Zum 20. September endete die deutschlandweite Online-Befragung zur Evaluation der Weiterbildung (EVA), einer Befragung, die es so noch nicht gegeben hat: Bundesärztekammer (BÄK) und Landesärztekammern (LÄK) haben in Erfahrung gebracht, wie Weiterbildungsassistenten (WBA) und Weiterbildungsbefugte (WBB) die Facharzt-Weiterbildung in Deutschland bewerten. Das Projekt wurde nach Schweizer Vorbild durchgeführt, wo ähnliche Befragungen und Auswertungen seit vielen Jahren erfolgreich laufen. „Dennoch haben wir es uns nicht leicht gemacht und landesspezifische Unterschiede versucht herauszuarbeiten bzw. zu beheben“, sagte Dr. H. Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK).
Zum Stichtag 20. September kann die BLÄK auf eine Rücklaufquote von 74,3 Prozent bei den WBB und 31,9 Prozent bei den WBA zurückblicken. Damit liegt die BLÄK im Bundeskonzert ganz gut, belaufen sich die Deutschland-Zahlen doch auf 60,4 Prozent bei den WBB und 32,8 bei den WBA. Insgesamt waren in Bayern rund 2.500 Weiterbilder und über 10.600 Assistenten zum Mitmachen aufgerufen.
„Doch viel wichtiger als den Vergleich der absoluten Rücklaufquoten halte ich die Tatsache, dass dieses Befragungsprojekt und die Diskussionen, die damit in Gang gekommen sind, ist doch die Strukturqualitätskomponente Weiterbildung der entscheidende Bestandteil ärztlicher Qualität, den die Kammern zusammen mit den Weiterbildern erbringen“, so Koch weiter. Weiterbildung sei viel zu lange als „Nebenprodukt“ ärztlicher Tätigkeit abgetan worden und fristetete quasi ein „Stiefmütterchen-Dasein“. Diese Denke müsse definitiv vorbei sein und eine gute Weiterbildung vielmehr zu „unseren Kernaufgaben“ zählen. Bayerns Kammerchef gab sich fest davon überzeugt, „dass eine gute Weiterbildung künftig ein, wenn nicht der entscheidende Wettbewerbsparameter bei der Generierung engagierter, junger Ärztinnen und Ärzten“ sein werde.
Der Präsident dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und ihre konstruktive Auseinandersetzung mit dem Zukunfts-Projekt EVA und hofft auf die kräftige Unterstützung aller bei der Weiterarbeit.