Zuckerreduktion in der öffentlichen Verpflegung: „Rund 16 bis 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, etwa sechs Prozent adipös. Die Weichen für spätere chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden oft schon im Kindesalter gestellt. Wir fordern die Bayerische Staatsregierung deshalb auf, ein bayernweites Zertifikatssystem zur Zuckerreduktion in Kitas, Schulen, Kliniken und Behördenkantinen einzuführen. Öffentliche Einrichtungen müssen eine Vorbildrolle einnehmen. Das Zertifikat sollte auf bewährten Standards wie denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aufbauen und verbindliche Höchstwerte für den Gesamtzuckergehalt festlegen.“

Prävention als Kernaufgabe der BLÄK

Prävention und Gesundheitsförderung zählen seit Jahren zu den Schwerpunkten der BLÄK. Mit gezielten Beratungsangeboten unterstützt die Kammer Ärztinnen und Ärzte unter anderem in den Bereichen Impfprävention und Gesundheitskompetenz sowie beim Umgang mit den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. Um den Hitzeschutz im Freistaat aktiv voranzubringen, hat die BLÄK das Bündnis Hitzeschutz Bayern initiiert. Zudem hat die Kammer einen Runden Tisch ins Leben gerufen, um die Umsetzung des bayerischen Masterplans Prävention mitzugestalten.

Ein zentrales Anliegen ist für Ärztekammerpräsident Quitterer die Stärkung der Klima- und Gesundheitskompetenz an Schulen – eine Forderung, die von der BLÄK seit Jahren erhoben wird: „Ich begrüße ausdrücklich, dass das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK) bereits begonnen hat, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Gesundheit und Klimawandel in die bayerischen Lehrpläne zu integrieren, ein Vorhaben, bei dem die ärztliche Expertise unbedingt einzubeziehen ist. Ich bestärke das Ministerium darin, diesen Prozess konsequent fortzuführen“, so Quitterer.

Einen aktuellen Beitrag über die vielfältigen Aktivitäten der BLÄK bietet der Beitrag „Prävention leben: Verantwortung für Gesundheit nach außen und innen“ der Oktoberausgabe 2026 des Bayerischen Ärzteblatts.

Link zur Pressemitteilung

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Bereich Kommunikation

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