Ernährungsmedizin

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Definition:

Die Zusatz-Weiter­­bil­­dung Ernäh­rungs­­­me­­di­­zin umfasst in Ergän­­zung zu einer Fach­­arz­t­­kom­­pe­tenz die Erken­­nung, Behan­d­­lung und Präven­tion ernäh­rungs­­ab­hän­­gi­­ger Erkran­­kun­­gen sowie von Erkran­­kun­­gen, die durch ange­­bo­rene oder erwor­­bene Stoff­­wech­­sel­­stö­run­­gen hervor­­­ge­ru­­fen sind.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiter­­bil­­dung ist die Erlan­­gung der fach­­li­chen Kompe­tenz in Ernäh­rungs­­­me­­di­­zin nach Ableis­tung der erfor­­der­­li­chen Weiter­­bil­­dungs­­­zeit.

Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:

24 Monate Weiter­bil­dung in einem Gebiet der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung bei einem Weiter­bil­der gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2

Weiterbildungszeit:

100 Stun­den Kurs-Weiter­bil­dung gemäß § 4 Abs. 8 in Ernäh­rungs­me­di­zin
und zusätz­lich
120 Stun­den Fall­se­mi­nare unter Super­vi­sion

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kennt­­nis­­sen, Erfah­run­­gen und Fertig­kei­ten in
Wesent­li­che Gesetze und Verord­nun­gen, z. B. Lebens­mit­tel­recht, Diät­ver­ord­nung
Grund­la­gen der Lebens­mit­tel­kunde
Lebens­mit­tel­si­cher­heit und Verbrau­cher­schutz
Bestim­mende Größen des Ener­gie­stoff­wech­sels, insbe­son­dere Grund­um­satz, Akti­vi­täts­um­satz, diät­in­du­zierte Ther­mo­ge­nese
Physio­lo­gie, Patho­phy­sio­lo­gie und Bioche­mie der Ernäh­rung, insbe­son­dere des Kohlen­hy­drat-, Eiweiß- und Lipid­stoff­wech­sels sowie der Vitamine, Mine­ral­stoffe und Spuren­ele­mente
Ballast­stoffe, Prä- und Probio­tika sowie deren Indi­ka­tion und empfoh­lene Zufuhr
Indi­ka­tion und Kontrain­di­ka­tion von Nahrungs­er­gän­zungs­mit­teln
Nutzen und Risiko von häufi­gen und alter­na­ti­ven Kost­for­men
Prin­zi­pien der Verord­nung und Rezep­tur von Heil- und Hilfs­mit­teln in der Ernäh­rungs­me­di­zin
Patho­phy­sio­lo­gie und Patho­bio­che­mie der Fehl- und Mange­ler­näh­rung, insbe­son­dere Sarko­pe­nie, Adipo­si­tas und meta­bo­li­sches Syndrom
Diagno­s­ti­sche Metho­den der gestör­ten Nahrungs­auf­nahme
Diagno­s­ti­sche Metho­den bei Nahrungs­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten
Möglich­kei­ten und Gren­zen der ernäh­rungs­me­di­zi­ni­schen Präven­tion
Ernäh­rungs­ver­hal­ten und Ernäh­rungs­zu­stand der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land
Prin­zip der gesund­heits­för­dern­den Ernäh­rung im Rahmen eines Gesamt­kon­zepts
Kriti­sche Nähr­stoffe
Ernäh­rung in Risi­ko­grup­pen
Sozio­kul­tu­relle Aspekte der Ernäh­rung einschließ­lich der Adap­ta­tion der Ernäh­rungs­emp­feh­lun­gen
Gesund­heits­po­li­ti­sche Präven­ti­ons­maß­nah­men
Didak­tik des Bera­tungs­ge­sprächs
Prin­zi­pien der oralen Ernäh­rung, insbe­son­dere Voll­kost, Diäten, Supp­le­mente und Trin­knah­rung
Kost­for­men in Insti­tu­tio­nen des Gesund­heits­we­sens
Prin­zi­pien, Produkte und Zugangs­wege der ente­r­a­len und paren­te­r­a­len Ernäh­rung
Ernäh­rung des kritisch Kran­ken in der Inten­siv­me­di­zin
Ernäh­rungs­me­di­zi­ni­sche Aspekte und Kompli­ka­tio­nen vor und nach Adipo­si­tas- und meta­bo­li­scher Chir­ur­gie
Defi­­nierte Unter­­su­chungs- und Behan­d­­lungs­­­ver­­fah­ren:
Bestim­mung des Ener­gie­be­darfs
Bestim­mung des Bedarfs an Makro- und Mikro­nähr­stof­fen
Ernäh­rungs­me­di­zi­ni­sche Erst- und Folgeana­mnese und Erfas­sung des Ernäh­rungs­ver­hal­tens einschließ­lich Auswer­tung von Ernäh­rungs­pro­to­kol­len
Erfas­sung des ernäh­rungs­be­ding­ten Risi­kos mittels vali­dier­ter Scree­ning-Instru­mente
Erfas­sung des Ernäh­rungs­zu­stan­des mittels vali­dier­ter Assess­ment-Instru­mente
Durch­füh­rung und Befun­din­ter­pre­ta­tion von Metho­den der Anthro­po­me­trie, z. B. Haut­fal­ten­di­cke, Ober­ar­m­um­fang, Body-Mass-Index sowie Messung der Körper­zu­sam­men­set­zung
Indi­ka­ti­ons­stel­lung und Befun­din­ter­pre­ta­tion ernäh­rungs­me­di­zi­nisch rele­van­ter Labor­dia­gno­s­tik
Planung und Fest­le­gung eines indi­vi­du­el­len Präven­ti­ons­pro­gramms
25 Ernäh­rungs­be­ra­tun­gen, davon
  • struk­tu­rierte Schu­lung einer Einzel­per­son
  • Bera­tungs­ge­spräch in Grup­pen
25 Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Verord­nung, Durch­füh­rung, Über­wa­chung von oralen Ernäh­rungs­for­men
25 Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Verord­nung, Durch­füh­rung, Über­wa­chung von ente­r­a­ler Ernäh­rung
15 Indi­ka­ti­ons­stel­lung, Verord­nung, Durch­füh­rung, Über­wa­chung von paren­te­r­a­ler Ernäh­rung
Ernäh­rungs­the­ra­pie der Unter- und Mange­ler­näh­rung, insbe­son­dere Sarko­pe­nie
Ernäh­rungs­the­ra­pie der Adipo­si­tas und des meta­bo­li­schen Syndroms einschließ­lich Vor- und Nach­sorge bei Adipo­si­tas- und meta­bo­li­scher Chir­ur­gie
Sekto­ren­über­grei­fen­des Über­lei­tungs­ma­na­ge­ment in der Ernäh­rungs­me­di­zin, insbe­son­dere Entlass­ma­na­ge­ment
Ernäh­rungs- und Infu­si­ons­the­ra­pie in der Pallia­tiv­me­di­zin und am Lebens­ende

Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in

Übergangsbestimmungen:

Ärzte, die bei Inkraft­tre­ten dieser Ände­rung der Weiter­­bil­­dungs­­ord­­nung
1.
24 Monate Weiter­bil­dung in einem Gebiet der unmit­tel­ba­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung bei einem Weiter­bil­der gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 und
2.
inner­halb der letz­ten acht Jahre
  • 100 Stun­den Kurs-Weiter­bil­dung in Ernäh­rungs­me­di­zin und zusätz­lich
  • 120 Stun­den Fall­se­mi­nare in Ernäh­rungs­me­di­zin nach­wei­sen,
werden auf Antrag zur Prüfung zuge­las­­sen. Anträge nach dieser Über­­gangs­­be­­stim­­mung sind inner­halb einer Frist von zwei Jahren nach Inkraft­tre­ten der Ände­rung dieser Weiter­­bil­­dungs­­ord­­nung zu stel­len.

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