Professionelle Impfberatung

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Pressemeldung — 10.10.2020

Die Dele­gier­ten des 79. Baye­ri­schen Ärzte­ta­ges (BÄT) forder­ten bei ihrer Arbeits­ta­gung am 10. Okto­ber den Gesetz­ge­ber auf, sicher­zu­stel­len, dass Schutz­imp­fun­gen als komplexe spezi­fi­sche Prophy­laxe im Kontext aller poten­zi­el­len Präven­ti­ons­leis­tun­gen in ärzt­li­cher Kompe­tenz verblei­ben.

Die Pilot­pro­jekte nach § 132j Sozi­al­ge­setz­buch V (Gripp­eimp­fung durch Apothe­ker) müss­ten zügig evalu­iert werden, auch hinsicht­lich etwai­ger Zwischen­fälle. Die Evalua­tion sollte auch unter­su­chen, ob durch even­tu­ell unter­las­sene Arzt­be­su­che ärzt­li­che Präven­ti­ons­be­mü­hun­gen unter­lau­fen werden. Beson­de­res Augen­merk müsse in den Regio­nen, in denen die Modell­ver­su­che zur Gripp­eimp­fung in Apothe­ken laufen, auch der gerech­ten Vertei­lung des Impf­stof­fes im Fall der Verknap­pung geschenkt werden. Es könne nicht ange­hen, dass in Arzt­pra­xen Pati­en­ten, die nicht unter die Empfeh­lun­gen der Stän­di­gen Impf­kom­mis­sion (STIKO) des Robert Koch-Insti­tuts fallen, mit Rück­sicht auf knapp werdende Ressour­cen unter Umstän­den nicht geimpft werden, dann in Apothe­ken geimpft werden. Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rium für Gesund­heit und Pflege wurde aufge­for­dert, regel­mä­ßig über die in Bayern zur Verfü­gung stehen­den Impf­do­sen zu berich­ten und Empfeh­lun­gen hinsicht­lich des zu impfen­den Perso­nen­krei­ses abzu­ge­ben, an die sich die Ärzte und Apothe­ker glei­cher­ma­ßen halten sollen.

Durch die Ärzte­schaft könne eine Diagnose mögli­cher akuter Erkran­kun­gen und die Erfas­sung des komple­xen Impf­sta­tus der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten erfol­gen und notwen­dige Impfun­gen möglichst pass­genau, nied­rig­schwel­lig und in Kombi­na­tion ärzt­lich inji­ziert und beglei­tet werden. Im Falle von selte­nen, aber durch­aus schwer­wie­gen­den Impf­kom­pli­ka­tio­nen, wie etwa aller­gi­schen Reak­tio­nen, könn­ten so ärzt­li­che Notfall­maß­nah­men ohne gefähr­li­che Zeit­ver­zö­ge­rung einge­lei­tet werden. Der Arzt­be­such könne darüber hinaus als adäqua­ter Anlass zur profes­sio­nel­len Bera­tung und Zulei­tung zu weite­ren Präven­ti­ons­an­ge­bo­ten genutzt werden. So könne das vertrau­ens­volle Arzt-Pati­en­ten-Verhält­nis nicht nur die Durch­füh­rung der notwen­di­gen (Kombi­na­ti­ons-)Impfung im Gesamt­kon­text der poten­zi­el­len Präven­ti­ons­leis­tun­gen ermög­li­chen, sondern auch zur Förde­rung und Prägung des Gesund­heits­be­wusst­seins beitra­gen.

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