Vorstand der Bayerischen Landesärztekammer

  • Der Vorstand der Bayerischen Landesärztekammer besteht aus insgesamt 15 Mitgliedern: dem Präsidenten, den beiden Vizepräsidenten, den ersten Vorsitzenden der acht ärztlichen Bezirksverbände sowie sechs Vorstandsmitgliedern, die aus dem Kreis der Delegierten zum Bayerischen Ärztetag gewählt werden.
  • Die Amtsperiode dauert fünf Jahre.
  • Im Bild: Der aktuelle Vorstand für die Amtsperiode 2018 bis 2023.
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Zu den Aufga­ben des Vorstands der BLÄK zählt eine ganze Reihe von Tätig­kei­ten. Neben der Befas­sung mit berufs­po­li­tisch rele­van­ten Themen und der inhalt­li­chen Vorbe­rei­tung von Entschlie­ßungs­an­trä­gen zum Baye­ri­schen bzw. Deut­schen Ärzte­tag, befasst sich der Vorstand insbe­son­dere mit den BLÄK-Finan­zen (Rech­nungs­ab­schluss und Haus­halts­plan). Ein wich­ti­ger Part sind die Ange­le­gen­hei­ten der ärzt­li­chen Weiter­bil­dung. Hier­bei geht es beispiels­weise um die Neube­stel­lung von Fach­prü­fern und Vorsit­zen­den der Prüfungs­gre­mien für die laufende Amts­pe­ri­ode, um die Neube­stel­lung von Fach­be­ra­tern und um die Beschlüsse über Anträge auf Weiter­bil-dungs­be­fug­nisse. Auch berufs­recht­lich rele­vante Beschlüsse, wie zum Beispiel Beschwer­den gegen Rügen, werden gefasst. Zu den Vorstands­auf­ga­ben zählen auch die Verab­schie­dung gewis­ser Regu­la­rien oder auch die Ernen­nung von Gremien­mit­glie­dern (Beset­zung der Ethik-Kommis­sion bei der BLÄK, Ernen­nung von Mitglie­dern der Kommis­sion „Lebend­s­pende“ oder bei einer Ände­rung im Vorsitz der Fach­li­chen Leitung einer der Ärzt­li­chen Stel­len).

Dr. med. Gerald Quitterer

Dr. med. Gerald Quitterer

Präsident Pressefotos

Facharzt für Allgemeinmedizin

Eggenfelden (Niederbayern)

Person

Gebo­ren am 18. Februar 1956 in Eggen­fel­den, verhei­ra­tet, vier Kinder.
Medi­zin­stu­dium von 1975 bis 1981 an der Ludwig-Maxi­mi­lians-Univer­si­tät München.
Appro­ba­tion 1981, Promo­tion 1984.
Weiter­bil­dung 1982 bis 1985 an den Kran­ken­häu­sern Eggen­fel­den (Chir­ur­gie und Gynä­ko­lo­gie) und Pfarr­kir­chen (Innere) zum Fach­arzt für Allge­mein­me­di­zin.
Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen: Notarzt/Arzt im Rettungs­dienst, Akupunk­tur, Reise­me­di­zin (DTG).
Nieder­ge­las­sen in eige­ner Praxis in Eggen­fel­den.

Berufspolitik

Mitglied des Baye­ri­schen Hausärz­te­ver­ban­des (BHÄV), (seit 1986)
Dele­gier­ter zur Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), (seit 1998)
Vorsit­zen­der des Ärzt­li­chen Kreis­ver­ban­des Rottal-Inn (seit 2002)
Vorstands­mit­glied im BHÄV (seit 2006)
Bezirks­vor­sit­zen­der Nieder­bay­ern des BHÄV (seit 2009) und
Vorsit­zen­der des Ärzt­li­chen Bezirks­ver­ban­des Nieder­bay­ern (2013 bis Mai 2019)
Mitglied der Vertre­ter­ver­samm­lung der Kassen­ärzt­li­chen Verei­ni­gung Bayerns (KVB), (von 1992 bis 2004 und seit 2011)
Regio­na­ler Vorstands­be­auf­trag­ter der KVB-Bezirks­stelle Nieder­bay­ern (bis 2018)
Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK), (seit 03.02/2018)

Weitere Mandate und Mitgliedschaften

Vorsit­zen­der des Landes­aus­schus­ses der Baye­ri­schen Ärzte­ver­sor­gung (seit 04/2018)
Vorsit­zen­der des Beirats der Baye­ri­schen Akade­mie für ärzt­li­che Fort­bil­dung
Dele­gier­ter der BLÄK zum Verband Freier Berufe in Bayern e. V.
Mitglied im Landes­ge­sund­heits­rat Bayern
Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­ter Rottal-Inn
Mitglied im Insti­tut für haus­ärzt­li­che Fort­bil­dung (IhF) des Deut­schen Hausärz­te­ver­ban­des
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Bunde­särz­te­kam­mer
Vorsit­zen­der der Deut­schen Akade­mie für Allge­mein­me­di­zin (seit 12/2019)
Vorsit­zen­der des Ausschus­ses „Gesund­heits­kom­pe­tenz, Präven­tion und Bevöl­ke­rungs­me­di­zin“ (seit 11/2019)
Vorsit­zen­der der Stän­di­gen Konfe­renz „Ärzt­li­che Fort­bil­dung“ (seit 11/2019)
Vorsit­zen­der des Wissen­schaft­li­chen Beirats Psycho­the­ra­pie nach § 11 PsychThG (seit 11/2019)
Mitglied des Ausschus­ses „Ambu­lante Versor­gung“ (seit 11/2019) und des Ausschus­ses „Inter­na­tio­nale Ange­le­gen­hei­ten“ (seit 11/2019)
Mitglied der Stän­di­gen Konfe­ren­zen „Ärzt­li­che Weiter­bil­dung“ und „Medi­zi­ni­sche Fachan­ge­stellte“
Mitglied der Arbeits­gruppe „Psych­ia­trie, Psycho­so­ma­tik, Psycho­the­ra­pie“
Mitglied der „Arbeits­ge­mein­schaft zur Rege­lung der Arbeits­be­din­gun­gen für Arzt­hel­ferIn­nen und Medi­zi­ni­sche Fachan­ge­stellte“

Dr. med. Andreas Botzlar

Dr. med. Andreas Botzlar

1. Vizepräsident Pressefotos

Facharzt für Chirurgie

Murnau

Person

Gebo­ren am 24. Novem­ber 1967 in Passau, verhei­ra­tet, zwei Kinder.
Medi­zin­stu­dium an der Ludwig-Maxi­mi­lians-Univer­si­tät (LMU) München und der Tulane Univer­sity New Orleans.
Appro­ba­tion 1997, Promo­tion 2003.
1995 bis 1996 Arzt im Prak­ti­kum, Insti­tut für Chir­ur­gi­sche Forschung, LMU.
1997 bis 2008 Assis­tenz­arzt, Chir­ur­gi­sche Klinik und Poli­kli­nik Innen­stadt, LMU.
Seit 2010 Fach­arzt für Chir­ur­gie, Berufs­ge­nos­sen­schaft­li­che Unfall­kli­nik Murnau und
seit 2011 Ober­arzt, Berufs­ge­nos­sen­schaft­li­che Unfall­kli­nik Murnau.
Zusatz­be­zeich­nung Notfall­me­di­zin.

Berufspolitik

Mitglied des Marbur­ger Bund (MB) Kreis­vor­stand München (von 11/2005 bis 12/2009)
Mitglied der Klei­nen Tarif­kom­mis­sion des Bundes­ver­ban­des MB (seit 05/2007)
Mitglied des Landes­vor­stan­des Bayern MB (seit 07/2007) und
Mitglied des MB Kreis­vor­stand Garmisch-Parten­kir­chen (seit 07/2012) und
1. Vorsit­zen­der des MB Landes­ver­band Bayern (seit 07/2016)
2. Vorsit­zen­der des MB Bundes­ver­ban­des (seit 11/2007)
Dele­gier­ter zur Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (BLÄK) und Vorstand der BLÄK (seit 2008)
Gene­ral­se­kre­tär der Euro­pean Junior Doctors Perma­nent Working Group (EJD), (Von 06/2009 bis 11/2011)
Vorsit­zen­der der Klei­nen Tarif­kom­mis­sion des MB Bundes­ver­ban­des (Seit 11/2009)
Stell­ver­tre­ten­der Vorsit­zen­der des MB Landes­ver­band Bayern (von 06/2010 bis 07/2016)

Vorsit­zen­der des Ärzt­li­chen Kreis­ver­ban­des Garmisch-Parten­kir­chen (seit 2016)
1. Vize­prä­si­dent der BLÄK (seit 03.02/2018)

Weitere Mandate und Mitgliedschaften

Mitglied des Verwal­tungs­aus­schus­ses der Baye­ri­schen Ärzte­ver­sor­gung (04/2018)
Mitglied im Beirat der Baye­ri­schen Akade­mie für ärzt­li­che Fort­bil­dung
Dele­gier­ter der BLÄK zum Verband Freier Berufe in Bayern e. V.
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Bunde­särz­te­kam­mer
Vorsit­zen­der der Deut­schen Akade­mie der Gebiet­särzte
Miglied des Ausschus­ses „Sta­tio­näre Versor­gung“
Mitglied der Stän­di­gen Konfe­ren­zen „Ärzt­li­che Weiter­bil­dung“ und „Ärzt­li­che Fort­bil­dung“
Mitglied der Arbeits­gruppe „Per­so­nal­vor­ga­ben für Ärzte im Kran­ken­haus II“

Dr. med. Wolfgang Rechl

Dr. med. Wolfgang Rechl

2. Vizepräsident Pressefotos

Facharzt für Innere Medizin

Weiden/Oberpfalz

Person

Gebo­ren 1958 in Weiden, verhei­ra­tet, zwei Kinder.
Medi­zin­stu­dium in Homburg/Saar, Frei­burg und München. Staats­ex­amen und Promo­tion 1984.
Bis 1993 im Klini­kum Weiden in den Fach­ab­tei­lun­gen Chir­ur­gie, Radio­lo­gie und Innere Medi­zin.
Seit April 1993 nieder­ge­las­sen als Inter­nist in der väter­li­chen Praxis in Weiden und seit 2009 in einer fach­über­grei­fen­den Gemein­schaft­spra­xis.

Berufspolitik

Vorstands­mit­glied des Ärzt­li­chen Kreis­ver­ban­des Weiden (von 1988 bis 2000)
Mitglied der Vertre­ter­ver­samm­lung der Kassen­ärzt­li­chen Verei­ni­gung Bayerns (KVB), (von 1996 bis 2011)
2. Vorsit­zen­der des Ärzt­li­chen Kreis­ver­ban­des (ÄKV) Weiden (von 2000 bis 2005)
1. Vorsit­zen­der des ÄKV Weiden (seit 2005)
Stell­ver­tre­ten­der Vorsit­zen­der der KVB-Bezirks­stelle Ober­pfalz (von 2001 bis 2005)
Dele­gier­ter zur Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (seit 2003)
Mitglied des Vorstan­des der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer sowie
1. Vorsit­zen­der des Ärzt­li­chen Bezirks­ver­ban­des Ober­pfalz (seit 2005)
2. Vize­prä­si­dent der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (seit 26.01.2013)

Weitere Mandate und Mitgliedschaften

Vorsit­zen­der der Kommis­sion Quali­täts­si­che­rung
Mitglied im Beirat der Baye­ri­schen Akade­mie für ärzt­li­che Fort­bil­dung
Seit April 2018 stell­ver­tre­ten­des Mitglied des Verwal­tungs­aus­schus­ses der Baye­ri­schen Ärzte­ver­sor­gung
Dele­gier­ter der BLÄK zum Verband Freier Berufe in Bayern e. V.
‒‒‒
Bunde­särz­te­kam­mer
Mitglied der Deut­schen Akade­mie der Gebiet­särzte
Mitglied des Ausschus­ses „Gebüh­ren­ord­nung“ (10/2015) und des Ausschus­ses „Qua­li­täts­si­che­rung“ und der Stän­di­gen Konfe­renz „Qua­li­täts­si­che­rung“
Mitglied der Stän­di­gen Konfe­ren­zen „Berufs­ord­nung für die in Deutsch­land täti­gen Ärztin­nen und Ärzte“ (2013) und „Gut­ach­ter­kom­mis­sion/Schlich­tungs­stel­len“

Dr. med. Markus Beck

Dr. med. Markus Beck

Geboren 1956

Facharzt für Allgemeinmedizin

Stadtbergen

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Vorran­gige Aufgabe einer zukunfts­ori­en­tier­ten Gesund­heits­po­li­tik muss die lang­fris­tige Sicher­stel­lung einer hoch­wer­ti­gen medi­zi­ni­schen Versor­gung der Bevöl­ke­rung sein. Dies erfor­dert eine Analyse des zukünf­ti­gen Bedarfs an Ärztin­nen und Ärzten, medi­zi­ni­schem Assis­tenz­per­so­nal und Infra­struk­tur unter Berück­sich­ti­gung des demo­gra­fi­schen Wandels, des medi­zi­ni­schen Fort­schritts und der sich verän­dern­den Arbeits­be­din­gun­gen. Konkret bedeu­tet dies für den ärzt­li­chen Bereich:
• Zügige Umset­zung des Master­plans 2020, Schaf­fung von mehr Medi­zin­stu­di­en­plät­zen, zügige Imple­men­tie­rung der konsen­tier­ten neuen GOÄ.
• Zügige Anpas­sung der Bedarfs­pla­nung im statio­nären und im ambu­lan­ten Bereich.
• Förde­rung der Frei­be­ruf­lich­keit durch Stär­kung der medi­zi­ni­schen Profes­sion gegen­über der Ökono­mie und Förde­rung der Selbst­stän­dig­keit und der Nieder­las­sung durch Reduk­tion von büro­kra­ti­schen und finan­zi­el­len Hürden.
• Weiter­füh­rung von Maßnah­men zur Sicher­stel­lung der primär­ärzt­li­chen Versor­gung, spezi­ell in der Fläche.
• Sinn­volle Steue­rung der Pati­en­ten­ver­sor­gung zum Beispiel auch durch ange­mes­sene Selbst­be­tei­li­gun­gen.
• Konse­quente Einbin­dung und Nutzung der Fach­kom­pe­tenz von ärzt­li­chen Verbän­den, insbe­son­dere von Ärzte­kam­mern.

Dr. med. Otto Beifuss

Dr. med. Otto Beifuss

Geboren 1958

Facharzt für Allgemeinmedizin

Ebensfeld

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

1. Bedarfs­pla­nung in „Man­gel­ver­sor­gungs­re­gio­nen“, wie beispiels­weise Nord­bay­ern (ausge­nom­men sind Städte mit mehr als 20.000 Einwoh­nern), abschaf­fen und eine „freie Nieder­las­sung für freie Ärzte“ ermög­li­chen.
2. Honor­ar­zu­schläge (zum Beispiel pauschal ein Plus von zehn Prozent) für Kolle­gin­nen und Kolle­gen, die sich in „Man­gel­re­gio­nen“ nieder­ge­las­sen haben, fix für die Dauer von zehn Jahren einfüh­ren.
3. Gewinn­ma­xi­mie­rungs­or­gie der Kran­ken­häu­ser been­den und eine am medi­zi­ni­schen Bedarf orien­tierte Versor­gung anstre­ben. Die Zahl der Eingriffe, wie Herz­ka­the­ter, Hüft- und Knie-Tota­len­do­pro­the­sen, Vorhof-Occlu­der uvm. am tatsäch­li­chen Bedarf orien­tie­ren, das heißt auf euro­päi­sches Niveau bzw. Niveau der skan­di­na­vi­schen Länder reali­sie­ren.
4. Die medi­zi­ni­sche Versor­gung ist Teil der allge­mei­nen Daseins­vor­sorge und damit eine öffent­li­che Aufgabe mit öffent­li­cher, trans­pa­ren­ter Kontrolle. Sie taugt nicht zur ökono­mi­schen „Cash-Cow“.
5. Für „Faire Preise für faire Medi­ka­mente“ sorgen, das heißt keine „Fan­ta­sie­preise“ für Schein­in­no­va­tio­nen und sons­tige nutz­lose Umsatz­brin­ger.
6. Leitun­gen von Kran­ken­häu­sern und öffent­li­chen Gesund­heits­ein­rich­tun­gen pflicht­ge­mäß durch Ärzte und Geschäfts­füh­rer gleich­be­rech­tigt beset­zen sowie mitein­an­der dem Wohl der Pati­en­ten – nach ethi­schen und mora­li­schen (christ­li­chen) Grund­sät­zen verpflich­tet – handeln

Veröffentlichung von Interessenwahrnehmungen
Dr. med. Karl Breu

Dr. med. Karl Breu

Geboren 1952

Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen

Polling

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Wir leben gerade in der umfas­sends­ten und einer bisher unvor­stell­ba­ren Pande­mie, deshalb hat bei all den viel­schich­ti­gen Aufga­ben des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­rium für mich COVID-19 höchste Prio­ri­tät . Als lang­jäh­ri­ger Fach­arzt für Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen werde ich unver­züg­lich die seit Jahren disku­tier­ten und geplan­ten stra­te­gi­schen Maßnah­men im Rahmen der ambu­lan­ten, statio­nären Versor­gung und des Öffent­li­chen Gesund­heits­diensts umset­zen und eine fächer- und sekto­ren­über­grei­fende Zusam­men­ar­beit aller Gesund­heits-und Pfle­ge­be­rufe einfüh­ren. Auf der Basis meiner posi­ti­ven Erleb­nisse in der ersten Welle der Pande­mie als baye­ri­scher Versor­gungs­arzt inten­si­viere und verein­heit­li­che ich die Kommu­ni­ka­ti­ons-, Entschei­dungs- und Hand­lungs­stru­ku­ren und stelle unsere erfolg­rei­che Coro­na­stra­te­gie im Rahmen der EU-Rats­prä­si­dent­schaft euro­pa­weit zur Diskus­sion. Auch muss unsere gesund­heits­wirt­schaft­li­che Ausrich­tung neu justiert und inlän­disch konzen­triert werden. Dabei ist mir aus meinen Erfah­run­gen im Gesund­heits- und Pfle­ge­po­li­ti­schen Arbeits­kreis durch­aus bewusst, dass poli­ti­sche Entschei­dun­gen im parla­men­ta­ri­schen Konsens erar­bei­tet werden müssen. Grund­sätz­lich bin ich stolz auf unser erfolg­rei­ches Gesund­heits­we­sen und werde es pati­en­ten­zen­triet mit allen Akteu­ren weiter­ent­wi­cken.

Veröffentlichung von Interessenwahrnehmungen
Dr. med. Christoph Emminger

Dr. med. Christoph Emminger

Geboren 1952

Facharzt für Innere Medizin

München

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Ich würde versu­chen, mit meinen Kolle­gin­nen und Kolle­gen ein „Bünd­nis“ zu schmie­den. Die Poli­tik weiß sehr wohl um ihre Aufga­ben und Verant­wor­tung bei der Ausge­stal­tung der gesund­heit­li­chen Versor­gung der Bevöl­ke­rung. Bei den folgen­den Punk­ten erwar­tet sich die Poli­tik die aktive Gestal­tung der Ärzte­schaft. Ich würde mich im Gegen­zug dafür einset­zen, die gesetz­li­chen Rahmen­be­din­gun­gen für den erfor­der­li­chen Wandel zu schaf­fen:
• Welche eige­nen Beiträge kann die Ärzte­schaft leis­ten, um den Notstand in der Pflege und den ande­ren medi­zi­ni­schen Assis­tenz­be­ru­fen aufzu­he­ben? Um gesell­schaft­li­che Aner­ken­nung und Wert­schät­zung zu errei­chen, bedarf es weit mehr als über mehr Geld neue Stel­len zu schaf­fen und Einkom­men zu erhö­hen. Wich­tig ist auch der Umgang zwischen den Berufs­grup­pen.
• Die Notfall­ver­sor­gung bietet sich gera­dezu an, um die Grenze zwischen den Sekto­ren „Kli­nik und Praxis“ zu über­win­den. Jenseits der Finan­zie­rungs­frage erwar­tet die Poli­tik gemein­sa­mes Handeln und umsetz­bare Vorschläge. Auch wenn dabei eine gemein­sam entwi­ckelte Neude­fi­ni­tion des Sicher­stel­lungs­auf­tra­ges für die Notfall­ver­sor­gung heraus­käme.
• Trotz aller schon erreich­ten Fort­schritte würde ich die Ärzte­schaft moti­vie­ren, weiter in die Verbes­se­rung der Weiter­bil­dung junger Ärztin­nen und Ärzte zu inves­tie­ren. Nur die Ärzte­schaft selbst wird einen Kultur­wan­del beim Thema Weiter­bil­dung herbei­füh­ren.

Veröffentlichung von Interessenwahrnehmungen
Prof. Dr. med. Dr. h.c. (Dniepropetrovsk) Joachim Grifka

Prof. Dr. med. Dr. h.c. (Dniepropetrovsk) Joachim Grifka

Geboren 1958

Facharzt für Orthopädie

Bad Abbach

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Mit der Wieder­ver­ei­ni­gung sank die Zahl der Human­me­di­zin-Studie­ren­den auf 13.607 (2017). 1994 trat das Arbeits­zeit­ge­setz in Kraft mit strik­ten Rege­lun­gen der maxi­ma­len Tages­ar­beits­zeit und des Arbeits­ver­bo­tes nach Nacht­diens­ten. Durch die NC-Vorga­ben für die Zulas­sung zum Studium erleb­ten wir eine Femi­ni­sie­rung (Gender-Shift). Außer­dem hat ein sozi­al­ge­sell­schaft­li­cher Wandel des Entwur­fes der Lebens­pla­nung statt­ge­fun­den. Jüngere wählen wesent­lich häufi­ger Teil­zeit- und Anstel­lungs­mo­delle. Ange­sichts des fehlen­den Nach­wuch­ses, der demo­gra­fi­schen Entwick­lung einer altern­den Bevöl­ke­rung, des verständ­li­chen persön­li­chen Lebens­ent­wur­fes Jünge­rer sowie der stei­gen­den Erwar­tung der Bevöl­ke­rung an eine ärzt­li­che Versor­gung auf hohem Niveau, bräuch­ten wir wahr­schein­lich 60 Prozent mehr Ärzte, als ausschei­den. Dieses abseh­bare, poli­tisch indu­zierte Dilemma ist nicht durch einen Vertei­lungs­kampf zu lösen. Eine massive Aufsto­ckung der Studi­en­plätze ist drin­gend nötig. Dazu bedarf es zusätz­li­cher Ressour­cen für die medi­zi­ni­schen Fakul­tä­ten und Univer­si­täts­kli­ni­ken. Aber selbst, wenn dies morgen beschlos­sen würde, würde es wiederum 20 Jahre dauern, bis wir einen vernünf­ti­gen Stand der Ärzte­zah­len errei­chen. Die größer werdende Lücke ist nicht durch Abwer­bung auslän­di­scher Ärzte zu schlie­ßen – ganz abge­se­hen davon, dass diese wiederum ihrer­seits Versor­gungs­de­fi­zite in ihrem Herkunfts­land verur­sa­chen. Eine Milde­rung des Arzt­de­fi­zi­tes ist nur möglich, indem man zusätz­lich Ältere in Praxis und Klinik bittet, ihre Tätig­keit über die Alters­grenze fort­zu­füh­ren.

Veröffentlichung von Interessenwahrnehmungen
Dr. med. Wolfgang Krombholz

Dr. med. Wolfgang Krombholz

Geboren 1950

Facharzt für Allgemeinmedizin

Isen

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Als erste Amts­hand­lung würde ich das Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­rium von Berlin nach München verle­gen, weil ich es dann erstens nicht so weit in die Arbeit hätte und zwei­tens weiter­hin die schöne ober­baye­ri­sche Land­schaft mit Bergen und Seen genie­ßen könnte. Zudem würde ich mir einen vorur­teils­freien, von Parti­ku­lar- und Partei­in­ter­es­sen unge­trüb­ten Blick auf das Gesche­hen in unse­rem Gesund­heits­we­sen gönnen und über­le­gen, wie man die Posi­tion der Leis­tungs­trä­ger im System – Ärzte, Thera­peu­ten, Pfle­ger – effek­tiv stär­ken kann. Dabei wäre ich auch bereit, mich mit den Groß­kon­zer­nen anzu­le­gen, die sich in der Form von Klinik­ket­ten und medi­zi­ni­schen Versor­gungs­zen­tren immer mehr in der Gesund­heits­ver­sor­gung ausbrei­ten. Der zuneh­men­den Kommer­zia­li­sie­rung in dem an sich soli­da­ri­schen System, die letz­ten Endes vor allem zu Lasten der Pati­en­ten geht, muss Einhalt gebo­ten werden. Und wenn das nicht der Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter leis­ten könnte – wer dann?

Dr. med. Heidemarie Lux

Dr. med. Heidemarie Lux

Geboren 1951

Fachärztin für Innere Medizin

Fürth

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Nach­dem wir eines der besten Gesund­heits­sys­teme der Welt haben, wäre es mir als erstes wich­tig, dies der Bevöl­ke­rung klarzu­ma­chen. Er gibt in jedem noch so guten System immer Verbes­se­rungs­po­ten­zial, jedoch sollte erst einmal klar­ge­stellt und gewür­digt werden, was wir derzeit haben. Des Weite­ren würde ich die rigide Decke­lung aufhe­ben. Dies hätte zur Folge, dass auch am Ende des Quar­tals/des Jahres den Pati­en­ten alle Leis­tun­gen zur Verfü­gung stehen. Um die Zukunfts­fä­hig­keit des Systems sicher­zu­stel­len, würde ich den Kran­ken­kas­sen aufer­le­gen, mehr finan­zi­elle Mittel für die indi­vi­du­elle Präven­tion zur Verfü­gung zu stel­len und nicht im Wesent­li­chen nur für die Thera­pie bereits vorhan­de­ner Erkran­kun­gen.

Veröffentlichung von Interessenwahrnehmungen
Dr. med. Christian Potrawa

Dr. med. Christian Potrawa

Geboren 1949

Facharzt für Allgemeinmedizin

Würzburg

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Unter demü­ti­ger Hint­an­stel­lung eige­ner Ambi­tio­nen, mich in die Liste vergan­ge­ner Groß­ta­ten eini­ger meiner Amts­vor­gän­ge­rin­nen/-vorgän­ger einzu­tra­gen, würde ich, dem allge­mei­nen poli­ti­schen Usus folgend, zunächst einen hoch­ka­rä­tig besetz­ten Arbeits­kreis instal­lie­ren. Dieser sollte in brutalst mögli­cher Scho­nungs­lo­sig­keit den Ist-Zustand des Gesund­heits­we­sens fest­stel­len. Erst dann wird man unter höchs­ter Trans­pa­renz in Regio­nal­kon­fe­ren­zen Ziele und Mach­bar­keit inten­siv disku­tie­ren können. (Hier sollte die hoch­not­wen­dige Digi­ta­li­sie­rung der Gesell­schaft den erfor­der­lich brei­ten Raum einneh­men können.) Wegen der immen­sen Zukunfts­träch­tig­keit kann natür­lich auf das Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode keiner­lei Rück­sicht genom­men werden. Oder aber: Ich könnte sofort Gesund­heits­po­li­tik für die Menschen machen, nicht für Konzerne und Aktio­näre – zunächst den Mangel an Ärzten behe­ben, die Zuwen­dung an die Pati­en­ten stär­ken, vor dem herauf­zie­hen­den Gewölk von Digi­ta­li­sie­rung, Tele­me­di­zin und Künst­li­cher Intel­li­genz. Das wird schwer werden! Viel­leicht finde ich Gleich­ge­sinnte?

Dr. med. Melanie Rubenbauer

Dr. med. Melanie Rubenbauer

Geboren 1977

Fachärztin für Diagnostische Radiologie

Bayreuth

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Ich würde zunächst und vor allem ande­ren trotz Ressort­über­schrei­tung – etwas gegen die stei­gende Gewalt gegen Ärzte, Sani­tä­ter, Pfle­ger und Rettungs­dienst im Notdienst unter­neh­men. Wir können nicht zuse­hen, wie Menschen, die ande­ren helfen wollen, sich hier­durch zuneh­mend selbst in Gefahr brin­gen. Die einheit­li­che Notruf­num­mer muss landes­weit zeit­nah instal­liert werden, um eine prähos­pi­tale Lenkung der Pati­en­ten zur rich­ti­gen Behand­lungs­form zu gewähr­leis­ten und unnö­tige Belas­tun­gen, sowohl des assen­ärzt­li­chen Bereit­schafts­diens­tes, der Notauf­nah­men und des Rettungs­diens­tes zu vermei­den. Pati­en­ten­steue­rung bedeu­tet auch, unter Beach­tung des Daten­schut­zes, die Digi­ta­li­sie­rung der Pati­en­ten­da­ten in Verbin­dung mit einer umfas­sen­den Vernet­zung der Daten zwischen Haus­arzt, Fach­arzt und Klini­ken zu forcie­ren. Auch eine digi­tale Vernet­zung mit dem Rettungs­dienst muss ange­packt werden. Tele­me­di­zi­ni­sche Betreu­ungs- und Behand­lungs­mög­lich­kei­ten müssen evalu­iert und bei Erfolg­se­vi­denz zeit­nah umge­setzt werden. Entwe­der es müssen mehr Gelder in das Gesund­heits­sys­tem inves­tiert werden oder der Leis­tungs­um­fang kann auf Dauer nicht erhal­ten werden – und das muss ehrlich mit allen Betei­lig­ten disku­tiert werden. Syste­ma­ti­sche Verän­de­run­gen sind erfor­der­lich.

Dr. med. Wolfgang Schaaf

Dr. med. Wolfgang Schaaf

Geboren 1952

Facharzt für Anästhesiologie

Straubing

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Ich bin z.B. schon mal nicht Mitglied in einer Partei, noch nicht mal eines Verban­des. Aller­dings liegen mir Themen am Herzen, die durch­aus ins Resort Gesund­heits­po­li­tik fallen:
• Pati­en­ten­au­to­no­mie, ( z.B. Pati­en­ten­ver­fü­gung, oder auch die Themen hinter den Para­gra­phen § 217 und §219),
• Vorsor­ge­pla­nung im Alter ( z.B. Advance Care Plan­ning),
• gerechte Vertei­lung von Ressour­cen (z.B. Organ­trans­plan­ta­tion, Arznei­mit­tel­preise neuer Phar­maka etc.).
• Fürsorge (z.B. Pallia­tiv­ver­sor­gung),
• Nicht­scha­den­s­prin­zip (z.B. Quali­täts­in­di­ka­to­ren, Pati­en­ten­si­cher­heit),
• Gewin­nung von Nach­wuchs und dessen Quali­fi­zie­rung (z.B. Weiter­bil­dung),
sowie
• Anpas­sung der beste­hen­den Arbeits­welt an die Lebens­ziele nach­fol­gen­der (Ärzte) Gene­ra­tio­nen.
Bei all diesen Themen gibt es in verschie­de­nen Gesell­schafts­schich­ten zum Teil weit ausein­an­der liegende Stand­punkte, da pral­len biswei­len auch Welt­an­schau­un­gen unver­ein­bar aufein­an­der, es gibt unter­schied­li­che Ansprü­che und diver­gie­rende Inter­es­sen. All das bedarf des Ausglei­ches, glaub­haf­ter Unab­hän­gig­keit und der Suche nach brei­tem Konsens. Um den zu errei­chen – und hier schlüpfe ich jetzt doch kurz in die Rolle des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ters – würde ich mich noch stär­ker wissen­schaft­li­cher Evidenz und unab­hän­gi­gen ärzt­li­chen Sach­ver­stan­des bedie­nen.
Jetzt wieder in der Rolle des Vorstands­mit­glie­des der BLÄK: Ich suche den Austausch mit möglichst vielen Mitglie­dern und betreibe dazu schon länger die Seite www.aerz­te­fo­rum-bayern.

Dr. med. Pedro Schmelz

Dr. med. Pedro Schmelz

Geboren 1951

Facharzt für Augenheilkunde

Bad Kissingen

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Erstens gehö­ren die Service­stel­len für Fach­arzt­ter­mine abge­schafft. In Bayern liegt die Zahl der über diese Service­stelle vermit­tel­ten Termine im Vergleich zu den jähr­lich rund 80 Millio­nen Behand­lungs­fäl­len im Promil­le­be­reich. Außer­dem konn­ten alle Termi­nan­fra­gen problem­los von nieder­ge­las­se­nen Ärzten über­nom­men werden. Dies zeigt, dass die Zusam­men­ar­beit von Haus und Fachärz­ten auch ohne Termin­ser­vice­stel­len bestens funk­tio­niert. Zwei­tens würde ich die Indus­trie beim Thema „Tele­ma­tikin­fra­struk­tur“ endlich in die Pflicht nehmen. Nach wie vor liefern die Anbie­ter die erfor­der­li­chen Kompo­nen­ten weder frist­ge­recht noch zu Prei­sen, die den Förder­be­trä­gen entspre­chen. Doch nicht die Ärzte­schaft darf für dieses Markt­ver­sa­gen bestraft werden, sondern die Herstel­ler müssen für dieses Dilemma zur Verant­wor­tung gezo­gen werden! Last but not least, muss endlich die Budge­tie­rung im ambu­lan­ten Bereich been­det werden. Schon seit Jahren wird das GKV-Hono­rar durch die morbi­di­täts­be­dingte Gesamt­ver­gü­tung gede­ckelt – mit der Konse­quenz, dass nicht alle erbrach­ten Leis­tun­gen voll­stän­dig vergü­tet werden. Eine Tätig­keit in der Praxis muss jedoch kalku­lier­bar blei­ben, damit die medi­zi­ni­sche Versor­gung in Deutsch­land auf dem bekannt­lich sehr guten Niveau aufrecht­er­hal­ten werden kann.

Dr. med. Hans-Erich Singer

Dr. med. Hans-Erich Singer

Geboren 1959

Facharzt für Allgemeinmedizin

Mitteleschenbach

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Das dring­lichste Problem stellt meines Erach­tens die humane Ressource Arzt dar. Trotz stei­gen­der Zahl an Ärzten sinkt die Menge der pro Arzt geleis­te­ten Arbeits­stun­den, bei gleich­zei­tig unge­brems­ter Inan­spruch­nahme durch die Versi­cher­ten. Eine pauschale Erhö­hung der Sprech­stun­den­zei­ten zu fordern, greift zu kurz. Damit diese Schere nicht weiter aufgeht, muss einer­seits dafür gesorgt werden, dass mehr Ärzte in der Versor­gung ankom­men. Dazu gehört eine Stei­ge­rung der Medi­zin­stu­di­en­plätze in Deutsch­land. Allein durch deren Verknap­pung seit der deut­schen Wieder­ver­ei­ni­gung ist bereits eine Versor­gungs­lücke entstan­den. Auf Seiten der Inan­spruch­nahme ärzt­li­cher Dienst­leis­tun­gen muss die Gesund­heits­kom­pe­tenz der Bevöl­ke­rung gestei­gert werden. Hier besteht nach­weis­lich ein Defi­zit. Die Menschen müssen wieder den Unter­schied zwischen Krank­heit und Befind­lich­keits­stö­rung erler­nen. Hierzu gab es bereits Vorschläge wie Gesund­heits­un­ter­richt in den Schu­len, die unbe­dingt wieder aufge­grif­fen werden soll­ten.

Veröffentlichung von Interessenwahrnehmungen
Doris M. Wagner, DESA

Doris M. Wagner, DESA

Geboren 1971

Fachärztin für Anästhesiologie

Sulzberg

Was würden Sie sofort anpa­cken, wären Sie Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter?

Das Gesund­heits­we­sen als wesent­li­cher Bestand­teil der Daseins­vor­sorge muss den Bedürf­nis­sen der Bevöl­ke­rung dienen und nicht denen, der dort täti­gen Akteure: » Wir erle­ben, dass markt­wirt­schaft­li­che Steue­rungs­in­stru­mente im Gesund­heits­we­sen über Fehl­an­reize zu Über- und Unter­ver­sor­gung bestimm­ter Pati­en­ten­grup­pen führen. Das kennen wir seit Länge­rem aus dem ambu­lan­ten Sektor und seit Einfüh­rung der DRGSys­te­ma­tik zuneh­mend auch aus den Kran­ken­häu­sern – mit nega­ti­ven Folgen für die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Deshalb muss die Poli­tik in diesen Berei­chen, genau wie in den Berei­chen Justiz oder Bildung, ihre Verant­wor­tung wahr­neh­men und eine über­re­gio­nale Bedarfs­pla­nung, ausge­rich­tet an Ergeb­nis­sen einer unab­hän­gi­gen Versor­gungs­for­schung – auch gegen Wider­stände – durch­set­zen.
• Da es keine Thera­pie ohne Neben­wir­kun­gen gibt, muss konser­va­ti­ven Maßnah­men und insbe­son­dere der spre­chen­den Medi­zin mehr Raum gege­ben werden – Fehl­an­reize zur Mengen­aus­wei­tung opera­ti­ver und inter­ven­tio­nel­ler Proze­du­ren müssen besei­tigt werden.
• Die Öffnung des Gesund­heits­we­sens für private Inves­to­ren führt zum Abfluss gesell­schaft­li­cher Ressour­cen aus dem Soli­dar­sys­tem und ist zu beschrän­ken. Das gilt analog für die Phar­ma­in­dus­trie, die eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Verant­wor­tung hat. Gewinn­ma­xi­mie­rung zu Lasten der Pati­en­ten oder der Allge­mein­heit ist unet­hisch.

Veröffentlichung von Interessenwahrnehmungen

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