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Krankschreibung ab dem ersten Tag: BLÄK warnt vor zusätzlichem bürokratischem Mehraufwand

Pläne der Bundesregierung würden ärztliche Ressourcen binden und in das selbstständige ärztliche Handeln eingreifen

 

München, 03.07.2026 – Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) kritisiert die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag sowie zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Die vorgesehenen Änderungen würden vor allem zusätzliche Bürokratie verursachen, ärztliche Ressourcen binden und die ambulante Versorgung weiter erschweren. Ein erkennbarer Nutzen für die Patientinnen und Patienten sei dagegen nicht ersichtlich.

Die BLÄK schließt sich damit der Kritik der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns an. Die telefonische Krankschreibung hat sich insbesondere bei leichten akuten Erkrankungen als praxistaugliches Instrument bewährt. Sie ermöglicht bei medizinisch vertretbaren Fällen eine sachgerechte ärztliche Entscheidung, entlastet Praxisteams, vermeidet unnötige Praxisbesuche und trägt auch dazu bei, Infektionsrisiken in Wartezimmern zu reduzieren.

„Eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag und die gleichzeitige Abschaffung der telefonischen Krankschreibung schaffen einen erheblichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand, ohne die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern“, erklärt BLÄK-Präsident Dr. Gerald Quitterer. „Abgesehen davon, dass uns dieser zusätzliche Aufwand bei der Versorgung anderer Patientinnen und Patienten fehlt, greift die Politik mit der Vorgabe, wann Patientinnen und Patienten in der Praxis behandelt werden müssen, in selbstständiges ärztliches Handeln ein. Das geht aus unserer Sicht zu weit und kann so nicht akzeptiert werden.

Aus Sicht der BLÄK braucht es verlässliche und alltagstaugliche Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung – keine zusätzlichen bürokratischen Vorgaben und keine Regelungen, die ärztliche Ressourcen ohne erkennbaren Nutzen binden. Ärztinnen und Ärzte müssen im Interesse ihrer Patientinnen und Patienten weiterhin eigenverantwortlich entscheiden können, wann eine persönliche Vorstellung medizinisch erforderlich ist und wann eine telefonische Krankschreibung vertretbar bleibt. „Misstrauenspolitik ist hier nicht angebracht“, so Quitterer abschließend.

 

Krankschreibung ab dem ersten Tag: BLÄK warnt vor zusätzlichem bürokratischem Mehraufwand

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