Reform der Notfallversorgung – Schnellere Hilfe im Notfall?

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Pressemeldung — 04.09.2019

Die Notauf­nah­men in den Kran­ken­häu­sern sind häufig über­lau­fen. Doch das aktu­elle Diskus­si­ons­pa­pier des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ters dazu schaffe faktisch eine dritte Versor­gungs­ebene, deren Inan­spruch­nahme durch die Bevöl­ke­rung in unbe­grenz­ter Weise ange­bo­ten werde, progno­s­ti­ziert Dr. Gerald Quit­te­rer, Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), im Leit­ar­ti­kel der Septem­be­r­aus­gabe des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes: „Der Entwurf zeigt meines Erach­tens deut­lich, wo sich das Denk­mo­dell des Sach­ver­stän­di­gen­ra­tes, dem der Vorschlag folgt, und die (künf­tige) Reali­tät nicht zur Deckung brin­gen lassen werden: Im Verhal­ten des Pati­en­ten.“

Die Schaf­fung einer neuen Versor­gungs­ebene werde das Problem nicht lösen. Der system- und proble­mad­äquate Ansatz sei und bleibe die Koope­ra­tion der beiden Sekto­ren in sekto­ren­ver­bin­den­den Einrich­tun­gen, wie schon in Bayern und Baden-Würt­tem­berg erfolgt, wo an geeig­ne­ten Klini­ken soge­nannte Bereit­schaft­spra­xen etabliert wurden, welche zu einer Entlas­tung der Notauf­nah­men führ­ten. „Der Notfall­pa­ti­ent, der nicht der statio­nären Kran­ken­haus­auf­nahme bedarf, ist ein ambu­lan­ter Pati­ent, der sach­ge­recht in der Praxis des nieder­ge­las­se­nen Arztes bzw. der von seiner Kassen­ärzt­li­chen Verei­ni­gung für die sprech­stun­den­freien Zeiten einge­rich­te­ten Bereit­schaft­spra­xis zu versor­gen ist“, so Quit­te­rer.

„Die hohe Bedeu­tung eines, quali­fi­zier­ten, stan­dar­di­sier­ten und soft­wa­re­ge­stütz­ten Erstein­schät­zungs­ver­fah­rens‘ für die sach­ge­rechte Einschät­zung eines Notfall­pa­ti­en­ten sehe auch ich“, führt Bayerns Kammer-Chef aus. Das Zentral­in­sti­tut für die Kassen­ärzt­li­che Verei­ni­gung (ZI) habe dafür eine Stan­dar­di­sierte medi­zi­ni­sche Erstein­schät­zung Deutsch­land (SmED) entwi­ckelt, die in einem brei­ten Konsens der betei­lig­ten Exper­ten im medi­zi­ni­schen Beirat künf­tig zur Anwen­dung im Notfall­dienst kommen könne. Im SmED-Beirat sei hohe Kompe­tenz und Praxis­kennt­nis vorhan­den und „die Poli­tik ist einge­la­den, sich von der Quali­tät der dort schon geleis­te­ten Arbeit zu über­zeu­gen, bevor der hier deut­lich sach­ferne Gemein­same Bundes­aus­schuss als der ohne­hin schon über­las­tete ‚Alles­kön­ner‘ einen neuen Auftrag bekommt“, so Quit­te­rer wört­lich.

Mehr zu „Reform der Notfall­ver­sor­gung – Schnel­lere Hilfe im Notfall?“ lesen Sie in der Septem­be­r­aus­gabe 2019 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes unter www.baye­ri­sches-aerz­te­blatt.de.

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