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Pressemeldung — 09.05.2018

„Mehr als zwei Drit­tel der über 16-Jähri­gen nutzen heute das Inter­net und Onli­ne­platt­for­men zur Beschaf­fung gesund­heits­re­le­van­ter Infor­ma­ti­o­nen. Neben der Infor­ma­ti­ons­flut entwi­ckeln sich auch die Tech­no­lo­gien in der Medi­zin weiter“, schreibt Dr. Wolf­gang Rechl, Vize­prä­si­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer in der Maiaus­gabe 2018 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes. Bereits heute falle es schwer die Über­sicht zu behal­ten. Doch: Voraus­set­zung für eine erfolg­rei­che Thera­pie sei nach wie vor der erst­ma­lige persön­li­che Arzt-Pati­en­ten-Kontakt. Bisher durfte eine Vide­o­sprech­stunde bundes­weit nur bei bekann­ten Pati­en­ten durch­ge­führt werden. Damit ist die ausschließ­li­che Fern­be­hand­lung nach § 7 Abs. 4 der (Muster-)Berufs­ord­nung für die in Deut­sch­land täti­gen Ärzte berufs­recht­lich unter­sagt. In Baden-Würt­tem­berg kann die ärzt­li­che Behand­lung – ausschließ­lich über Kommu­ni­ka­ti­ons­netze – nach einer Geneh­mi­gung durch die Landes­ärz­te­kam­mer für Modell­pro­jekte gestat­tet werden.

Auf dem 121. Deut­schen Ärzte­tag in Erfurt werden wir das Thema disku­tie­ren. „Wir sehen vor allem die Notwen­dig­keit einer Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie, die unter ande­rem ethi­sche Grund­la­gen zum Umgang mit neuem Wissen und Metho­den schafft, die Rolle digi­ta­ler Metho­den in der Gesund­heits­ver­sor­gung sowie Grund­sätze des Daten­schut­zes defi­niert und Antwor­ten auf offene Finan­zie­rungs­fra­gen bietet“, schreibt Rechl. Und weiter: „Als notwen­dig erach­ten wir auch die Einfüh­rung eines bundes­ein­heit­li­chen Güte­sie­gels von soge­nann­ten Gesund­heits-Apps, das zum Schutz der Pati­en­ten Daten­si­cher­heit und Daten­zu­ver­läs­sig­keit gewähr­leis­ten soll. Digi­tale Gesund­heits­an­wen­dun­gen soll­ten analy­siert und im Hinblick auf Wirk­sam­keit, Unbe­denk­lich­keit und medi­zi­ni­sche Quali­tät bewer­tet werden“.

Hinsicht­lich des Themas Fern­be­hand­lung schaut auch Vize Rechl gespannt nach Erfurt. So sei denk­bar, dass eine ausschließ­li­che Bera­tung oder Behand­lung auf Fach­a­rzt­ni­veau über elek­tro­ni­sche Kommu­ni­ka­ti­ons­me­dien erlaubt werde, wenn dies im Einzel­fall ärzt­lich vertret­bar sei. Voraus­set­zung dabei müsse jedoch sein, dass der Pati­ent über die „Beson­der­hei­ten“ einer reinen Onli­ne­be­hand­lung aufge­klärt werde, die Onli­ne­be­hand­lung eine unmit­tel­bare ärzt­li­che Behand­lung nicht ersetze und der Arzt alle Befunde und Behand­lun­gen sorg­fäl­tig doku­men­tiere.

Mehr zu „Schwer­punkt Digi­ta­li­sie­rung“ lesen Sie in der Maiaus­gabe 2018 des Baye­ri­schen Ärzte­blat­tes.

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