Vom 12. bis 15. Mai 2026 findet in Hannover der 130. Deutsche Ärztetag statt. 39 Abgeordnete aus Bayern nehmen an der Hauptversammlung der Bundesärztekammer teil, um an der Weiterentwicklung berufsrechtlicher Regelungen sowie an der gesundheitspolitischen Positionierung der Ärzteschaft mitzuwirken. Zu den zentralen gesundheitspolitischen Initiativen aus Bayern zählen die Anträge „Den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels aktiv begegnen“, „Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken“ und „Die herzgesunde Stadt“. Darüber hinaus stehen die Weiterentwicklung der (Muster-)Weiterbildungsordnung, die Debatte über das GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung sowie aktuelle Entwicklungen in der Suchtmedizin auf der Tagesordnung. „Ich freue mich auf viele gute, offene Diskussionen und klare Positionen. Ein gelungener Deutscher Ärztetag ist für mich eine Tagung, bei der wir in der Sache vorankommen und unsere Forderungen an die politischen Entscheidungsträger adressieren – gerade bei großen Themen wie Versorgungsstrukturen, der Finanzierung versicherungsfremder Leistungen in der GKV oder den Rahmenbedingungen unseres Berufs“, sagt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), im Vorfeld der Tagung.
Antrag „Den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels aktiv begegnen“
Der Antrag appelliert an Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen, Klimaschutz und Klimaanpassung entschlossen voranzutreiben. Die Bundesländer sollen schulische Sportveranstaltungen im Freien bei amtlichen Hitzewarnungen untersagen und den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz von 2020 umsetzen, der die Erstellung kommunaler Hitzeaktionspläne innerhalb von fünf Jahren vorsieht.
Zudem fordern die Abgeordneten, Gesundheitsbildung an Schulen deutlich zu stärken. Themen wie Ernährung, Bewegung, Notfallverhalten, verantwortungsvolle Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, Hitzeschutz und die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels sollen systematisch in Lehrplänen verankert werden – von der Grundschule bis zum Schulabschluss. Darüber hinaus wird die Politik aufgefordert, die Energiewende als zentrale gesundheitspolitische Maßnahme voranzutreiben.
Antrag „Die herzgesunde Stadt“
Der Antrag fordert Städte und Kommunen auf, ihre urbanen Räume so zu gestalten, dass sie die Herzgesundheit der Bevölkerung nachhaltig fördern. Dazu gehören die deutliche Reduzierung von Feinstaub und Stickoxiden, eine Verkehrsinfrastruktur, die Bewegung im Alltag erleichtert, sowie die Verringerung von Verkehrslärm. Ebenso zentral sind der Ausbau und die Neuschaffung von Grünflächen, die körperliche Aktivität ermöglichen und in Hitzeperioden Kühlung bieten.
Antrag „Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken“
Der Antrag fordert die politisch Verantwortlichen auf, die psychosoziale Versorgung junger Menschen deutlich zu verbessern und präventive Strukturen auszubauen. Dazu zählen niedrigschwellige, lebensweltnahe Unterstützungsangebote in Kitas und Schulen – etwa Schulsozialarbeit, Schulgesundheitsfachkräfte oder ein gestärkter schulpsychologischer Dienst. Zudem sollen die frühzeitige Erkennung psychischer Belastungen und verbindliche Interventionswege strukturell in Bildungsinstitutionen verankert werden.
Bayerische Delegation und Rolle des DÄT
Dem Vorstand der Bundesärztekammer gehören kraft Amtes bzw. durch Wahl BLÄK Präsident Dr. Gerald Quitterer und BLÄK Vizepräsident Dr. Andreas Botzlar an. Mit 39 Abgeordneten stellt Bayern die größte Fraktion des „Deutschen Ärzteparlaments“. Die Delegation besteht aus zehn Ärztinnen und 29 Ärzten mit einem Altersdurchschnitt von 61 Jahren.
Der Deutsche Ärztetag ist die Hauptversammlung der Bundesärztekammer. Die 17 Landesärztekammern entsenden insgesamt 250 Delegierte. Zu den Aufgaben des DÄT gehören die Erarbeitung und Verabschiedung länderübergreifender Regelungen zum Berufsrecht und zur Weiterbildung sowie die Formulierung der gesundheitspolitischen Positionen der Ärzteschaft gegenüber Öffentlichkeit und Politik.