Die Not mit dem Notfall

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Pressemeldung — 06.04.2018

„Letzt­lich geht es darum, die Notauf­nahme und die dort arbei­ten­den Kolle­gin­nen und Kolle­gen vor der stän­di­gen Über­las­tung zu schüt­zen, die heute viel­fach die Regel ist“, schreibt Dr. Andreas Botz­lar, Vize­prä­si­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), im Leit­ar­ti­kel der Apri­l­aus­gabe des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes.

In den vergan­ge­nen zehn Jahren habe sich die Anzahl der Pati­en­ten in den Notauf­nah­men Deut­sch­lands verdop­pelt – auf inzwi­schen rund 25 Milli­o­nen Fälle pro Jahr, darun­ter rund 60 Prozent ambu­lante Fälle. Etwa 40 Prozent davon hätten genauso gut vom Ärzt­li­chen Bereit­schafts­dienst der Kassen­ärzt­li­chen Verei­ni­gung (KV) behan­delt werden können. Viele Pati­en­ten wüss­ten nicht, welche Versor­gungs­ebene für sie die rich­tige sei.

Ein wich­ti­ger Schritt sei es, die 116 117 als bundes­weite Rufnum­mer des KV-Notdiens­tes viel stär­ker bekannt zu machen. Es sei deshalb sehr zu begrü­ßen, wenn die KVen nun gemein­sam in einer bundes­wei­ten Kampa­gne nicht nur die Rufnum­mer 116 117, sondern damit auch den Ärzt­li­chen Bereit­schafts­dienst bekann­ter machen. Die Kassen­ärzt­li­che Verei­ni­gung Bayerns habe schon ein dich­tes Netz an Bereit­schaft­s­pra­xen geknüpft, viele davon an Klin­ken. Das allein werde aber nicht ausrei­chen, um die derzei­ti­gen Kommu­ni­ka­ti­ons­brü­che und Fehl­al­lo­ka­ti­o­nen zu behe­ben. „Die Poli­tik muss unter ande­rem die Voraus­set­zun­gen dafür schaf­fen, dass die Rufnum­mer des Ärzt­li­chen Bereit­schafts­diens­tes 116 117 nicht nur tags­über, wie es in Bayern bereits etabliert wird, erreicht werden kann, sondern auch mit der Notfall­num­mer 112 koor­di­niert wird“, schreibt Botz­lar. Notfall­pa­ti­en­ten soll­ten zukünf­tig durch eine stan­dar­di­sierte, dabei aber unkom­pli­zierte Erstein­schät­zung durch entspre­chend geschul­tes Perso­nal in allen Anlauf­stel­len der Notfall­ver­sor­gung ohne Umwege in die für sie passende Versor­gungs­ebene gelei­tet werden. Es müsse sicher­ge­stellt werden, dass die wirk­li­chen Notfälle – die Schwer­kran­ken und Schwer­ver­letz­ten – rasch jene Hilfe bekom­men, die sie benö­tig­ten. Je länger die Notauf­nah­men in den Klini­ken mit Pati­en­ten über­füllt blie­ben, die ebenso gut im ambu­lan­ten Bereich versorgt werden könn­ten, desto größer werde die Gefähr­dung derje­ni­gen Pati­en­ten, die tatsäch­lich ein Notfall sind.

Mehr zu „Die Not mit dem Notfall“ lesen Sie in der Apri­l­aus­gabe 2018 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes.

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