Projekt „Evaluation der Weiterbildung“ geht im Juni an den Start
Im Juni 2009 fällt der Startschuss zu einer bundesweiten Befragung, die es so noch nicht gegeben hat: Bundesärztekammer (BÄK) und Landesärztekammern (LÄK) – wie auch die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) – wollen in Erfahrung bringen, wie Weiterbildungsassistenten und Weiterbildungsbefugte die Facharzt-Weiterbildung in Deutschland bewerten.
„Wie gut ist meine Weiterbildung?“ – diese Frage können ab Juni Weiterbildungsassistenten und Weiterbildungsbefugte beantworten. Mit der Evaluation der Weiterbildung wollen die BÄK und 16 LÄK Stärken und Schwächen des ärztlichen Weiterbildungssystems aufzeigen. Dazu werden den Weiterbildungsassistenten und Weiterbildungsbefugten Fragen zu folgenden Aspekten der Weiterbildung gestellt: Vermittlung von Fachkompetenzen, Lernkultur, Führungskultur, Fehlerkultur/Patientensicherheit, Entscheidungskultur, Betriebskultur (Arbeitsklima der Weiterbildungsstätte) sowie Anwendung Evidenzbasierter Medizin.
Durch die Bewertung der einzelnen Weiterbildungsstätten und die Darstellung der Ergebnisse der Mittelwerte auf Bundes- und Landesebene soll die Befragung erstmals Vergleichsmöglichkeiten schaffen und Transparenz über die Weiterbildungssituation herstellen. „Die Umfrage dient dazu, die aktuelle Situation in den Weiterbildungsstätten in ihren positiven wie negativen Facetten darzustellen, um beispielsweise Handlungskonzepte für strukturierte Weiterbildungsabläufe zu erarbeiten. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wollen wir Anreize entwickeln, um den Nachwuchs zu motivieren, in Deutschland als Arzt tätig zu werden. Denn nur gute Weiterbildungsbedingungen können der Abwanderung junger Ärztinnen und Ärzte in andere Berufsfelder oder ins Ausland entgegenwirken“, erklärt Dr. H. Hellmut Koch, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der BÄK und BLÄK-Präsident, die Projektziele.
Im Juni 2009 werden die Weiterbildungsbefugten in Bayern von der BLÄK mit der Bitte angeschrieben, an der Befragung teilzunehmen. Dazu erhält der Befugte seinen persönlichen Zugangs-Code für die eigene Befragung. Nach Eingabe der Anzahl der Assistenten bekommt der Weiterbildungsbefugte die entsprechende Anzahl an Zugangs-Codes für seine Assistenten, damit diese an der Online-Befragung teilnehmen können.
Die wissenschaftliche Auswertung der Daten erfolgt durch die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ), die seit zwölf Jahren die entsprechende Umfrage der Schweizer Ärztekammer begleitet. Die Ergebnisse der Befragung werden den Weiterbildungsbefugten – bezüglich ihrer eigenen Weiterbildungsabteilung – zugeleitet. Die Vergleichswerte auf Bundes- und Länderebene werden fachbezogen veröffentlicht.
Weitere Informationen zum Projekt „Evaluation der Weiterbildung“ erhalten Sie direkt über die Homepages www.blaek.de und www.evaluation-weiterbildung.de.