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130. Deutscher Ärztetag: Bayerische Delegation setzt starke Impulse für Klima, Krisenresilienz und Kindergesundheit

Vom 12. bis 15. Mai 2026 fand in Hannover der 130. Deutsche Ärztetag (DÄT) statt. 39 Abgeordnete aus Bayern nahmen an der Hauptversammlung der Bundesärztekammer teil, um an der Weiterentwicklung berufsrechtlicher Regelungen sowie an der gesundheitspolitischen Positionierung der Ärzteschaft mitzuwirken. Zu den zentralen, von der bayerischen Delegation maßgeblich vorangetriebenen Initiativen, zählen die DÄT-Beschlüsse zur systematischen Weiterentwicklung von Klima- und Gesundheitswissen in schulischen Rahmenlehrplänen, zur Reduktion problematischen Medienverhaltens, zur Förderung der „herzgesunden Stadt“, zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und zur Einführung eines innerörtlichen Tempolimits von 30 km/h. Die BLÄK bezog während des DÄT außerdem klar Stellung gegen Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt im Gesundheitswesen.

Aktuelles Klima- und Gesundheitswissen systematisch in schulischen Rahmenlehrplänen weiterentwickeln

Der 130. DÄT fordert die Bildungs- und Kultusministerien der Länder auf, Inhalte zu Klima‑ und Gesundheitswissen systematisch in den bestehenden schulischen Lehrplänen weiterzuentwickeln. Die Lehrplaninhalte sollten regelmäßig aktualisiert und der Bereich Prävention, einschließlich der Suchtprävention, deutlich gestärkt werden. Zudem seien die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels konsequent zu berücksichtigen.

Problematisches Medienverhalten reduzieren – Sucht vermeiden

Die Abgeordneten fordern Bund und Länder dazu auf, gesundheitliche Risiken durch digitale Mediennutzung stärker zu regulieren. Insbesondere sollen risikoreiche Funktionen wie Autoplay, algorithmisch gesteuerte Endlos-Feeds oder personalisierte Empfehlungssysteme – vor allem für Minderjährige – deutlich eingeschränkt werden. Plattformbetreiber sollen verpflichtet werden, ihre Angebote nach dem Prinzip „Safety by Design“ zu gestalten und Mechanismen zu vermeiden, die nachweislich zu exzessiver oder gesundheitsschädlicher Nutzung beitragen. Darüber hinaus spricht sich der Ärztetag für unabhängige Risikoaudits, wirksame Kontrollstrukturen sowie niedrigschwellige Hilfsangebote bei belastenden oder gewalthaltigen digitalen Inhalten aus. Hintergrund sind steigende Nutzungszeiten sowie zunehmend suchtähnliche Verhaltensweisen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Urbane Räume als „herzgesunde Städte“ gestalten

Die Abgeordneten fordern Städte und Kommunen auf, ihre urbanen Räume so zu gestalten, dass sie die Herzgesundheit der Bevölkerung nachhaltig fördern. Dazu gehörten die deutliche Reduzierung von Feinstaub und Stickoxiden, eine Verkehrsinfrastruktur, die Bewegung im Alltag erleichtert, sowie die Verringerung von Verkehrslärm. Ebenso zentral seien der Ausbau und die Neuschaffung von Grünflächen, die körperliche Aktivität ermöglichen und in Hitzeperioden Kühlung bieten.

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken

Der Ärztetag fordert die politisch Verantwortlichen auf, die psychosoziale Versorgung junger Menschen deutlich zu verbessern und präventive Strukturen auszubauen. Dazu zählen niedrigschwellige, lebensweltnahe Unterstützungsangebote in Kitas und Schulen – etwa Schulsozialarbeit oder ein gestärkter schulpsychologischer Dienst. Zudem sollten die frühzeitige Erkennung psychischer Belastungen und verbindliche Interventionswege strukturell in Bildungsinstitutionen verankert werden.

Innerörtliches Tempolimit von 30 km/h zum Standard machen

Die Abgeordneten fordern den Gesetzgeber auf, zur Vermeidung von Verkehrstoten den Städten und Kommunen die Möglichkeit zu eröffnen, das Tempo im innerörtlichen Straßenverkehr grundsätzlich auf 30 km/h zu begrenzen.

Klare Haltung gegen Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt

Der Ärztetag befasste sich zudem mit Fragen von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt im Gesundheitswesen. Die BLÄK unterstützt das Ziel, Prävention, Sensibilisierung und vertrauensvolle Meldestrukturen weiter zu stärken. Statement der BLÄK gegen sexualisierte Gewalt

Bayerische Delegation und Rolle des DÄT

Dem Vorstand der Bundesärztekammer gehören kraft Amtes bzw. durch Wahl BLÄK Präsident Dr. Gerald Quitterer und BLÄK Vizepräsident Dr. Andreas Botzlar an. Mit 39 Abgeordneten stellt Bayern die größte Fraktion des „Deutschen Ärzteparlaments“. Die Delegation besteht aus zehn Ärztinnen und 29 Ärzten mit einem Altersdurchschnitt von 61 Jahren.

Der Deutsche Ärztetag ist die Hauptversammlung der Bundesärztekammer. Die 17 Landesärztekammern entsenden insgesamt 250 Delegierte. Zu den Aufgaben des DÄT gehören die Erarbeitung und Verabschiedung von Muster-Regelungen zum Berufsrecht und zur Weiterbildung sowie die Formulierung der gesundheitspolitischen Positionen der Ärzteschaft gegenüber Öffentlichkeit und Politik.

Ihr Ansprechpartner

Kommunikation/Politik/Marketing

Pressestelle der Bayerischen Landesärztekammer
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