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70.000 Mitglieder in der Bayerischen Landesärztekammer

Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) hat die Zahl von 70.000 Mitgliedern erreicht. Als „Jubiläumsmitglied“ weisen die Statistiken Marleen Mahl aus, die derzeit in der 1. Medizinischen Klinik im Zentralklinikum Augsburg arbeitet. „Ich befinde mich in der Weiterbildung zur Internistin, so die Auskunft der jungen Ärztin. BLÄK-Präsident Dr. H. Hellmut Koch gratulierte der 27-jährigen mit einem Blumenstrauß und einem Buchpräsent sowie der Teilnahme an einem medizinischen Fortbildungskurs.
„Es ist erfreulich, dass es trotz der verfehlten Gesundheitspolitik noch junge Menschen gibt, die den Arztberuf ergreifen und auch in der Patientenversorgung arbeiten wollen“, so Koch. Junge Kolleginnen und Kollegen sähen sich heutzutage verstärkt in alternativen, nicht-kurativen Berufssparten, wie etwa dem Gesundheits- oder Qualitätsmanagement, um. Das seien die Früchte einer Drangsalierung und Strangulierung der Ärztinnen und Ärzte durch eine falsche, zentralistische Gesundheitspolitik und zu vieler bürokratischer Vorgaben aus Berlin. Das GKV-System sei hoch kompliziert, intransparent und letztlich an seiner Komplexität gescheitert. Der Start des Gesundheitsfonds und der Honorarreform mit dem einheitlichen Orientierungspunktwert von 3,5 Cent zum 1. Januar 2009 führe zu großen Verwerfungen in der Honorarverteilung unter den Niedergelassenen. Daher unterstütze die BLÄK grundsätzlich die aktuellen Protestaktionen der Fachärzte. Die Auseinandersetzung dürfe jedoch nicht zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehen, auch wenn diese die Proteste natürlich spürten. „Ärztinnen und Ärzte aber auch Patientinnen und Patienten haben ein Anrecht auf ein transparentes und verständliches, nachvollziehbares Gesundheitssystem – auch in Fragen der Honorierung und Abrechnung“, so der Präsident.
Er stellte klar, dass es trotz der Zunahme der BLÄK-Mitglieder mittelfristig zu Engpässen käme. Schon heute seien Arztstellen in Krankenhäusern und Praxen auf dem Land nicht mehr zu besetzen. Mit ihrem Mitgliederbestand nimmt die BLÄK unter den 17 Landesärztekammern in der Bundesrepublik Deutschland eindeutig die Spitzenposition ein. Von den etwa 50.000 in Bayern berufstätigen Ärztinnen und Ärzten sind etwa 23.000 in Krankenhäusern tätig, während 23.500 in der ambulanten Versorgung tätig sind. Weitere ärztliche Tätigkeitsfelder sind der öffentliche Gesundheitsdienst, das Sanitätswesen der Bundeswehr sowie die Industrie- und Wirtschaftsunternehmen; letztere derzeit mit steigender Tendenz.

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